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Crowdfunding- & Investing

Schwarmgeld für die Nische und die Masse

Crowdfunding – beinahe schon ein alter Hut, und dass, obwohl diese Form der alternativen und digitalen Kapitalbeschaffung eigentlich noch in ihren Kinderschuhen steckt. Zugegeben, diese Kinderschuhe weiten sich täglich aus. Doch vor allem nehmen sie immer differenziertere Formen an – und das ist meiner Meinung nach das wirklich Neue. Grund genug, mich ein wenig auf die Suche nach Crowdfunding-Plattformen zu machen, die Nischen bedienen, seien es branchenspezifische oder auch regionale und nationale.

Tatsächlich nämlich stauen sich auf zahlreichen Crowdfunding-Plattformen mittlerweile zahlreiche und in ihrem Ziel und Anspruch sehr unterschiedliche Projekte. Für die Kapitalsuchenden (seien es nun Startups oder andere Projekte)  heißt dies, sich noch stärker ins Zeug legen zu müssen, um sich aus der Crowd der Projektstarter herauszuheben – oder sich eben die passende Nischen-Plattform zu suchen, um dort noch gezielter auf Investorensuche gehen zu können. Für potentielle Investoren bedeutet die Diversifizierung des Crowdfunding natürlich auch eine Chance, ihr Investment noch genauer platzieren und diversifizieren zu können.

So starten mehr und mehr Crowdfunding-Plattformen, die sich (ausschließlich oder mit starkem Fokus) einem Thema, einer Branche oder auch einem ganz bestimmten Bereich widmen. Die Unterschiede sind dabei nicht nur in diesen Punkten vorhanden. Auch die Möglichkeit einer Investition wie auch der Benefit für die Geldgeber variieren stark.  Bei einigen Projekten und Plattformen, wo man sich beispielsweise in Form von Mezzanine-Kapital  beteiligt, winkt eine “tatsächliche” Entlohnung durch Zinsen und Beteiligungen am Projekt selbst. Bei anderen wiederum sind es eher ideelle Werte, also beispielsweise die Nennung als Sponsor bei Film-, Musik- und Buchprojekten.

Insgesamt aber basieren alle Crowdfunding-Plattformen auf der Idee der Gemeinsamkeit: Zusammen ein Projekt finanzieren, damit am Ende auch alle etwas davon haben. In diesem Sinne habe ich mich also auf eine kurze Reise in die Breiten und Tiefen von Nischen-Crowdfunding-Plattformen gemacht und dabei spannende, neue Ansätze entdeckt. Meine Entdeckungen erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind vor allem das Resultat meiner Perspektive mit Fokus auf Sie als Leserinnen und Leser meines Blogs.

In diesem Sinne freue ich mich natürlich über Kommentare und Hinweise zu weiteren, spannenden Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattformen und möchte zudem noch anmerken, dass neben den unterschiedlichen Möglichkeiten, seine Projekte einzustellen, es auch wichtig ist, dass die Kommunikation zwischen Plattformgründern, Projekteinstellern und Unterstützern bzw. Investoren stimmt und jederzeit gegeben ist.

I. And now to something crowdpletely different: Die alten Bekannten

Natürlich kann ich hier nicht die “neuen” Crowdfunding-Portale aufzählen, ohne den bewährten und eher generalistisch angelegten Plattformen den entsprechenden Tribut zu zollen.

Kickstarter: Crowdfunding für alle

Kickstarter ist die weltweit größte Crowdfunding-Plattform. Hier finden sich vor allem kreative aber auch tech-driven Projekte, die Unterstützer suchen. “Kickstarter funds the future” lautet eine der Presseüberschriften, die diese Plattform und deren Anspruch charakterisiert. Am Ende, so Kickstarter selbst, ist diese Idee nur eine Fortführung dessen, was bereits Mozart, Beethoven und andere Größen betrieben haben: Neben den großen Mäzenen auch eine große Masse kleinerer Unterstützer finden und sie mit exklusiven Rewards beglücken. Bei Kickstarter kommt eben nur noch der Booster-Faktor Web dazu. Was besonders beeindruckt, sind die professionellen Präsentationen der Ideen und natürlich die Tatsache, dass über 5 Millionen Menschen bereits mindestens eines der über 45.000 Projekte aus den Bereichen (bildende) Kunst, Musik, Literatur, Design, Fotografie oder auch Technologie unterstützt haben. Bei erfolgreichem Funding zahlen die Projekteinsteller 5 % der Fundingsumme und bedanken sich bei ihren Unterstützern mit entsprechend gestaffelten Rewards.

