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Venture Capital Fonds in Deutschland

Eine Übersicht und Tipps zur Erstansprache

Am Ende winkt das Venture Capital, doch wo beginnt man als Startup zu suchen? Und vor allem, wie und nach wem? Wichtige Fragen, mit denen ich mich seit einigen Jahren intensiv beschäftige. Grundlegende Erkenntnis: Startups müssen sich inhaltlich optimal vorbereiten, eine klare Finanzierungsstrategie vorweisen können und auch ein Verständnis für die individuellen Erwartungen der jeweiligen Venture Capitalists entwickeln. Denn auch wenn eine gute Idee keine schlechte Basis für erfolgreiche Verhandlungen ist, bedeutet sie dennoch keinen Freifahrtschein ins Capital Valley.

Apropos Landschaften

In Deutschland trifft eine Vielzahl von Gründern auf verhältnismäßig wenige Venture Capital Fonds. Die Folge: Diese wenigen Ansprechpartner für Risikokapital werden schnell mit 1.000 bis 1.500 Businessplänen pro Jahr förmlich überschwemmt. Investitionen werden letztendlich nur in 3 bis 10 Vorhaben getätigt. Weitere Faktoren, die Startups den Zugang zu Venture Fonds Kapital versperren:

  • Streng definierte Portfoliostrategien der Venture Capitalists
  • Fondslaufzeiten und verfügbare Mittel
  • Anker Investoren und andere gewichtige Stakeholder mit entsprechenden Vorstellungen
  • Branchenspezifische bzw. regionale Ausrichtungen der Fonds

Anders gesagt: Ein Gründer mit einem Internet-Geschäftsmodell wird nie durch einen Fonds mit Fokus auf CleanTec finanziert werden. Zudem erwarten Investoren Ideen, die unverbraucht sind. Und Exklusivität! Das bedeutet wiederum, dass die Ansprache seitens der Startups gezielt sein muss – auf den jeweiligen Fonds, dessen Erwartungen und Investmentstrategien zugeschnitten. Existiert die Idee bereits am Markt, wird ein Blueprint dessen keinen Investor aus dem Sessel hauen oder ihn zum Griff in den Fondstopf motivieren. Zu oft musste ich in der Vergangenheit erleben, wie Startups sich durch eine rein quantitative Ansprache von Venture Capitalists im Vorfeld disqualifizierten.

Gezielt muss die Ansprache auch hinsichtlich des richtigen Ansprechpartners sein. Gute Venture Capital Fonds haben hervorragende fachlich versierte Manager an und im Board. Die Kunst für Startups liegt also darin, genau jene Manager ausfindig zu machen und zu begeistern, damit diese dann schließlich ihr Gewicht und ihre Expertise in die Waagschale legen, um das Führungsteam und den Anlegerbeirat des Fonds von diesem bestimmten Projekt zu überzeugen.

Insgesamt lässt sich bereits hier erkennen, dass die Hürden hoch und die Voraussetzungen für Startups herausfordernd sind – vor allem, wenn man bedenkt, dass man als Gründer in der Regel nur eine Chance hat, ins Schwarze zu treffen. Verfehlt man diesen Schuss, gibt es in der Regel keine zweite Chance. Deshalb muss die Devise für Startups heißen: Zielwasser trinken, sich inhaltlich optimal vorbereiten, eine klare Finanzierungsstrategie entwickeln und visualisieren, und ein tiefes Verständnis für die individuellen Erwartungen der jeweiligen Venture Capitalists entwickeln.

Wer aber macht denn Venture Fonds in Deutschland – und für wen?

Im Folgenden finden Sie akkurat ausgewählte und adäquat ausgeführte Beschreibungen von Venture Capital Fonds in Deutschland – alphabetisch gelistet, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und hoffentlich mit großem Mehrwert für alle, die sich für die deutsche Venture-Capital- und Startup-Szene (in Deutschland) interessieren.

