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Wissenswertes

Abschreibung

Die Abschreibung erfasst im betrieblichen Rechnungswesen die steuerrechtliche Geltendmachung der Wertminderung vorhandener Anlagevermögen.

Während nur temporär (in der Regel unter einem Jahr) genutzte oder geringfügige Vermögensgüter einmalig und mit ihrem vollen Anschaffungspreis von der Steuer abgesetzt werden, erfasst die Abschreibung den jährlichen Wertverlust.

Man unterscheidet planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen erfassen den Wertverlust der Vermögensgüter durch ihren üblichen Verschleiß im Laufe der Zeit. Die außerplanmäßige Abschreibung hingegen umfasst nicht kalkulierbare, unerwartet eintretende Wertminderungen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Maschinen durch einen Unfall stark beschädigt oder komplett ruiniert werden, die unter normalen Umständen jedoch noch viele weitere Jahre im Einsatz gewesen wären.

Zur Abschreibung in Betracht kommen alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter, die also an Wert verlieren. Dies kann zum einen durch den normalen Verschleiß oder Katastrophenfälle der Fall sein. Zum anderen können auch eine nachlassende Nachfrage, Marktschwankungen sowie Ineffizienz den Wert mindern.

Hinsichtlich der Abschreibungsbeträge und deren Abschreibungszeitraum unterscheidet man zudem die lineare von der degressiven Abschreibung. Bei der linearen Abschreibung wird jährlich dieselbe Summe über den Nutzungszeitraum gleichmäßig verteilt abgeschrieben. Bei der degressiven Abschreibung hingegen sinken die jährlichen Abschreibungen kontinuierlich. Zur Berechnung wird ein Prozentsatz verwendet, der im Vorfeld festgelegt wird und sich jeweils auf den übrig gebliebenen Restwert des Vermögenswertes bezieht. Ein Unternehmen kann jedoch frei wählen, welche Art der Abschreibung es wählt. In der Regel entspricht die degressive Abschreibung allerdings eher der tatsächlichen Wertminderung, da Neuanschaffungen vor allem innerhalb der ersten Jahre den höchsten Wertverlust haben. Im Laufe der Zeit fällt die reale Wertminderung dann entsprechend geringer aus.

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist nicht nur für Startup ein einfaches und effizientes Tool, um Aufgaben, Schwerpunkte oder aber auch Ausgaben, Anschaffungen und Kunden zu priorisieren, zu kategorisieren und zu skalieren – in A für sehr wichtig, in B für wichtig und in C für weniger wichtig.

Konsequent angewendet, können so wertvolle Ressourcen gespart bzw. effizienter eingesetzt werden. Das beginnt bei der Planung des Personalbedarfs, geht über den Einkauf bis hin zu Marketing, Vertrieb oder auch Logistik. Insofern unterstützt die ABC-Analyse Startup dabei, wirtschaftlicher zu planen und zu handeln. Dabei werden grundlegend Wertepaare für die unterschiedlichen Bereiche aufgestellt und diese dann mithilfe der ABC-Analyse miteinander verglichen:

– Welche Kunden machen welchen Umsatz?
– Welche Artikeln kosten welche Ressourcen (Lager, Lieferung, Zahlungsmodalitäten)?
– Was leisten welche Mitarbeiter zu welchen Konditionen?

Am Ende jeder ABC-Analyse sollte eine solide IST-Analyse stehen und die Grundlage dafür stellen, Prozesse, Kunden und Produkte entsprechend ihrer Bedeutung für den Umsatz gewichten zu können. Zudem lassen sich aus den Resulaten notwendige Vorgehensweisen ableiten. Eine übersichtliche, grafische Darstellung der Ergebnisse bietet das Paretodiagramm. Dieses wie auch das Paretoprinzip (oder auch Pareto-Effekt bzw. 80-zu-20-Regel) gehen als eine der Grundlagen der ABC-Analyse auf den Ökonomen Vilfredo Federico Pareto zurück. Grundaussage seiner These ist, dass in einem Projekt (wie es ja auch ein Startup ist) 80 Prozent der Resultate in 20 Prozent der Gesamtzeit erreicht werden. Daraus ergibt sich weiterhin, dass für die restlichen 20 Prozent der Ergebnisse 80 Prozent der Gesamtzeit aufgewendet werden muss.

Um diese Rechnung zu veranschaulichen, werden gerne folgendes Beispiele genannt:

– Ein Unternehmen analysiert seinen Kundenstamm und findet heraus, dass 20 Prozent der Kunden einen Anteil von 80 % des Umsatzes generieren und damit eindeutig sehr wichtige A-Kunden sind. Weiterhin finden sich relativ wichtige B-Kunden, die 30 Prozent des Kundenstammes bilden und insgesamt 15 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Schließlich gibt es dann noch die C-Kunden. Sie machen 50 Prozent aller Kunden aus, sind aber nur für 5 Prozent des Umsatzes verantwortlich, haben insofern sowohl als Einzelkunden wie auch als Gesamteinheit keine große Bedeutung. Stellte man nun fest, dass jedoch gerade diese C-Kunden die besten Konditionen erhalten, müsste man dies zugunsten der A-Kunden ändern bzw. diesen generell mehr Aufmerksamkeit widmen und grundlegend entscheiden, welche Ressourcen und wie viele davon man in die jeweiligen Kunden investiert. (Handlungsableitung)

– Bestimmte Produkte verkaufen sich zwar gut und haben zudem eine große Gewinnmarge, können aber seitens der Produzenten nicht Just-in-Time angeliefert und nur in großen Mengen bestellt werden, kosten demnach viel Lagerplatz- und gebühren, weil sie einen großen Teil der Lagerräume einnehmen. Diese Produkte sind eindeutige A-Produkte, weil sie viel Zeit und Ressourcen einnehmen und größerer Aufmerksamkeit als andere Produkte bedürfen. Hier müssen Einkäufer, Disponenten und Lageristen verstärkt darauf achten, dass sie die Bestell- und Lagerkosten senken, indem sie beispielsweise andere Produzenten und Lieferanten ansprechen oder auch über bessere Konditionen mit bestehenden Partnern sprechen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in praktisch jedem Bereich eines Startupeine ABC-Analyse durchgeführt werden kann, um erkennen zu können, welchen Kunden, Produkten und Prozessen zu wenig, zu viel oder genau die richtige Aufmerksamkeit in Form verwendeter Ressourcen gewidmet wird und wo Optimierungsbedarf- und potenzial bestehen.

Abfindung

Unter einer Abfindung versteht man eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer. Sie gilt als sozialverträgliche Entschädigung bei Verlust des Arbeitsplatzes.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine Abfindung vom Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer gezahlt wird, sollte dieser seinen Arbeitsplatz verlieren. Einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Abfindung gibt es jedoch nur unter bestimmten Umständen. Dementsprechend können Arbeitnehmer nicht automatisch von einer Abfindung ausgehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer rechtmäßig gekündigt hat oder auch, wenn der Arbeitnehmer selbst die Arbeitsstelle aufgeben möchte.

Eine bedeutsame Ausnahme legt der Gesetzgeber in § 1a Kündigungsschutzgesetz fest. Demnach haben Arbeitnehmer einen Abfindungsanspruch, sofern Kündigungsschutz besteht und ihnen aus betrieblichen Gründen gekündigt wurde. Die Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage muss ebenfalls verstrichen sein, um Ansprüche auf Abfindungsgelder durchsetzen zu können. Entsprechende Hinweise zur Begründung müssen sich in der Kündigungserklärung wiederfinden. Bei der Errechnung der Abfindungssumme kommt die Faustformel 50% des Monatsgehalts [Brutto] multipliziert mit den Beschäftigungsjahren in der Firma zum Einsatz. Ab 6 Monaten Beschäftigung wird auf volle Jahre aufgerundet. § 1a KSchG kann nicht angewendet werden, wenn der Arbeitnehmer weniger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt war, kein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen wurde oder der Betrieb weniger als fünf Vollzeitmitarbeiter beschäftigt. Auch eine rechtmäßig fristlose Kündigung aus wichtigen Gründen sowie die verhaltens- oder personenbedingte Kündigung schließen etwaige Abfindungsansprüche aus.

Abfindungen kommen allerdings auch außerhalb gesetzlicher Ansprüche zum Einsatz. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer ohne nähere Begründung nicht weiter beschäftigten will. Hat der Arbeitnehmer solch eine Abfindung einvernehmlich angenommen, ist es nicht mehr möglich, Kündigungsschutzklage einzureichen oder eine höhere Summe auszuhandeln. Auch sollten bei der Annahme einer Abfindung weitere mögliche Auswirkungen berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. Auswirkungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder auch auf die Abfindung anfallende Steuern. Im Zweifel empfiehlt sich das Konsultieren eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

Amortisation

Wenn  die Summe der Erträge aus einer Investition jene der Investition selbst übersteigt, spricht man von einer Amortisation.  Der Zeitraum, der vom eigentlichen Investment bis zur  Amortisation vergeht, nennt man Amortisationsdauer oder auch Amortisationszeit. Abhängig von der Dauer und Zeit, die bis zur Amortisation vergeht, lässt sich auch die Rentabilität  des Investments mit anderen vergleichen.

Gute Beispiele für eine Amortisation im Bereich der Startups finden sich im Bereich der Anschaffung von Maschinen oder auch anderer Güter. So investiert ein Startup beispielsweise in eine gebrauchte Druck- und Bindemaschine. Durch diese Anschaffung spart es sich andererseits aber Geld, weil so keine externen Dienstleister für diese Arbeiten beauftragt werden müssen, bei denen das Drucken und Binden teurer wäre. Nach zwei Jahren (Amortisationszeit) und vielen gedruckten Präsentationen, Lasten- und Pflichtenheften und Imagebroschüren schließlich,  übersteigen die Ersparnisse gegenüber einer externen Druckerei die eigentlichen Anschaffungskosten für die gebrauchte Druck- und Bindemaschine. Es kann nun also von einer Amortisation der Kosten gesprochen werden.

Eine Amortisation findet aber auch bei der planmäßigen Tilgung von beispielsweise Mittelstandsanleihen bzw. Krediten statt.

Abnutzbaren Wirtschaftsgüter

Unter dem Begriff der abnutzbaren Wirtschaftsgüter werden im Steuerrecht all jene Wirtschaftsgüter zusammengefasst, die einem Unternehmen langfristig dienen und dementsprechend über ihren Nutzungszeitraum verteilt abgeschrieben werden.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter sind Gegenstände, die über einen längeren Zeitraum im Betrieb verbleiben und dort von ihm genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Industriemaschinen, Arbeitsgeräte, Firmenfahrzeuge oder auch Büroeinrichtung. Somit zählen sie zum Anlagevermögen eines Unternehmens. Diesem gegenüber stünde das Umlaufvermögen, welches einem stetigen Wechsel unterliegt. Dazu würden beispielsweise Bargeld oder auch Handelswaren zählen. Nicht zu den abnutzbaren Wirtschaftsgütern zählen zudem all jene, die weniger als ein Jahr genutzt werden oder nur einen geringfügigen Wert aufweisen.

Durch die Natur der abnutzbaren Wirtschaftsgüter, langfristig gebraucht zu werden, werden ihre Anschaffungskosten nicht einmalig in vollem Umfang steuerrechtlich abgesetzt. Es kann also nicht der gesamte Kaufpreis zzgl. etwaiger Erwerbsnebenkosten in einem Jahr steuermindernd als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Stattdessen wird die Nutzungsdauer der abnutzbaren Wirtschaftsgüter betrachtet, um die Abschreibungen auf diesen Zeitraum verteilen zu können. Man spricht von der sog. „AfA“, der Abschreibung für Abnutzung.

Von welcher Nutzungsdauer ausgegangen wird, hängt vornehmlich von der Art des abnutzbaren Wirtschaftsgutes ab. So wird kostenintensives Industrieinventar in der Regel über einen längeren Zeitraum abgeschrieben, als ein simples Bürogerät. Bei der Schätzung wird die übliche Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse betrachtet. Als Orientierung dient die AfA-Tabelle, die das Bundesministerium für Finanzen zur Verfügung stellt. Sie hat allerdings nicht den Anspruch auf pauschale Verbindlichkeit. Des weiteren unterscheidet man bei der AfA die Höhe der abgeschriebenen Jahresbeträge. Sie können sowohl jedes Jahr gleich ausfallen (linear) oder jährlich weiter absinken (degressiv).

Abfindung

Unter einer Abfindung versteht man eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer. Sie gilt als sozialverträgliche Entschädigung bei Verlust des Arbeitsplatzes.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine Abfindung vom Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer gezahlt wird, sollte dieser seinen Arbeitsplatz verlieren. Einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Abfindung gibt es jedoch nur unter bestimmten Umständen. Dementsprechend können Arbeitnehmer nicht automatisch von einer Abfindung ausgehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer rechtmäßig gekündigt hat oder auch, wenn der Arbeitnehmer selbst die Arbeitsstelle aufgeben möchte.

Eine bedeutsame Ausnahme legt der Gesetzgeber in § 1a Kündigungsschutzgesetz fest. Demnach haben Arbeitnehmer einen Abfindungsanspruch, sofern Kündigungsschutz besteht und ihnen aus betrieblichen Gründen gekündigt wurde. Die Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage muss ebenfalls verstrichen sein, um Ansprüche auf Abfindungsgelder durchsetzen zu können. Entsprechende Hinweise zur Begründung müssen sich in der Kündigungserklärung wiederfinden. Bei der Errechnung der Abfindungssumme kommt die Faustformel 50% des Monatsgehalts [Brutto] multipliziert mit den Beschäftigungsjahren in der Firma zum Einsatz. Ab 6 Monaten Beschäftigung wird auf volle Jahre aufgerundet. § 1a KSchG kann nicht angewendet werden, wenn der Arbeitnehmer weniger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt war, kein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen wurde oder der Betrieb weniger als fünf Vollzeitmitarbeiter beschäftigt. Auch eine rechtmäßig fristlose Kündigung aus wichtigen Gründen sowie die verhaltens- oder personenbedingte Kündigung schließen etwaige Abfindungsansprüche aus.

Abfindungen kommen allerdings auch außerhalb gesetzlicher Ansprüche zum Einsatz. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer ohne nähere Begründung nicht weiter beschäftigten will. Hat der Arbeitnehmer solch eine Abfindung einvernehmlich angenommen, ist es nicht mehr möglich, Kündigungsschutzklage einzureichen oder eine höhere Summe auszuhandeln. Auch sollten bei der Annahme einer Abfindung weitere mögliche Auswirkungen berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. Auswirkungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder auch auf die Abfindung anfallende Steuern. Im Zweifel empfiehlt sich das Konsultieren eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

Abmahnung

Abmahnungen werden dann ausgesprochen, wenn ein gerügtes Verhalten einer Firma oder Einzelperson schadet und daher unterlassen werden soll. Abmahnungen kommen in diversen Rechtsgebieten und Personenkonstellationen zum Einsatz.

Im Arbeitsrecht kann die Abmahnung mündlich wie auch schriftlich erfolgen. Sie wird zum Beispiel dann ausgesprochen, wenn ein Arbeitnehmer sich wiederholt verspätet an seinem Arbeitsplatz einfindet. Die Abmahnung bietet dadurch die Möglichkeit, das Fehlverhalten zu korrigieren und weist gleichzeitig auf mögliche Konsequenzen in, denn bei Weiterbestehen des Fehlverhaltens kann die verhaltensbedingte Kündigung folgen. Abmahnungen sind allerdings nicht nur einseitig möglich. Theoretisch können auch Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber wegen unzumutbarer Arbeitsumstände abmahnen, wenngleich dieser Schritt vergleichsweise selten gewählt wird.

Im Wettbewerbsrecht hingegen werden Konkurrenten abgemahnt, um deren Fehlverhalten künftig einzustellen. Dabei kann es sich um ein fehlendes Impressum, unzulässige AGBs bis hin zum Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs handeln. Im selben Zuge werden zumeist Schadensersatzzahlungen sowie das Unterzeichnen einer Unterlassungserklärung gefordert, welche bei weiteren Verstößen sensible Vertragsstrafen mit sich ziehen kann. Doch auch in anderen Rechtsbereichen, zum Beispiel dem Urheberrecht, sind Abmahnungen ein probates Mittel zur außergerichtlichen Klärung eines beanstandeten Verhaltens.

Wichtig nach Erhalt einer Abmahnung jedweder Art ist die gewissenhafte Durchsicht. Vor der Überprüfung inhaltlicher wie auch formaler Korrektheit sollte sich niemand dazu drängen lassen, die Abmahnung vorschnell anzuerkennen. So muss bspw. der Abmahnende im Rahmen des Wettbewerbsrechts auch tatsächlich ein Konkurrent sein, während im Arbeitsrecht der Arbeitgeber das vorgeworfene Fehlverhalten eindeutig benennen und mögliche Konsequenzen in Aussicht stellen muss. Wurde die äußere Form eingehalten, die Abmahnung ist aber inhaltlich fehlerhaft, kann eine Gegendarstellung erforderlich werden.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter

Unter dem Begriff der abnutzbaren Wirtschaftsgüter werden im Steuerrecht all jene Wirtschaftsgüter zusammengefasst, die einem Unternehmen langfristig dienen und dementsprechend über ihren Nutzungszeitraum verteilt abgeschrieben werden.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter sind Gegenstände, die über einen längeren Zeitraum im Betrieb verbleiben und dort von ihm genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Industriemaschinen, Arbeitsgeräte, Firmenfahrzeuge oder auch Büroeinrichtung. Somit zählen sie zum Anlagevermögen eines Unternehmens. Diesem gegenüber stünde das Umlaufvermögen, welches einem stetigen Wechsel unterliegt. Dazu würden beispielsweise Bargeld oder auch Handelswaren zählen. Nicht zu den abnutzbaren Wirtschaftsgütern zählen zudem all jene, die weniger als ein Jahr genutzt werden oder nur einen geringfügigen Wert aufweisen.

Durch die Natur der abnutzbaren Wirtschaftsgüter, langfristig gebraucht zu werden, werden ihre Anschaffungskosten nicht einmalig in vollem Umfang steuerrechtlich abgesetzt. Es kann also nicht der gesamte Kaufpreis zzgl. etwaiger Erwerbsnebenkosten in einem Jahr steuermindernd als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Stattdessen wird die Nutzungsdauer der abnutzbaren Wirtschaftsgüter betrachtet, um die Abschreibungen auf diesen Zeitraum verteilen zu können. Man spricht von der sog. „AfA“, der Abschreibung für Abnutzung.

Von welcher Nutzungsdauer ausgegangen wird, hängt vornehmlich von der Art des abnutzbaren Wirtschaftsgutes ab. So wird kostenintensives Industrieinventar in der Regel über einen längeren Zeitraum abgeschrieben, als ein simples Bürogerät. Bei der Schätzung wird die übliche Nutzungsdauer unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse betrachtet. Als Orientierung dient die AfA-Tabelle, die das Bundesministerium für Finanzen zur Verfügung stellt. Sie hat allerdings nicht den Anspruch auf pauschale Verbindlichkeit. Des weiteren unterscheidet man bei der AfA die Höhe der abgeschriebenen Jahresbeträge. Sie können sowohl jedes Jahr gleich ausfallen (linear) oder jährlich weiter absinken (degressiv).

Abruffrist

Die Abruffrist ist der Zeitraum, nach dem ein Kredit- oder Darlehensnehmer die entsprechende Summe abrufen muss, um Bereitstellungszinsen zu vermeiden.

Sobald ein geschlossener Kreditvertrag rechtskräftig wird, verpflichtet sich die kreditvergebende Bank, dem Kreditnehmer die entsprechende Summe zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug nimmt der Kreditnehmer eine Abnahmeverpflichtung auf sich, sobald der Vertrag rechtskräftig zustande gekommen ist.

Die Abruffrist bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem der Kreditnehmer die volle Kreditsumme an sich genommen haben muss. Nach welchem Zeitraum ab Vertragsschluss diese Abruffrist eintritt, ist nicht gesetzlich geregelt, sondern wird individuell zwischen beiden Parteien ausgehandelt. Sie sind dann fester Bestandteil des Kredit- bzw. Darlehensvertrags. Wenn nicht explizit angegeben, sind sie den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kreditinstituts zu entnehmen.

Erfüllt der Kreditnehmer diesen Vertragsgegenstand nicht und lässt die Abruffrist verstreichen, kann das Kreditinstitut Bereitstellungszinsen geltend machen. Der Zeitraum zwischen Vertragsschluss und Abruffrist wird folglich als bereitstellungszinsfreier Zeitraum bezeichnet. Üblich ist ein Bereitstellungszins von 0,25% im Monat, was einem Jahreszins von 3% entspricht. Man unterscheidet zudem den anrechenbaren vom nicht anrechenbaren Bereitstellungszins. Der anrechenbare Bereitstellungszins wird von dem Kreditteil berechnet, der mit Ablauf der Abruffrist nicht in Anspruch genommen wurde. Der nicht anrechenbare Bereitstellungszins hingegen wird von der Gesamtkreditsumme berechnet und bereits getätigte Inanspruchnahmen bleiben unberücksichtigt.

Falls der Kreditnehmer den entsprechendes Bankkredit jedoch wider Erwarten nicht bis zur Abruffrist benötigt, besteht meist die Möglichkeit, die Frist verlängern zu lassen. Hierfür muss bei der kreditvergebenden Bank ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden.

Vor allem bei größeren Krediten, zum Beispiel im Rahmen einer Firmengründung, ist die Beachtung der Abruffrist von hoher Bedeutung. Da nicht immer schon im Vorfeld klar ist, wann Zahlungen fällig werden, ist es ratsam, mit der Bank eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit von bis zu 12 Monaten auszuhandeln.

Abschreibung

Die Abschreibung erfasst im betrieblichen Rechnungswesen die steuerrechtliche Geltendmachung der Wertminderung vorhandener Anlagevermögen.

Während nur temporär (in der Regel unter einem Jahr) genutzte oder geringfügige Vermögensgüter einmalig und mit ihrem vollen Anschaffungspreis von der Steuer abgesetzt werden, erfasst die Abschreibung den jährlichen Wertverlust.

Man unterscheidet planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen erfassen den Wertverlust der Vermögensgüter durch ihren üblichen Verschleiß im Laufe der Zeit. Die außerplanmäßige Abschreibung hingegen umfasst nicht kalkulierbare, unerwartet eintretende Wertminderungen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Maschinen durch einen Unfall stark beschädigt oder komplett ruiniert werden, die unter normalen Umständen jedoch noch viele weitere Jahre im Einsatz gewesen wären.

Zur Abschreibung in Betracht kommen alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter, die also an Wert verlieren. Dies kann zum einen durch den normalen Verschleiß oder Katastrophenfälle der Fall sein. Zum anderen können auch eine nachlassende Nachfrage, Marktschwankungen sowie Ineffizienz den Wert mindern.