Indiegogo: Unabhängigkeit ist alles

Die Plattform Indiegogo beansprucht genau wie Kickstarter die Bezeichnung Größte Crowdfunding-Plattform der Welt. Und tatsächlich sind es auch hier über 45.000 Projekte, die bisher realisiert wurden. Der Unterschied bei Indiegogo liegt nicht unbedingt in den jeweiligen Bereichen, die nach Unterstützern suchen. Schließlich finden sich auf Indiegogo vor allem kreative und karikative Projekte. Aber: Bei Indiegogo erhalten die Einsteller das von den Investoren gezahlte Geld sofort überwiesen und können entscheiden, ob sie bei nicht erreichen der Fundingschwelle das Geld zurück bezahlen oder eben behalten. Sind sie erfolgreich beim Einsammeln, zahlen sie 4% der Fundingssumme an Indiegogo. Sind sie nicht erfolgreich, müssen sie gar 9% bezahlen. In jedem Fall stehen den Einstellern bei Indiegogo eine Vielzahl an Möglichkeiten offen, ihre Kampagnen über Social Media zu verbreiten und sie auch ansprechend zu präsentieren. Als Return für ihren Invest erhalten die Unterstützer ideelle Dankeschöns.

Startnext – Die Mutter aller deutschen Crowdfunding-Plattformen

Startnext ist die größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum. Sie hat eigenen Angaben zu Folge bereits rund  7 Millionen Euro an Kapital einsammeln geholfen und über sie wurden bereits über 1.200 Projekt erfolgreich realisiert.  Der Fokus der auf Startnext eingestellten Projekte liegt auf künstlerischen und kreativen Ideen. Der Vorteil für Kapitalsuchende und deren Unterstützer: Es kostet nix und 100% der Unterstützungsgelder gehen bei Fundingerfolg ohne Abzug einer Provision direkt an den Starter. Eine faire Sache, die man noch fairer gestalten kann, wenn man beispielsweise Premium Services und Premium Features bucht.

Das Fundingziel legt jeder Einsteller selbst fest. Eine Fundingschwelle ist bisher nur eine Funktion, die nur unter bestimmten Umständen für bestimmte Projekte freigeschaltet wird. Bevor es jedoch mit dem Geldeinsammeln losgehen kann, wird jede eingestellte Idee von der Startnext-Crew bewertet und man erhält wertvolle Infos darüber, wie man sein Projekt noch besser und aufmerksamkeitsstärker präsentieren kann. Die Crowd entscheidet in der darauf folgenden Startphase, welches Projekt den nächsten Schritt- also die Finanzierung- nehmen darf. Während dieser Prüfung erhalten die Einsteller Feedback zu ihrer Idee und Präsentation. Hat es das eigene Projekt geschafft, geht es jetzt darum, genügend Unterstützer zu finden, um das Fundingziel zu erreichen und zu überschreiten.

Gelingt dies nicht, gehen die Gelder an die bisherigen Unterstützer zurück.  Zudem bietet Startnext noch einen Crowdfonds an. Hier können alle Interessierten Geld spenden. Das Advisory Board, die Community und das Startnext -Team fördern mit diesem Geld innovative Ideen über Contests oder andere Aktionen und können dann entsprechend ausgewählte Projekte mit einer Anschubfinanzierung ausstatten.

Fundsters: Stille Beteiligung für hellhörige Venturer

Bei Fundsters finden sich zahlreiche Möglichkeiten, ein veritabler Business Angel zu werden (bzw. entsprechende zu finden). Hier präsentieren Startups ihre Ideen und Investoren können sich daran mit einer atypisch stillen Beteiligung beteiligen – und später von der Entwicklung des Unternehmenswertes oder auch von einem lukrativen Exit profitieren. Die Aufteilung zwischen Business Angel und Alltagsheld zeigt auf Investorenseite deutlich, ob man am Ende ideell oder finanziell profitiert. In jedem Fall hat man die (Aus)-Wahl.