Acton Capital Partners: Fonds gefunden

Heureka II heißt der aktuelle Fonds von Acton Capital Partners. Und wir alle wissen, dass es der griechische Gelehrte Archimedes war, der vor rund 2000 Jahren diesen Ausspruch prägte: Heureka! Ich habe es gefunden! Gesucht haben die Fondsmanager von Acton ihrerseits wohl eher kurz, was die Bezeichnung des Heureka Growth Fund II angeht, knüpfen Name und Schwerpunkt doch quasi nahtlos an den Heureka Growth Fund I an. Das First Closing schloss er mit 110 Millionen USD, Geld, das vorwiegend von bestehenden Investoren und Ankerinvestoren (Hubert Burda Media, Europäischer Investment Fonds) stammt. Bis auf 200 Millionen USD soll das Fondsvolumen insgesamt noch anwachsen. Acton konzentriert sich hier auf europäische Startups mit internetbasierten Modellen (E-Commerce, Online-Plattformen- und Marktplätze, E-Services, Digital Media), die im B2C and B2smallB-Bereich angesiedelt sind und sich in reiferen Unternehmensphasen befinden. Die in München ansässige Gesellschaft blickt seit 1999 auf 55 Investitionen zurück. Zum Portfolio zählen deutsche Startups wie Windeln.de, Sofatutor, Yatego, Momox oder auch Frontlineshop.

Balderton Capital: 14 Jahre junges Kapital

Die Wurzeln von Balderton Capital reichen weit ins sonnige Silicon Valley hinein, wobei der Stamm – die Investitionsgesellschaft Benchmark Capital – dem jetzigen Europa-Ableger sowohl Erfahrung wie auch beste Kontakte und viel Kapital mitgab. Davon profitieren seit dem Jahre 2000 zahlreiche Startups (genauer gesagt über 100) mit vor allem disruptiven Businessideen- und modellen vornehmlich aus den Bereichen E-Commerce, IT-Services, Software, IT-Security, Finanzdienstleistungen. Der geografische Fokus von Balderton liegt dabei auf Europa, wobei aber auch Startups aus den USA und Asien im Interesse des Fonds lagen und liegen. Der letzte Fonds, Balderton IV, wurde 2008 aufgelegt. Insgesamt managed der Venture Fonds fast 2 Milliarde US-Dollar an in Startups investiertes Kapital. Investoren sind neben Stiftungsuniversitäten und anderen Stiftungen auch Pensionsfonds. Die Investmentrange von Balderton reicht von mindestens 100.000 USD bis zu maximal 20 Millionen USD. Im Durschnitt werden 15 Millionen Euro während des Lebenszyklus eines Startups – also bis zum hoffentlich lukrativen Exit – investiert. Balderton strebt dabei an, bereits zu Beginn eines Startups dabei zu sein und es auch über die Jahre hinweg zu begleiten. Auch das Engagement in bereits reifere Unternehmen ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, wenn deren Business Mehrwert verspricht und eine effizientere Skalierung der Unternehmensidee möglich erscheint. Das Balderton-Portfolio umfasst Startups wie Lovefilm, MySQL, betfair und 3D Hubs.

Bertelsmann Digital Media Investments: Blühende digitale Landschaften

Bertelsmann Digital Media Investments hat sich als Venture Capital Fonds auf Startups aus dem Bereich Digital Media Technologies. Als 100%ige “Tochter” der Bertelsmann SE & Co. KGaA geht es der Fondsgesellschaft natürlich auch darum, entsprechende Synergien zu finden zwischen den Angeboten der Medienkonzerns einerseits und den Produkten und Services der geförderten Startups andererseits. Der regionale Fokus von BDMI liegt auf Europa, Nordamerika und Israel – und auf einem Stuhl in der Geschäftsführung der Portfoliounternehmen. Investiert wird vor allem in den Frühphasen A und B und dabei mit mindestens 500.000 bis maximal 3 Millionen Euro.  Der Vorteil für Startups liegt ohne Zweifel in dem riesigen Netzwerk, dass Bertelsmann mit über 850 und weltweit tätigen Geschäftseinheiten  bietet.  Zum Portfolio von BDMI gehören Namen wie Content Fleet, Regio Helden, Seedcamp und Audible.

Capnamic Ventures: Economy aus alt und neu

Capnamic Venturers setzt auf Synergien – zwischen Old und New Economy und zwischen Startups einerseits und Investoren auf der anderen Seite. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gründern mit Fokus Digitale Medien. Ganz spezifisch setzt Capnamic Ventures auf Unternehmen, die sich mit ihren Dienstleistungen oder Produkten aus dem Bereich Mobile, E-Commerce, Gaming, Payment, Advertising und Software-as-a-Service Teil an Endkonsumenten oder Geschäftskunden wenden. Besondere Wichtigkeit wird dabei der Skalierbarkeit des zu fördernden Geschäftsmodells zugerechnet, wie aber auch dem schnellen Wachstum des Startups. Capnamic Venturers konzentriert sich bei seinen Engagements auf frühe Unternehmensphasen (Seed-Phase, Series A), wobei auch spätere Finanzierungsrunden nicht ausgeschlossen sind. Was die Struktur und das Volumen der Investments angeht, so liegt der Schwerpunkt auf Minderheitsbeteiligungen (Lead- als auch Co-Investments werden jedoch nicht kategorisch ausgeschlossen) mit einer durchschnittlichen Dauer von 4 bis 6 Jahren bei 500.000 bis 2 Millionen Euro pro Finanzierungsrunde bzw. 4 bis 6 Millionen Euro pro Lebenszyklus der Startups. Zu den Portfoliounternehmen zählen Namen wie rebuy.de. Lieferando, simfy und fairrank oder auch ZooRoyal, DocMorris und Mister Spex.