Hinsichtlich der Abschreibungsbeträge und deren Abschreibungszeitraum unterscheidet man zudem die lineare von der degressiven Abschreibung. Bei der linearen Abschreibung wird jährlich dieselbe Summe über den Nutzungszeitraum gleichmäßig verteilt abgeschrieben. Bei der degressiven Abschreibung hingegen sinken die jährlichen Abschreibungen kontinuierlich. Zur Berechnung wird ein Prozentsatz verwendet, der im Vorfeld festgelegt wird und sich jeweils auf den übrig gebliebenen Restwert des Vermögenswertes bezieht. Ein Unternehmen kann jedoch frei wählen, welche Art der Abschreibung es wählt. In der Regel entspricht die degressive Abschreibung allerdings eher der tatsächlichen Wertminderung, da Neuanschaffungen vor allem innerhalb der ersten Jahre den höchsten Wertverlust haben. Im Laufe der Zeit fällt die reale Wertminderung dann entsprechend geringer aus.

Accelerator

Accelerator sind Institutionen, die junge Firmen über einen begrenzten Zeitraum hinweg durch Coachings fördern, um deren positive Entwicklung zu beschleunigen.

Der Begriff „Accelerator“ stammt aus dem Englischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „Beschleuniger“, wodurch der Kern des Accelerators bereits getroffen ist. Accelerator unterstützen und beraten Start-up-Unternehmen grundsätzlich aller Branchen in ihrer Gründungsphase und verhelfen ihnen so zu einem schnelleren Wachstum. Daher ist der Begriff vor allem in der Start-up-Szene weit verbreitet. Die wortgetreue Übersetzung des Begriffs ist allerdings nicht gebräuchlich.

Vor den Beginn des eigentlichen Accelerator-Programms ist in der Regel ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren geschaltet. An die Gründer werden, je nach Accelerator, unterschiedliche Anforderungen gestellt. So kann beispielsweise der aktuelle Jahresumsatz über die Möglichkeit einer Teilnahme entscheiden. Wieder andere Accelerator-Programme richten sich auch an junge Absolventen, die kurz vor der Gründung einer Firma stehen. Der Accelerator kann also in seinen Grundzügen und Absichten mit denen eines Inkubators verglichen werden. Eine synonyme Verwendung der Begriffe allerdings wäre nicht korrekt, da sich beide vor allem hinsichtlich ihrer Rahmenbedingungen voneinander unterscheiden.

Wie konkret die Hilfe durch ein Accelerator Programm ausfällt, kann stark variieren. Die Spannweite der Förderungen reicht von Coachings bis hin zu strategischer Beratung und technischer Unterstützung. Neben einigen Pflichtterminen ist natürlich auch die kontinuierliche Zusammenarbeit der Effektivität förderlich. Gegen Ende der Zusammenarbeit sind die sogenannten Demo-Days bei vielen Accelerator Programmen vorgesehen. Sie bieten den Gründern die Möglichkeit, sich und ihr Produkt vor Investoren zu präsentieren und so weitere Kontakte knüpfen zu können.

Die Gegenleistung für den Accelerator erfolgt durch Zahlung eines Eigenanteils an den Kosten des Programms oder durch die Übertragung eines vereinbarten Anteils am Unternehmen und somit auch an dessen künftigen Gewinn.

AE-Provision

AE-Provisionen ist eine reine Mittlerprovision, die eine Werbeagentur für die Vermittlung zwischen Werbeträger und Werbenden einstreicht.

Die Abkürzung AE steht für „Annoncen Expedition“, als Synonym wird auch der Begriff „Agenturprovision“ verwendet. Die Ursprünge der AE-Provision liegen in der Anfangszeit der klassischen Werbung, als Werbeagenturen noch „Annoncen-Expedition“ genannt wurden. Seiner Zeit stellte die Agentur noch ein reines Bindeglied zwischen Zeitungen und Werbeträgern dar, dessen Hauptaufgabe das Vermitteln von Werbeflächen darstellte. Sobald es der Agentur gelang, die Anzeigenplätze eines Verlages in seinen Printprodukten erfolgreich an ein werbendes Unternehmen zu vermitteln, bekam es dafür Provision. Diese betrug einen ausgehandelten Anteil am Auftragswert.

Trotz des Wandels und der immer weiter gefächerten Entwicklung von Werbemaßnahmen gibt es die AE-Provision auch heute noch. Sie ist nun nicht mehr nur in klassischen Printmedien wie Tageszeitungen zu finden, sondern zusätzlich auch in Radio, TV und Onlinemedien. Einen Branchenspezifik existiert nicht.

Zum Leistungsspektrum der Agenturen zählt inzwischen allerdings nicht mehr nur die reine Vermittlung. Darüber hinaus wird meist auch die Lieferung kompletter Druckunterlagen erwartet, im Onlinebereich entsprechend fertige Werbemittel in digitaler Form, beispielsweise Werbebanner. Zudem übernehmen die Mittlungsagenturen das Risiko für Zahlungsausfälle seitens des Werbekunden. Für vermittelte Anzeigen an Verlage sind inzwischen bis zu 15 % AE-Provision des Einschaltvolumens [Netto] üblich. Darin enthalten sind das Honorar für die Vermittlung des Werbepartners sowie die zeitaufwendige Übernahme bis hin zur Lieferung der Werbemittel. Durch den steigenden Wettbewerbsdruck tendieren die Sätze allerdings nach unten. Viele kleinere Verlage sind inzwischen dazu übergegangen, die AE-Provision komplett zu streichen, was vor allem durch Agenturen, deren wirtschaftlicher Fokus auf der Vermittlung liegt, zu Kritik geführt hat.

Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft ist eine deutsche Rechtsform, bei der Unternehmen ihr Grundkapital in Aktien zerlegen.

Die Kurzform der Aktiengesellschaft ist AG, ihre rechtlichen Grundlagen finden sich im ersten Buch des Aktiengesetzes (AktG). Die Aktiengesellschaft ist, wie die GmbH auch, eine Kapitalgesellschaft. Das Grundkapital, welches zur Gründung einer AG benötigt wird, beläuft sich auf derzeit mindestens 50.000 Euro. Aufgrund dieser im Vergleich zu anderen Rechtsformen hohen Summe handelt es sich bei Aktiengesellschaften vorzugsweise um größere Wirtschaftsunternehmen.

Eine kennzeichnende Besonderheit an der Rechtsform AG ist es, dass das jeweilige Grundkapital in Aktien zerlegt wird. Die jeweiligen Erwerber einer oder mehrerer Aktien werden Aktionäre bezeichnet und besitzen dadurch automatisch einen Anteil an der Aktiengesellschaft. Die Aktien können als Stückaktien oder als Nennbetragsaktien herausgegeben werden. In letzterem Falle muss der Nennbetrag mindestens einen Euro betragen. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass die Aktien der AG auch frei zugänglich an der Börse gehandelt werden.

Die interne Struktur einer Aktiengesellschaft ist eindeutig definiert und setzt sich aus drei Organen zusammen. Hierzu zählen der Vorstand, der Aufsichtsrat sowie die Hauptversammlung. Der Vorstand stellt die Leitung des Unternehmens dar und besteht aus mehreren oder auch nur einer Person. Die Funktion des Aufsichtsrats besteht vor allem in der Bestellung und Beobachtung des Vorstands. Die Hauptversammlung setzt sich schließlich aus den Aktionären der AG zusammen. Ihr Stimmrecht hängt maßgeblich von ihrem jeweiligen Aktienanteil ab. Diese Stimmrechte kommen zu Beispiel im Rahmen von Satzungsänderungen oder bevorstehenden Beschlüssen zum Tragen.

Die Aktiengesellschaft haftet ihren Gläubigern gegenüber mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Eventuelle Privatvermögen der Anteilseigner bleiben davon unberührt.

Agio

Das Agio ist im Finanzwesen ein Aufschlag auf einen Betrag, der in unterschiedlichen Bereichen anzutreffen ist.

„Agio“ stammt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet zu Deutsch so viel wie „Bequemlichkeit“. Im deutschen Sprachraum ist allerdings eher die Übersetzung mit „Aufschlag“ oder „Aufgeld“ zutreffender. Wie genau sich das Agio darstellt, steht in Abhängigkeit zum entsprechenden Finanzbereich.

Im Wertpapierhandel ist das Agio die Summe, die auf den eigentlichen Nennwert aufgeschlagen wird. Die entsprechenden Wertpapiere werden vom Unternehmen mit einem Agio emittiert, welcher in Prozent angegeben wird. Bei einem Agio von beispielsweise 5% müssen also letztlich 105% des Nennwertes investiert werden. Soll hierbei eine Aktie mit einem Nennwert von 2.000 Euro erworben werden, würde die Zahlung eines Ausgabepreises von 2.100 Euro erforderlich, um den Kauf erfolgreich abschließen zu können. Der Gegenwert des Agios dient den Unternehmen schließlich als Kapitalrücklage, während der Käufer genau genommen mehr zahlt, als die Aktie gemessen an ihrem Nennwert wert wäre. Da das für den Käufer natürlich unbequem ist, ist auch der Begriff „Agio“ und seine Bedeutung nachvollziehbar.

Doch auch bei Bankgeschäften kommt das Agio zum Einsatz. Dort zahlt der Kunde das Agio als Vergütung für die Beratung und den angefallenen Aufwand des Bankinstituts bzw. des Finanzberaters. Im Falle einer Darlehensannahme ist das Agio ein Aufschlag auf den Nominalwert des Darlehens. In der Praxis ist diese Handhabe allerdings nicht üblich.

Auch im Auktionswesen kommt das Agio als Zuschlag vor. Hier ist die prozentual errechnete Summe gemeint, die Höchstbietende zusätzlich zur Höhe ihres Zuschlagsgebots zahlen müssen,.

Der Gegenspieler des Agios ist das Disagio.

AIDA-Prinzip

Der Begriff des AIDA-Prinzips stammt aus dem Fachjargon der Werbepsychologie und beschreibt die Grundschritte bis zum Erreichen des Werbeziels.

Beim AIDA-Prinzip, teilweise auch als AIDA-Modell bekannt, handelt es sich um ein vierstufiges Modell, welches bereits im Jahre 1898 vom Marketing-Strategen Elmo Lewis aufgebracht wurde. Das Akronym AIDA setzt sich aus den Begriffen Attention, Interest, Desire und Action zusammen. Somit bezeichnet das Modell die vier Stufen, die ein potentieller Kunde im Verlauf einer Werbemaßnahme durchlaufen soll. Zunächst gilt es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen (Attention), um das Interesse (Interest) des Kunden auf das zu vertreibende Produkt zu lenken. Im Folgenden soll sein Wunsch (Desire), das Produkt zu besitzen, geweckt werden. Bestenfalls endet dies dann in A wie Action – der Kunde kauft.

Das AIDA-Prinzip kommt nicht nur im Rahmen lang angelegter Werbekampagnen zum Einsatz, sondern unter anderem auch während Verkaufsgesprächen. Hier werden die vier Phasen durchlaufen, um den Kunden sukzessive vom Produkt zu überzeugen und seine Kaufentscheidung herbeizuführen.

In Anpassung auf stetige Marktveränderungen und neue Anforderungen an Werbestrategien wurde das AIDA-Prinzip später noch erweitert. Die AIDCAS-Formel etwa beinhaltet zusätzlich noch den Punkt Conviction, nämlich die letztliche Überzeugung vor dem Kauf. Auch wird die Werbemaßnahme nach diesem Modell nicht mit Eintreten der Aktion als abgeschlossen betrachtet. Stattdessen folgt noch S wie Satisfaction. Zu Deutsch also Befriedigung, die der Kunde nach dem Kauf langfristig verspüren soll, u.a. um auch in Zukunft empfänglich für Produkte des Herstellers zu sein. Eine Zwischenvariante stellt dabei die AIDAS-Formel dar, die lediglich „Satisfaction“ beinhaltet.

Kritiker werfen dem AIDA-Prinzip eine zu lineare Herangehensweise vor. In Kombination mit dem Begriff des Push-Marketings entstand so das AIDA-Push-Marketing.

Akquise

Akquise ist der Oberbegriff für verschiedenartige Maßnahmen mit dem Ziel der Neukundengewinnung.

Der Begriff Akquise stammt ursprünglich aus dem Lateinischen („ad quaerere“) und heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie „erwerben“. Weitaus seltener findet der Begriff Akquisition Verwendung. Die Akquise ist ein Zweig des Marketings und zieht sich durch nahezu alle Branchen. Sie beschreibt hierbei die Kontaktaufnahme zu potentiellen Kunden, um diese von einem Produkt oder einer Dienstleistung zu überzeugen. Die Akquise findet daher sowohl im B2B als auch im B2C Bereich Anwendung. Man unterscheidet zudem jeweils die Kaltakquise von der Warmakquise.

Kaltakquise bedeutet, dass direkt auf potentielle Neukunden zugegangen wird, ohne dass bisher Kontakt zueinander bestand. Eine Bezugsquelle, zum Beispiel Empfehlungen oder Interessenbekundung seitens des Angesprochenen, bestanden im Vorfeld nicht. Vorsicht ist hier allerdings spätestens seit Inkrafttreten des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geboten. Demnach ist es beispielsweise nicht gestattet, ohne Einwilligung Werbebriefe und Newsletter an private Empfänger zu versenden oder diese mit unterdrückter Rufnummer zu kontaktieren. § 7 UWG sieht zwar auch die „mutmaßliche Einwilligung“ als ausreichend an, um keine unzumutbare Belästigung anzunehmen, die Abgrenzung ist jedoch in der Praxis ein schmaler Grat. Die Zuwiderhandlung wird nicht selten durch kostenintensive Abmahnungen gerügt.

Die Warmakquise hingegen fängt diese Gefahr ab. Sie spricht zwar auch Personen oder Unternehmern an, zu denen bislang kein direkter Geschäftskontakt bestand, basiert aber auf bereits vorhandenen Bezugsstellen. Das kann die Zustimmung zum Werbeempfang sein oder aus Mitgliedschaften, gemeinsamen Partnern etc. resultieren.

Die Methoden, welche zur Akquise eingesetzt werden, sind weit gefächert. Klassischerweise werden potentielle Neukunden per Telefonakquise angesprochen. Auch Werbesendungen auf postalischem Wege und Mailings sind heutzutage üblich. Persönliche Akquise kann u.a. auf Messen oder Straßenständen erfolgen. Darüber hinaus kann die Akquise auch mittels Pull-Marketing-Methoden wie Suchmaschinenoptimierung oder Plakatwerbung erfolgen.

Antizyklisch

Im Wirtschaftssektor beschreibt der Begriff antizyklisch, dass ein Verlauf oder Verhalten sich entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung oder Verhaltensmuster ereignet.

Wenn etwas als antizyklisch beschrieben wird, dann weist dies ein Verhalten auf, welches entgegen als üblich angenommener Zyklen verläuft. Der Antizyklik gegenüber stehen dementsprechend prozyklische Verläufe, also mit der gewohnten Zyklik verlaufende Prozesse. Antizyklische Verläufe können in verschiedenen Bereichen vorkommen und beobachtet werden.

Im Wertpapierhandel gilt Antizyklik als bestimmte Form der Investitionsstrategie. Konkret bedeutet dies, dass Anleger zum Beispiel Aktien in dem Zeitraum erwerben, in dem andere Aktionäre tendentiell eher zum Verkauf Ihrer Aktien neigen, da sie einen sinkenden Kurs beobachten können. Neuaktionäre können hierbei vom günstigen Kaufpreis profitieren, gehen aber auch das Risiko einer weiteren Wertminderung ihrer Investition ein. Zudem kann antizyklisches Verhalten in diesem Zusammenhang bedeuten, dass Anleger Ihre Aktien entgegen aller Trends dann verkaufen, wenn ihre Entwicklung vielversprechend verläuft und andere Aktionäre eher kaufen, als verkaufen. Auch hier spielt die Kalkulation in Hinblick auf gewinnbringendes Handeln eine große Rolle und entscheidet über Erfolg oder Misserfolg antizyklischen Verhaltens.

In der Finanzpolitik können ebenfalls antizyklische Maßnahmen ergriffen werden, um die konjunkturellen Schwankungen eines Landes auszugleichen. Hierfür sollen während einer Boomphase Konjunkturausgleichsrücklagen gebildet werden, indem die Ausgaben gesenkt und Steuereinnahmen erhöht werden. In Rezessionsphasen sollen diesen Rücklagen dann dazu dienen, Abgaben senken zu können und staatliche Investitionen tätigen zu können.

Selbst in der Aus- und Weiterbildung kann antizyklisches Verhalten vorkommen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein derzeit wenig gefragter Berufsabschluss angestrebt wird, in der Hoffnung, dass dieser Beruf bei Ausbildungsabschluss wieder mehr gefragt ist.

Arbeitnehmerähnliche Selbstständige

Nicht jeder, der “auf eigene Rechnung” arbeitet, ist per se selbstständig. Vielmehr hat der Gesetzgeber im Bereich der Selbstständigkeit feine Nivellierungen eingeführt. Eine davon sind arbeitnehmerähnliche Selbstständige.

Grundlegend zeichnet sie aus, dass sie dauerhaft und zu einem großen Teil für nur einen Auftraggeber tätig sind. Dies ist dann der Fall, wenn mindestens fünf Sechstel ihres Umsatzes durch Arbeiten für eben diesen einen Auftraggeber generiert werden. Arbeitnehmerähnliche Selbstständige dürfen zudem keine sozialversicherungspflichtigen Angestellten haben, zumindest keine, die über der 450-Euro-Einkommensgrenze (Minijob) liegen. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, handelt es sich um arbeitnehmerähnliche Selbstständige.

Diese Abgrenzung ist insofern wichtig, als dass durch diesen” Status” die arbeitnehmerähnlichen Selbstständigen mit dem gesamten Umfang ihrer Einkommen der Rentenversicherungspflicht unterliegen, während sie sich jedoch in Bezug auf Arbeitslosen-, Kranken- oder auch Rentenversicherung privat absichern können bzw. bei gesetzlichen Krankenkassen freiwillig versichern können.  Auch Gesellschafter einer GmbH können unter bestimmten Umständen als arbeitnehmerähnliche Selbstständige gelten und würden in diesem Fall ebenso der Rentenversicherungspflicht unterliegen.

Befreiung von der  Rentenversicherungspflicht  für arbeitnehmerähnliche Selbstständige 

Arbeitnehmerähnliche Selbstständige können sich auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Das gilt jedoch nur für einen Zeitraum von maximal drei Jahren und für alle arbeitnehmerähnlichen Selbstständigen, die ihre Selbstständigkeit das erste oder das zweite Mal aufgenommen haben. Der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht sollte innerhalb der ersten drei Monate nach Aufnahme der Selbstständigkeit an die Rentenversicherungsanstalt gehen.

Geht der Antrag später ein, könnte dies dazu führen, dass die Dauer der Befreiung verkürzt und nicht rückwirkend genehmigt würde.  Ausnahmen bezüglich der Rentenversicherungspflicht  für arbeitnehmerähnliche Selbstständige bilden  Personen, die das 58. Lebensjahr bereits vollendet haben und erstmals einer Versicherungspflicht unterliegen oder auch solche, die vor dem 02.01.1949 geboren wurden bzw. bereits vor dem 10.12.1998  einen Renten- oder Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen haben.

Kündigungsschutz für arbeitnehmerähnliche Selbstständige

Eine weitere Besonderheit bei arbeitnehmerähnlichen Selbstständigen liegt darin, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von ihrem Auftraggeber Regelungen des Kündigungsschutzes unterliegen, die auch für sozialversicherungspflichtige Angestellte gilt (beispielsweise Anspruch auf Kündigungsfristen entsprechend der Dauer der Beschäftigung

 

 

Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung

Der Arbeitgeberanteil ist die Summe, die Arbeitgeber für Ihre Angestellten abführen müssen, um deren Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung zählt zu den sogenannten Lohnnebenkosten, die ein Arbeitgeber zu tragen hat. Teilweise wird er auch als Arbeitgeberbeitrag bezeichnet. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, seinen Arbeitgeberanteil vom Bruttolohn seines Angestellten im Rahmen der Lohnabrechnung zu ermitteln und anschließend an den zuständigen Versicherungsträger abzuführen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil betragen jeweils die Hälfte. Der Arbeitnehmeranteil wird direkt vom Lohn oder Gehalt abgezogen, so dass die zu zahlende Gesamtsumme in toto an den Versicherungsträger abgeführt werden kann. Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung unterliegt demnach nicht der Besteuerung. Sonderfälle sind jedoch möglich. Insbesondere wenn der Arbeitgeber einen höheren Beitrag leistet, kommt es zur Besteuerung des Mehrbetrags.

Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung beinhaltet die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie die der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung beträgt wie bereits erwähnt in etwa die Hälfte der Gesamtsumme. In der gesetzlichen Krankenversicherung betrug der Anteil, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zahlen haben, allerdings nur bis 2003 genau die Hälfte. Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt gem. § 241 SGB V bei 15,5 %, wovon der Arbeitnehmer aktuell 7,3 % und der Arbeitnehmer 8,2 % trägt [Stand: 2013]. Der Arbeitgeberanteil liegt in diesem Punkt also etwas unter dem des Arbeitnehmers.

Ein Sonderfall ergibt sich im Falle einer Beschäftigung auf geringfügiger Basis, auch Mini-Job oder Beschäftigung auf 400-Euro-Basis genannt, wie sie häufig als Nebenjob ausgeübt wird. Die Arbeitsentgeltgrenze hierfür liegt mit Stand Januar 2013 bei 450,00 Euro. In diesem Falle ist der Arbeitnehmer nicht zur Abführung seines Anteils der Sozialversicherungsbeiträge verpflichtet. Der Arbeitgeber hingegen zahlt auch in diesem Falle einen pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit der Beitragsgruppe seines Minijobbers.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist fester Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems und dient primär der finanziellen Absicherung im Falle einer Erwerbslosigkeit.

Der Zweck der Arbeitslosenversicherung besteht darin, im Falle einer Erwerbslosigkeit die finanzielle Grundsicherung sicherstellen zu können. Diese wird über Arbeitslosengeld l. und Arbeitslosengeld ll realisiert. Über die rein finanzielle Unterstützung hinaus deckt die Arbeitslosenversicherung auch Arbeits- und Berufsberatung, verschiedene Trainings sowie Vermittlungsleistungen durch die Bundesagentur für Arbeit ab. Hinzu kommen mögliche Förderungen wie Weiterbildungsmaßnahmen oder Zuschüsse für eine geplante Existenzgründung. Sie alle haben zum Ziel, Arbeitssuchende möglichst schnell wieder in das Erwerbsleben eingliedern zu können und unabhängig von Sozialleistungen zu machen. Vor allem aber für diese Zusatzleistungen ist der Träger der Arbeitslosenversicherung, die Bundesagentur für Arbeit, teilweise in die Kritik geraten. Derartige Leistungen gingen über die ursprüngliche Idee der Arbeitslosenversicherung, Bürgern im Falle eines Verlusts des Einkommens ihren Lebensunterhalt sichern zu können, hinaus und könnten so zu einem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben führen.