Mach dein Ding mit pling*

Das Crowdfunding-Portal pling* hat sich auf die Finanzierung kreativer Projekte spezialisiert. Als Return on Invest erhalten Unterstützer kein Geld, sondern einzigartige Gegenwerte, also Unikate, was CDs, Bücher, Konzertkarten oder auch die namentliche Nennung im Abspann eines Films oder auf der Website des Projekts. Gemeinsam haben alle eingestellten Projekte, dass sie Staffelungen anbieten, was die Höhe der Unterstützung und das entsprechende Dankeschön angeht. Zudem können Unterstützer während der Laufzeit des Projekts jederzeit aussteigen und erhalten das eingezahlte Geld zurück. Mitmachen kann bei pling* im Prinzip jeder, der volljährig ist und ein Paypal-Konto hat, egal wo er oder sie auf der Welt sitzt.

IT-Ableger: pling.it

Der IT-Ableger von pling, pling.it, setzt auf die Verwirklichung digitaler Crowdfunding-Projekte. Die Plattform für digitale Maker steckt aber noch etwas in den Kinderschuhen, hat einen eher internationalen Fokus und funktioniert ansonsten wie pling*.

Die richtigen Zutaten: VisionBakery

VisionBakery, laut eigenen Angaben die  zweitgrößte Crowdfunding Plattform Deutschlands, setzt (wie der Name schon sagt) auf Visionen – und auch auf Provisionen. Die 11,9%, welche auf die benötigte Summe aufgeschlagen werden, fallen jedoch nur dann an, wenn das Projekt zu 100% finanziert wurde. Interessant klingt, dass bei VisionBakery (wie im Prinzip bei allen Crowdfunding- Plattformen und ungleich Crowdinvesting-Portalen) die Einsteller bei erfolgreichem Crowdfunding kein Darlehen erhalten, sondern das Geld ihnen wirklich gehört  – natürlich mit dem Ziel und Zweck, es für das Projekt einzusetzen. Als Dankeschön erhalten die Unterstützer eine ideelle Kompensation (namentliche Nennung) oder eben auch schöne Unikate.

Berlin Crowd: Für die Kapitalen-Pilger

Die Crowdfunding-Plattform Berlin Crowd ist im Prinzip die konsequente Erweiterung des Ruf der Hauptstadt als Startup-Mekka Deutschlands und setzt mit seinen IT-lastigen Projekten auf den entsprechenden Fokus. Es geht vorrangig um die Unterstützung “webbasierter, nachhaltiger und skalier­barer Geschäftsmodelle”, die internationale Supporter, Multiplikatoren und Finanzier finden sollen und wollen. Und es geht um Berlin als (künftigen) Standort der geschäftlichen Aktivitäten. Professionelle Investoren können sich in Form einer stillen Beteiligung mit Laufzeiten von 4 bis 6 Jahren am Gewinn des Startup beteiligen und/oder auch Produkte und Dienstleistungen des Startups nutzen und erhalten.

Andere Sponsoren erhalten einen anderen Gegenwert für ihr Engagement, also beispielsweise Tickets für Veranstaltungen. Sofern das Crowdfunding erfolgreich ist und die benötigte Summe erreicht wurde, fallen (bis zu) 5 Prozent Provision für Berlin Crowd an. Sollte das Geld jedoch nicht eingeworben worden sein, werden alle bis dahin eingezahlten Beträge zurückerstattet und es werden keine Gebühren erhoben. Die Auswahl der einzustellenden Projekte erfolgt vor allem über die Analyse des Businessplans durch die Berlin-Crowd-Macher.

II. Plattformen eher für professionelle “Crowdsters”

Neben den stark auf Crowdfunding sozialer und kreativer Projekt und auf eine ideelle Kompensation setzenden Plattformen und jenen, bei denen man sowohl diese Projekte wie auch wirkliche Investitionschancen findet, gibt es ebenso eine große Anzahl an Portalen, auf denen sich (Mikro)-Investoren und Startups in ihren Early Stages finden und nach Kapital aus der Crowd suchen. Hier also zählt nur Bares als wahre Währung.

Seedmatch… weil Ideen und Kapital zusammenpassen….

