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Von Daft Punk bis Neil Young

Was Gründer und Unternehmer von Musikern lernen können

Zwei Dinge bewegen mich gerade und beide haben mit Musik zu tun. Aber auch mit dem, was meiner Meinung nach einen richtigen Gründer oder Unternehmer ausmacht: Leidenschaft und Hingebung. Und darum geht es:

Da wäre zunächst einmal das neue Album von Daft Punk. Genial! Aber Sie müssen es nicht zwingend kennen oder gar mögen. Aber es gibt darauf einen bemerkenswerten Titel in dem es um den Vater des Discosounds und einen der erfolgreichsten Plattenproduzenten der Welt geht, den Südtiroler Giorgo Moroder. Der sagt dort mitten im Song einen geradezu programmatischen Satz:

“Once you free your mind about a concept of harmony and music being correct, you can do whatever you want!”

Ersetzen Sie nun “harmony and music” durch ihre Branche, ihre Produktgattung oder Dienstleistung und Sie haben das Credo mit dem Sie eine Disruption auslösen können!

Das andere ist die Biografie des Altrockers Neil Young. Das ist zwar, schon aus Altersgründen nicht meine Welt, aber ein älterer Kollege und Neil-Young-Fan hat mir die entsprechenden Passagen kürzlich bei einem netten Weinabend vorgelesen. Sie könnten die Blaupause für Gründer und Unternehmer sein, wie ich sie mag.

Im besagten Abschnitt geht es darum, dass Neil Young seinen Manger und Finanzberater des Öfteren an den Rand des Wahnsinns treibt, weil er immer wieder sein eigenes Geld in die Waagschale für seine Projekte wirft und zwar Unmengen davon:

“I will do anything to get started on something. I will use my own money when I shouldn’t just because I hate waiting. That may be why I have spent so much money and built so many things. I just like to do it myself. I hate waiting for approval… So I get a lot of into trouble, though I get a lot of things done.”

Auch wenn Herr Young und seine Frau Pegi alte Hippies sind (“I still live my Hippie dream…”) sollte man wissen, dass zu deren besten privaten Freunden das Ehepaar Benioff gehört. Falls Sie das nicht einordnen können: Seine Ursprünge hat Marc Benioff bei Apple und Oracle. 1999 hat er dann Salesforce.com gegründet, das er immer noch leitet. Zur Clique gehören außerdem noch Gregory und Vicky McManus, denen der berühmte Napa Valley Wine Train gehört. Alles in allem also Leute, die in ihrem Leben schon einiges bewegt haben.

Da verwundert es also nicht, dass auch der “Musiker” Neil Young in seinem Leben schon einiges zu Wege gebracht hat. Abgesehen von den unzähligen Konzerten und Platten. Hier eine Auswahl:

Nachdem die Youngs für ihren behinderten Sohn keine angemessene Schule finden konnten, haben sie kurzerhand 1987 selbst eine gegründet, die Bridge School mitsamt entsprechenden Programmen für andere Schulen. Das Programm setzt dabei stark auf technologische Hilfsmittel und Computer. Daneben war es Neil Young ein Dorn im Auge, dass immer mehr familiengeführte Farmen in den USA aufgeben mussten und so gründete er 1985 die immer noch aktive Hilfsorganisation Farmaid.

Aber das war nur der Anfang. Neil Young ist, kaum jemand weiß das, großer Modelleisenbahnfan. Als das amerikanische Pendant zu Märklin, die Firma Lionel in den 90er Jahren in Schwierigkeiten kam, übernahm Neil Young kurzerhand die technische Federführung und entwickelte diverse neue, zeitgemäße Produkte unter anderem eine digitale Steuerung. Er ist immer noch aktiv als Berater für die Firma tätig.

Zur Zeit beschäftigen Neil Young zwei Technologie-Projekte und Startups: Lincvolt und Pono, ehemals PureTone. Das eine ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel ein brauchbares Elektroauto mit Range-Extender auf die Beine zu stellen (mitsamt einer Infrastruktur für Bio-Treibstoffe), das andere ein Startup rund um ein Musikformat, das eine deutlich bessere Tonqualität als CDs und MP3 verspricht.

So werden erfolgreich Projekte umgesetzt

Kein Mensch weiß, was und ob aus den beiden Projekten etwas wird. Aber darum geht es auch nicht, sondern um die Tatsache, dass hier jemand mit Verve und Leidenschaft zur Sache geht. Zumal die anderen Projekte, wie die Schule, Farmaid oder Lionel Trains nach wie vor erfolgreich arbeiten. Der Punkt ist, er hat etwas getan und von der Art und Weise kann sich jeder Gründer und Unternehmer eine Scheibe abschneiden. Es scheint immer nach dem gleichen Muster zu laufen:

Am Anfang steht der Wunsch etwas zu ändern, etwas auf die Beine zu stellen. Und zwar mit aller Macht, mit Leidenschaft und Ehrgeiz. Ohne Rücksicht auf eigene finanzielle Risiken wird losgelegt. Aber nicht kopflos. Im Gegenteil. Denn offenbar hat Neil Young immer zuerst die besten verfügbaren Fachleute ins Boot geholt. Eigentlich hat er die Projekte sogar niemals selbst verwirklicht, sondern diente eher als Enabler und Katalysator. Seine Kunst scheint es zu sein, seine Vision anderen schmackhaft zu machen und sie zu motivieren, sie umzusetzen, also den Lead zu übernehmen.

Für manchen Althippie und Neil-Young-Fan mag schon allein das verstörend sein. Aber zum Programm gehört immer auch, dass auf neueste Technologien gesetzt wird. Auch beim Marketing, das eine wesentliche Rolle spielt. Alles ist webbasiert und Youtube, Facebook, Twitter und die Cloud sind das Handwerkszeug für die Öffentlichkeitsarbeit und dementsprechend bekommt er auch die notwendige Coverage in den ausschlaggebenden Tech-Blogs.

Das Wesentliche ist aber, dass Neil Young nicht nur seine Prominenz nutzt, sondern vor allem sein Netzwerk in der IT- und Musik-Industrie. Und so kann er immer wieder Geld über Benefiz-Konzerte organisieren, Promis für Endorsments und Testimonials akquirieren oder von seinen IT- und Hightech-Kontakten profitieren. Als es beispielsweise vor ein paar Jahren darum ging, sein riesiges Musik- und Video-Archiv für Blue-Ray zu digitalisieren, holte er niemand geringeren als Java-Erfinder Sun und dessen damaligen CEO Jonathan Schwartz ins Boot.

Was heißt das für Sie?

Ganz einfach:

  1. Trennen Sie sich von überkommenen Vorstellungen davon, wie etwas sein soll oder wie es getan werden muss. Suchen Sie statt dessen nach neuen, disruptiven Wegen. Nur so ist nachhaltiger Erfolg möglich.
  2. Verfolgen Sie Ihr Ziel beharrlich und mit Leidenschaft. Gerade letzteres ist wichtig! Wenn Investoren, Partner und Kunden nicht spüren, dass Sie mit Leidenschaft an Ihrer Sache dran sind, dann haben Sie eigentlich schon verloren. Denn weder wirken Sie dann glaubwürdig, noch überzeugend!
  3. Holen Sie sich für Ihr Vorhaben die besten verfügbaren Partner und Mitarbeiter. Behalten Sie aber immer den Lead! Pflegen und nutzen Sie dafür Ihr Netzwerk und vergessen Sie niemals das Marketing im Netz!
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