Die Arbeitslosenversicherung zählt zu den Pflichtversicherungen. Die zugehörigen Personengruppen werden im dritten Sozialgesetzbuch bestimmt. Vereinfach lässt sich feststellen, dass die Mehrheit der abhängig Beschäftigten zu den Pflichtversicherten zählt. Eine Ausnahme bilden insbesondere geringfügig Beschäftigte sowie Selbstständige. In diesen Fall kann eine freiwillige Versicherung auf Basis von § 28 SGB lll in Betracht gezogen werden.

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung ist in § 341 SGB lll geregelt. Im Januar 2013 betrug er 3 % des Bruttogehalts eines Angestellten. Liegt das reale Gehalt eines Arbeitnehmers über der Beitragsbemessungsgrenze, steigt der Beitragssatz nicht weiter an. Von der jeweils anfallenden Summe tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils gleiche Anteile.

Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag regelt wichtige Einzelheiten eines Beschäftigungsverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Der Arbeitsvertrag ist Grundlage eines jeden Arbeitsverhältnisses und regelt nicht nur dessen Grundzüge, sondern auch spezifische Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Arbeitsvertrag kann sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form geschlossen werden. Unter dem Blickwinkel der Nachweisführung bezüglich getroffener Vereinbarungen ist der schriftliche Arbeitsvertrag allerdings in der Praxis die Norm. Feste Bestandteile sind meist Name und Anschrift der Vertragspartner, eine Beschreibung der Stelle und der zugehörigen Tätigkeiten, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche, Überstundenregelungen, der Arbeitsort sowie die Vergütung und Probezeiten.

Zwar herrscht in Deutschland grundsätzlich Vertragsfreiheit, der Arbeitsvertrag obliegt jedoch nicht der vollständig freien Gestaltung beider Vertragsparteien. Stattdessen unterliegt sie zu weiten Teilen den Bestimmungen der §§ 611 bis 620 BGB. Ist im Arbeitsvertrag beispielsweise keine genaue Vergütung angegeben, hat der Arbeitnehmer gem. § 612 BGB dennoch einen Anspruch auf eine für die Tätigkeit übliche Entlohnung. Auch wird beispielsweise der Urlaubsanspruch im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Eine entgegen den Gesetzen lautende Vereinbarung zu Ungunsten des Arbeitnehmers wäre nichtig. Rechte wie der gesetzliche Urlaubsanspruch können nicht arbeitsvertraglich ausgehebelt werden. Sind tarifrechtliche Vereinbarungen vorhanden, müssen diese ebenfalls berücksichtigt werden. Das gilt auch dann, wenn sie über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestrechten für Arbeitnehmer liegen.

Darüber hinaus unterscheidet man zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen. Beim befristeten Arbeitsverhältnis müssen jedoch einige weitere Besonderheiten beachtet werden, damit dieses Rechtswirksamkeit erhält. Im Falle einer befristeten Vertretung eines verhinderten Festangestellten muss die befristet angestellte Arbeitskraft auch tatsächlich die Arbeit des Vertretenen übernehmen und darf keine stellenfremde Tätigkeiten durchführen.

Als Abschlussbestimmung eines Arbeitsvertrags hat sich die salvatorische Klausel eingebürgert. Sie soll dafür sorgen, dass im Falle einer Nichtigkeit einzelner Bestimmungen nicht der gesamte Arbeitsvertrag nichtig wird.

Assessment Center

Assessment Center (AC), eine Methode zur Bewerberauswahl geeigneter Arbeitnehmer und Führungskräfte.

Die Geschichte des Assessment Centers geht auf die Auswahl von Wehrmachtsoffizieren in den 1920er Jahre zurück und erlebte um 1940 einen erneuten Aufschwung. Heutzutage ist das Assessment Center in nahezu jedem Großkonzern gang und gäbe beim Recruiting von Personal.

Die Aufgabe des Assessment-Centers ist es, aus der Vielzahl an eingehenden Bewerbungen die richtigen Kandidaten herauszufiltern. Die eingeschickten Bewerbungsunterlagen allein genügen in diesem Auswahlverfahren nicht. Vielmehr stellen sie erste Weichen und eröffnen Bewerbern die Möglichkeit, ins Assessment Center eingeladen zu werden. Dieses kann einige Stunde bis hin zu mehreren Tagen an Zeit vor Ort in Anspruch nehmen. Der Bewerber durchläuft während des Assessment Centers mehrere Teststufen, in denen er auf seine Tauglichkeit für die ausgeschriebene Stelle getestet wird. Hierfür nehmen die Bewerber unter anderem aus Diskussionsrunden und Rollenspielen, Simulationen unter Stressbelastung, psychologischen Tests sowie Einzelvorträgen teil. Hierdurch können nicht nur berufliche Qualifikationen, sondern auch kognitive Fähigkeiten, Sozialverhalten sowie der Umgang mit Druck beurteilt werden.

Das Assessment Center kann in der Praxis auf unterschiedlichen Wegen umgesetzt werden. So kann es wahlweise durch die firmeninterne Personalabteilung gestellt werden, durch eine externe Beratungsfirma ergänzt oder vollständig ausgelagert werden. Auch kann es aus Einzelterminen, Gruppenveranstaltungen oder einer Kombination aus beiden Komponenten bestehen.

Das eAssessment ist an das Assessment Center angelehnt, entspricht diesem aber nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Onlineverfahren, mittels dessen nicht infrage kommende Kandidaten aussortiert werden sollen. Man spricht daher auch von der Negativauswahl. Bewerber, die in die engere Auswahl kommen, werden dann als nächste Etappe im Rekrutierungsprozess zum persönlichen Gespräch oder einem umfassenden Assessment Center Termin eingeladen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist eines der drei Organe einer Kapitalgesellschaft, welches vor allem als Kontrollinstanz einberufen wird.

Der Aufsichtsrat ist in einer Aktiengesellschaft (AG) oder Genossenschaft ein verpflichtendes Organ. Lediglich bei kleinen Genossenschaften mit weniger als 20 Mitgliedern kann auf den Aufsichtsrat verzichtet werden. Die Grundlage hierfür stellt das Aktiengesellschaftsgesetz bzw. das Genossenschaftsgesetz dar. Darüber hinaus kann ein Aufsichtsrat auch in der Satzung von Unternehmen anderer Rechtsform vorgesehen sein. Hierbei sei vor allem die GmbH erwähnt. Ein Aufsichtsrat kann hier freiwillig eingerichtet werden, ist jedoch ab einer Betriebsgröße von mindestens 500 Mitarbeitern ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben.

Am Beispiel der Aktiengesellschaft (AG) umfasst der Aufsichtsrat mindestens 3 und maximal 21 Mitglieder. Die genaue Anzahl steht in Abhängigkeit der Betriebsgröße und des jeweiligen Grundkapitals. Arbeiten im Unternehmen weniger als 500 Mitarbeiter, besteht der Aufsichtsrat aus Vertretern der Anteilseigner. Bei bis zu 2.000 Mitarbeitern hingegen muss ein Arbeitnehmeranteil von mindestens einem Drittel im Aufsichtsrat vertreten sein, so verlangt es das sog. Drittelbeteiligungsgesetz. Bei einer Mitarbeiterzahl darüber hinaus beträgt das Verhältnis 50:50. Die jeweilige Amtsdauer eines Aufsichtsratsmitgliedes darf sich auf maximal drei Bilanzjahre belaufen. An der Spitze des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft stehen der Aufsichtsratsvorsitzende sowie ein Stellvertreter. Beide Personen sind im zuständigen Handelsregister einzutragen.

Der Aufsichtsrat verfügt über die Befugnis, den Unternehmensvorstand zu kontrollieren. Zudem wird ihm eine Prüfungs- und Berichtspflicht zuteil. So muss er den Jahresabschluss der AG sichten, prüfen und seine Ergebnisse daraus der Hauptversammlung vorstellen. Im Falle einer Führungslosigkeit der AG übernimmt der Aufsichtsrat zudem die passive Vertretung, bis ein neuer Geschäftsführer eingesetzt wird.

Ausgangsrechnung

Durch die Ausgangsrechnung wird einem Kunden der Kauf eines Produktes oder die kostenpflichtige Inanspruchnahme einer Dienstleistung in Rechnung gestellt.

Schreibt ein Unternehmer eine Ausgangsrechnung, so verlässt diese sein Unternehmen und wird in der Buchhaltung als zunächst offene Forderung erfasst. Im Gegenzug erhält er Eingangsrechnungen für Waren oder Dienstleistungen, die er selbst in Anspruch genommen hat und in denen er zur Zahlung aufgefordert wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird statt von einer Ausgangsrechnung oft auch nur von einer Rechnung gesprochen, wenngleich hierdurch die Abgrenzungsmöglichkeit zwischen Eingangs- und Ausgangsrechnungen entfällt.

An die Ausgangsrechnung werden bestimmte Anforderungen gestellt, damit diese rechtswirksam ist. Zunächst müssen Menge und Art der erbrachten Leistung eindeutig benannt werden. Natürlich ist in diesem Zuge auch der eigentliche Rechnungsbetrag fester Bestandteil der Ausgangsrechnung: Also der Bruttobetrag, die ausgewiesene Umsatzsteuer sowie der Nettobetrag. Sollte kein Ausweis der Umsatzsteuer erfolgen, muss die Rechnung einen entsprechenden Hinweis auf die der Steuerbefreiung zugrunde liegende Regelung enthalten, z.B. die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung des Rechnungsausstellers gem. §19 UStG oder bei Ausfuhrlieferungen § 6 UstG. Weitere Pflichtangaben auf der Ausgangsrechnung sind Name und Anschrift des Rechnungsempfängers sowie des Rechnungsausstellers, das Ausstellungsdatum, die Steuernummer des Rechnungsausstellers und eine fortlaufende Nummer zur eindeutigen Identifizierung einer Rechnung. Etwas vereinfachte Anforderungen gelten gem. § 33 UStDV bei Rechnungen über Kleinbeträge. Darunter fallen Beträge von maximal 150 Euro.

Der Rechnungsversand erfolgt klassischerweise auf dem Postweg, zunehmend allerdings auch digital per E-Mail. Die elektronische Übermittlung setzt jedoch laut §14 UStG die Zustimmung des Empfängers voraus. Die Ausstellung der Rechnung muss inzwischen spätestens sechs Monate nach der erbrachten Leistung erfolgen.

Added Value

Die Bezeichnung Added Value stammt aus dem Englischen. Sie setzt sich aus „to add“ für „etwas hinzufügen“ und „Value“, also dem Wert, zusammen. Ins Deutsche lässt sich Added Value demnach mit „Mehrwert“, „Wertzuwachs“ oder auch „zusätzlicher Wert“ übersetzen.

Häufig wird der Begriff in Bezug auf Kapitalbeteiligungen verwendet. Gemeint sind dann Leistungen, die dem Beteiligungsunternehmen über reines Kapital hinaus zufließen. Dazu können vor allem Beratung, Betreuung und andere nicht-monetäre Leistungen durch den oder die Investoren zählen. Sie alle verschaffen dem Beteiligungsunternehmen einen Mehrwert. Durch seine aktive Betreuung entsprechend des Hands-on Ansatzes kann der Investor zudem Einfluss auf sein Beteiligungsunternehmen und somit letztlich auch auf seine Rendite nehmen.

Auch bei Produkten und Dienstleistungen kann die Bezeichnung „Added Value“ einen Mehrwert bezeichnen. Produkte und Dienstleistungen mit Added Value erfüllen einen Zusatznutzen, den vor allem die Konkurrenz dem Konsumenten nicht bieten kann. Der Anbieter hat dadurch einen Wettbewerbsvorteil.

Value Added Services sind dementsprechend Mehrwertdienste. Unternehmen können diese zusätzlich zum Basisdienst anbieten. Gegen Aufpreis ist das häufig im Telekommunikations- und Softwarebereich der Fall.

Insbesondere im Immobilienbereich erfolgen Value-added-Investitionen in Objekte mit hohem Wertschöpfungspotential. Value-add-Investoren erwerben beispielsweise renovierungsbedürftige Objekte in einer schwachen Marktphase und veräußern das Objekt zu Zeiten hoher Immobilienpreise im renovierten Zustand gewinnbringend.

Als Kennzahl wird unter anderem der EVA-Wert herangezogen. EVA steht für Economic Value Added. Im Deutschen spricht man auch von GWB, dem Geschäftswertbeitrag. Es handelt sich um eine Kennzahl aus dem Bereich der Finanzmathematik. Sie wird durch den operativen Nettogewinn subtrahiert um die Kapitalkosten berechnet. Die EVA Kennziffer wurde von der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co entwickelt, welche in New York gegründet wurde und heute in München ihren Hauptsitz hat.

Ankerinvestor

Als Ankerinvestor bezeichnet man jenen Investor, der sich mit einem großen bzw. dem größten Anteil an börsennotierten Unternehmen, Startups bzw. auch an Venture Capital Fonds beteiligt. Damit wird die Finanzierung des Unternehmens bzw. des Fonds sichtbar sichergestellt – auch für andere potentiell interessierte Investoren und für alle anderen Anspruchsgruppen.

Ankerinvestoren bei Startups schaffen  mit ihrer Kapitalzusage und dem Zugang zu anderen Ressourcen gute Voraussetzungen dafür, dass junge Unternehmen  ihre Produkte und Services weiter entwickeln, zur Marktreife führen und am Ende erfolgreich am Markt platzieren können. Wird dies erreicht, profitieren Ankerinvestoren natürlich von diesem Erfolg und erhalten u.a.  Zugang zu neuen Technologien und Zielgruppen. Andererseits tragen Ankerinvestoren auch den größten Teil des unternehmerischen Risikos.

Ankerinvestoren bei Venture Capital Fonds sind nicht selten andere Venture Capital Fonds oder auch Corporate Venture Gesellschaften. Mit einem Engagement als Ankerinvestor stellen sie damit auch sicher, dass ein Großteil des Kapitalbedarfs gedeckt und das Einholen der restlichen Mittel vereinfacht wird. Sehen nämlich interessierte Investoren, dass ein Ankerinvestor einen großen Teil des angepeilten Fondsvolumens bereits “in den Topf geworfen hat”,  wachst ihr Vertrauen auf eine entsprechende Rendite am Ende der Fondslaufzeit – und damit auch die Bereitschaft zu investieren.

In diesem Sinne gewährleisten Ankerinvestoren mit ihrem Investment nicht nur das finanzielle Gelingen des Fonds, sondern “bürgen” mit ihrem Namen und damit als eine Art Aushängeschild in gewisser Weise auch für gute Erfolgsaussichten, was das Engagement anderer Investoren wahrscheinlicher machen kann.

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist nicht nur für Startup ein einfaches und effizientes Tool, um Aufgaben, Schwerpunkte oder aber auch Ausgaben, Anschaffungen und Kunden zu priorisieren, zu kategorisieren und zu skalieren – in A für sehr wichtig, in B für wichtig und in C für weniger wichtig.

Konsequent angewendet, können so wertvolle Ressourcen gespart bzw. effizienter eingesetzt werden. Das beginnt bei der Planung des Personalbedarfs, geht über den Einkauf bis hin zu Marketing, Vertrieb oder auch Logistik. Insofern unterstützt die ABC-Analyse Startup dabei, wirtschaftlicher zu planen und zu handeln. Dabei werden grundlegend Wertepaare für die unterschiedlichen Bereiche aufgestellt und diese dann mithilfe der ABC-Analyse miteinander verglichen:

– Welche Kunden machen welchen Umsatz?
– Welche Artikeln kosten welche Ressourcen (Lager, Lieferung, Zahlungsmodalitäten)?
– Was leisten welche Mitarbeiter zu welchen Konditionen?

Am Ende jeder ABC-Analyse sollte eine solide IST-Analyse stehen und die Grundlage dafür stellen, Prozesse, Kunden und Produkte entsprechend ihrer Bedeutung für den Umsatz gewichten zu können. Zudem lassen sich aus den Resulaten notwendige Vorgehensweisen ableiten. Eine übersichtliche, grafische Darstellung der Ergebnisse bietet das Paretodiagramm. Dieses wie auch das Paretoprinzip (oder auch Pareto-Effekt bzw. 80-zu-20-Regel) gehen als eine der Grundlagen der ABC-Analyse auf den Ökonomen Vilfredo Federico Pareto zurück. Grundaussage seiner These ist, dass in einem Projekt (wie es ja auch ein Startup ist) 80 Prozent der Resultate in 20 Prozent der Gesamtzeit erreicht werden. Daraus ergibt sich weiterhin, dass für die restlichen 20 Prozent der Ergebnisse 80 Prozent der Gesamtzeit aufgewendet werden muss.

Um diese Rechnung zu veranschaulichen, werden gerne folgendes Beispiele genannt:

– Ein Unternehmen analysiert seinen Kundenstamm und findet heraus, dass 20 Prozent der Kunden einen Anteil von 80 % des Umsatzes generieren und damit eindeutig sehr wichtige A-Kunden sind. Weiterhin finden sich relativ wichtige B-Kunden, die 30 Prozent des Kundenstammes bilden und insgesamt 15 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Schließlich gibt es dann noch die C-Kunden. Sie machen 50 Prozent aller Kunden aus, sind aber nur für 5 Prozent des Umsatzes verantwortlich, haben insofern sowohl als Einzelkunden wie auch als Gesamteinheit keine große Bedeutung. Stellte man nun fest, dass jedoch gerade diese C-Kunden die besten Konditionen erhalten, müsste man dies zugunsten der A-Kunden ändern bzw. diesen generell mehr Aufmerksamkeit widmen und grundlegend entscheiden, welche Ressourcen und wie viele davon man in die jeweiligen Kunden investiert. (Handlungsableitung)

– Bestimmte Produkte verkaufen sich zwar gut und haben zudem eine große Gewinnmarge, können aber seitens der Produzenten nicht Just-in-Time angeliefert und nur in großen Mengen bestellt werden, kosten demnach viel Lagerplatz- und gebühren, weil sie einen großen Teil der Lagerräume einnehmen. Diese Produkte sind eindeutige A-Produkte, weil sie viel Zeit und Ressourcen einnehmen und größerer Aufmerksamkeit als andere Produkte bedürfen. Hier müssen Einkäufer, Disponenten und Lageristen verstärkt darauf achten, dass sie die Bestell- und Lagerkosten senken, indem sie beispielsweise andere Produzenten und Lieferanten ansprechen oder auch über bessere Konditionen mit bestehenden Partnern sprechen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in praktisch jedem Bereich eines Startup eine ABC-Analyse durchgeführt werden kann, um erkennen zu können, welchen Kunden, Produkten und Prozessen zu wenig, zu viel oder genau die richtige Aufmerksamkeit in Form verwendeter Ressourcen gewidmet wird und wo Optimierungsbedarf- und potenzial bestehen.

Absatzplan

Der Absatzplan beschreibt, wie viele Produkte oder auch Dienstleistungsangebote ein Unternehmen wo und in welchem Zeitraum verkaufen möchte. An dieser Planung orientieren sich wiederum andere Aufstellungen, also beispielsweise Planungen hinsichtlich der Beschaffung und Bereitstellung der für den Absatz notwendigen Ressourcen (Investitionen, Personal, Lagerkapazitäten, Produktion, Einkauf, etc.)

Beim Erstellen des Absatzplans werden in der Regel bestimmte Zeiträume, Regionen und unterschiedliche Produktgruppen bzw. Dienstleistungsarten berücksichtigt. Zudem wird zwischen den jeweiligen Mengen und dem Wert der abzusetzenden Produkte und Dienstleistungen unterschieden. Am Ende ergibt der Absatzplan die Basis für Gewinn- und Verlusterwartungen und für die Berechnung möglicher Fremdfinanzierung oder Aufwendung von Eigenkapital.

Richtet man den Absatzplan  langfristig aus (also beispielsweise auf einen Zeitraum von 3 Jahren) kann er gerade Startup als Grundlage für den Investitionsplan und für das Anwerben potentieller Investoren dienen. Anhand der aufgelisteten Ziele und Zahlen können Venture Capitalists schnell erkennen, wie tragfähig die Idee des Startup ist, welcher Finanzierungsbedarf wann besteht und anhand ihrer Erfahrung sehen, wie realistisch die Einschätzungen des Absatzplans sind – nicht zuletzt auch in Relation zu den anderen Ressourcenplanungen. Ein etwas abgespeckter Absatzplan kann zudem auch im Businessplan Niederschlag finden.

Natürlich sind Abatzplanungen für die nächsten 3 Jahre nur als Richtwerte zu verstehen und bieten Investoren keinerlei Investitionssicherheit, vor allem dann nicht, wenn der Absatzplan in einer Frühfinanzierungsphase entsteht, in der  noch keine markttauglichen Produkte und Dienstleistungen vorhanden sind.  Doch anhand eingehender Recherchen der geplanten Absatzmärkte und des Wettbewerbs können zumindest Richtwerte entstehen. Wichtig ist, dass anhand der recherchierten Parameter ein weitestgehend realistischer Absatzplan entsteht, der weder nicht realisierbare Ziele beinhaltet noch von Understatement geprägt ist, sondern auf das oft zitierte “gesunde” Wachstum setzt.

Bankgeheimnis

Das Bankgeheimnis verpflichtet Kreditinstitute zur absoluten Verschwiegenheit über die kundenbezogenen Daten ihrer Geschäftspartner und Kunden.

Der Begriff „Bankgeheimnis“ trifft dessen Inhalt bereits ins Schwarze. Vor allem im Finanzwesen unterliegen sensible Kundendaten strengster Diskretion. Auskünfte dürfen nur nach Legitimation des Kontoinhabers oder bei Bestehen einer Vollmacht erteilt werden. Dem Kunden wird somit die volle Selbstbestimmung über seine Kundendaten ermöglicht. Eine dagegen verstoßende unbefugte Herausgabe von Bankdaten an Dritte kann (zivil-)rechtliche Schritte gegen den jeweils Verantwortlichen nach sich ziehen.

Nichtsdestotrotz ist der Begriff Bankgeheimnis in Deutschland nicht eindeutig gesetzlich geregelt. In Österreich beispielsweise ist es in das dortige Bankwesengesetz aufgenommen. Hierzulande wird der Inhalt des Begriffs jedoch sowohl von Kreditinstituten als auch vom Gesetzgeber als Gewohnheitsrecht anerkannt und findet sich in den entsprechenden AGBs der Banken wieder.

Das Bankgeheimnis kennt allerdings auch Grenzen. In bestimmten Fällen ist das Kreditinstitut gesetzlich zur Herausgabe kundenbezogener Informationen verpflichtet. Dies ist zum Beispiel gegenüber der Bundesagentur für Arbeit der Fall. Auch die Strafprozessordnung sieht ein Mitwirken der Kreditinstitute vor und macht hinsichtlich der Aussagepflicht von Zeugen keine Ausnahme, wenn ein hinlänglicher strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht besteht, bspw. wegen Geldwäsche. In Fällen mit Verdacht der Steuerhinterziehung steht der staatliche Anspruch auf gesetzeskonforme Besteuerung zu Gunsten der Allgemeinheit über der Privatsphäre einzelner Bürger bzw. Bankkunden. Bankangestellten wird in Strafprozessen kein Zeugnisverweigerungsrecht in Hinblick auf die personenbezogenen Daten Ihrer Kunden zugesprochen.