Bei Seedmatch wird ausschließlich Crowdinvesting betrieben. Dabei erwerben  Investoren mit ihrem Beitrag ein partiarisches Nachrangdarlehen an den Startups (hier vor allem Startup mit einem fertigen Produkt, einem “zukunftsweisenden, skalierbaren und ausgereiften Geschäftsmodell” und mit dem Fokus auf das B2C-Segment im Bereich Cleantech und Social Business). Startups mit Sitz Sitz in Deutschland und in der Rechtsform GmbH oder UG, können sich also bei Seedmatch bewerben und sofern sie den internen Auswahlprozess aufgrund eines überzeugenden Businessplans bestehen, ihr Projekt auf der Plattform vorstellen – mit einem rund 3minütigem Video, Präsentationen und dem Ziel, nicht nur Investoren, sondern vor allem Fans zu gewinnen und ein Netzwerk aufzubauen. Hinsichtlich der Summen, die eingesammelt werden können, reicht die Range von 100.000 Euro bis einer Million Euro.

Investoren profitieren dabei von mehreren Möglichkeiten: Sie erhalten einen sogenannten “gewinnabhängigen, jährlichen Bonuszins” als jährliche Gewinnbeteiligung. Weiteres Renditepotenzial ergibt sich zudem daraus, dass Investoren bei einem entsprechenden Exitereignis (beispielsweise die Übernahme des Startups durch einen großen Investor) anteilig am Exiterlös beteiligt werden (Bonuszins nach Exit) . Zudem erhalten Investoren einen Bonuszins nach Kündigung, wenn sie ihren Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit von in der Regel fünf Jahren kündigen und damit als Beteiligte am Startup aussteigen.

Bei Seedmatch eingestellte Projekte verfügen immer über eine Fundingschwelle (erst wenn diese erreicht ist, beginnt das eigentliche Funding) und ein Fundinglimit (der maximal mögliche Betrag).  Beide Summen werden seitens der Startups vor dem eigentlichen Fundingprozess festgelegt. Erst mit Erreichen der Fundingschwelle werden die Beteiligungsverträge wirksam. Wird diese Schwelle nicht zu 100 Prozent erreicht, erhalten alle bis dahin beteiligten Investoren ihr Geld vollständig zurück. Bisher lag diese Fundingschwelle bei 50.0000 Euro oder 100.000 Euro.

Das Fundinglimit bezeichnet die maximal mögliche Fundingsumme, bis zu der in ein Projekt investiert werden kann. Wir diese oberste Grenze des Investments erreicht, ist das Funding abgeschlossen und erfolgreich beendet.

Als Plattform berechnet Seedmatch den Startups ein degressiv ausgestaltetes Erfolgshonorar in Höhe von 5 bis 10 Prozent. Dieses Erfolgshonorar wird jedoch nur dann fällig, wenn das Startup die selbst festgelegte Fundingschwelle erreicht und das Funding damit erfolgreich ist.

Companisto – Besser gemeinsam als einsam

Bei Companisto steht vor allem die Beteiligung an Startups im Mittelpunkt. Diese stellen sich und ihren Businessplan in einem Video vor und werben so auf der Plattform um Investoren. Die Investoren ihrerseits können entscheiden, in welcher Höhe sie sich an welchem Startup beteiligen möchten – von 5 bis 25.000 Euro ist dabei alles möglich. Als “Dankeschön” winkt eine Beteiligung am Gewinn und Unternehmenswert des Startups und natürlich auch bei erfolgreichem und lukrativem Exit, wenn also irgendwann das Team das entsprechende Startup verkauft. Die Beteiligung erfolgt in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens.

Innovestment: Über das Auktionsverfahren ans Kapital

Das Besondere an Innovestment ist, dass sich hier Startups und Investoren sich über ein Auktionsverfahren hinsichtlich des Verkaufspreises einer stillen Beteiligung einig werden. So erstellen Startups ein individuelles Profil, definieren den Kapitalbedarf, präsentieren ihre Geschäftsidee und entscheiden, wer welche Informationen zu welchem Projektzeitpunkt  einsehen kann. Zudem können sie hier schon eventuelle Beteiligungsanteile für spätere Investoren definieren. Dann lassen sich die Startups von Investoren via deren Suchprofile finden.

Sofern Präsentation und Geschäftsidee überzeugen, fordern die Investoren weitere Informationen an und es kann auch zum persönlichen Austausch kommen. Am Ende bieten interessierte Investoren auf den Preis pro Anteil. Je höher dieser steigt, desto weniger Anteile müssen seitens des Startups am Ende ausgegeben werden, um den Kapitalbedarf dennoch zu decken. Und: Letztlich zahlt dann jeder Investor dieselbe Summe für einen Anteil. Zum Thema Gebühren und Provisionen schreibt Innovestment: “Innovestment erhebt vom Start-Up eine einmalige erfolgsabhängige Vermittlungsgebühr in Höhe von 10% des vermittelten Kapitals. Weitere Kosten entstehen nicht.”