Earlybird: Alter Hase für frischen Wind

Seit 1997 investiert Earlybird in Startups – und dabei vor allem auf technologieorientierte. 650 Millionen Euro konnten seither in insgesamt 4 Fonds zusammengetragen werden. Dabei sind es vorwiegend institutionelle Anleger, die auf die Earlybird-Expertise vertrauen. Der Fonds Nummer 4 wurde letztes Jahr aufgelegt und besitzt ein Volumen von 150 Millionen Euro. Mit ihrem Sitz in Berlin hat die Gesellschaft damit praktisch die pulsierende Aorta der deutschen Startup-Szene immer im Blick, auch wenn Earlybird praktisch weltweit investiert und weitere Offices in Hamburg und Istanbul (Emerging Markets) betreibt. Der Schwerpunkt der Engagements ist Europa. Das multinationale Team unterstützt dabei junge Unternehmen aus dem Bereich Bioscience, Software-as-a-Service, Mobile und Apps wie auch Online-Plattformen. Der Fokus liegt dabei zwar auf Seed- und Early Stage-Finanzierungen, andererseits sind auch Later Stage-Engagements gerade mit Hinblick auf das Auflegen des letzten Fonds, im Interesse von Earlybird. Unter den Portfoliounternehmen finden sich Namen wie Auctionata, Carpooling.com, EBS Technologies, CONJECT, Jumpstarter, simfy oder auch Wunderlist, Smava und Socialbakers

eCAPITAL: Sauber, digital und automatisch gutes Leben

Die eCAPITAL entrepreneurial Partners AG widmet sich seit 1999 dem Investment in Startups aus den Bereichen Cleantech, Digital World, Automation und Good Life – und das mit gleich fünf Fonds, die teilweise regional konzentriert (Ostwestfalen und Münsterland) und zum Teil auch branchenspezifisch sind. Hinsichtlich der bevorzugten Investitionsphasen ergibt sich insofern ein ähnlich differenziertes Bild. So setzt eCAPITAL sowohl auf Startups in der Frühfinanzierungsphase (500.000 bis 2 Millionen Euro) wie auch auf reifere Unternehmensphasen (2 – 3 Millionen Euro). Insgesamt ist der Fokus stark auf Deutschland ausgerichtet. Unter den Investoren befinden sich institutionelle Anleger wie auch deutsche Family Offices. Das Portfolio von eCAPITAL umfasst Startups wie Saperatec, Pyramid Computer, 4JET Technologies oder auch Cysal.

Hasso Plattner Ventures: Am besten aSAP

Bei Hasso Plattner Ventures dreht sich vieles (oder gar alles) um die Investition in Software- und IT-Startups in Early-Stage- und Expansion-Phasen. Hauptinvestor ist der SAP-Gründer Prof. Dr. h.c. Hasso Plattner. Hasso Plattner Venturers verwaltet derzeit 2 Fonds (HVP I und HVP II), wobei der erste bereits 2005 an den Start mit 50 Millionen Euro an den Start ging und vornehmlich auf Software-Startups in frühen Unternehmensphasen in DACH setzte. 3 Jahre später folgte der zweite Fonds mit einem Volumen von 100 Millionen Euro. Dessen Fokus erweiterte sich auf Startups in ganz Europa und Israel, wobei der Branchenschwerpunkt erhalten geblieben ist, nun aber auch in Startups in reiferen Phasen investiert wurde und wird. Hinzu kommt ein “extraterritoriales” Tochterunternehmen, Hasso Plattner Ventures Africa. Dieses investiert seit 2008 mit einem Volumen von 40 Millionen Euro von Kapstadt aus in lokale Startups. Hasso Plattner Venturers hat eigenen Angaben zufolge bereits in 19 Startups investiert. Diese Portfoliounternehmen – unter ihnen smeet, rebuy, Sponsorpay, D-Labs und auch Delivery Hero (Exit-Phase) – bescherten den Investoren bislang 130 Millionen Euro an Erlösen (Stand: 2011) und sorgten bisher für über 1300 Arbeitsplätze. Die Bandbreite der jeweiligen Engagements von Hasso Plattner Venturers reicht monetär betrachtet von 250.000 Euro bis zu 10 Millionen Euro.