Das Bankgeheimnis wurde medienwirksam diskutiert, als der Kauf der sogenannten „Steuersünder-CD“ im Raum stand und letztlich auch mehrfach durchgeführt wurde. Diese CDs enthalten von den Banken gestohlene Daten u.a. von Bankkunden, die im Verdacht stehen, Steuern hinterzogen und in ausländischen Steueroasen angelegt zu haben, bisher vorzugsweise in Liechtenstein und der Schweiz.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, ist für die Kontrolle aller wichtigen Bereiche des Finanzwesens zuständig.

Die BaFin ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und hat ihren Sitz in Frankfurt a.M. und in Bonn. Sie wurde im Mai des Jahres 2002 ins Leben gerufen und ist mit der Überwachung der Finanzmärkte betraut. Die Behörde entstand seiner Zeit durch die Zusammenlegung der damals getrennten Aufsichtsbehörden für Wertpapierhandel, Versicherungswesen und Kreditwesen. Durch diese Zusammenlegung sollten Aufsichtslücken geschlossen und Kompetenzüberschreitungen der einzelnen Ämter vermieden werden. Die BaFin selbst untersteht wiederum der Aufsicht des Bundesministeriums für Finanzen. Die Leitung der BaFin liegt beim Direktorium, bestehend aus Präsident / Präsidentin und vier Exekutivdirektoren.

Die BaFin arbeitet auch heute ausschließlich im öffentlichen Interesse. Ihr Hauptbestreben ist es, ein gleichermaßen von Stabilität und Sicherheit geprägtes Finanzwesen zu sichern, um Anlegern und Bankkunden Vertrauen ermöglichen zu können. Mögliche Gefahren für das Finanzsystem werden sowohl national als auch international untersucht und nach Möglichkeit behoben. Diese Aufgaben der BaFin erstrecken sich über alle relevanten Finanzzweige. Dazu gehören die Kontenaufsicht, die Bankenaufsicht, die Versicherungsaufsicht sowie die Aufsicht über den Wertpapierhandel. Hierfür beschäftigte die BaFin im Jahre 2013 nach eigenen Angaben rund 2.300 Mitarbeiter.

Durch die Kontrolle der BaFin ermittelte Tatsachen, die den Verdacht einer Straftat wie bspw. dem Kapitalbetrug aufbringen, werden zur Anzeige gebracht. Auch jede Privatperson hat die Möglichkeit, der BaFin mögliche Verstöße zur weiteren Prüfung zu melden. Derartige Beschwerden sind kostenlos und werden in jedem Falle auf mögliche Verstöße des jeweiligen Unternehmens hin überprüft, wenngleich dem Beschwerdeführer aus Gründen der Verschwiegenheit keine Untersuchungsergebnisse mitgeteilt werden.

Bankgeheimnis

Das Bankgeheimnis verpflichtet Kreditinstitute zur absoluten Verschwiegenheit über die kundenbezogenen Daten ihrer Geschäftspartner und Kunden.

Der Begriff „Bankgeheimnis“ trifft dessen Inhalt bereits ins Schwarze. Vor allem im Finanzwesen unterliegen sensible Kundendaten strengster Diskretion. Auskünfte dürfen nur nach Legitimation des Kontoinhabers oder bei Bestehen einer Vollmacht erteilt werden. Dem Kunden wird somit die volle Selbstbestimmung über seine Kundendaten ermöglicht. Eine dagegen verstoßende unbefugte Herausgabe von Bankdaten an Dritte kann (zivil-)rechtliche Schritte gegen den jeweils Verantwortlichen nach sich ziehen.

Nichtsdestotrotz ist der Begriff Bankgeheimnis in Deutschland nicht eindeutig gesetzlich geregelt. In Österreich beispielsweise ist es in das dortige Bankwesengesetz aufgenommen. Hierzulande wird der Inhalt des Begriffs jedoch sowohl von Kreditinstituten als auch vom Gesetzgeber als Gewohnheitsrecht anerkannt und findet sich in den entsprechenden AGBs der Banken wieder.

Das Bankgeheimnis kennt allerdings auch Grenzen. In bestimmten Fällen ist das Kreditinstitut gesetzlich zur Herausgabe kundenbezogener Informationen verpflichtet. Dies ist zum Beispiel gegenüber der Bundesagentur für Arbeit der Fall. Auch die Strafprozessordnung sieht ein Mitwirken der Kreditinstitute vor und macht hinsichtlich der Aussagepflicht von Zeugen keine Ausnahme, wenn ein hinlänglicher strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht besteht, bspw. wegen Geldwäsche. In Fällen mit Verdacht der Steuerhinterziehung steht der staatliche Anspruch auf gesetzeskonforme Besteuerung zu Gunsten der Allgemeinheit über der Privatsphäre einzelner Bürger bzw. Bankkunden. Bankangestellten wird in Strafprozessen kein Zeugnisverweigerungsrecht in Hinblick auf die personenbezogenen Daten Ihrer Kunden zugesprochen.

Das Bankgeheimnis wurde medienwirksam diskutiert, als der Kauf der sogenannten „Steuersünder-CD“ im Raum stand und letztlich auch mehrfach durchgeführt wurde. Diese CDs enthalten von den Banken gestohlene Daten u.a. von Bankkunden, die im Verdacht stehen, Steuern hinterzogen und in ausländischen Steueroasen angelegt zu haben, bisher vorzugsweise in Liechtenstein und der Schweiz.

Bankkredit

Bei einem Bankkredit handelt es sich um die zeitlich begrenzte Überlassung einer vereinbarten Geldsumme, die später zzgl. Zinsen zurückgezahlt werden muss.

Der Begriff Kredit stammt aus dem Lateinischen, wo „credere“ so viel wie „glauben“, „anvertrauen“ bedeutet. Gemeint ist im Falle des Bankkredits, dass das entsprechende Kreditinstitut seinem Kreditnehmer die vereinbarten Geldmittel anvertraut, im Glauben, sie auch zu den vereinbarten Konditionen zurückzuerhalten. Die rechtlichen Grundlagen finden sich im deutschen Kreditwesengesetz (KWM). Wenn von einem Kredit die Rede ist, ist häufig vereinfacht der Bankkredit gemeint. Die Begriffe sind allerdings nicht als Synonyme anzusehen, da neben den Banken auch andere Kreditgeber möglich sind. Hierzu zählen beispielsweise Privatpersonen oder auch Lebensversicherungsgesellschaften.

Die Grundlage des Bankkredits ist der zugehörige Kreditvertrag. Dessen Abschluss voran geht die Beantragung des Kredits durch den Kreditnehmer. Im Anschluss folgt die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, bevor es zur Gewährung des Kredits kommt. Im Rahmen dieser Bonitätsprüfung können vor allem Eigenkapital und sonstige Sicherheiten, Einkommen bei privaten Kreditnehmern oder die Geschäftszahlen von Firmen in Betracht kommen. Nach dem Zustandekommen des Kreditgeschäfts muss die entsprechende Summe binnen der vereinbarten Abruffrist abgenommen werden.

Die Laufzeit ist im Kreditvertrag fest vereinbart. Nach Ablauf muss der Bankkredit vollständig zurückgezahlt worden sein. Hinzu kommen Zinszahlungen auf die Kreditsumme. Diese erfolgen meist durch monatliche Raten, welche individuell vereinbart wurden und sich an der Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers orientieren. Wird diese regelmäßige Tilgung über die Laufzeit ausgesetzt, spricht man von einem endfälligen Bankkredit. Ein Bankkredit kann schon vor dem Ablauf der Laufzeit endfällig gestellt werden, wenn der Kreditvertrag rechtswirksam gekündigt wurde.

Bankrott

Der Bankrott bezeichnet die Unfähigkeit einer Person oder eines Staats, seine laufenden Verpflichtungen erfüllen zu können.

Den Begriff Bankrott kannte man bereits im Mittelalter. Vor allem in Oberitalien sprachen Geldwechsler von „banca rotta“, wenn jemand zahlungsunfähig war oder wurde.
Zu Deutsch heißt das so viel wie „leere Bank“, was seiner Zeit bedeutete, dass der Geldwechsler kein Geld mehr hatte, um Währungen zu tauschen. Damals wie heute hatte der Bankrott meist zur Folge, dass sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen fortan stark an Kreditwürdigkeit einbüßten.

Auch heute wird der Begriff Bankrott noch häufig verwendet. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn jemand nicht in der Lage ist, seine laufenden Ausgaben mittels seiner Einnahmen oder seiner vorhandenen Vermögenswerte zu begleichen. Dies kann gleichermaßen Privatpersonen, rechtliche Personen oder ganze Staaten betreffen. Man spricht dann vom Staatsbankrott. Umgangssprachlich werden Insolvenz, Pleite oder Konkurs als Synonyme verwendet, wenngleich dies nicht ganz korrekt ist. Auch ist im umgangssprachlichen Gebrauch nicht zwingend ein eigenes Verschulden oder gar die Strafbarkeit des Bankrotts inkludiert.

Im deutschen Recht ist der Begriff Bankrott genau genommen jedoch auch strafrechtlich relevant. So besagt § 283 StGB, dass sowohl bei Überschuldung als auch bei drohender Zahlungsunfähigkeit eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden kann. Dies kann zum Beispiel dann eintreten, wenn noch vorhandene Vermögenswerte bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens infolge des Bankrotts verschwiegen werden. Formaljuristisch betrachtet ist der Bankrott somit eine vorsätzliche oder zumindest fahrlässig verantwortete Zahlungsunfähigkeit, welche unter Strafe steht. Anderenfalls ist der juristische Gebrauch des Wortes Bankrott nicht ganz korrekt.

Bartering

Wenn zwei Unternehmen Güter oder Leistungen austauschen, ohne dass dabei auch Geldströme fließen, spricht man vom Bartering.

Im Englischen bedeutet „to barter“ tauschen, wodurch der Kern des Batering-Prinzips bereits getroffen ist. Es handelt sich im Grunde um Tauschgeschäfte. Dabei kann es sich sowohl um materielle Güter und Rohstoffe als auch um Dienstleistungen handeln. In jedem Falle erfolgt von keiner der beteiligten Parteien eine Gegenleistung durch Zahlung von Geld. Als Synonyme zu Bartering werden auch die Begriffe „Kompensationsgeschäft“, „Ringtausch“ und „Barter-Clearing“ verwendet.

Die Absicht des Barterings ist stets, eine Win-Win-Situation herbeizuführen. Beide Tauschpartner sollen aus den erhaltenen Gütern oder Leistungen auch einen verwertbaren Nutzen ziehen können. Beide beteiligten Parteien werden so gleichzeitig zu Lieferant und Kunden in einem. Vor allem in wirtschaftlichen Krisenzeiten und Phasen der Inflation blühen Tauschgeschäfte. Wenn Währungen und Geld kaum noch einen Gegenwert haben, wird vermehrt auf Bartering gesetzt. So können beispielsweise handwerkliche Dienstleistungen mit einer Gegenleistung in Form von Nahrung entlohnt werden. Das Bartering hat zudem in den letzten Jahren im Bereich der neuen Medien an Bedeutung gewonnen. Hierbei kann es sich zum Beispiel um den Tausch von Werbeflächen handeln. Auch kann bspw. ein Unternehmensberater einen Grafikdesigner, der seine Website gestaltet hat, mit einer Marketingberatung als Gegenleistung entlohnen.

Obwohl im Falle des Barterings keine monetären Leistungen fließen, können ausgetauschte Waren heutzutage einkommenssteuerrechtlich relevant sein. Es sollte daher immer im Einzelfall geprüft werden, wie die getätigten Bartering-Geschäfte erfasst und belegt werden müssen.

Ein bekanntes geschichtliches Beispiel für dieses Prinzip ist die sogenannte „Kaffeekrise in der DDR“. Damals herrschte Kaffeeknappheit, weshalb man einen Tausch gegen Rohstoffe mit anderen sozialistischen Ländern anstrebte. Unter anderem in Vietnam wurde in Folge vermehrt Kaffee angebaut, was das Land auch heute noch zu einer der wichtigsten Kaffee-Exportnationen machte.

Benchmark

Der Benchmark ist ein Vergleichswert, welcher im Zuge des Benchmarking-Prozesses gewonnen wird.

Das Benchmarking ist ein wichtiges Instrument, welches bei der Wettbewerbs-, Konkurrenz- und Prozessanalyse eingesetzt wird. Hierbei werden kontinuierlich Produkte und Leistungen, aber auch Vorgehensweisen und Prozesslösungen anderer Unternehmen betrachtet, analysiert und zu den eigenen Werten in Relation gesetzt. Zur Analyse rücken meist die Marktführer innerhalb der Gruppe in den Fokus, die dem eigenen Angebot am nächsten kommt.

Man unterscheidet beim Benchmarking verschiedene Typen. Sie alle haben allerdings gemeinsam, dass sie Unterschiede aufzeigen sollen, um darauf aufbauend eine eigene Verbesserung im Wettbewerb zu ermöglichen. Der Prozess des Benchmarkings kann in fünf Phasen unterteilt werden:

In Phase eins wird mit der eigenen Zielsetzung und Problemdefinition begonnen. In Phase zwei werden dann Objekte ausfindig gemacht, die zur Analyse berücksichtigt werden sollen. Dies können Produktmerkmale, Marketingstrategien oder Prozesse anderer Unternehmen sein. Auch internes Benchmarking, z.B. der Vergleich einzelner Zweigstellen eines Unternehmens, ist denkbar. In Phase drei folgt dann das quantitative Benchmarking, in dem vor allem relevante Daten ermittelt werden. Hierauf folgt in Phase vier schließlich das qualitative Benchmarking. In dieser Analysephase werden die ermittelten Daten ausgewertet und die „Best Practices“ bzw. „Succesful Practices“ bestimmt. Von „Best Practices“ kann genau genommen nur dann die Rede sein, wenn ein ausführlicher, globaler Vergleich erfolgte. Da dies meist wenig praktikabel ist, kommt die „Successful Practice“ zum Einsatz: Sie ist nicht zwangsläufig die weltweit beste, aber die jeweils erfolgversprechendste Strategie. Darauf basierend folgt in Phase fünf die letztendliche Handlung: Anhand der gewonnenen Erkenntnisse werden neue Konzepte erstellt, durchgeführt und durch konsequentes Monitoring überwacht.

Die zugehörigen Benchmarks sind nun die Werte, die während dieses Prozesses als Vergleichswert herangezogen werden. Durch sie wird die gezielte Gegenüberstellung der betrachteten Objekte ermöglicht.

Beteiligungsfinanzierung

Die Beteiligungsfinanzierung dient der Beschaffung von Eigenkapital, welches von außen durch einen oder mehrere Eigentümer investiert wird.

Unter einer Beteiligungsfinanzierung versteht man eine Außenfinanzierung mittels Eigenkapital. Was auf den ersten Blick widersprüchlich klingen mag, hat jedoch einen recht einfachen Hintergrund. Dem Unternehmen soll Eigenkapital zugeführt werden, welches jedoch ursprünglich von Außen stammt. Dieses Eigenkapital kann sowohl von neuen Eigentümern stammen, als auch von den bereits vorhandenen Investoren des Unternehmens beigesteuert werden. Es handelt sich um eine Außenfinanzierung, da das Kapital zuvor nicht auf Unternehmenskonten lag, sondern extern auf jenen des Kapitalgebers. Erst im Rahmen der Beteiligungsfinanzierung fließt es auch tatsächlich dem Unternehmen zu, auch wenn es vorab schon zum Privatvermögen eines Anteilseigners zählte.

Beim Begriff „Beteiligungsfinanzierung“ handelt es sich zunächst um einen Sammelbegriff für alle Beschaffungsmaßnahmen von Eigenkapital von außen. Welche Finanzierungsmittel tatsächlich für die Kapitalerhöhung gewählt werden, ist individuell. In Betracht kommen beispielsweise zusätzliche Einlagen der Gesellschafter oder aber Aktienverkäufe. Zudem besteht auch die Möglichkeit, das Eigenkapital durch Sacheinlagen zu steigern. Dies können zum Beispiel teure Maschinen für einen Industriebetrieb sein. Da durch die Beteiligungsfinanzierung im Endeffekt immer das Eigenkapital des Unternehmens steigt, egal ob durch Sach- oder Bareinlagen, erhöht sich auch das haftende Kapital. Hierdurch erlangt das Unternehmen die Möglichkeit, auch vermehrt auf Fremdkapital zurückzugreifen.

Die Beteiligungsfinanzierung geht stets auch mit einigen Rechtsfolgen einher. Dazu kann die Beteiligung an Gewinnen und Verlusten oder auch die anteilige Haftung für die Verbindlichkeiten des jeweiligen Unternehmens zählen. Auch auf den Liquidationserlös im Falle einer Geschäftsauflösung haben Investoren einen Rechtsanspruch. Die genauen Bestimmungen gehen aus der Rechtsform des Unternehmens hervor oder werden vorab vertraglich vereinbart. Für die Investoren spielt natürlich vor allem die Gewinnbeteiligung eine große Rolle.

Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt die Risiken und Schäden ab, die durch die jeweils gewöhnlichen betrieblichen Aktivitäten verursacht werden können.

Die Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) zählt nicht generell, wie ihr Name vermuten lassen könnte, zu den Pflichtversicherungen. Gemeint ist vielmehr, dass Betriebe für verursachte Schäden an Dritten haften müssen. Die Entscheidung, hierfür eine Versicherung abzuschließen, ist jedoch in der Regel freiwillig. Eine Pflicht zur Deckungsvorsorge besteht nur in bestimmten Fällen. Dazu zählen vor allem die Berufsbilder Arzt oder Steuerberater, für sie ist der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung unerlässlich.

Sollte einem Dritten durch betriebliche Aktivitäten ein Schaden zugefügt worden sein, haftet hierfür die Betriebshaftpflichtversicherung. Sie ist somit ähnlich aufgebaut wie die Haftpflichtversicherung, der Unterschied liegt jedoch darin, dass die Betriebshaftpflichtversicherung keine Privatpersonen absichert. Der Versicherungsschutz deckt die Haftung von Freiberuflern, Gewerbetreibenden, Handwerkern und industriellen Unternehmen ab. Versichert ist genau genommen auch nicht nur der Versicherungsnehmer, sondern die gesamte Belegschaft seines Betriebes. Schließlich können auch durch sie etwaige Schäden zu Lasten Dritter hervorgerufen werden. Schäden, welche in der Freizeit der Mitarbeiter geschehen, sind dementsprechend natürlich nicht mit abgedeckt. Für diese Fälle ist wiederum die Privathaftpflichtversicherung zuständig.

Bestehen begründete gesetzliche Haftungsansprüche eines Geschädigten gegenüber dem Versicherungsnehmer, ist letzterer davon freigestellt und die Betriebshaftpflichtversicherung trägt die anfallenden Kosten. Ihre Leistungen erbringt die BHV somit direkt an den Geschädigten und nicht gegenüber dem Versicherungsnehmer. In diesen Zuge umfasst sie jedoch auch die Prüfung, ob tatsächlich Haftungsansprüche vorliegen. Sollte eine Forderung unbegründet sein, kann der Versicherungsträger diese auch gerichtlich abwehren. Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt beispielsweise entstandene Schäden ab, nicht jedoch Fälle, in denen der Versicherungsnehmer nicht mehr für seine laufenden Verbindlichkeiten aufkommen kann.

Betriebsmittel

Betriebsmittel sind insbesondere materielle Güter, welche an der Herstellung von Produkten beteiligt sind, selbst jedoch nicht Teil des Endprodukts werden.

Betriebsmittel wirken in der Produktion zusammen mit anderen Elementarfakoren. Hierzu zählen vor allem menschliche Arbeitskraft sowie die Verwendung von Werkstoffen. Zu den Betriebsmitteln zählen vor allem Maschinen, industrielle Anlagen, Büro- und Lagerinventar, Messgeräte, Liefer- und Transportfahrzeuge sowie natürlich die Firmengebäude. Neben diesen Gegenständen können aber mitunter auch Rechte zu den Betriebsmitteln eines Unternehmens zählen, beispielsweise eingetragene Patente. Diverse Hilfsstoffe, zum Beispiel Leim, zählen genau genommen nicht zu den Betriebsmitteln. Sie können zwar z.B. im Holzhandwerk für die Produktion essentiell sein, fließen aber in das Endprodukt mit ein und verbleiben somit auch nicht dauerhaft im Betrieb.

Die Leistungsfähigkeit der Betriebsmittel wird anhand verschiedener Faktoren bestimmt. Zum einen hängt sie von deren Eignung für die jeweilige Produktion ab. Zum anderen trägt ihre Modernität sowie der erreichte Grad der Abnutzung einen Teil zur Leistungsfähigkeit bei. Die Leistungsfähigkeit ist somit keine feste Größe, sondern nimmt im Laufe der Zeit tendenziell ab.

Im Steuerrecht wird – je nach Betriebsart – zusätzlich zwischen stehenden und beweglichen Betriebsmitteln unterschieden. Stehende Betriebsmittel sind Anlagegegenstände, die zum langfristigen Einsatz erworbene Vermögenswerte darstellen, beispielsweise Maschinen. Sie werden nicht oder nur in Ausnahmefällen gehandelt. Umlaufende Betriebsmittel hingegen sind beweglich und nicht dauerhaft im Vermögensbesitz des Unternehmers.

Im Rahmen einer Existenzgründung spielen Betriebsmittel vor allem deshalb eine große Rolle, weil ihre Anschaffung einen großen Kostenfaktor ausmacht. Dieser sollte daher auch in einem guten Businessplan Erwähnung finden. Da diese Betriebsmittel zwar die Produktion ermöglichen, nicht jedoch direkt mit in das Endprodukt hineinfließen, kann sich außerdem die genaue Kostenzurechnung schwierig gestalten.

Book-Building

Book-Building ist ein Verfahren, welches beim Börsengang zur Preisbildung für Wertpapiere verwendet wird.

Wenn Wertpapiere emittiert – also herausgegeben – werden sollen, muss zunächst deren Wert ermittelt werden. An dieser Stelle kommt das Book-Building Verfahren ins Spiel, was seltener auch mit der deutschen Übersetzung „Orderbuch-Verfahren“ bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei also um einen Begriff aus dem Finanzwesen, genau genommen aus dem Börsenbereich. Ursprünglich stammt das Book-Building Verfahren von den amerikanischen Finanzmärkten, inzwischen hat es sich jedoch auch an deutschen Börsen etabliert.

Der Ablauf des Book-Buildings kann in schrittweise verlaufende Phasen unterteilt werden. Los geht es mit der Pre-Marketing-Phase. In ihr wird durch entsprechende Maßnahmen die Bekanntheit des Emittenten gesteigert. Zudem werden potentielle Großinvestoren gezielt angesprochen. Eine Emissionsbank muss gesucht werden und die Book-Building Preisspanne muss bestimmt werden. Hierfür können Interessenten an entsprechenden Aktien ein Angebot abgeben, zu welchem Preis sie diese kaufen wollen. Bei einer hohen Nachfrage werden sich die Angebote im oberen Bereich der Book-Building Spanne bewegen, bei einer geringen Nachfrage hingegen im unteren Bereich. In der nun folgenden Marketing-Phase wird die so ermittelte Preisspanne veröffentlicht. Die Bekanntmachung des emittierenden Unternehmens sowie die Suche nach Großinvestoren setzt sich fort.