Mit meet&seed den Samen setzen

Bei meet&seed geht es im Prinzip um genau das, worum es auch bei den anderen Crowdinvesting-Plattformen geht: Mikroinvestoren und Startups finden über eine stille Beteiligung zusammen. Mehr lässt sich auch auf den zweiten Blick nicht auf der Seite herausfinden, außer dass es um innovative Ideen und deren un Frühphasen­finanzierung geht und dass schnelle Finanzierungs­runden möglich sind wie auch motivierte und engagierte Investoren als Multiplikatoren und Berater der Startups dienen. Ist ja immerhin auch schon etwas, wenn auch nichts wirklich Neues.

die-beteiligungsplattform.de: Eher ehrbare Kaufleute als hippe Trendrenner

Was die Hamburger Crowdinvestingplattform die-beteiligungsplattform.de von anderen unterscheidet, ist, dass sie versucht, auf Begriffe wie Crowdinvesting “herumzureiten” und sich eher als Marktplatz für Kapital und Ideen versteht. So präsentieren sich hier nicht nur Startups, sondern auch bereits bestehende und beständige KMU. Alles in allem bietet die-beteiligungsplattform.de eine Alternative zur Unternehmensfinanzierung durch Banken – und den Investoren eine stille Beteiligung. Die Unternehmen ihrerseits laden den Businessplan und auch ein  präsentationsstarkes Video hoch. Beides wird extern geprüft und nach eventuellen Anpassungen freigegeben. Soweit dies dann alles passt, haben Startups und KMU mindestens 60 Tage und maximal aber 90 Tage Zeit, das benötigte Kapital einzuwerben. Erst bei Erfolg erhebt die-beteiligungsplattform.de ein Erfolgshonorar.

Startkapital-Online: Von Experten für gut befunden

Auch die vom Verein Unternehmerforum für den Mittelstand e.V. initiierte und getragene Crowdinvesting-Plattform Startkapital-Online setzt auf den Mix von Startups und KMU. Beide Unternehmensformen finden hier (nach Auswahl durch externe und interne Experten) interessierte Investoren. Diese profitieren vom Erfolg des Unternehmens und dessen Wertsteigerung in Form einer stillen Beteiligung, eines Genussrecht oder auch nicht an der Börse gehandelten Aktien. Auch bei Startkapital-Online stellen sich die kapitalsuchenden Unternehmer in kurzen Videos vor und suchen über ihre Präsentation nach (Mikro)-Investoren. Honorar für die Plattformbetreiber fällt nur im Falle eines erfolgreichen Fundings und dann in Höhe von 10% des eingesammelten Kapitals an.

Deutsche Mikroinvest: Die demokratisierte Beteiligung

Deutsche Mikroinvest versteht sich selbst als Mittelstands-Online-Beteiligungsplattform für private und institutionelle Anleger. Diese können hier in Form unterschiedlicher Beteiligungen (atypische Stille Beteiligung, partiarische Darlehen, Genussrechte, etc) am Erfolg und an Projekten von Unternehmen.  Das Besondere an der Deutsche Mikroinvest scheint, dass hier nicht nur zeitliche begrenzte Fundings (mit in der Regel 60 Tagen Zeit, um das Funding erfolgreich abzuschließen) stattfinden, sondern auch zeitlich unbegrenzte Beteiligungsphasen. Diese eignen sich besonders dann, wenn kleinere und/oder regelmäßige Teilprojekte eines großen Vorhabens finanziert werden sollen und bei genügend Kapital schon angegangen werden können. Hinzu kommen Kurzzeitbeteiligungen, die beispielsweise auf  nur 12 Monate begrenzt sind.

Deutsche Mikroinvest wirbt damit, dass Investoren zu kleinen Business Angel werden können und das eingebrachte Venture Capital auch als alternatives Investment zu klassischen Anlageformen  (Tagesgeld, Aktien, Fonds) dienen kann –  mit Renditechancen zwischen 4,5%-11%. Zudem wird damit geworben, dass der Beteiligungsvertrag direkt zwischen Investor und Unternehmen zustande kommt und damit weitere Kosten für beispielsweise Treuhänder gespart werden. Schließlich bietet die Deutsche Mikroinvest auch ein Netzwerk von Spezialisten und deren Beratung zu unterschiedlichen Fragestellungen rund um Beteiligungskapital an.