High-Tech Gründerfonds: Von Staatswegen aus auf neuen Pfaden

Der High-Tech Gründerfonds ist keineswegs eine Art ausgelagerte staatliche Starthilfe für Startups, wenngleich er auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums entstand. Nein, am High-Tech Gründerfonds sind nämlich neben staatlichen oder halbstaatlichen Stellen wie die KfW und Deutsche Post DHL auch die Global Player Deutschlands involviert, also beispielsweise Daimler, SAP, Bosch und BASF ebenso wie Stromgigant RWE und Traditionsunternehmen wie Zeiss und die Metro Group. Hinzu kommt ein anderer Corporate Risikokapitalgeber, nämlich Tengelmann Corporate Venture. Der High-Tech Gründerfonds setzt (wie der Name schon verrät) auf junge Technologieunternehmen in Phasen der Frühfinanzierung, vornehmlich aus den Branchen Automation und Elektronik, Cleantech, Enabling Technologies, Informations-und Kommunikationstechnologie, Life Science, Nanotech und Konsumgüter.

Der aktuelle Gründerfonds II ist mit Mitteln im Gesamtwert von rund 300 Millionen Euro ausgestattet. Startups erhalten während der ersten Finanzierungsrunde bis zu 500.000 Euro Wagniskapital, insgesamt aber bis zu 2 Millionen Euro. Zudem bietet der High-Tech Gründerfonds ein breites Netzwerk, Coaching und die Option, weitere Investoren für zusätzliches Risikokapital als Anschlussfinanzierung einzuwerben bzw. dabei zu helfen. Das Portfolio besteht aus insgesamt gut 250 Startups. Eine detaillierte Liste findet sich auf den Seiten des High-Tech Gründerfonds nicht, dafür aber eine gute Filter- und Suchfunktion.

Holtzbrinck Ventures: Early Stage Fonds für nachhaltige Förderung

Holtzbrinck Ventures bezeichnet sich selbst als “führenden deutscher Early Stage Fund”, ebenso aber als Partner auf Zeit (genauer gesagt: für drei bis sieben Jahre) und setzt seit dem Jahr 2000 auf frühphasige Investments  – und das bereits in der vierten Fundgeneration.  Dabei tritt Holtzbrinck als Lead- oder auch Co-Investor (gemeinsam mit HarbourVest Partners, LLC und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH) auf und engagiert sich mit Investitionssummen von 250.000 bis zu 15 Millionen Euro.  Zum Portfolio und zur Investitionshistorie (aka Erfolgsgeschichte) gehör(t)en mittlerweile über 100 Startups/Unternehmen, darunter auch Zalando, Groupon, DeliveryHero, Parship, Home24, brands4friends, Experteer, eDarling, Auctionata, DaWanda und Deutsche-Startups.de.

IBB Beteiligungsgesellschaft: Bakschisch für Berlin

Die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Förderbank des Landes Berlin – und hat damit auch rein regional bereits einen klar definierten Auftrag: Weiterhin mit an Berliner Erfolgsgeschichten zu schreiben. Die passenden Zahlen für die Prosa: Seit 1997 hat sie bereits in über 150 Unternehmen investiert. Dabei wurden bisher Mittel in Höhe von 850 Millionen Euro bereitgestellt, wobei IBB Beteiligungsgesellschaft mbH 116 Mio. € als Lead, Co-Lead oder Co-Investor beisteuerte, der Rest aus Konsortien und anderen Partnerschaften stammte. Insgesamt finden sich zwei Fonds, der VC Fonds Technologie Berlin mit einem Volumen von 52 Millionen Euro und der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin mit 30 Millionen Euro. Die Beteiligungen zielen dabei auf junge Berliner (und Brandenburger) Startup im Bereich Technologie und Kreativwirtschaft. In der ersten Finanzierungsrunde kann die Investition bis zu 1,5 Millionen Euro betragen und in späteren Phasen auf bis zu 3 Millionen Euro erhöht werden. Der Fokus liegt dabei auf Startups aus den Bereichen Information and Communication Technologies, Life Science und Industrial Technologies, und für die Entwicklung und Markteinführung ihrer innovativen Produkte und Services.