Nun folgt erst das eigentliche Book-Building Verfahren. Innerhalb einer gesetzten Frist haben interessierte Anleger die Möglichkeit, ihre Kaufaufträge abzugeben. Diese müssen innerhalb der ermittelten Preisspanne liegen und die Anzahl der gewünschten Aktien beinhalten. Mit verstreichen der Frist dieser Phase wird der endgültige Emissionspreis festgelegt. Kaufaufträge, deren Preis unter dem Emissionspreis liegen, werden von der Aktienvergabe ausgeschlossen. Anleger, deren Kaufauftrag über den Emissionspreis lag, zahlen nun allerdings auch diesen höheren Preis.

Bootstrapping

Wird bei der Unternehmensgründung zum Bootstrapping gegriffen, wird auf jede externe Finanzierung verzichtet.

Um den Begriff Bootstrapping zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt sind Bootstraps sogenannte Stiefelriemen. Hierzu gibt es die passende englische Redewendung „pull oneself over a fence by one’s bootstraps” – also sich selbst an den eigenen Stiefelriemen über einen Zaun ziehen. In diesem Zusammenhang sei auch die Anlehnung an Baron Münchhausen erwähnt, der sich der berühmten Lügengeschichte zufolge an seinem eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben soll. Im übertragenen Sinne in Hinblick auf die Start-Up-Szene ist damit gemeint, dass sich Gründer mittels ihrer eigenen zur Verfügung stehenden Mittel helfen und ihr Unternehmen vollkommen eigenständig aufbauen. Externe Finanzierungshilfen sind somit nicht notwendig.

Gründer, die sich an das Prinzip des Bootstrappings halten wollen, haben einen recht geringen finanziellen Handlungsspielraum. Ihr Budget ist gerade zu Beginn stark begrenzt und dementsprechend sparsam muss gewirtschaftet werden. Dies kann auch bedeuteten, dass ein sehr hoher Aufwand betrieben werden muss, beispielsweise in Form von langen Recherchen nach dem niedrigsten auffindbaren Einkaufspreis. Dieser und andere ungewöhnlich hohe Aufwände müssen allerdings in Kauf genommen werden, um mit den geringen finanziellen Mitteln über die Runden zu kommen sowie den Break-Even und somit den Übergang in die Gewinnzone erreichen zu können.

Die Vorteile des Bootstrappings sind weit gefächert. Zum einen ermöglicht es vielen Gründern sich eine Existenz aufzubauen, die ansonsten schlechte Aussichten auf eine Kreditvergabe oder andere Außenfinanzierungen gehabt hätten. Zum anderen lernen sie von Beginn an, sparsam und effektiv zu haushalten. Sollte der Aufstieg gelingen, spricht der Erfolg durch Bootstrapping oftmals auch für das Unternehmen und beschert ihm eine gute Reputation.

Börsengang

Der Börsengang bezeichnet das erstmalige öffentliche Handeln von Unternehmensaktien an der Börse.

Wenn die Aktien eines Unternehmens erstmals am freien Kapitalmarkt gehandelt werden, spricht man vom Börsengang. Teilweise, vor allem natürlich im englischen Sprachraum, wird auch vom „Initial Public Offering“ oder kurz IPO gesprochen, also dem ersten öffentlichen Angebot. Dem gegenüber steht der Börsenabgang, welcher wiederum als „Going Private“ oder „Delisting“ bezeichnet wird.

Einer der Entscheidungsgründe, den Börsengang einzuleiten, ist natürlich die Möglichkeit der Kapitalerhöhung. Darüber hinaus ist der Börsengang eines Unternehmens aber häufig auch mit medialem Interesse verbunden, was den Bekanntheitsgrad steigern kann. Hinzu kommen die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung der Bonität zur Finanzierung geplanter Großprojekte. Unter den vielen Vorzügen des Börsengangs spielen daher meist mehrere Motivationen mit in die Entscheidung hinein.

Um Investoren einen Anhaltspunkt für ihre Kaufentscheidung bieten zu können, ist der Börsengang immer auch mit einer Herausgabe von Unternehmensdaten verbunden. Hierzu gehören vor allem der Umsatz und der Gewinn sowie Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse.

Die Abwicklung des erstmaligen Börsengangs ist in der Regel mit einem hohen finanziellen, bürokratischen und zeitlichen Aufwand von rund einem Jahr verbunden. Daher erfolgt die Abwicklung meist durch ein Konsortium. Dieses prüft im ersten Schritt auch, ob das Unternehmen überhaupt als börsenreif einzuschätzen ist. Hierfür wird vor allem ein strenges Auge auf die Unternehmensdaten und -zahlen, das aktuelle Börsenumfeld, Konkurrenz- und Wettbewerbsanalysen oder auch auf das Stärke-Schwäche-Profil geworfen. Ist die komplette Abwicklung abgeschlossen, wird das eigentliche Handeln der Aktien durch die damit beauftragten Investmentbanken übernommen.

Business-Process-Reengineering

Im Falle des Business-Process-Reengineerings (BPR) werden veraltete Geschäftsprozesse radikal und konsequent neu gestaltet.

Hinter der gängigen Abkürzung BPR verbirgt sich der Begriff Business-Process-Reengineering. Im Deutschen spricht man auch von der Geschäftsprozessneugestaltung. Das Business-Process-Reengineering wurde etwa seit dem Beginn der 1990er Jahre von Henry Johansson eingeführt und geprägt. James Champy und Thomas Hammer haben das Prinzip näher definiert und ausgeführt.

Im Allgemeinen unterscheidet man bei der Prozessgestaltung zwischen sanften und harten Methoden. Während erstere eine sukzessive Veränderung vorsehen, setzen letztere auf radikale Umgestaltung. Das Business-Process-Reengineering zählt hierbei eindeutig zu den harten Methoden und ist hierunter eine der bekanntesten. Es bezeichnet ein Umdenken von Grund auf und die darauffolgend radikale Neugestaltung alter Geschäftsprozesse. Das Business-Process-Reengineering ist daher nicht mit der Geschäftsprozessoptimierung zu vergleichen, denn hier werden nur einzelne Prozesse optimiert, um deren jeweilige Effizienz zu steigern. Gemäß dem BPR-Prinzip würde dieser punktuelle Eingriff aber nicht ausreichen.

Der Kern des Business-Process-Reengineerings lässt sich in 4 Aussagen zusammenfassen:

  • Das BPR fokussiert sich auf die wichtigsten Geschäftsprozesse
  • Alle Geschäftsprozesse unterliegen einer strengen Kundenorientierung
  • Das Unternehmen besinnt sich auf seine Kernkompetenzen
  • Zeitgemäße Möglichkeiten der Informationstechnologie sollen intensiv zur Prozessgestaltung genutzt werden

Der Ablauf des Business-Process-Reengineering wird mit den „vier Re’s“ beschrieben:

  • Renewing: Mitarbeiter werden fachlich geschult und motiviert
  • Rivitalizing: Die eigentliche Prozesserneuerung wird durchgeführt
  • Reframing: Alte Denk- und Handelsmuster werden abgelegt, Offenheit und neue Visionen prägen das neue Geschäftsverständnis- und agieren
  • Restructuring: Die Aktivitäten des Tagesgeschäfts und/oder die Ausrichtung des Unternehmens werden umgestaltet

Branding

Gezieltes Branding verhilft einer Marke zu einem starken Auftritt mit Wiedererkennungswert.

Die Logos berühmter Marken haben sich bereits fest in unseren Köpfen eingeprägt. Nahezu jeder kennt inzwischen den angebissenen Apfel von Apple, das kleine Telekom-Symbol auf dem Mobiltelefon oder die Logos gängiger Automarken – von BWW bis hin zu VW. Zu derartigen Erscheinungen kommt es allerdings nur in den seltensten Fällen durch Zufall. Vielmehr steckt dahinter eine ausgefeilte Strategie zur Beeinflussung der Entwicklung einer Marke: das Branding.

Als Synonym zu einem Brand wird im Deutschen auch der Begriff Marke verwendet. Gemeint ist in der Regel tatsächlich sehr ähnliches, kleine historische Unterschiede existieren aber dennoch. So geht das Branding auf die Markierung von Tieren mittels eines heißen Eisens zurück (Brandzeichen), wodurch ein Besitzanspruch symbolisiert wurde. Die Marke hingegen dient vielmehr der Kennzeichnung eines Objekts, ohne Besitz zu kennzeichnen. Heute haben es sich sowohl Marken als auch Brands zum Ziel gemacht, ihren Wiedererkennungswert zu steigern und den mit der Marke verknüpften Qualitätsanspruch zu symbolisieren.

Die Aufgabe des Brandings ist es, die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens zu fördern und zu unterstreichen. In diesem Zuge wird eine möglichst hohe Reputation der Marke angestrebt, denn sie ist eng mit dem Wert der Marke und der Beliebtheit beim Konsumenten verbunden. Dadurch wird vor allem der immaterielle Wert der Marke gestärkt. Schafft es eine Marke sogar Kultstatus zu erreichen, liegt ihr Wert meist um ein Vielfaches über dem eigentlichen Wert vergleichbarer „Noname“-Produkte.

Zu Beginn der Entstehung eines Brands steht immer ein Produkt, sei es eine besondere Dienstleistung oder ein materielles Gut. Das Branding bezeichnet dann alle Maßnahmen, die dem Aufbau der Produktmarke dienlich sind.

Break-Even

Wenn sich die Ein- und Ausnahmen eines Unternehmens ausgleichen, ist der Break-Even-Point erreicht.

Ins Deutsche übersetzt kann der Break-Even-Point (BEP) am besten als Gewinnschwelle bezeichnet werden. Ist diese Schwelle erreicht, hält sich die Gesamtheit der Einnahmen und Ausgaben die Waage. Es wird demnach kein Verlust gemacht, allerdings auch kein Gewinn erwirtschaftet. Betrachtet man den Break-Even Punkt mathematisch auf der Entwicklungskurve des Unternehmens, so ist der Break-Even die Nullstelle der Kurve. Diese grafische Darstellung des BEPs nennt man auch Break-Even-Chart.

Die Bestimmung des Break-Even ist daher ein wichtiges Instrument zu Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Im Rahmen der sogenannten Break-Even-Analyse kann ermittelt werden, welche Umsatzmenge erreicht werden muss, um dadurch die verursachten Kosten zu decken. Dies ist gleichermaßen beim Handel mit Waren als auch im Dienstleistungssektor der Fall. Allgemein betrachtet errechnet sich der Break-Even aus der Differenz von Kosten und Erlös.

Erreicht ein Unternehmen, welches sich vormals bereits in der Gewinnzone befand, den Break-Even-Point, ist dies natürlich als Verschlechterung zu deuten. Allerdings wird dem Break-Even ohnehin vornehmlich in der Start-up-Szene eine hohe Bedeutung zuteil. Aus der Sichtweise eines noch jungen Unternehmens ist es als durchweg positive Entwicklung zu beurteilen, wenn erstmals keine Verluste mehr geschrieben werden und die Gewinntendenz nach oben deutet.

Darüber hinaus kann die Kenntnis des BEP auch zur Beantwortung zahlreicher betriebswirtschaftlicher Fragestellungen angewandt werden. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, müssen vereinfacht formuliert entweder die Ausgaben minimiert werden oder die Einnahmen gesteigert werden. Welche Mittel hierfür zur Verfügung stehen, hängt natürlich von der Schwachstelle des Unternehmens ab.

Business-Angel (BA)

Als Business-Angel bezeichnet man einen erfahrenen Unternehmer, der junge und wachstumsstarke Start-ups sowohl mit Eigenkapital als auch mit Know-how und praktischen Hilfestellungen fördert.

Der Begriff Business-Angel stammt aus dem Englischen, hat sich aber inzwischen auch im deutschsprachigen Raum etabliert. Gemeint ist eine Privatperson – meist selbst mit unternehmerischem Background oder in leitender Position – die sich sowohl finanziell als auch mit strategischer Unterstützung an einem Unternehmen beteiligt. Die Zwischenschaltung eines Finanzintermediärs entfällt dabei. In Abgrenzung zum Business-Angel sind die sogenannten Corporate-Angels nicht finanziell am Unternehmen beteiligt.

Ein Business-Angel steigt in der Regel bereits vor der Gründung oder aber in der Startphase eines neuen Unternehmens mit seiner Kapitalbeteiligung ein. Da gerade in dieser Phase besonders viel Dynamik, gleichzeitig aber auch Unsicherheiten seitens der Gründer herrschen, ist der Business-Angel bei weitem nicht nur als Geldgeber relevant. Stattdessen steht er Gründern auch als Coach zur Seite. Er besitzt in der Regel nicht nur zahlreiche theoretische Kenntnisse, sondern einen entsprechenden praktischen Kenntnisstand. Zudem ist er bereits gut vernetzt und verfügt über entsprechende Kontakte.

Diese Förderung ist für den Business-Angel jedoch alles andere als sicher. Viele junge Unternehmen schaffen es nicht, die angestrebte Marktposition zu erreichen und scheitern. Die Investitionen des Business-Angels sind dadurch ebenfalls stark risikobehaftet. Im Gegenzug geht mit der Unterstützung des Business-Angels daher auch meist die Forderung nach einem hohen Return of Investment (ROI) einher. Das eingesetzte Kapital des Business-Angels ist für Gründer trotz des hohen Zinssatzes attraktiv, da sie in ihrer Frühphase oft keinen Zugang zu anderen Alternativen wie bspw. einem Bankkredit haben und auch die strategische Förderung hierdurch nicht abgedeckt wäre.

Buy-Out

Unter Buy-Out versteht man eine Unternehmensübernahme. Der Begriff kann jeweils verschiedene Varianten bezeichnen.

Nimmt man den Begriff Buy-Out wörtlich, so bedeutet er „Aus-kauf“. Der Kern des Buy-Outs ist damit auch schon so gut wie getroffen, denn hier werden Anteile eines Unternehmens sozusagen ausverkauft. Man unterscheidet das Management Buy-Out (MBO), das Employee Buy-Out (EBO) sowie das Leveraged Buy-Out (LBO) und das Institutional Buy-Out.

Vom Management Buy-Out spricht man, wenn die Geschäftsführung eines Unternehmens die Firmenanteile mehrheitlich übernimmt. Hierfür müssen gemäß der Regelungen des Bundesverbands der Kapitalbeteiligungsgesellschaften mindestens 10 Prozent der Anteile aufgekauft werden.

In diesem Zuge stellt sich die Frage, wie das Management Buy-Out finanziert wird. In den wenigstens Fällen geschieht dies durch das Privatvermögen der Unternehmensübernehmer. Stattdessen erfolgt die Finanzierung des MBOs vor allem durch Investoren und Fremdfinanzierung mithilfe von Kreditinstituten. Die fremdfinanzierte Übernahme wird mit dem englischen Begriff Leveraged Buy-Out bezeichnet, kurz LBO. Leverage steht hierbei für die Fremdkapitalfinanzierung. Im Falle von der überwiegenden Finanzierung durch einen institutionellen Investor spricht man vom IBO, dem Institutional Buy-Out. Im Falle der Übernahme einer finanziell stark angeschlagenen Gesellschaft kann die Übertragung auch gegen einen sehr geringen Gegenwert eher symbolischer Natur erfolgen. Wird ein derart angeschlagenes Unternehmen übernommen, spricht man auch vom Sanierungs-MBO.

Beim Employee Buy-Out hingegen ist es die Belegschaft des Unternehmens, die es durch den Erwerb von Firmenanteilen mehrheitlich übernimmt.

Neben den Unternehmensübernahmen, die in den meisten Fällen gemeint sind, kann der Begriff Buy-Out allerdings auch in anderen Bereichen Verwendung finden. Hierzu zählt beispielsweise die Übertragung von Nutzungsrechten von Schrift-, Bild- oder Filmmaterial. Gegen ein einmaliges Pauschalhonorar werden durch den Buy-Out Vertrag sämtliche Rechte am entsprechenden Material zeitlich unbegrenzt auf den Käufer übertragen.

Businessplan

Geschäfte machen, das ist schwer – Geschäfte planen umso mehr? Nicht unbedingt, wenn man den passenden Businessplan zur Hand und Schwarz auf Weiß hat. Denn hier sollten sich alle Daten, Fakten, Vorhaben und Pläne finden, die für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit (als Startup) notwendig sind. Vorab sei gesagt: Es existieren keine verbindlichen Vorgaben, dafür jedoch jede Menge Vorlagen. Diese teilen im Prinzip alle dieselben Eckpunkte, die es beim Erstellen eines Businessplans zu berücksichtigen gilt:

–  Die grobe Zusammenfassung der Geschäftsidee im Businessplan macht auf wenigen Seiten deutlich, worum es eigentlich geht, wer als Zielgruppe angesprochen ist, welche Vorkenntnisse existieren, welcher Umsatz und Gewinn angestrebt werden und wie die Planung bezüglich Finanzen, Personal, Räumen, etc. aussieht. Am Ende geht es darum, dass auch fachliche Laien auf Anhieb verstehen, worum es geht – und dass es funktionieren wird.

– Die ausführlicheren Teile des Businessplans sollten nun die Geschäftsidee und die angebotenen Produkte/Dienstleistungen ebenso wie die Zielgruppe und das Branchenumfeld beschreiben – immer mit dem Fokus darauf, wie und wohin sich das Geschäft in 5 Jahren entwickeln soll. Sehr wichtig ist es hierbei, Alleinstellungsmerkmale sorgfältig herauszuarbeiten und ebenso darzulegen, wie der Markt mit Hinblick auf die regionale oder auch landesweite Ausrichtung, auf potentielle Kunden und Mitbewerber aussieht. Kurzum: Die eigene Idee steht im Mittelpunkt dieses Teils des Businessplans. Ebenso wenig darf die künftige Planung fehlen, wie auch die anvisierten Kunden, deren Zahlungsbereitschaft und schließlich auch der Wettbewerb nicht aus dem Blick gelassen werden.

–  Weiter geht es im Businessplan damit darzustellen, welche Strategien bezüglich des Marketings, der PR und Pressearbeit gefahren werden sollen, um auf das Geschäft aufmerksam zu machen. Wichtig hierbei ist die perfekte Taktung, was sowohl das Timing wie auch das Budget betrifft. Zu früh oder zu spät Werbung zu machen und Kontakte zu knüpfen, kann sich fatal auf die Wahrnehmung potentieller Kunden und Multiplikatoren auswirken. Eine ebenso wichtige Strategie ist jene der Preisgestaltung: Wie kommen geplante Verkaufspreise zustande und wie flexibel können diese geändert werden?

– Personal und Finanzen planen und SWOT-Analyse durchführen, heißt es schließlich am Ende jedes Businessplans. Welche Erfahrungen haben Sie als Gründer bzw. eventuelle Mitarbeiter und wie sieht es mit einer Aufstockung des Personals in den nächsten Jahren aus? Hinzu kommt eine realistische Einschätzung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Geschäftsidee. Nicht zu vergessen: Wie viel Geld brauchen Sie – bei Gründung und während der nächsten 3-5 Jahre. Dieser Teil des Businessplans sollte sehr ausführlich ausfallen und auf den vorher genannten Darstellungen basieren.

Hier spielen vor allem nachvollziehbare Zahlen, Daten und Fakten eine entscheidende Rolle. Insofern empfiehlt es sich im Vorfeld eine gründlichere Recherche anzustellen, was beispielsweise die Preise größerer und notwendiger Anschaffungen in den nächsten Jahren angeht. Der Liquiditätsplan schließlich listet detailliert auf, welche Einnahmen und Ausgaben in den nächsten Jahren zu erwarten sind (Gewinn-Verlust-Rechnung). Am Ende sollten potentielle Kapitalgeber auch wissen, wer welche Finanzierung übernehmen soll (Eigenkapital, Leasing, Fremdkapital, etc.)

Businessmodell

Das Businessmodell (Geschäftsmodell) sollte idealerweise das Grundgerüst beschreiben, aus dem das Geschäft besteht. Und zwar detailliert und fokussiert. Womit soll eigentlich Geld verdient werden? Was haben Kunden und Geschäftspartner von der Geschäftsidee und wie erschafft das Unternehmen diesen Nutzen?

Natürlich gibt es bereits viele Businessmodelle und erfolgreiche Unternehmen und etwas wirklich Neues zu erdenken, ist keine leichte Aufgabe. Andererseits sind Produkte und Dienstleistungen mittlerweile so komplex, dass sich um bestehende Modelle herum immer wieder neue entwickeln lassen (Stichwort: Nischenmärkte). Wie und wo auch immer man sich mit seinem Businessmodell ansiedeln möchte: Wichtig ist es, jederzeit eine präzise Antwort auf die alles bestimmende Frage der Kunden, Kreditgeber und potentielle Partner geben zu können: What’s in for me? Was ist für mich drin?

Genauer gesagt geht es bei einem Businessmodell darum, die Wertschöpfungskette des Unternehmens in jedem Glied genau beschreiben und darüber hinaus darlegen zu können, an welcher Stelle was generiert, produziert und zu welchem Preis/Gewinn an wen verkauft wird. Jetzt und in Zukunft. Bei aller Eindeutigkeit, was die Beschreibung des Businessmodell angeht, ist es aber ebenso entscheidend, die Flexibilität des Geschäftsmodells herauszuarbeiten bzw. im besten Fall als Alleinstellungsmerkmal darzustellen.

Denn starre Modelle passen nicht zu den immer flexibleren und volatileren Märkten, wo schnelles Reagieren auf individuelle Wünsche das tägliche Brot ist. In diesem Sinne und abschließend, ist ein Businessmodell zwar eine genaue Beschreibung einer soliden Idee, niemals aber in Stein gemeißelt, dennoch aber valide, was die Wertschöpfungskette, das Grundgerüst und den Benefit für alle Akteure angeht.

Businessplanwettbewerb

Nicht nur Geschäftsideen und Geschäftsmodelle stehen in Konkurrenz zueinander. Auch Gründer-Roadmaps müssen sich mitunter messen lassen, beispielsweise bei einem der bundesweiten Businessplanwettbewerbe.

Hier nämlich werden Gründerinnen und Gründer von kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderern oder aber auch von Business Angels und Venture Capital Gesellschaften aufgerufen, ihren Businessplan in einem Wettbewerb zu präsentieren. Dafür schicken Interessierte ihren Geschäftsplan ein und eine Jury entscheidet dann, wer den Businessplanwettbewerb gewinnt und als Preisgeld entweder Bares oder auch Unterstützung in Form von Coachings und Workshops erhält.

Mancher Businessplanwettbewerb sieht sogar vor, dass die Gründerinnen und Gründer bereits beim Erstellen des Geschäftsplans unterstützt werden und ihn dann einreichen können. Letztlich ist ein Businessplanwettbewerb Teil der bundesweiten Initiative, die seit Jahren versucht, potentielle Unternehmer in Deutschland noch besser und gezielter zu fördern und ihnen Zugang zu Kapital und Expertise zu verschaffen – und sei es mit einem Businessplanwettbewerb.

