Aufkommende Technologien als disruptiv erkennen und als Chance nutzen

Veröffentlicht Juli 8, 2013
Autor Sven von Loh
Kategorie Lesenswerte Grundlagen, Strategie und Unternehmensführung

StreichholzEin Blogbeitrag des amerikanischen Medienstrategen und Buchautors Brian Solis hat neulich mein Interesse geweckt. Es geht dort um eine Studie zu den Befindlichkeiten von Kleinunternehmen in den USA. Deren wichtigste Ergebnisse lauteten, dass amerikanische KMUS immer noch auf die E-Mail als Kommunikationsmittel Nr. 1 setzen und der verstorbene Steve Jobs ihr Vorbild sei. Hier gibt es auch gleich die passende Infografik dazu. Soweit so gut.

Klar, die Ergebnisse der von einem Kabelnetz-Provider in Auftrag gegebenen Studie sind sicherlich nur bedingt auf Deutschland übertragbar. Ein Ergebnis fand ich aber dennoch interessant:

56 Prozent der befragten Geschäftsführer und Eigentümer gaben an, dass sie neue, emergente Technologien als für ihr Geschäft bereichernd, und nicht als disruptiv empfinden. Das bedeutet, viele Unternehmer umarmen neue Technologien und nutzen sie, sehen aber nicht immer die Bedrohung für ihr eigenes Geschäft.

Das passt sehr gut zu meinen eigenen Erfahrungen. Da gibt es beispielsweise den Mittelständler, der sich partout weigert, seine Marketing-Strategie ganzheitlich in Richtung Web, Content, WOM und Community auszurichten. Soziale Netzwerke sind ja schließlich “gefährlich” und es kostet Geld! Als ich ihn fragte, wie er auf mich als Berater gekommen ist, sagte er aber ohne mit der Wimper zu zucken “Online”!

Oder der Hersteller einer bekannten Software-Lösung, dessen gesamte Geschäftsleitung im Konferenzraum vor ihren neuesten Tablets und Smartphones sitzt, sich in der Kaffeepause die neuesten Urlaubsfotos in der Dropbox und im iCloud-Stream anschaut, sich dann aber nicht entschließen kann die eigene Lösung als Cloud-Dienst anzubieten. Die Kunden sind ja noch nicht so weit!

Dabei ist es ganz einfach: Aufkommende Technologien, sobald sie einen gewissen Drive (siehe auch Gartner Hypecycle) entwickeln, haben immer das Potential disruptiv auf die eigene Branche zu wirken. Die Kunst ist, sie nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen. Warum nicht das Risiko eingehen und eine neue Technologie auf Verwertbarkeit erforschen? Und sei es, dass man sich ein Startup ins Haus holt oder sogar selbst eines gründet. Nur so hat man die Chance auch bei großen Umwälzungen im Geschäft zu bleiben.

Mein Tipp für Sie? Ganz einfach: Machen Sie eine Kundenbindungs-Maßnahme daraus. Holen Sie Ihre wichtigsten Kunden mit ins Boot und machen Sie sie zu strategischen Partnern. So erhalten sie nicht nur unmittelbares Feedback, hervorragende Testimonials und Case-Studies, sondern Sie sichern sich auch Ihr zukünftiges Geschäft.

Falls Sie sich ein Bild machen wollen, was gerade an Technologien so hochkommt, McKinsey und Gartner sind ein guter Startpunkt für die Recherche.

Ein Kommentar:

  1. […] habe hier im Blog schon öfters darüber geschrieben, dass eine Innovation vor allem dann Erfolg versprechend ist, wenn sie disruptiv ist. Das gilt […]

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