Index Ventures: Investments mit Inhaltsangabe

Index Ventures lancierte bereits 1996 seinen ersten Fonds, und hat seither über 3 Milliarden USD eingesammelt. Dabei setzt das in Genf und London ansässige VC-Unternehmen auf europäische und US-amerikanische Startups aus dem Bereich IT-Technologie und Life Science. Bevorzugt findet das Engagement in den Serie-A-und-B-Finanzierungsrunden statt, wobei bei erfolgreichen (und über mehrere Jahre hinweg begleitete) Unternehmen auch Beteiligungen in späteren Phasen seitens Index Ventures eingegangen wurden bzw. diese generell nicht ausgeschlossen werden. Die Höhe des Investments beträgt zwischen 250.000 bis 50 Millionen Euro. Das Portfolio von Index Ventures besteht aus Startups wie MySQL, Skype, Dropbox, Betfair, Last.fm, Lovefilm oder auch Auxmoney, JustBook und Navabi. Insgesamt sind es aktuell gut über 100 Startups innerhalb Europas und USA, in die Index Ventures Kapital, Knowhow und Netzwerk investiert hat.

mic AG: Frühaufsteher gefunden

Die mic AG konzentriert sich bei ihren Engagements auf (vornehmlich deutsche) Startups in der Frühphase. Besonders setzt sie dabei auf Sektoren wie Faseroptik, Cleantech, Software, Mikrosystem- und Informationstechnik oder auch Life Science. Das Portofolio setzt sich aus Unternehmen wie der exchangeBA AG (Betreiber eines Venture Capital-Marktplatzes), der Aifotec AG, der neuroConn GmbH und weiteren, hochspezialisierten deutschen Startups zusammen. Vor jedem Investment seitens der mic AG steht der “mic-proof”. Hierbei werden Startups auf Herz, Nieren, Konzept und deren Geschäftsmodell auf Konsistenz geprüft, auch um den Investoren und deren Kapital Erfolg zu bringen.

Point Nine Capital Invest: Start(up)-Hilfe auf den Punkt gebracht

Point Nine Capital Invest sitzt in Berlin und setzt auf Early-Stage Investments, bevorzugt im Bereich SaaS, Online-Plattformen- und Marktplätze, E-Commerce und Mobile. Was den geografischen bzw. regionalen Fokus angeht, engagiert sich Point Nine Capital Invest prinzipiell weltweit, fokussiert seine Engagements bei E-Commerce-Startups mit eher lokal und regional zugeschnittenem Angebot jedoch auf Europa – und da speziell auf Deutschland und Polen. Mit dem Anspruch, der erste institutionelle Investor zu sein, setzt das erfahrene Team darauf, Startups genau dann und dort abzuholen, wenn diese mit ein wenig Bootstrapping- und Family-and-Friends-Kapital und womöglich einer Beta-Version ihres Produkts oder Service ausgestattet, den nächsten, großen VC-Sprung wagen wollen, seitens traditioneller und großer Risikokapitalgeber aber nicht beachtet werden. Hier also setzt Point Nine Capital Invest (übrigens gerne auch als Co-Investor) an – in der Regel mit zwischen 10-15 Investments pro Jahr und einer Investmentsumme von 100.000 bis 500.000 pro Startup und Einstieg. In späteren Runden können daraus auch 1,5 Millionen Euro werden. Insgesamt hat der Fonds ein Volumen von gut 40 Millionen Euro. Das Portfolio von Point Nine Capital Invest umfasst Startups wie Brands4Friends, DealPilot, Mister Spex, Momox, Pageflakes, Spreadshirt, StudiVZ und auch Zendesk.

Sirius Venture Partners: 4 Fonds für den Erfolg

Sirius Venture Partners verwaltet aktuell 4 Venture-Capital Fonds (Sirius EcoTech Fonds Düsseldorf, Sirius Seedfonds Düsseldorf, Sirius Start I und Stella Polaris). Diese sind Startups unterschiedlicher Bereiche – also erneuerbare Energien, Life Science, Bio- und Medizintechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Neue Werkstoffe und Ingenieurswissenschaften – gewidmet. Zwei der Fonds richten sich explizit an Unternehmen in der Seed- und Frühphase aus dem Wirtschaftsraum Düsseldorf. Insgesamt lässt sich sagen, dass wer in den Bereichen digitale Geschäftsmodelle, innovative Handelsmodelle, Software und Telekommunikation und  der industriellen Biotechnologie, Medizintechnologie sowie der Gesundheitswirtschaft, tätig ist, in Sirius Venture Partners einen leistungsfähigen strategischen Partner findet. Das Portfolio umfasst Unternehmen wie TeraJoule Energy, Fashionette, multiBIND, biocell und SmartLoyalty.