Eine weitere Besonderheit von  Deutsche Mikroinvest ist, dass sich auf dem Portal Unternehmen jeglicher Branchen  finden, was die Auswahl für Investoren erweitert. Diese sollen bei ihrer Suche weder durch die Angabe bereits gesammelter Summen noch durch Anlegerzahlen in ihrer Entscheidung für ein oder mehrere Projekte beeinflusst werden. Außerdem ist jedes Angebot vom Unternehmen auf den jeweiligen Business-Plan abgestimmt.

III. Crowdfunding goes Green

Neben den bereits erwähnten Big Ones aus Übersee und Deutschland, finden sich im Sinne der Nischen-Plattformen auch zahlreiche Crowdfunding-Anbieter, die sich auf ganz bestimmte Themen spezialisiert haben. Zu diesen Themen zählt zweifelsohne auch der Bereich Nachhaltige Energie(erzeugung). Hier finden sich mittlerweile eine ganze Reihe an Plattformen, die im Prinzip eines teilen. Ihren Fokus auf Green Energy.

Zu erwähnen wären hier beispielsweise Formate wie LeihDeinerUmweltGeld. Hier kann in Projekte wie Biomasseheizwerke und Photovoltaikanlagen oder auch in Windparks investiert werden – und zwar in Form eines Umweltkredits (Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt). Neben einer marktüblichen Rendite kann aber auch der Totalverlust des investierten Kapitals die Folge sein.

Eine andere Plattform mit ähnlicher Ausrichtung ist Crowd Invest. Hier stehen Solar- und Windanlagen als Anlageobjekte bereit. Die Beteiligung erfolgt als stille Beteiligung oder als Privatdarlehen mit einer finanziellen Beteiligung am Gewinn der Projektes bzw. Unternehmens. Geeignet sein soll Crowd Invest sowohl für private wie auch institutionelle Anleger.

Ebenso für das Investment in die Umwelt steht econeers. Auch hier werden partiarische Nachrangdarlehen an Grüne-Energie-Projekte vergeben – inklusive des Bewusstseins, in etwas Nachhaltiges und für die Umwelt  investiert zu haben.

Jenseits der Alpen…

.. blüht Crowdfunding goes Green ebenso auf. Da ist es vor allem die junge österreichische Crowdfunding-Plattform Green Racket,  die auf Investment in Nachhaltigkeit setzt – mit Genussrechten. Ansonsten läuft es auch hier wie bei vielen deutschen Plattformen: Green Racket setzt Fundingsschwellen- und limits, verwaltet das eingesammelte Geld als Treuhänder bis zum Erreichen der Fundingsschwelle. Dann erhält das Startup oder Unternehmen das Geld – gegen Gebühr von 10% der tatsächlichen Fundingsumme.

IV. Und zum guten Schluss: Crowdfundingportale mit dem gewissen Etwas an Extra

Geld für Freunde – Immobiliencrowdfunding mit Kapitalfreunde

Bei Kapitalfreunde dreht sich alles um die festen vier Wände, also um Immobilienprojekte größerer und kleinerer Natur. Dabei geben Investoren den Kapitalsuchenden ein Nachrangdarlehen (das ist nichts Neues). Auch sind hier Fundingzeiträume von 30, 60 oder 90 Tagen üblich – inklusive Fundingsschwelle und Fundinglimit. Das eigentlich Neue an Kapitalfreund ist, dass es hierbei darum geht, nicht nur finanzielle, sondern eben auch persönliche Beziehungen zu Objekten und Investoren aufzubauen und die Immobilienfinanzierung über das Mezzanine-Kapital auf eine neue Stufe zu heben. Raus aus anonymen Immobilienfonds und hinein in die persönliche Kapitalfreunde-Crowd also? Zumindest mit Hinblick darauf, dass Investoren ihr Risiko und Investments auf mehrere Projekte streuen, den Projektverantwortlichen direktes Feedback geben und ab und zu sogar an der Baustelle vorbeifahren können, um zu sehen, wie sich das Projekt tatsächlich entwickelt.