Barwert

Beim Barwert handelt es sich um einen Begriff aus der Finanzmathematik. Als Synonym wird häufig auch vom Gegenwartswert oder – vornehmlich im englischsprachigen Raum – vom Net Present Value (NPV) gesprochen. Man versteht darunter den Wert, den ein in der Zukunft liegender Zahlungsstrom gegenwärtig besitzt. Es kann sich um positive wie auch negative Zahlungen handeln.

Zur Berechnung des Barwerts werden die einzelnen Zahlungsströme, d.h. sowohl Ein- als auch Auszahlungen, diskontiert. Zur Diskontierung – auch Abzinsung genannt – werden Zinsfaktor und Laufzeit benötigt. Durch die Diskontierung wird auch berücksichtigt, dass sowohl für Zahlungsempfänger als auch für Zahlungssender der Barwert umso geringer ist, desto entfernter die Zahlung in der Zukunft liegt und desto höher der Zinssatz ist.

Der Nutzen bei der Betrachtung des Barwerts liegt in der Vergleichbarkeit verschiedener Zahlungsströme, selbst wenn sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten getätigt werden. Auch können beispielsweise bei Sparverträgen die monatlich zu zahlenden Beiträge ermittelt werden, die erforderlich sind, um die vereinbarte Endsumme zu erreichen. Hierfür müssen entsprechend die Zugrunde liegende Laufzeit und der jeweilige Zinssatz berücksichtigt werden. Als weiteres Beispiel seien Aktien und Anleihen genannt. Die erwarteten Gewinne werden diskontiert, sodass der Barwert zum Bewertungsstichtag ermittelt werden kann. Neben der Rendite zählt der Barwert somit zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Analyse und Bewertung von Investments.

Bei der Bewertung von Unternehmen wird der Barwert im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode, auch DCF-Verfahren genannt, ermittelt.

Dem Barwert gegenüber steht der sogenannte Endwert. Hierunter versteht man den Wert einer ursprünglichen Zahlung, den diese in der Zukunft haben wird. Auch dafür werden Zinsen und ggf. Zinseszinsen berücksichtigt.

Corporate-Legal-Due-Diligence

Im Rahmen der Corporate-Legal-Due-Diligence wird die rechtliche Situation und somit auch die wirtschaftliche Rentabilität eines Investmentobjekts geprüft.

Bei der Due-Diligence handelt es sich zu Deutsch um eine Prüfung mit besonders gebotener Sorgfalt. Diese Prüfungen kommen vor allem beim Börsengang eines Unternehmens, bei Unternehmensübernahmen und Fusionen, beim Kauf von Immobilien oder bei geplanten Unternehmensbeteiligungen zum Einsatz. Sie dient der Erfassung und Beurteilung eines bevorstehenden Kauf- oder Übernahmevorhabens. Geprüft werden sowohl Stärken als auch Schwächen des betrachteten Objekts, mögliche Kaufrisiken und folglich sein Wert. Alle wesentlichen Ergebnisse der Due-Diligence werden im Due-Diligence-Report zusammengefasst.

Eine Sonderform dessen ist nun die Corporate-Legal-Due-Diligence. Sie fokussiert sich insbesondere auf die rechtlichen Aspekte des in Erwägung gezogenen Kaufs. Dadurch erklärt sich auch die Bezeichnung „Corporate Legal“. Bei dieser Prüfung werden vor allem bestehende Verträge, laufende Verpflichtungen, die aktuelle Situation der Anteilseigner eines Unternehmens sowie die Beschlüsse des Aufsichtsrats, des Beitrags bzw. des Gesellschaftsrats unter die Lupe genommen. Auch Kapitalerhöhungen und andere Kapitalmaßnahmen sind von Interesse. Darüber hinaus werden auch bestehende oder zu erwartende Rechtsstreitigkeiten erfasst, bestehende Mietverhältnisse gesichtet oder arbeits- und kartellrechtliche Prüfungen eingeleitet.

Abzugrenzen ist die Corporate-Legal-Due-Diligence von anderen Teildisziplinen der Due-Diligence. Zu erwähnen seien hier beispielsweise die Financial-Due-Diligence, die Personnel-Due-Diligence, die Commercial-Due-Diligence oder die IPR-Due-Diligence. Letztere befasst sich u.a. mit der Registrierung von Patenten.

Kritikpunkte an der Corporate-Legal-Due-Diligence und anderen Due-Diligences werden dahingehend geäußert, dass die prüfenden Berater immer auf die zur Verfügung gestellten Dokumente durch den Verkäufer angewiesen sind. Ausgehend von möglichen Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer in Folge von fehlerhaften oder nicht kompletten Unterlagen sind die Ergebnisse der Due-Diligence-Reports eher eine Risikominimierung als eine gänzlich transparente Prüfung. Zudem erfolgt die Durchführung oftmals per Checkliste und nicht unter Beachtung der jeweils relevanten Punkte einer individuellen Transaktion.

Crawler

Crawler sind Programme, die Webinhalte durchsuchen und analysieren.

Die Bezeichnung „Crawler“ stammt aus dem Englischen und kann mit „Kriecher“ übersetzt werden. Denn diese Programme kriechen quasi durch das World Wide Web und durchforsten seine Inhalte. Als Synonym werden daher auch die Begriffe Webcrawler, Spider oder Searchbot verwendet. Die gleichnamige Suchmaschine WebCrawler war eine der Ersten, die Volltextsuchen im Onlinebereich ermöglichten.

Crawler arbeitet weitestgehend autonom. Dabei durchsuchen sie das Internet nach Inhalten, analysieren diese und werten diese nach den jeweils vorgegebenen Kriterien aus. Überwiegend werden diese Crawler daher von Suchmaschinen eingesetzt. Durch den Einsatz der Crawler können sie ihren Index stets aktuell und möglichst vollständig halten. Neue Websites werden erkannt und indiziert, nicht mehr vorhandene Websites können aus dem Index entfernt werden. Doch nicht nur die Websites selbst, sondern vor allem ihre Inhalte sind von Interesse. Dadurch können auch relevante Zusammenhänge und vor allem Keywords der entsprechenden Website ausgelesen und mit in den Index aufgenommen werden. Durch diese Arbeit des Crawlers können Nutzer der Suchmaschinen zu relevanten Inhalten passend zum eingegebenen Keyword gelangen.

Dieses Schema ist es schließlich auch, welches sich die Suchmaschinenoptimierung als Teil des Onlinemarketings zunutze macht. Da die Crawler auch die Hyperlink-Struktur nachverfolgen, werden gezielt Backlinks produziert und keywordoptimierte Inhalte veröffentlicht.

Über die Verwendung durch Suchmaschinen sind allerdings noch weitere Einsatzgebiete für Crawler denkbar. Dazu zählt das Sammeln von online veröffentlichten E-Mail Adressdaten, Sammeln von RSS-Newsfeeds oder auch das Ausspionieren von Nutzerdaten. Um einer solchen Ausspähung zu entgehen, veröffentlichen viele Website-Betreiber ihre E-Mail-Adresse mit „(at)“ statt dem „@“-Zeichen.

Cost-per-Order (CPO)

Die Cost-per-Order Kennzahl gibt Aufschluss darüber, welche Kosten für einen durch eine Werbeschaltung erzielten Geschäftsabschluss anfallen.

Cost-per-Order wird üblicherweise mit CPO abgekürzt. Zudem wird die Bezeichnung Cost-per-Sale häufig als Synonym verwendet. Der Cost-per-Order Wert errechnet sich aus den Gesamtkosten für eine Werbeaktion geteilt durch die dadurch erreichte Anzahl der Reaktionen. Diese so ermittelte Summe stellt die Durchschnittskosten dar, die pro erzielten Geschäftsabschluss anfallen. Betrugen die Gesamtkosten für eine Werbeschaltung im Jahr beispielsweise 1.000 Euro und es wurden dadurch 100 Geschäfte abgeschlossen, so mussten pro Bestellung durchschnittlich 10 Euro an Werbekosten investiert werden, um diesen Kunden für sich zu gewinnen.

Cost-per-Order wird zudem oft als Synonym zum Vergütungsmodell Pay-per-Order genutzt. Wenn Werbende im Onlinebereich durch Banner oder Links zu ihrem Angebot auf sich aufmachen sollen, wollen sie diese Maßnahme natürlich auch finanziell so effizient wie möglich gestalten. Daher wäre es wenig sinnvoll, einen Werbeträger pauschal zu vergüten. Dadurch bestünde die Gefahr, dass in eine Werbemaßnahme investiert wurde, die keinerlei Anklang findet und es deshalb zu keiner Neukundengewinnung kommt. Wird hingegen „per Order“ abgerechnet, werden weder einzelne Impressions, noch Klicks oder erste Kontaktaufnahmen vergütet. Stattdessen ist entscheidend, ob durch die Werbeschaltung Bestellungen oder Aufträge generiert wurden. Daher stammt auch die Bezeichnung „per Order“. Andere Modelle wären „per Klick“ oder auch „per Lead“. Hier würde eine Vergütung für das Schalten der Werbeanzeige bereits durch Klicks oder erhaltene Kontaktdaten durch einen Interessenten erfolgen.

Da einige Kunden möglicherweise mehrfach auf eine Werbeschaltung geklickt haben, ehe sie auf der verlinkten Website einen Kauf tätigen, kann durch Verfolgung von Cookies und IP-Adressen der tatsächliche Verlauf vom Klicken auf einen Banner oder Link bis hin zum Geschäftsabschluss erfasst werden. Der CpO-Wert wird dadurch aussagekräftiger.

Cost-Per-Mille (CPM)

Bei Cost-per-Mille handelt es sich um eine Kennzahl, die die Kosten für je tausend Sichtkontakte im Bereich der Bannerwerbung angibt.

Cost-per-Mille ist im deutschen Sprachraum auch als „Tausend-Kontakt-Preis“, „Tausenderpreis“ oder „Thousand-Ad-Impressions (TAI)“ bekannt. Diese Kennzahl ist gängiger Bestandteil des Onlinemarketings. Der Cost-per-Mille Wert gibt an, welcher Betrag aufgebracht werden muss, um durch das jeweilige Werbemittel 1.000 Sichtkontakte zu erzeugen. Der CpM-Wert errechnet sich aus dem Gesamtpreis der Werbeschaltung geteilt durch die dadurch erzeugten Impressionen multipliziert mit 1.000 (Preis: Reichweite * 1.000).

Cost-per-Mille wird zudem häufig als Synonym zum Abrechnungsmodell Pay-per-Mille verwendet. Lässt ein Werbender auf einer externen Website Werbebanner oder auch Sponsorenlinks veröffentlichen, möchte die andere Partei dafür natürlich eine Gegenleistung. Beim Pay-per-Mille Modell wird allerdings keine pauschale Vergütung für die reine Veröffentlichung gezahlt. Stattdessen wird ermittelt, wie häufig eine Werbeschaltung vom Besucher einer Website betrachtet wird. Seinen Namen trägt das Pay-per-Mille Modell schließlich, weil bei ihm jeweils pro tausend Impressions vergütet wird. Es handelt sich also um eine rein quantitative Abrechnung. Die Qualität der Impressionen und daraus entstandenen Kontakte wird bei anderen Abrechnungsmodellen, allen voran beim „Pay-per-Order“-Modell, fokussiert.

Der Preis, den ein Werbender für jeweils tausend Sichtkontakte bezahlt, wird im Vorfeld vereinbart. Das Abrechnungsmodell ist somit gut planbar, da entstehende Kosten bereits vorab bekannt sind. Die Summe hängt vor allem vom Potential der Zielgruppe oder auch der Qualität der Website ab. Entscheidend sind auch die Besucherzahlen oder bei Printmedien die Auflage. Allerdings lassen sich anhand der entstandenen Sichtkontakte nur Prognosen über tatsächliche Geschäftsabschlüsse treffen. Ob die Zielgruppe die Botschaft annimmt, ist nicht gewiss.

Coaching

Coaching beschreibt den Prozess des beratenden Begleitens von Menschen (Klienten) während unterschiedlicher Lebensphasen, beruflich oder privat. Dabei zielt das Coaching darauf ab, die Klienten dabei zu unterstützen, Hindernisse und Probleme, die sich als Barrieren beim Erreichen privater oder beruflicher Ziele erweisen, zu erkennen und zu überwinden.  Generell lässt sich Coaching in praktisch allen Situationen und Settings denken und durchführen. So gibt es neben dem beruflichen Coaching auch jenes, das beim Erreichen sportlicher, emotionaler oder auch spiritueller Ziele unterstützt.

Coaches sind dabei nicht unbedingt Therapeuten, sondern externe Experten, die durch den objektiven Blick von außen eine neue Sicht der Dinge für den Klienten ermöglichen sollen – und das in der Regel streng bezogen auf die akute Fragestellung oder Herausforderung. So soll das Coaching am Ende Hilfe zur Selbsthilfe sein, die Coaches mit situationsbezogenen Verhaltensempfehlungen, ihren Beobachtungen und auch in Form von Tools entsprechender Coaching-Ansätze begleiten.

Formen und Bereiche des Coachings

Coachings können als Einzel- oder auch Teamcoachings stattfinden, vor Ort beim Klienten selbst, in den Räumen des Coaches oder auch auf “neutralem Boden”.  Angewendet wird das Coaching nicht nur in der Personal- und Fachkräfte-Entwicklung, sondern auch im Bereich der Mitarbeiterführung, im Konfliktmanagement und natürlich auch, was  die Work-Life-Balance angeht. Hinzu kommt, dass auch viele Startups von einem entsprechenden Coaching Gebrauch machen und profitieren.

Das Coaching kann sich dabei auf wenige Stunden, Wochenendseminare oder auch auf Workshops von mehreren Tagen erstrecken, wie es aber auch über mehrere Monate oder gar Jahre begleitend ausgeführt werden kann.  Ob punktuell, periodisch oder permanent: Coaching setzt immer darauf, die Ressourcen des Klienten zu aktivieren, die Wahrnehmung zu erweitern und auch neue Handlungsoptionen zu schaffen – durch direktes und konstruktives Feedback, nicht aber durch konkrete Handlungsanweisungen- und empfehlungen.

Cashflow

Als Cashflow bezeichnet man eine Messgröße, die Aufschluss über die Liquidität eines Unternehmens in der betrachteten Periode gibt.

Cashflow stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Geldfluss“. Im deutschen Sprachraum wird als Synonym jedoch der Begriff Kapitalflussrechnung verwendet. Allerdings kann dieser Begriff irreführend sein, denn das Kapital eines Unternehmens ist meist nicht liquide. Passender wäre genau genommen der Begriff „Geldflussrechnung“, welcher sich jedoch bisher nur in der Schweiz durchgesetzt hat.

Grundsätzlich soll der Cashflow Aufschluss über den Zahlungsmittelstrom eines Unternehmens geben. Hierfür wird der Überschuss der Einzahlungen über die Auszahlungen berechnet. Für die indirekte Cashflow Ermittlung wird in der Regel der Jahresüberschuss nach Steuern herangezogen. Nicht zahlungswirksame Aufwendungen werden addiert. Diese nicht zahlungswirksamen Aufwendungen sind beispielsweise Abschreibungen oder außerordentliche Aufwendungen. Nicht zahlungswirksame Erträge hingegen werden subtrahiert. Dabei kann es sich zum Beispiel um Entnahmen aus Rücklagen oder Zuschreibungen handeln. Seltener erfolgt die direkte Ermittlung des Cashflows. Hierzu werden von den zahlungswirksamen Erträgen direkt die zahlungswirksamen Aufwendungen subtrahiert, woher auch die Bezeichnung stammt.

Der Cashflow wird immer für einen abgesteckten Zeitraum ermittelt. Dabei kann es sich um ein Geschäftsjahr oder auch nur ein Quartal handeln. Fällt der Cashflow positiv aus, so spricht man von einem Mittelzufluss. Anderenfalls, also wenn der Cashflow negativ ist, herrscht im Unternehmen ein Mittelabfluss. Ist beispielsweise eine Kreditnahme geplant, so wirkt sich ein positiver Cashflow natürlich positiv auf die Kreditbewilligung aus, denn der Kreditgeber kann daran erkennen, dass das Unternehmen selbstständig in der Lage ist, seine Schulden zu tilgen. Gemäß des Handelsgesetzbuches muss der Cashflow bzw. die Kapitalflussrechnung im Rahmen von Konzernabschlüssen und auch bei nicht zum Konzernabschluss verpflichteten Kapitalgesellschaften ermittelt werden.

Chief-Executive-Officer (CEO)

„Chief-Executive-Officer“ bezeichnet vor allem im US-amerikanischen Rechtsraum den Geschäftsführer eines Unternehmens.

Beim Chief-Executive-Officer handelt es sich um die höchste Führungskraft des jeweiligen Unternehmens. Dabei kann es sich um den alleinigen Geschäftsführer oder im Falle einer Aktiengesellschaft um den Vorstandsvorsitzenden handeln. Durch seine Position trägt der CEO die Gesamtverantwortung für Erfolg oder Misserfolg des Geschäfts. Der CEO ist für das Management verantwortlich, er delegiert und trifft insbesondere strategische, aber auch organisatorische Entscheidungen. Dementsprechend sollten erfolgreiche CEOs neben ihrer Qualifikation auch über Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualitäten verfügen. In Großbritannien wird statt CEO die Bezeichnung MD für Managing Director verwendet. Dieser wäre wiederum im US-amerikanischen Sprachraum lediglich im Mittelfeld der Unternehmenshierarchie angesiedelt.

Im US-amerikanischen Raum besitzt die Bezeichnung CEO rechtskräftige Funktion und ist mit der deutschen Bezeichnung „Geschäftsführer“ zu vergleichen. Ganz identisch sind die Begrifflichkeiten allerdings nicht. Denn während es in Deutschland mehrere Geschäftsführer eines Unternehmens geben kann, gibt es stets nur einen CEO. Das gilt zumindest dann, wenn man den Chief-Executive-Officer in seiner ursprünglichen Definition betrachtet. Doch durch die zunehmende Internationalisierung wird der Begriff Chief-Executive-Officer (CEO) häufig auch hierzulande genutzt. Allerdings hat der Titel in Deutschland rechtlich betrachtet keine Relevanz. Stattdessen wird er bevorzugt bei der Außendarstellung und Veranschaulichung der Position in einer Firma verwendet.

Vorsicht sollte immer bei der unsachgemäßen Verwendung der Titel „CEO“ oder „Geschäftsführer“ geboten sein. Wird dadurch beispielsweise durch einen Einzelunternehmer im Geschäftsverkehr bewusst ein größeres Unternehmen oder eine hohe Zahlungsfähigkeit vorgetäuscht, kann dies zu kostspieligen Abmahnungen führen. Entscheidend ist dabei jedoch in aller Regel das vermittelte Gesamtbild.

Chief-Financial-Officer (CFO)

Der Chief-Financial-Officer ist ein kaufmännischer Manager, der hauptsächlich für die Finanzen eines Unternehmens zuständig ist.

Der Chief-Financial-Officer ist einer der obersten Manager eines Unternehmens und gehört somit zur Unternehmensführung. Die Abkürzung „CFO“ ist inzwischen üblich geworden. In Deutschland hingegen hat die Bezeichnung Chief-Financial-Officer keine rechtliche Bedeutung. Sie wird allerdings im Rahmen der internationalen Ausrichtung von Unternehmen oftmals als Zusatzangabe verwendet, um Aufschluss über die jeweilige Position zu geben. Hier wäre der CFO einer der Geschäftsführer eines Unternehmens, wobei sein Schwerpunkt das Finanzwesen wäre.

Beim Chief-Financial-Officer handelt es sich nicht um ein eigenständiges Berufsbild, sondern vielmehr um eine Position im Unternehmen. Zu den Aufgaben des Chief-Financial-Officers zählt die Verwaltung der verfügbaren Geldmittel, die Übersicht über getätigte Umsätze sowie Steuern und Bilanzen. Hierfür arbeitet er eng mit Wirtschaftsprüfern sowie Steuerbehörden zusammen. Er entwickelt Strategien und Problemlösungen zur möglichst effizienten Nutzung der Geldmittel eines Unternehmens. Er organisiert den Einsatz der verfügbaren Finanzen und behält stets den Überblick über die aktuelle Lage eines Unternehmens. Darüber hinaus trägt er dafür Sorge, dass auch die obersten Manager neben ihm einen Blick auf die Finanzen eines Unternehmens haben und ihre Führung dahin gehend ausrichten können.

Chief-Financial-Officer kommen in nahezu allen Branchen mittelständischer oder größerer Unternehmen zum Einsatz. Eine spezielle Berufsausbildung oder ein auf diese Aufgabe spezialisiertes Studium existiert nicht, in der Regel hat ein CFO aber Betriebswirtschaftslehre oder ein ähnliches Studienfach absolviert und verfügt bereits über ein Mindestmaß an Management-Erfahrungen. Gehobenes Wissen im Bereich der Rechtslegung sind für seine Arbeit ebenfalls von Bedeutung. Neben seiner fachlichen Qualifikation spielen natürlich auch seine Führungskompetenzen eine entscheidende Rolle.

Chief-Marketing-Officer (CMO)

Der Chief-Marketing-Officer übernimmt in einem Unternehmen die oberste Führung des Marketingbereichs.

Die Bezeichnung Chief-Marketing-Officer wird üblicherweise mit CMO abgekürzt. Gemeint ist damit eine Position im oberen Management, denn der CMO ist der Hauptverantwortliche für das gesamte Marketing eines Unternehmens. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem angelsächsischen Sprachraum, ist aber inzwischen auch in Deutschland eine gängige Bezeichnung. Dies hat sich vor allem im Zuge der internationalen Ausrichtung vieler Unternehmen bewährt. Alternativ werden die deutschen Begriffe „Marketingleiter“ oder „Marketingverantwortlicher“ bzw. Marketing-Vorstand bei AGs genutzt.

Der Verantwortungsbereich des Chief-Marketing-Officers erstreckt sich über alle Strategien und Pläne des Marketing-Mix’. Dazu zählen die Produktpolitik, Preis- und Kommunikationspolitik sowie die Distributionspolitik. Dementsprechend sorgt er gezielt für die Markenentwicklung, deren Einführung und die konsequente Etablierung am Markt. Er koordiniert Verkauf und Vertriebswege, achtet auf einen effizient arbeitenden Kundendienst und ist für die Leitung der Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Marktforschung verantwortlich. Auch Sonderangebote und -aktionen können von ihm initiiert werden. Ferner verfügt der Chief-Marketing-Officer im Vergleich zu anderen Angehörigen des C-Levels eines Unternehmens über eine hohe Kundennähe. Dadurch kann er die Produktion oder Leistungen eines Unternehmens gezielt an die Anforderungen des Marktes anpassen und drohende Fehlinvestitionen vermeiden.

Um seinen gehobenen Aufgaben gerecht zu werden, benötigt der Chief-Marketing-Officer stets einen Überblick und natürlich Führungsqualitäten. Seine theoretischen wie auch praktischen Erfahrungen sind Grundvoraussetzungen, um den Marketingbereich eines Unternehmens erfolgreich führen zu können. CMOs haben daher häufig ein Studium im Bereich Marketing durchlaufen oder verfügen über eine ähnliche Qualifikation. Zudem muss der Chief-Marketing-Officer ein Gespür für Trends haben und darf aktuelle wie auch zu erwartende Marktentwicklungen nicht aus dem Auge verlieren.