Social Venture Fund: Kapital kann sozial sein

Der Social Venture Fund vergibt Geld, aber nicht irgendwelches an irgendwelche Startups. Nein, es ist „intelligentes und geduldiges Kapital“ für Sozialunternehmen, aufgeteilt in Finanzspritzen und in eine Infrastruktur-Unterstützung. In Zahlen: 16,4 Millionen Euro für den 2013 aufgelegten, zweiten Fonds, der finanzielle und soziale Renditen für Anleger und Sozialunternehmen verspricht. Neben dem Social-Venture-Fund-Gründer und Initiator Johannes Weber sind es vor allem die beiden Unternehmerinnen Dr. Monika Roell (ehemals Hugendubel Verlag) und Sylvie Mutschler (Mutschler Immobilien AG, Mutschler Ventures), die für Kapital und Expertise sorgen. Portfoliounternehmen sind beispielsweise Auticon, Deutschland rundet auf, Kinderzentren Kunterbunt oder auch VerbaVoice. Ein Großteil dieser Social Startups kommt aus Deutschland und die durchschnittliche Investitionssumme des Social Venture Funds liegt bei 500.000 Euro.

Target Partners: Von Unternehmern für Unternehmer

Target Partners setzt bei seinen Investments vorwiegend auf Startups aus dem deutschsprachigen Raum aus den Bereichen Mobile Kommunikation, Software, Cleantech, E-Commerce und Internet.  Was Investitionssummen- und phasen angeht, so konzentrieren sich Target Partners auf Frühphasen und steigen dort mit 1 bis 3 Millionen Euro ein. Über den gesamten Lebenszyklus eines Startups betrachtet, kann das Engagement auch 6 bis 8 Millionen Euro betragen. Mitunter finden sich auch Startups in der Seedphase oder auch reifere Unternehmen unter den Geförderten. Target Partners greift dabei auf 230 Millionen Euro Kapital und auf ein internationales Experten- und Partnernetzwerk zurück. Gut für Gründer und Investoren gleichermaßen. Zum Target-Partners-Portfolio zählen Startups wie 1-2-3.tv, Mercateo oder auch Finanzchef24.

T-Venture: Der direkte Draht zu Gründern

T-Venture ist der “Venture-Hausfonds” der Deutsche Telekom und setzt seit 1997 darauf, die Kassen der Investoren (also vor allem des Telekom-Konzerns) klingelingelingeln zu lassen. Seither konnten Beteiligungen an 190 Unternehmen aus Europa, den USA, und Israel und zudem 20 erfolgreiche Exits vermeldet werden. Der Schwerpunkt des 450 Millionen Euro schweren Fonds liegt auf Startups, deren Ideen, Produkte und Services die jeweiligen Telekom-Geschäftsfelder erweitern könnten, um diese letztlich auch in den T-Konzern einbinden und eingliedern zu können, also speziell Telko-, Mobile-, IT-Services-Angebote, die sich sowohl an Geschäfts- wie auch Endkunden richten. Das Portfolio umfasst Namen wie 9flats, 6Wunderkinder, mytaxi und Tripodo. Investiert wird seitens T-Venture mit Engagements von 500.000 Euro bis 10 Millionen Euro, wobei noch ein 300.000-Euro-Extratopf für Seed-Investments zur Verfügung steht.

Wellington Partners: Weiter mit Wagniskapital

Auch Wellington Partners investiert ähnlich wie Index Ventures in Startups aus den Bereichen (grüne) IT-Technologie, Life Science und Nachhaltigkeit- und das seit 1998 und vornehmlich in Gründer aus Europa, wobei hier und da auch einige US-Startups im Portfolio zu finden sind. Bevorzugt werden dabei Firmen, die sich in der Seed- und Frühphase befinden. Die Engagements belaufen sich dabei auf zwischen 500.000 und 20 Millionen Euro. Niederlassungen von Wellington Partners finden sich in Europa (London, München und Zürich), wie auch in den USA (Palo Alto). Insgesamt blickt die VC-Fondsgesellschaft auf über vier Generationen an Fonds mit einem Gesamtvolumen von 800 Millionen Euro und über 100 Beteiligungen zurück – und damit auch optimistisch nach vorne. Zu den Portfoliounternehmen gehören Startups wie GameDuell, Spotify, Crowd Guru, GLO AB und Experteer.

