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Business Angels

Trichter, Richter und Trendcentives

Das Geheimnis des Erfolgs bleibt in der Regel eines, weil man auch als Business Angel ungern teilen möchte, was einen einzigartig macht: Der richtige Riecher für gute Geschäfte, Gründer und Erfolgsgeschichten. Ähnlich jedoch wie das Riechorgan des Menschen, ist auch der Spürsinn des Business Angels durch zwei oder gar mehr sensorische Systeme gesteuert: Wann investieren ich wie viel und in welcher Form in welche Idee? Die Festlegung und gleichzeitig flexible Handhabung dieser Parameter ist ein Teil des Erfolgsrezeptes von Business Angels.

Was die Zutaten dieser Rezepte angeht, müssen diese sorgfältig und in der richtigen Dosierung verabreicht werden. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Trichter hervorragend: Am Anfang steht nicht selten die nackte Idee und Vision des Gründers. Und der benötigt Input, sei es im Sinne von Kapital wie auch mit Hinblick auf das Business Model Design, eine Go-to-Market Strategy, eine Equity-Story, etc. All diese Zutaten gilt es nun mit dem richtigen Händchen zuzugeben. Nacheinander, miteinander und perfekt aufeinander abgestimmt.

Kein Eintopf, sondern Einblicke dank Einsicht

Und auch wenn dies alles nach Eintopf klingt, geht es vielmehr um Gourmet-Küche und die Selektion der genau richtigen Zutaten. Diese kennen Business Angels (und das in der Regel besser als beispielsweise Banken), weil sie sich spezialisieren können, müssen und wollen – auf bestimmte Branchen, Bereiche und Business-Modelle. Anders gesagt: Wer sich als Business Angel dem Bereich App-Entwicklung verschrieben hat, wird sich kaum einem Gründer widmen, der  eine Bäckerei eröffnen möchte. Schließlich baut Expertise auf Erfahrung und genau diese schützt letztlich auch den Business Angel davor, die falschen Gerichte auf seine Speisekarte zu setzen.

Und damit wären wir wieder beim Trichter und dem richtigen Zeitpunkt, um das Festmahl zuzubereiten. Während eines frühen Stadiums, also idealerweise während der  Seed-Phase, würzen Business Angel das Wachstum des Startup mit  ausgewählten Zutaten: Geld, Knowhow, Netzwerk und Kontakte. Dank dieses frühen Einstiegs mit den genau richtigen Ingredienzien und der perfekt abgestimmten Flamme und Garzeit, profitieren sie am besten und meisten von der Reife des jungen Unternehmens.

Würden sie nämlich später einsteigen, blieben ihnen ähnlich derjenigen, die leider nicht früh genug reserviert haben, nur die teuren Plätze im noblen Restaurant und die kalte Platte. Zudem wäre diese kalte Platte auch sehr teuer, weil sich zu diesem Zeitpunkt bereits andere die Filetstücke gesichert hätten.

Ein Business Angel steigt also selten in späteren Phasen ein, denn anders als bei Frühfinanzierungsphasen, haben hier bereits größere Investoren mit mehr Kapital den Braten gerochen und der Business Angel bekäme für viel Geld nur wenig Anteile. Ihm bliebe tatsächlich nur noch die Funktion als Schnittstelle zwischen Startup und Venture Capitalists oder Gründerfonds.

Richtig wählen, vermählen und (ent)scheiden

Als Richter entscheidet der Business Angels für sich und sein Investment und darüber, welches Risiko er eingehen und wie er sich bestmöglich dagegen absichern möchte. In einer frühen Phase der Unternehmensentwicklung, bei der neben Marktreife der Vision und Idee auch die Entwicklung eines auf einem Minium Viable Product (MVP) basierenden Prototypen oder einer Beta-Version auf der Agenda stehen sollte, schießt der Business Angel sein Kapital in das womöglich formell noch inexistente Unternehmen.

Er vergibt ein Darlehen und investiert Zeit und Knowhow. Dafür erhält er risikokompensierende Equity Kicker oder auch Wandelanleihen. Diese Art “Genussrechte” kann er später in Anteile umwandeln. Für den Investor bietet diese Art der Beteiligung den Vorteil, dass er seine Investition im Sinne des Risikos aktiv steuern kann – indem er “seine” Gründer fachlich unterstützt, sein Netzwerk spielen und seine Erfahrungen einfließen lässt.

Haben ihn deren Lebensläufe, wie auch fachliche und persönliche Qualitäten der Gründer überzeugt, liegt es letztlich auch am Business Angel, deren Motivation auf einem konstant hohen Niveau zu halten – beispielsweise in Form von Trendcentives. Diese Wortschöpfung beinhaltet, dass die Gründer anfangs ein eher schmaleres Gehalt bekommen, mit dem Trend jedoch später mehr zu bekommen – am Erfolg des Unternehmens orientiert.

Dasselbe gilt auch für deren frühzeitigen Ausstieg. Auch hier lassen sich Trends und Incentives setzen. So können Mindesthaltezeiten für Unternehmensanteile für Gründer festgelegt werden. Wollen sie früher aussteigen, müssen sie ein bestimmtes Kontingent ihrer Unternehmensanteile zurückgeben. Diese wiederum lassen sich dann als Kirsche auf der Sahnetorte für ein folgendes Management-Team verwenden.

Am Ende beginnt’s von Neuem

Aber natürlich sollten auch Business Angels während ihres Engagements den eigenen Exit nicht aus den Augen verlieren. Es soll gar einige BA geben, die Trends selber festlegen und bereits vor jedem Engagement wissen, wie sie den Exit gestalten werden bzw. wie lukrativ der Exit am Ende sein kann. Schließlich ist ja die Antwort auf diese Frage eine der wichtigsten Motivationsfaktoren für ein finanzielles Engagement in einem frühen Stadium.

Wir sehen, es gibt viele Rezepte, noch mehr Zutaten und wenn man die “große Ernte” möchte, muss man nicht nur die richtigen Samen säen, sondern auch mit Missernten zurecht kommen. So gibt es natürlich auch Investitionen, die man als Business Angel abschreiben muss, noch bevor ein wirkliches Startup oder gar ein lukrativer Exit möglich sind. Aber genau hier liegt die Kunst des Kochens nach Erfolgsrezept: Am Ende zählt das, was auf dem Tisch steht. Eventuelle Fehlversuche in der Küche finden sich schließlich auch dort wieder.

Wer also nicht aus Flops lernt, wird keine Erfolge feiern können. Denn auch das so wichtige Bauchgefühl ist letztlich ein lernendes System, dass auf gemachte Erfahrungen zurückgreift und dabei hilft, die gesammelten Learnings bei der nächsten Wahl von Visionären noch besser zu berücksichtigen.

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