Chief-Operation-Officer (COO)

Ein Chief-Operation-Officer ist in einem Unternehmen für die Führung des operativen Geschäfts verantwortlich.

Im angelsächsischen Sprachgebrauch findet sich sowohl die Bezeichnung „Chief-Operation-Officer“ als auch die Abwandlung „Chief-Operating-Officer“ wieder. Beide werden jedoch mit COO abgekürzt und bezeichnen dieselbe Position. Der COO ist für die Leitung und Betreuung des operativen Geschäfts verantwortlich. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens hingegen fällt nicht in seinen Aufgabenbereich. Stattdessen werden strategische Entscheidungen in dieser Konstellation vom CEO, dem Chef-Executive-Officer, getroffen.

Lediglich in kleineren Unternehmen deckt der CEO gleichzeitig auch die Aufgaben eines COOs mit ab. Ab einer bestimmen Unternehmensgröße lassen sich strategisches und operatives Geschäft jedoch nur schwer von einer Person führen. Daher wird hier der Chief-Operation-Officer tätig. Der COO zählt somit zum gehobenen Management eines Unternehmens, führt es allerdings nicht allein. Er wendet sich in Form von Berichten routinemäßig an die jeweils ranghöchste Führungskraft, in aller Regel ist das der CEO. Je nach Bedarf können auch zwei oder mehrere COOs eingesetzt werden, um dadurch einzelne Geschäftsbereiche oder Abteilungen leiten zu können. Dies war beispielsweise bei der Investmentbank Lehman Brothers im Jahre 2002 der Fall, Joseph Gregory und Bradley Jack waren seiner Zeit Co-COOs.

Wie genau sich die Tätigkeiten des Chief-Operation-Officers gestalten, variiert und ist von Branche und Unternehmen abhängig. Grundsätzlich ist er dafür zuständig, dass das Tagesgeschäft reibungslos verlaufen kann. Hierfür koordiniert er unter anderem das Personal und plant Ressourcen ein, koordiniert die Produktion bzw. Leistungen, behält dabei stets die Betriebsmittel im Blick und setzt neu entwickelte Strategien zielgerichtet um. Andere operative Teilbereiche wie können, müssen aber nicht von ihm berührt werden. Mögliche Kompetenzüberschneidungen sind immer am Einzelfall zu betrachten.

Chief-Technical-Officer (CTO)

Der Chief-Technical-Officer ist für die umfassende technische Funktionalität sowie Entwicklung und Forschung innerhalb eines Unternehmens verantwortlich.

Der Chief-Technical-Officer wird häufig auch mit „CTO“ abgekürzt, teilweise wird auch die Bezeichnung Chief-Technology-Officer verwendet. Ins Deutsche übersetzt ist die Position des CTOs mit der des technischen Leiters vergleichbar. Seltener wird vom technischen Vorstand oder dem technischen Geschäftsführer gesprochen. Die Verwendung der englischen Bezeichnung „Chief-Technical-Officer“ hat in Deutschland rein rechtlich betrachtet keine Relevanz. Trotzdem findet sich der Titel immer häufiger auch hierzulande wieder. Gründe hierfür können die steigende internationale Ausrichtung eines Unternehmens oder auch Imagegründe sein.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Chief-Technical-Officer dafür verantwortlich ist, dass die Vision eines Unternehmens durch dessen technische Struktur getragen werden kann. Hierunter muss er den Ressourcenbedarf eines Unternehmens erkennen und effizient realisieren können. Zu seinen konkreten Aufgaben zählt neben der technischen Überwachung des Tagesgeschäfts auch die langfristige strategische Planung und ggf. Umstrukturierung der technischen Gegebenheiten eines Unternehmens. Der CTO kann hierbei als Bindeglied zwischen dem obersten Management und einzelnen technischen Abteilungen und Bereichen eines Unternehmens betrachtet werden. Seine Berichterstattung richtet er meist direkt an den CEO des Unternehmens sowie an den CIO, den Chief-Information-Officer, wessen Tätigkeit ebenfalls technisch ausgerichtet ist. In kleineren Unternehmen werden CIO und CTO als Synonyme verwendet, wenngleich ihre Profile nicht übereinstimmen.

Grundvoraussetzung für die Position des Chief-Technical-Officers ist somit sein umfassendes technisches Wissen und die erforderliche Führungskompetenz. Da sein Hauptaugenmerk auf einer sehr schnelllebigen Komponente des Unternehmens liegt, muss er sich laufend weiterbilden, Trends beobachten und neuste technologische Standards von morgen erkennen können.

Churn-Rate

Die Churn-Rate gibt Auskunft darüber, wie viele der Bestandskunden einem Unternehmen im betrachteten Zeitraum verloren gegangen sind.

„Churn“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Change“ und „Turn“ zusammen, welche zu Deutsch mit „Wechsel“ und „Abkehr“ übersetzt werden können. Gemeint ist das Verhalten der Kunden eines Unternehmens. Sie kehren sich nicht nur von ihm ab, sondern wechseln gleichzeitig zu einem Konkurrenzunternehmen. Im deutschen Sprachgebrauch wird als Synonym auch von der Abwanderungsquote, Abwanderungsrate oder aber der Kundenverlustrate gesprochen.

Die Churn-Rate gibt an, wie viele Kunden innerhalb der analysierten Periode abwandern, also die angebotenen Leistungen nicht mehr länger nutzen wollen. Sie errechnet sich aus der Menge der abgewanderten Kunden geteilt durch die Gesamtmenge der vorhandenen Bestandskunden. Das Pendant zur Churn-Rate ist die Retention-Rate. Retention steht hierbei für die Kunden, die dem Unternehmen erhalten bleiben. Die entsprechenden Zahlen werden meist mittels spezieller Customer-Relation-Management (CRM) Software in Datenbanken erfasst und anschließend ausgewertet. Angestrebt wird eine möglichst niedrige Churn-Rate. Liegt sie bei null, ist kein einziger Kunde verloren gegangen. Nähme die Churn-Rate den Maximalwert von 1 an, würde dies bedeuten, dass alle Kunden abgewandert sind.

In der Praxis ist die Churn-Rate vor allem in Branchen von großem Interesse, in denen die Bereitwilligkeit der Konsumenten, den Anbieter zu wechseln, sehr hoch ist. Dies ist vor allem bei Abonnements und Telekommunikationsanbietern der Fall. Die Churn-Rate ist hierbei ein wichtiges Merkmal zur Messung der Kundenzufriedenheit. Im Falle zu hoher Kundenabwanderungen kommen wiederum verschiedene Methoden in Betracht. So können zunächst durch preisliche Marktanpassungen und Sonderaktionen weitere Abwanderungen verhindert werden. Der Bestand wird oftmals durch gezielte Neukundenakquise sowie durch den Versuch der Kundenrückgewinnung (Customer Recovery) gepflegt.

Co-Investor

Ein Co-Investor ist an der Finanzierung eines Unternehmens mitbeteiligt, allerdings nicht der Hauptinvestor.

Neben Bankkrediten spielen bei der Finanzierung von Start-ups vor allem Investoren eine große Rolle, um das nötige Kapital zu realisieren. Ihre finanzielle Beteiligung am Projekt wird auch als Kapitalbeteiligung oder Unternehmensbeteiligung bezeichnet. Dementsprechend sind sie im Falle einer GmbH Anteilseigner, bei einer Aktiengesellschaft Aktionäre oder bei einer Personengesellschaft Mitunternehmer.

Ihre Investoren finden Gründer auf verschiedenen Wegen. Von speziellen Matching-Veranstaltungen bis hin zu Onlineportalen speziell für die Vermittlung zwischen Gründern und Investoren bieten sich hierfür diverse Möglichkeiten. Doch nicht immer findet sich ein Großinvestor. Viele Gründer wollen zudem von vornherein nicht von einem einzigen Investor abhängig sein. In diesen Fällen beteiligen sich oftmals mehrere Investoren an einem Unternehmen.

Die Investoren, die nicht als Hauptanteilseigner am Unternehmen beteiligt sind, bezeichnet man als Co-Investoren. Sie können sich aus Privatpersonen oder Unternehmen zusammensetzen. Aus Sicht des Co-Investors gibt es zahlreiche verschiedene Gründe, die seine Beteiligung am Unternehmen erklären.

Zum einen kann er dadurch sein Risiko eines Verlustes minimieren. Statt seinen Fokus auf nur ein Start-up zu richten, verteilt er seine Kapazitäten auf mehrere Co-Investitionen. Durch die Streuung minimiert er sein Verlustrisiko und ist gleichzeitig weniger von einem Investment abhängig. Darüber hinaus kann er durch mehrere Co-Investitionen sein Netzwerk erweitern. Auch kann es sein, dass der Primärfokus eines Start-ups nicht zu seinen Hauptinteressengebieten zählt. Möglicherweise findet er eine Geschäftsidee zwar interessant und erkennt Potential, ist aber nicht vollends davon überzeugt, die Finanzierung eines Start-ups als Hauptinvestor stemmen zu wollen. Als Co-Investor umgeht er auch die führende Rolle des Hauptinvestors, zu der er sich womöglich zeitlich, finanziell oder durch mangelnde Kompetenzen nicht in der Lage sieht.

Company-Building

Das Company-Building ist eine Variante der Unternehmensgründung, bei der sich Investoren aktiv am Unternehmensaufbau beteiligen.

Der Begriff Company-Building ist im Bereich der Start-up Szene zu Hause. In dieser Phase ist es von besonderer Bedeutung, ausreichend finanzielle Mittel zur Verwirklichung der Geschäftsidee zur Verfügung zu haben. Doch neben dem erforderlichen Kapital spielt auch die strategische Ausrichtung eine große Rolle. Nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrungswerte sind vonnöten, um ein effizient und gewinnbringendes Unternehmen auf den Weg zu bringen.

Daher setzt das Company-Building nicht nur auf die kapitalbringenden Kräfte der Investoren, sondern auch auf deren aktive Einbringung. Schließlich ist es auch in ihrem Interesse, dem Unternehmen zum Aufschwung zu verhelfen. Investoren können hierzu Ideen einbringen, Teams zusammenstellen oder auch auf ihr bereits vorhandenes Netzwerk zurückgreifen. Hierfür spielt natürlich auch der Faktor Zeit eine große Rolle. Diese bringen Company-Builder ohne weitere Vergütung mit in den Geschäftsaufbau ein. Vor allem aber im operativen Geschäft verfügen erfahrene Entrepreneure in der Regel über ein umfassenderes Know-how der sich bietenden Handlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig können viele Fallstricke und Fehler, die unerfahrene Gründer begehen können, erkannt und gebannt werden. Die Chance eines Start-ups, sich am Markt etablieren zu können, steigert sich so um ein Vielfaches. Gründer profitieren zudem von weiteren Einsparnissen, da sie nicht auf externe Berater angewiesen sind. Da die Gegenleistung für die Investoren durch ihre Anteile am erwirtschafteten Gewinn bestimmt ist, spielt natürlich das Potential eines Start-ups eine große Rolle, um derart aktive Investoren zu finden.

Neben dieser Funktionsweise des Company-Buildungs durch proaktives Einbringen der Investoren kann die Bezeichnung allerdings auch meinen, dass der Gründer selbst seine Firma Stück für Stück aufzieht und dazu selbst mit anpackt. Dieser Gebrauch ist allerdings vergleichsweise selten üblich.

Conversion-Rate

Durch die Conversion-Rate wird eine Statusumwandlung bezeichnet, zum Beispiel von einem Interessenten in einen Käufer.

„Conversion“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Verwandlung“ oder auch „Umsetzung“. Im Deutschen wird häufig auch von Konversion, Umsatzrate oder Umwandlungsrate gesprochen. Gemeint ist damit, dass auf eine Aktion ein Lead folgt. Je nach Betrachtungswinkel und Absicht einer Werbemaßnahme kann dieser Lead unterschiedlich aussehen.

Bei solch einem Lead kann es sich um einen Kauf, eine Beauftragung oder auch die Anforderung von Infomaterial handeln. Eine Conversion findet unter anderem statt, wenn der Besucher eines Onlineshops zum Käufer in diesem Shop wird. Auch fände eine Conversion statt, wenn der Besucher der Website eines Dienstleisters zunächst nur Interessent ist, dann aber zum Auftraggeber wird. Der Begriff Conversion-Rate wird demnach oft, aber nicht zwangsläufig immer im Bereich des Onlinemarketings genutzt. Durchaus kann die Conversion-Rate auch im klassischen Marketing angetroffen werden. Hier kann zum Beispiel auf den postalischen Versand eines Kataloges die Umwandlung des Empfängers in einen zahlenden Kunden erfolgen, sobald dieser seine Bestellung aufgibt.

Die Conversion-Rate errechnet sich aus der Anzahl der Leads geteilt durch die Anzahl der Gesamtbesucher bzw. Werbemittelempfänger multipliziert mit 100 (Käufer: Besucher * 100). Die Conversion-Rate wird in Prozent angegeben. Besuchen beispielsweise 2.000 Benutzer am Tag einen Onlineshop, wovon schließlich 50 Personen tatsächlich eine Bestellung aufgeben, so betrug die Conversion-Rate an diesem Tag 5 Prozent und läge dadurch im Mittelfeld.

Die Aussagekraft der Conversion-Rate kennt allerdings auch Grenzen. Ein Sinken der Conversion-Rate bedeutet zum Beispiel nicht zwangsläufig, dass es im betrachteten Zeitraum auch zu geringeren Umsätzen kam. Auch wird oft nicht berücksichtigt, dass ein Kunde vor seiner Bestellung mehrere Klicks verursacht haben kann. Um die Aussagekraft der Conversion-Rate zu steigern, ist es daher ratsam, bei der Berechnung nur Unique Visits zu berücksichtigen.

Copycat

Copycats kopieren fremde Geschäftsmodelle, die sich bereits bewährt haben, für die Gründung ihres eigenen Unternehmens.

Der Begriff Copycat bedeutet übersetzt so viel wie „Nachahmer“ oder auch „Trittbrettfahrer“. Im Bereich der Start-up Szene sind damit eine oder mehrere Personen gemeint, die bereits am Markt etablierte Geschäftsmodelle beobachten und anschließend für ihre eigenen Zwecke übernehmen.

Was Copycats anbelangt, so gehen die Meinungen auseinander. Die einen sehen darin ein legitimes Vorgehen und erachten eigene Ideen und Konzepte nicht als Grundvoraussetzung für die Geschäftsgründung. Die anderen betrachten das Prinzip der Copycats als Ärgernis – vor allem natürlich all jene, deren Geschäftsmodell bereits abgekupfert wurde. Kopiert wird aber in aller Regel nicht direkt vor der eigenen Haustür, sondern in einem ausländischen Markt.

Trotz der geteilten Meinungen liegen die Vorteile für Copycats auf der Hand. Schon die eigentliche Idee muss nicht lange gesucht werden – interessant ist, was sich bereits erfolgreich am Markt positionieren konnte. Im Falle der Copycats ist das Risiko zu scheitern geringer, denn das Geschäftsmodell hat sich bereits einmal als machbar erwiesen, der Proof-of-Concept ist somit gegeben. In diesem Zuge fällt es Copycats auch nicht schwer, die Erfolgsgeschichte nachvollziehen und vor allem nachahmen zu können. Die Zielgruppe ist bekannt, das Verhalten des Konsumenten konnte bereits beobachtet werden, entsprechende Vermarktungsmaßnahmen und Vertriebswege sind nachvollziehbar. Gleichzeitig können Risiken und Fehlentscheidungen des Vorreiters vom Nachahmer schon im Vorfeld erkannt und umgangen werden.

Trotzdem bedeutet das Copycat-Prinzip nicht auch automatisch auch problemloses Gelingen. Ein bekanntes Beispiel ist das deutsche StudiVZ, welches sich an das US-amerikanische Vorbild Facebook anlehnte. Ein ähnlich durchschlagender Erfolg konnte nicht erreicht werden. Vorsicht ist auch immer dann geboten, wenn sich zu nah an fremden Geschäftskonzepten orientiert wird, was möglicherweise mit Rechtsverstößen einhergeht. Auch im obigen Beispiel landete das Copycat-Prinzip vor Gericht: Facebook verklagte 2009 StudiVZ wegen zu großer Gestaltungsübereinstimmungen.

Copyright

Das Copyright kennzeichnet, wer befugt ist, ein geschütztes Werk zu kopieren. Er hat sozusagen das „right to copy“.

Das Copyright stammt aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum und bedeutet zu Deutsch Kopierrecht. Es schützt Werke in Form von Bild- und Tonmaterial, Schriftstücke oder auch programmierte Software. Kennzeichnend für vom Copyright geschützte Werke ist das bekannte Symbol mit dem eingekreisten „C“. Das Copyright hat derjenige, der befugt ist, ein Werk zu kopieren und für seine Zwecke zu verwenden. Bei ihm liegen somit die jeweiligen Nutzungs- und Verwertungsrechte. Das heißt nicht zwangsläufig, dass er selbst auch der menschliche Schöpfer des geschützten Werkes ist. Er kann diese Rechte auch vom eigentlichen Urheber erworben haben.

Das Copyright ist somit dem deutschen Urheberrecht zu weiten Teilen ähnlich und bezweckt teilweise dasselbe, ist ihm aber nicht identisch. Denn das hiesige Urheberrecht liegt immer beim Schöpfer des Werkes. Das Urheberrecht selbst ist somit nicht übertragbar. Ausnahmefall ist eine Übertragung durch Vererbung im Todesfall des Urhebers. Der Urheber hat jedoch das Recht, Nutzungs- und Verwertungsrechte an eine dritte Person zu übertragen. Er allein entscheidet, wer sein Werk in welchem Rahmen nutzen darf. Dadurch kann er auf Teilaspekte seines Urheberrechts verzichten, es aber nicht im Ganzen abtreten.

Bei der Gestaltung einer eigenen Website oder sonstigen Plattformen und Werbemitteln ist daher darauf zu achten, dass der Copyright-Vermerk allein nicht alle Aspekte des deutschen Urheberrechts erfasst. Auch kann es kostspielige Konsequenzen nach sich ziehen, wenn der Copyright-Vermerk an Stellen angewendet wird, die fremde Werke ohne vergebene Nutzungsrechte enthalten. Ein gesonderter Verweis auf urheberrechtliche Aspekte hat sich daher als sinnvoll erwiesen und findet sich meist im Impressum wieder.

Cost-per-Click (CPC)

Bei Cost-per-Click handelt es sich um ein Abrechnungsmodell, welches vor allem im Onlinemarketing eingesetzt wird.

Die Bezeichnung „Cost-per-Click“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Kosten pro Klick“. Eine gängige Abkürzung hierfür ist CPC, als Synonym wird oft der Begriff Pay-per-Click genutzt. Dieses Abrechnungsmodell kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Werbende im Internet Banner schalten oder Links in externe Websites einbinden lassen. Demjenigen, der derartige Werbemaßnahmen auf seiner Website veröffentlicht, wird dafür jedoch kein fixes Entgelt pro Monat oder Werbemittel gezahlt. Stattdessen zahlt der Werbende nur für die jeweils erfolgten Klicks, die auf sein eigenes Angebot weiterleiten. Für die reine Einbindung der Werbung erfolgt keine Bezahlung. Auch das Betrachten der Anzeige durch die Websitebesucher genügt beim Cost-per-Klick Abrechnungsmodell nicht.

Für den Werbenden zieht das vor allem ein besseres Kosten-Nutzen Verhältnis nach sich. Er läuft nicht Gefahr, für eine Werbeschaltung zu zahlen, die womöglich keinerlei Aufmerksamkeit bekommt und somit eine Fehlinvestition wäre. Allerdings bedeutet ein Klick auch noch nicht einen dadurch resultierenden Geschäftsabschluss. Ein weiteres Abrechnungsmodell wäre „Pay per Sale“. Hier würde nicht schon mit dem reinen Klick eine Bezahlung anfallen, sondern erst, wenn dadurch auch tatsächlich Umsatz erzeugt wird.

Welche Kosten pro Klick berechnet werden wird individuell vereinbart. Meist greift jedoch das Prinzip des Höchstbietenden. D.h. es bekommt derjenige eine der meist begrenzten Werbeflächen, der bereit ist, am meisten pro getätigten Klick zu bezahlen. Um dem Missbrauch vorzubeugen, finden verschiedene Techniken Verwendung. So wird beispielsweise automatisch erkannt, wenn in kürzester Zeit von einer IP-Adresse aus mehrfach auf eine Werbeeinblendung geklickt wird. In diesem Falle erfolgt dann keine Zahlung für fingierte Klicks.

Catch-up

Beim Catch-up handelt es sich um eine Bezeichnung aus dem Bereich Private Equity bzw. Venture Capital. Genauer genommen spricht man von der Catch-up-Periode. In diesem Zeitraum fließen etwaige Veräußerungserlöse einer Beteiligung ausschließlich der VC-Gesellschaft zu. Catch-up-Klauseln zählen daher zu den Vorzugsrechten.

Der Endzeitpunkt der Catch-up Periode kann auf unterschiedliche Art und Weise festgelegt werden. Grundsätzlich dauert sie an, bis dem Venture Capitalist (VC) sein zustehender Anteil ausgeschüttet wurde. In der Regel wird er als absoluter Betrag definiert. Es ist aber auch möglich, ihn als Rendite festzulegen. Nach der Catch-up-Periode werden alle weiteren Verkaufserlöse im jeweilig vereinbarten Verhältnis verteilt.

Daneben existiert der Catch-up-Effekt, ins Deutsche übersetzt „Aufholeffekt“. Gemeint ist damit die Beobachtung, dass schwache Volkswirtschaften ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum haben, als bereits reiche Länder. Der Prozess kann in offenen Volkswirtschaften insbesondere durch den Austausch von Technologien weiter verstärkt werden.

Cost-per-Lead (CPL)

Beim Cost-per-Lead handelt es sich um ein Finanzierungsmodell im Onlinemarketing, welches auf übertragenen Kontaktdaten basiert.

Das Cost-per-Lead Modell stammt aus dem Onlinebereich und kann zu Deutsch mit „Kontaktvergütung“ übersetzt werden. Üblicherweise wird statt dem langen Begriff Cost-per-Lead einfach nur vom CPL gesprochen. Gemeint sind die Kosten, die im Zuge der Schaltung von Werbemitteln entstehen. Hierzu können beispielsweise Sponsorenlinks oder Werbebanner gezählt werden. Wird mit dem Cost-per-Lead Finanzierungsmodell gearbeitet, wird dafür keine pauschale Vergütung bezahlt. Auch reichen keine reinen Impressions des Werbemittels oder das Anklicken durch einen Websitebesucher. Stattdessen wird per Leads berechnet. Unter einem Lead versteht man in diesem Zusammenhang übermittelte Kontaktdaten eines Interessenten.