Respekt im Schwarm

Respekt kann man sich verdienen – oder über die Crowd einholen. Das ist zumindest der Gedanke von Respekt.net. Auf dieser Crowdfunding-Plattform für vorwiegend soziale und karitative Projekte. Das spannenden an diesem Format ist, dass man neben Geld eben auch Zeit und Wissen “spenden” kann – in Projekte mit definierter Laufzeit oder aber auch in Dauerprojekte. Man kann Gutscheine bestimmter Unternehmen oder Initiativen kaufen und diese verschenken oder einfach nur so spenden. Am Ende soll jedes Investment dazu dienen, die Welt fairer, transparenter und nachhaltiger zu gestalten – mit mehr Respekt füreinander.

Die spielerische Kunst und sportliche Wissenschaft der Crowd

Crowdfans hingegen verfolgt eine ähnlich und gleichzeitig ganz andere Idee. Auch hier geht es um Kunst und Künstler, aber die wollen und müssen etwas verdienen. Daher stellen sie ihr Event in die Crowd. Wenn genügend Leute Eintrittskarten kaufen, kommen die Autoren, Musiker, Sprecher und Kreative in die vorgesehene Stadt und veranstalten das Event. Wenn nicht, erhält man sein Geld zurück und das Event findet eben nicht statt. Ist die Fundingschwelle erreicht, können sich die Kreativen bei den Unterstützern auch mit Goodies bedanken, also mit Büchern, CDs oder anderen Unikaten.

Für die Wissenschaft und deren Budget hingegen kämpft Sciencestarter. Hier werden Projekte aus Wissenschaft, Forschung und Wissenschaftskommunikation über die Crowd finanziert. Zinsen oder Ähnliches gibt es nicht, dafür aber einmalige Dankeschöns und die Möglichkeit, Forschung hautnah zu erleben – als Unterstützer in Form von Videos und Beiträgen oder gar Einladungen seitens der Projekteinsteller.

Weniger spezifisch, sondern eher ein Gemischtwarenladen ist die Crowdfunding-Seite Big Change. Hier finden sich Projekte aus den Bereichen Film & Media, Kunst, Essen und Getränke, Mode, Musik, Spiele und einige mehr. Das dreisprachige Angebote (Deutsch, Englisch und Schwedisch) ist vielfältig und in jedem Fall etwas für Liebhaber des Skurrilen. Als Rewards gibt es kreative Dankeschöns.

Neue Seiten schlägt die US-Plattform Publush auf, die Crowdfunding for books only macht. Die in unterschiedliche Genres eingestellten Leseproben von noch nicht veröffentlichten Romanen, Erzählungen, Gedichten, etc. können von Interessierten durchgelesen werden. Sofern sich dann genügend Unterstützer für eine Buch entscheiden, wird dieses veröffentlicht. Als Digital Publisher sieht sich Publush damit direkt beim Leser und stellt nur jene Bücher her, die auch wirklich gewollt sind. Als Dankeschön erhält man – je nach gespendeter Summe – natürlich eine E-Book-Ausgabe des Buches oder auch anderen Rewards.

Gamer hingegen sind gut aufgehoben bei Collective, der Plattform von Square Enix. Hier können Spielentwickler ihre Games der Community vorstellen. Erreicht das Spiel eine bestimmte Akzeptanz in der Collective-Community, geht’s direkt in die Fundingphase auf Indiegogo. Kommt dann dort schließlich das benötigte Kapital zusammen, vertreibt der japanische Videospiel-Hersteller das fertige Produkt gegen einen entsprechenden Anteil an den Erlösen.

Und jetzt, da wir uns im Endspurt befinden, sei noch kurz auf die Schweizer Crowdfunding-Plattform I believe in you hingewiesen. Sie widmet sich ausschließlich sportlichen Projekten von Sportlern und Vereinen (von Hobby bis Profi). Diese stellen ihr Vorhaben auf der Seite in Bild und Ton vor und wenn die Fundingsschwelle erreicht wird, gibt es gestaffelte und tolle Geschenke für alle Unterstützer.

Am Ende, so zeigt sich, muss man sein eigenes Vorhaben und auch die potentielle Zielgruppe (und deren “Aufenthaltsorte”) sehr genau kennen, um entscheiden zu können, welche Crowdfunding-Plattform wohl die beste ist für das eigene Projekt: Ehr Nische oder doch das große Publikum? Bei Nischen-Plattformen – so könnte man argumentieren – hält sich der Streuverlust in Grenzen. Bei größeren und eher generischen Plattformen andererseits trifft man auf eine größere, heterogenere Community. Und am Ende womöglich auch auf die gesuchten Unterstützer.

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