Regionale Förderfonds: Daheim ist’s fondstastique

Regionale Förderfonds weisen gerade aufgrund ihres Fokus auf in der Region ansässige Startups spezifische Vorteile auf. Sie kennen die regionale Infrastruktur, haben hervorragende Kontakte zu Unis, wissenschaftlichen Förderern, Rechts- und Patentanwälten, Steuerberatern, Business Angels oder auch Unternehmensberatern. Kurzum: Regional betrachtet können die Wege für junge Unternehmer noch kürzer gestaltet und die Vermittlung von Kontakten noch effizienter angegangen werden. Erfahrungsgemäß entscheiden sich regional fokussierte Venture Capital Fonds schneller als überregionale Fonds, auch weil die regionale und mentale Nähe manche Konflikt- und Problemlösung leichter macht. Zudem lassen sich regionale Förderprogramme bisweilen in die Startup-Finanzierung einbeziehen.

Seedfonds BW: Optimal regional

Der Seedfonds BW  versteht sich als komplementär zu einerseits der LBBW Venture Capital GmbH (Landesbank Baden-Württemberg) und andererseits dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), gleichzeitig aber auch als unabhängig, rückt er doch den regionalen Aspekt stark in den Vordergrund und unterstützt in erster Linie Unternehmen in Baden-Württemberg, die sich in der Seedphase befinden. Zu den Investoren des Seedfonds BW  zählen neben der LBBW Venture Capital GmbH und dem Land Baden-Württemberg auch die L-Bank und die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH.  Für Investitionen aus dem Seedfonds BW kommen vorrangig junge Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern in Frage, die maximal seit einem Jahr gegründet sind und deren Jahresumsatz/ Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreitet. Sind das Innovationsgrad und Wachstumspotenzial entsprechend hoch angesiedelt, stehen Beteiligungen im Wert von bis zu 600.000 Euro bzw. von 18 Prozent  der Geschäftsanteile seitens des Seedfonds BW und des High-Tech Gründerfonds in Form offener Beteiligungen und Nachrangdarlehen in Aussicht,  bei einer Laufzeit von sieben Jahren.

Unternehmertum Venture Capital Partners: Technik für Deutschland

Unternehmertum Venture Capital Partners hat sich auf das Investment in technologiebasierte Startups (Schwerpunkte: Industry 4.0 & IoT, Manufacturing Technologies, B2B Software & SaaS und Mobility & Smart City) aus der DACH-Region in der Frühphase spezialisiert. Als Lead- (Anker-) oder auch Co-Investor in Zusammenarbeit mit beispielsweise dem High-Tech Gründerfonds und Bayern Kapital, setzt Unternehmertum Venture Capital Partners nicht nur auf Kapital, sondern auch auf einen Stuhl im Büro der Unternehmensführung. Investiert werden je nach Phase zwischen 500.000 Euro und 3 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst unter anderem Unternehmen wie Dynamic Biosensors, FlixBus, fos4X , Orpheus, SorTech und Konux.

Genius Venture Capital: Nicht nur im Geiste bei den Startups

Die Genius Venture Capital  GmbH kümmert sich um das  Fondsmanagement des Technologiefonds Mecklenburg-Vorpommern (MV). Im Fokus der Engagements stehen kleine und mittlere, technologieorientierte Unternehmen (Schwerpunkte: Informations- und Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Biomedizin, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mess- und Regeltechnik, Mikrosystemtechnik, Neue Werkstoffe) aus Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1998 werden damit Beteiligungen an Startups in der Early-Stag-Phase finanziert.  In diesem Sinne sehen auch die Kriterien aus: Der Sitz der Startups (die nicht älter als 6 Jahre sein und weniger als 50 Mitarbeiter haben dürfen) muss in Mecklenburg-Vorpommern sein.  Die jährliche Bilanzsumme muss unter 10 Millionen liegen. Im Portfolio befinden sich Unternehmen wie die EN3 GmbH, die Microstim GmbH oder auch die E-Patrol North GmbH.

NRW Bank Seedfonds: Weit gestreut für regionales Wachstum

Der NRW Bank Seedfonds ist eigentlich eine Art Sammelsurium aus verschiedenen, kleineren regionalen Seedfonds aus Nordrhein-Westfalen. Die Zielgruppe setzt sich aus Startups in der Frühfinanzierungsphase aus den Bereichen Informations- und Softwaretechnologie, Mikro- und Nanotechnologie, Biotechnologie und Robotertechnik, Umwelttechnologie und alternative Energie, Maschinenbau, Life Sciences und Medizintechnik, Kommunikationstechnologie, Ingenieurwissenschaft oder auch Verfahrens- und Automatisierungstechnik zusammen.  Der Fokus der Förderung richtet sich auf die Erstrundenfinanzierung und ist als direkte Minderheitsbeteiligung mit einer Dauer von 5 bis 7 Jahren ausgelegt. Das Volumen der Investition liegt bei maximal 500.000 Euro.

Zukunftsfonds Heilbronn: Frühphasen privat finanziert

Der Zukunftsfonds Heilbronn setzt bei seinen Engagements auf technologieorientierte Unternehmen in der Seed-, Startup- oder auch Expansionsphase aus den Bereichen Automation und Elektronik, Energie und Umwelt, IT und Kommunikation, Life und Material Sciences und Nanotechnologie – in der Regel als Ankerinvestor mit einem Beteiligungsvolumen  zwischen 500.000 Euro und  10 Millionen Euro. Die Beteiligung kann dabei offen und/oder still sein. In jedem Fall versteht sich der Zukunftsfonds Heilbronn als “unternehmerisch agierender Partner der  Portfoliounternehmen”, versorgt diese also nicht nur mit Kapital, sondern auch mit dem entsprechenden Netzwerk aus der Region (Heilbronn-Franken) und erwartet folgerichtig ein Standortbekenntnis zur Region Heilbronn seitens der geförderten Startups.

EFRE-Fonds: Für Europa und Bayern

Der EFRE-Fonds ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zwischen einem europäischen und einem regionalen Fonds. So setzt sich das Fondsvolumen von 10 Millionen Euro hälftig aus Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus denen der S-REFIT AG, einem regionaler Finanzierungsfonds für Innovationen und Technologieunternehmen in und aus Bayern, zusammen. Die S-REFIT-Mittel stammen nämlich aus dem Etat des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Gefördert werden seit 2007 kleinere und mittlere Technologieunternehmen mit hohem Innovationspotenzial (Biotechnologie, Maschinenbau und Software), einer klaren Wachstumsstrategie und mit bis zu 1,5 Millionen Euro über eine offene und stille Beteiligung. Bevorzugt werden dabei vor allem Unternehmen, die sich in strukturschwachen Regionen Bayerns ansiedeln bzw. bereits dort ansässig sind.

EnjoyVenture Mangement GmbH: Region gemeinsam gestalten

Seit dem Jahr 2000 setzt die in EnjoyVenture Mangement GmbH auf die Fondsförderung vornehmlich deutscher Unternehmen in der Seed- oder Startup-Phase aus den Bereichen Produktions- und IT-Technologien. Nehmen dem Branchenschwerpunkt gibt es aber vor allem auch einen regionalen Fokus, der sich auf junge Unternehmen in der Metropolregion Ruhr und auf Hannover konzentriert. In diesem Sinne dienen die aktuellen Fonds (ELF und hif) dazu, Startups aus dieser Umgebung mit Kapital, Netzwerk und Knowhow auszustatten und damit auch regionale Industriecluster und Hochschul- und Forschungsstandorte weiter auszubauen. Die Volumen der seitens der EnjoyVenture Mangement GmbH verwalteten Fonds belaufen sich auf zwischen 4 und 25 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst Unternehmen wie antispameurope, CouchCommerce, EDYOU, und viele weitere Namen.

Am Ende zählt der Einstieg

Das Neben- und Miteinander von “alten Hasen” der VC-Fonds-Branche, großen Namen und kleineren Nischenanbietern bietet Startups ein breites Spektrum an Möglichkeiten, den passenden Finanzier für jede Finanzierungsphase zu finden. Voraussetzungen für eine erfolgreiche, effiziente und für beide Seiten Gewinn bringende Ansprache habe ich ja bereits zu Beginn des Beitrags ausführlich aufgelistet. Wie man es “richtig” macht bzw. trotz recht hoher Hürden tatsächlich richtig machen kann, zeigen bisweilen auch die langen Listen der Portfoliounternehmen, die als mittlerweile bewährte Startups den Weg über VC-Fonds erfolgreich gegangen sind. Am Ende also zählt es, zu beginnen. Meine (sicher noch erweiterungsfähige) Liste und Vorstellung der in und für Deutschland agierenden Venture Capital Fonds dient als umfassender Überblick und Orientierungshilfe, wird kontinuierlich erweitert und freut sich zudem darüber, um weitere Vorschläge Ihrerseits komplettiert zu werden.

Überlassen Sie als Gründer, die Entwicklung guter Geschäftsideen bzw. erfolgreicher Finanzierungen nichts dem Zufall. Gerne unterstütze ich vielversprechende Idee über den gesamten Prozess der Seed- & Early-Stage-Finanzierung. Kontaktieren Sie mich unverbindlich!

 

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