Konkrete Beispiele, wie sich solch ein Lead gestalten kann, gibt es viele. Internetnutzer können sich beispielsweise auf einem Portal registrieren, sich zum Empfang eines Newsletters anmelden oder Infopakete über ein Produkt bzw. eine Dienstleistung anfordern. Auch durch die Bitte um einen Rückruf zum Beratungsgespräch kann solch ein Lead gewonnen werden. Welche Datenpakete genau übermittelt werden, hängt immer mit dem entsprechenden Werbemittel zusammen. Bei Newslettern ist es in der Regel die E-Mail-Adresse des Nutzers, an anderer Stelle wird die komplette Anschrift übermittelt. Entscheidend ist immer, dass ein Nutzer sein konkretes Interesse bekundet, indem er durch das Werbemittel seine Kontaktadressen – die Leads – übermittelt.

Welche Summe der Werbende pro Lead zahlt, ist variabel. In jedem Falle kann er durch das CPL-Modell sicher sein, nur für tatsächlich gewonnene Daten potentieller Kunden zu bezahlen. So kann vermieden werden, dass zwar kosten für viele Impressionen der Werbeanzeige anfallen, jedoch kaum jemand dadurch den Kontakt aufnimmt.

Cross-Selling

Mit Cross-Selling bezeichnet man eine Absatzstrategie, bei welcher verschiedene Produkte aus dem Portfolio eines Anbieters  bei Bestands- oder Neukunden platziert werden sollen – und das in der Regel über den Verkauf eines anderen Produkts.

Diese Strategie des Querverkaufs findet sich im Prinzip in jeder Branche wieder. Cross-Selling zielt dabei darauf ab, dass bei Kunden durch den Kauf eines bestimmten Produkts bzw. einer Dienstleistung auch der Bedarf nach einem anderen, ergänzenden Produkt oder Service geweckt oder erzeugt werden kann.

Der Vorteil für Unternehmen liegt im Cross-Selling darin, dass geringere oder gar keine weiteren Akquisitionskosten entstehen, um andere Produkte bei Kunden zu platzieren. Für Kunden andererseits bietet das Cross-Selling den Vorzug, dass keine neuen Dienstleister oder Unternehmen gesucht werden müssen, um ergänzende Produkte oder Services zu kaufen.

In der Praxis findet sich Cross-Selling beispielsweise oft in der Automobil-, Reise- oder auch Finanzbranche.  Man möchte ein Fahrzeug kaufen und bekommt seitens des Autohauses ein Finanzierungsangebot der Hersteller eigenen Autobank. Oder aber, man bucht eine Reise und kann gleichzeitig eine Reiserücktritt- oder eine Gepäckversicherung abschließen. Möglich ist auch, dass man ein neues Girokonto eröffnet und die Bank einem zusätzlich ein Tagesgeldkonto anbietet.

Cross-Selling heißt also nicht nur, dass Unternehmen ausschließlich ihre eigenen Produkte oder Dienstleistungen neben bereits verkauften platzieren möchten. Oft sind es auch Angebote von Tochterunternehmen, Muttergesellschaften oder von Kooperationspartnern. Am Ende aber zählt, dass die Cross-Selling-Angebote bereits gekaufte Produkte oder Dienstleistungen gezielt und sinnvoll ergänzen sollten, um beim Kunden Interesse und Akzeptanz erzeugen zu können. Damit einher geht dann nicht selten, dass Cross-Selling mit speziellen Rabatten für die Kunden verbunden ist.

 

 

 

über bereits bestehende Kundenkontakte

Customer-Relationship-Management (CRM)

Das Customer-Relationship-Management soll alle Kundeninteraktionen eines Unternehmens erfassen und vorhandene Möglichkeiten zur effizienten Steuerung derselbigen ausschöpfen.

Das Customer-Relationship-Management kann im Deutschen auch mit „Kundenbeziehungsmanagement“ oder kürzer „Kundenpflege“ bezeichnet werden. Alle drei Begriffe werden als Synonyme genutzt und meinen dasselbe. In der Regel wird jedoch die Bezeichnung Customer-Relationship-Management bzw. die Abkürzung CRM genutzt. Seine Aufgaben liegen sowohl in der Pflege der Bestandskunden eines Unternehmens als auch in der effektiven Akquise von Neukunden.

Das Customer-Relationship-Management befasst sich mit der strategischen Ausrichtung der Unternehmensprozesse auf seine Kunden. Hier steht nicht das zu vermarktende Produkt im Fokus, sondern der Kunde. Dies ist besonders in Unternehmen der Fall, die eine langfristige Kundenbindung anstreben. Betroffen sind somit alle Prozesse, die mit der Neukundenakquise, der Kundenbindung und der Pflege von Bestandskunden in Berührung kommen. Das Customer-Relationship-Management ist dennoch nicht als von anderen Unternehmensprozessen isoliertes Instrument zu betrachten, sondern vielmehr als ganzheitliches Konzept zur Führung eines Unternehmens, welches eng mit dessen Marketing zusammenspielt. Auch das Beschwerdemanagement sowie die After-Sales Betreuung sind Teil des Customer-Relationship-Managements.

Mittels entsprechender CRM-Softwarelösungen können umfassende Datenbanken geführt werden, in denen alle Kundendaten und die ausgeführten Transaktionen erfasst und analysiert werden können. Dadurch kann das bisherige Kaufverhalten der Bestandskunden erfasst und die Marktingmaßnahmen zum Erhalt der Kunden auf diese abgestimmt werden. Durch die gewonnenen Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Kunden können zudem Up- und Cross-Selling Potentiale erkannt und ausgeschöpft werden. Auch in der Datenbank erfasste Interessenten sollen mittels CRM gezielt angesprochen und von Produkt oder Leistung des Unternehmens überzeugt werden. Darüber hinaus kann durch die zentrale Erfassung ein umfassendes Bild generiert und so die Kosten für die Kundenpflege optimiert werden.

Customer-Lifetime-Value

Der Customer-Lifetime-Value ist ein Instrument, durch das ermittelt werden soll, welche Rentabilität ein Kunde für ein Unternehmen hat.

Der Customer-Lifetime-Value, kurz CLV, ist ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre. Wörtlich übersetzt müsste man vom Kunden-Lebenszeit-Wert sprechen, wobei mit der Lebenszeit der Zeitraum gemeint ist, in der jemand tatsächlich Kunde eines Unternehmens ist. Sinngemäß wird im deutschen Sprachraum aber eher der Begriff „Kundenwert“ verwendet.

„Der Kunde ist König“ heißt es immer wieder. Doch nicht jeder Kunde hat denselben Wert für ein Unternehmen. Zum Kundenstamm zählen mitunter auch solche, die sich als wenig profitabel erweisen. Ein Kunde, der zahlreiche kostenlose Servicedienstleistungen in Anspruch nimmt, in den viel Geld für Marketingmaßnahmen investiert wird, der aber gleichzeitig nur wenige günstige Produkte oder Leistungen in Anspruch nimmt, bringt keinen Gewinn. Selbiges gilt für Karteileichen, die dennoch noch mit entsprechenden Aktionen angesprochen werden. Dementsprechend kann mittels des Customer-Lifetime-Values die Marketingstrategie besser auf die Bestandskunden abgestimmt werden. Nicht oder wenig lohnende Maßnahmen gegenüber Kunden mit einem niedrigen Customer-Lifetime-Value können zielgerichtet minimiert werden. Auch können bevorstehende Marketingmaßnahmen auf die aktuellen Bedürfnisse des Kunden maßgeschneidert werden, um seine getätigten Umsätze wieder erhöhen zu können.

Der Customer-Lifetime-Value ist somit ein Teilaspekt des Customer-Relationship-Managements (CRM). Bei der Ermittlung des CLVs wird die Historie der Kunden, der aktuelle Kundenstatus und eine Prognose des Kundenpotentials ermittelt. Der CLV ist dann der Deckungsbeitrag, den ein Kunde voraussichtlich einbringen wird. Von seinen Umsätzen werden hierfür u.a. Akquisekosten und Kundenbetreuungskosten subtrahiert. Verschiedene Erweiterungen des CLV-Modells berücksichtigen auch weitere Potentiale des Kunden, z.B. durch Weiterempfehlungen weitere Kunden zu akquirieren. Nichtsdestotrotz ist der Customer-Lifeshare-Value eine Prognose mit der entsprechenden Vorhersage-Unsicherheit. So kann zum Beispiel die voraussichtliche Dauer einer Kundenbeziehung sowie die Entwicklung seiner wirtschaftlichen Kaufkraft lediglich auf Schätz- und Erfahrungswerten basieren.

Cushion

Als Cushion bezeichnet man in der Wirtschaft Geld, welches ein Unternehmen als Schutz für Zeiten finanzieller Engpässe zurückgelegt hat.

Der englische Begriff Cushion bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „Kissen“ oder „Polster“. Gemeint ist damit tatsächlich ein finanzielles Polster bzw. eine Liquiditätsvorsorge. Cushion-Investments dienen sozusagen als eiserne Reserve eines Unternehmens und sichern es in Krisenzeiten ab. Der Einsatz dieser finanziellen Mittel ist ausschließlich dem Notfall vorbehalten. Außerhalb finanzieller Krisenzeiten wird der Cushion-Betrag für gewöhnlich nicht angerührt. Alternativ wird auch vom „Safety Cushion“ oder dem „Rainy Day Fund“ gesprochen, also einer Rücklage für – aus wirtschaftlicher Sicht – regnerische Tage.

Solch ein Ausnahmefall kann zum Beispiel eintreten, wenn für das Tagesgeschäft essentielle Betriebsmittel außerplanmäßig zu Schaden gekommen sind und notwendigerweise ersetzt werden müssen. Auch temporäre Zahlungsschwierigkeiten können durch den Gebrauch der Cushion-Investition abgedämpft werden. Im Falle von unerwarteten Marktänderungen ermöglicht der Cushion-Betrag einem Unternehmen eine Anpassung seiner Strategie, ohne währenddessen in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Ergeben sich hingegen attraktive Änderungen am Markt, ermöglicht das Cushion-Investment es einem Unternehmen, ohne Inanspruchnahme eines Bankkredits oder zusätzliche Investoren auch kurzfristig investieren zu können. Neue Projekte oder Geschäftserweiterungen können durch ein vorhandenes Cushion-Investment realisiert werden. Andererseits kann es natürlich auch vorkommen, dass dieser finanzielle Puffer lange Zeit nicht benötigt wird.

Das Cushion-Investment kann gleichermaßen in Form von Bargeld oder anderen Vermögenswerten vorhanden sein. Diese Rücklagen sollten im Bedarfsfall allerdings auch flexibel verfügbar gemacht werden können, um kurzfristiges Handeln zu ermöglichen.

CTR

Der CTR-Wert gibt an, wie viel Aufmerksamkeit in Form von Klicks Werbemittel auf einer Website erhalten.

Die gängige Abkürzung CTR steht für Click-Through-Ratio. Gemeint ist damit die Klickrate, die ein Sponsorenlink oder Werbebanner erhält. Gemessen werden allerdings keine absoluten Werte, sondern die relative Klickrate in Relation zu den jeweiligen Gesamtimpressions . Wurden eine Website und ein darauf eingebundener Werbebanner beispielsweise 1.000 Mal aufgerufen und es folgten 100 Klicks auf den Banner, beträgt der CTR-Wert 10%. In der Praxis liegt die Klickrate allerdings meist darunter. Auf 1.000 Impressionen folgen oft nur bis zu 5 Klicks oder weniger. Etwas höhere Werte erhalten Anzeigen, die nicht am Bildrand angezeigt werden, sondern beim Laden einer Website über die ganze Fläche geblendet werden. Viele Klicks, die so zustande kommen, sind allerdings nicht auf ein tatsächliches Interesse des Betrachters zurückzuführen. Stattdessen wollte er die unübersehbare Einblendung entfernen und hat sich schlichtweg verklickt.

Die Ermittlung des CTR-Werts kommt zudem im E-Mail-Marketing zum Einsatz. Hierbei sind die Klicks auf Links gemeint, die in versendeten Newslettern oder Mailings untergebracht wurden. Unterschieden wird hierbei die Brutto- von der Netto-Klickrate. Die Brutto-Klickrate berücksichtigt grundsätzlich alle Klicks. Die Netto-Klickrate hingegen zählt nur einen Klick pro Person bzw. Empfänger.

Der CTR-Wert dient somit in erster Linie dazu, den Erfolg des E-Mail-Marketings oder der Bannerwerbung messbar zu machen. Die Aussagekraft der Klickrate ist allerdings begrenzt. Ein erfolgter Klick ist nicht automatisch auch mit einem Geschäftsabschluss verbunden. Andererseits bedeuten ausbleibende Klicks nicht zwangsläufig, dass die Werbemaßnahme nicht bei der Zielgruppe angekommen ist. Die Werbebotschaft kann teilweise schon durch die bloße Einblendung des Banners erreicht werden und im Gedächtnis des Website-Besuchers bleiben.

Crowdsourcing

Beim Crowdsourcing werden anfallende Aufgaben nicht firmenintern durch die Mitarbeiter erledigt, sondern an externe Kräfte vergeben.

Das Crowdsourcing-Prinzip kann im Deutschen wörtlich mit „Gruppenquelle“ übersetzt werden, gebräuchlicher ist allerdings die Bezeichnung „Schwarmintelligenz“. Gemeint ist, dass eine größere Gruppe externer Kräfte einem Unternehmen bei der Bewältigung anfallender Arbeiten behilflich ist. Die Bezeichnung Crowdsourcing ist somit stark an den Begriff „Outsourcing“ angelehnt. Auch hier werden traditionell interne Ausgaben eines Unternehmens an externe Dienstleister ausgelagert. Abzugrenzen ist jedoch die Art und Weise der Auslagerung. Beim Outsourcing wird in der Regel ein Fremdunternehmen mit der Übernahme der Aufgaben beauftragt.

Beim Crowdsourcing hingegen richtet sich die Aufgabenverteilung meist an eine größere Gruppe freiwilliger. Hierarchische Strukturen herrschen nicht. Auch wird kein Wert auf die Übertragung der Arbeit an eine bestimmte Person oder Gruppe gelegt, sofern sie unter Einbehaltung der geforderten Qualitätsstandards erfüllt wird. Durch die Undefiniertheit der Crowd gibt es zudem keine örtlichen Beschränkungen. Da vornehmlich über das Internet gearbeitet wird, ist prinzipiell die weltweite Arbeitsauslagerung möglich, wodurch ein größerer Radius qualifizierter Kräfte erreicht wird. Menschen können dadurch unkompliziert zusammentreffen und zu weiten Teilen selbstorganisiert produktiv sein.

Ein allseits bekanntes Anschauungsbeispiel für das Prinzip des Crowdsourcings ist Wikipedia. Hier kann jeder Internetnutzer gemäß seiner individuellen Fachkenntnisse und Erfahrungen an der Erweiterung der Wissensdatenbank mitarbeiten. Es finden keine Arbeitszuweisungen statt. Stattdessen setzt man darauf, dass sich in der Crowd der Nutzer automatisch jemand findet, der sich mit seinen Fähigkeiten in das Projekt einbringt. Ob wie hier unentgeltlich mitgeholfen wird oder eine Bezahlung erfolgt, berührt das zugrunde liegende Prinzip nicht. Durch das Crowdsourcing können zudem Kosten für fest angestellte Arbeitnehmer und etwaige Arbeitsmittel eingespart werden.

Crowdinvesting

Crowdinvesting ist vor allem für Start-ups eine Form der Generierung von Kapital zur Realisierung ihrer Unternehmenspläne.

Um eine eigene Firma auf die Beine zu stellen, bedarf es in aller Regel an Startkapital. Doch nur eine Minderheit der Gründer kann dies ohne Probleme aus ihrem Privatvermögen realisieren. Es muss also Startkapital beschafft werden, der erste Weg führt viele zur Bank. Eine alternative zur klassischen Finanzierung durch Bankkredite ist das Crowdinvesting (siehe auch Crowdfunding). Dieser Begriff stammt aus dem Englischen und kann mit „Gruppenfinanzierung“ übersetzt werden. Der Kern des Crowdinvestings ist hiermit bereits getroffen: Hier sollen mehrere Parteien zur Finanzierung des Start-ups beitragen.

Inzwischen gibt es diverse Plattformen, die am Crowdinvesting interessierte Gründer und Kapitalgeber zusammenführen. Geschäfts- und Projektkonzepte können hier direkt online vorgestellt werden. Kapitalgeber, die sich entscheiden ein Vorhaben finanziell zu unterstützen, erhalten als Gegenleistung einen Anteil am Unternehmen, der sich aus der Summe ihres Einsatzes errechnet. Dementsprechend erhalten sie durch ihre Investition auch einen Anteil am Gewinn, den das Unternehmen erwirtschaftet.

Für Gründer bringt das Crowdinvesting klare Vorteile mit sich. Zum einen sind sie nicht mehr darauf angewiesen, Großinvestoren oder Kreditinstitute von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Auch hohe Kreditzinsen werden durch das Crowdinvesting umgangen. Neben dem rein finanziellen Aspekt profitieren Gründer, die sich das Crowdinvesting-Prinzip zunutze machen, allerdings auch darüber hinaus von ihren Unterstützern:

Kapitalgeber sind natürlich bestrebt, dass das Start-up erfolgreich ist. Dementsprechend fungieren sie auch als Feedbackgeber über die Außendarstellung des Unternehmens. Außerdem verfügen sie nicht selten über ein eigenes, gut ausgebautes Netzwerk. Wird bekannt, dass sie sich an einem Projekt per Crowdinvesting beteiligen, können sie automatisch als Markenbotschafter fungieren, sind so gleichzeitig auch Marketinginstrument und ermöglichen effizientes Networking.

Crowdfunding

Das Crowdfunding ist ein Finanzierungsmodell für die Gründung neuer Unternehmen oder die Realisierung bevorstehender Projekte.

„Crowdfunding“ setzt sich aus den englischen Begriffen „Crowd“ und „Funding“ zusammen. Im Deutschen spräche man von „Gruppe“ und „Finanzierung“. Gemeint ist somit eine Gruppenfinanzierung, an der mehrere Personen beteiligt sind. Seltener findet auch die Bezeichnung „Schwarmfinanzierung“ Verwendung.

Crowdfunding bietet sich grundsätzlich für alle angehenden Unternehmer an, denen es zur Gründung an Eigenkapital mangelt. Durch die Mobilisierung mehrerer Unterstützer sollen beim Crowdfunding fehlende Mittel generiert werden. In Deutschland steckt das Crowdfunding noch in der Anfangsphase, ein Aufwärtstrend ist aber klar erkennbar.

Der Prozess des Crowdfundings wird auch als Aktion bezeichnet. Derartige Aktionen finden häufig im World Wide Web statt. Hierfür gibt es Anbieter, die sich auf das Crowdfunding spezialisiert haben und Gründer sowie Interessierte zusammenführen. Auf den zugehörigen Plattformen können Projekte, Unternehmensideen und Konzepte präsentiert werden, um so potentielle Investoren auf sich aufmerksam machen zu können. Alternativ können Interessierte natürlich auch immer in Eigenregie über die eigene Website angesprochen werden, wenngleich es auf diesem Wege schwieriger ist, die entsprechende Zielgruppe zu erreichen.

Das Crowdfunding funktioniert somit in seinen Grundzügen ähnlich wie das Crowdinvesting. Da beide auf verwandten Firmenfinanzierungsmodellen basieren und es sich bei beiden um eine Schwarmfinanzierung handelt, werden die Begriffe oft als Synonyme verwendet. Allerdings existieren durchaus einige nicht ganz unwichtige Unterschiede. Crowdfunding wird vor allem für die Realisierung von Projekten im künstlerisch-kreativen Bereich genutzt. Auch erfolgt eine Gegenleistung hier in der Regel durch Sachleistungen, zum Beispiel die Überlassung eines produzierten Produkts oder sonstige immaterielle Leistungen. Kapitalgeber gehen somit kein Beteiligungsverhältnis ein, wie es beim Crowdinvesting der Fall ist.

Closing

Als Closing werden unter anderen der Schluss eines Handelstags an der Börse und die letzte Phase eines M&A-Geschäfts bezeichnet.

Der englische Begriff Closing kann ins Deutsche mit „Schließung“ übersetzt werden. Eine einheitliche Definition existiert nicht, da der Begriff als relativ unspezifische Beschreibung in verschiedenen Zusammenhängen gebräuchlich ist. In der Regel kann darunter der letzte Schritt des jeweils betrachteten Vorgangs verstanden werden.

Im Börsenwesen beschreibt das Closing das Schließen der Börse und somit das Ende eines Handelstages. Das Closing bildet die Grundlage zum Erstellen der Liniencharts, in denen die jeweiligen Schlusskurse verzeichnet werden. Das Gegenteil des Closings ist das Opening der Börse am Morgen des folgenden Handelstages.

Zudem findet der Begriff Closing im Zusammenhang mit M&A-Geschäften Verwendung. M&A steht hierbei für Mergers & Acquisitions. Übersetzt versteht man darunter Fusionen und Übernahmen von Unternehmen. Die Bezeichnung M&A kann entweder den Vorgang oder die dafür zuständigen Dienstleister meinen. Eine derartige Fusion oder Übernahme verläuft in mehreren Schritten. Am Ende steht jedoch immer das Signing – die Unterschrift der Verträge – und schließlich das Closing. Es findet in diesem Zuge die Eigentumsübertragung und die dafür fällige Zahlung an. Mit dem Closing wird das Geschäft rechtskräftig.

Im Immobilienhandel wird ebenfalls vom Closing gesprochen. Gemeint ist die jeweilige Eigentumsübertragung mit anschließender Schlüsselübergabe am Ende eines Geschäfts. Unter dem Closing versteht man hierbei den Stichtag, an dem die Verträge von beiden Parteien unterzeichnet werden müssen. Die Bezeichnung findet in diesem Zusammenhang allerdings vornehmlich im angelsächsischen Sprachraum Verwendung und ist in Deutschland nicht üblich.

Cloud-Computing

Cloud-Computing bezeichnet eine Vielzahl an IT-Leistungen, die über ein großes externes Netzwerk angeboten werden.

Der Begriff Cloud-Computing ist auch im deutschen Sprachraum gängig. In der Umgangssprache wird oftmals auch verkürzt von „der Cloud“ gesprochen. Wörtlich übersetzt spricht man von „Wolken-EDV“. Gemeint ist damit das Anbieten und Nutzen verschiedener Ressourcen und Dienstleistungen über das Internet. Dabei kann es sich beispielsweise um reine Speicherkapazität oder auch um Anwendungen handeln. Die Beschreibung „Cloud“ lehnt sich an die für den Nutzer wolkig bzw. Diffus erscheinende Infrastruktur des Angebots an. Er weiss nicht, auf welchem Server seine Daten liegen oder wo sich der Server physisch befindet.

Zum Zugriff auf Cloud-Computing Anwendungen dient das Internet und entsprechende Zugriffs-Clienten. Nutzer von Cloud-Computing sind inzwischen sowohl Privatanwender als auch Unternehmen. Privatanwender nutzen vor allem Online-Storages und Backup-Services, um jederzeit und von jedem Endgerät aus Zugriff auf die eigenen Daten zu haben, wie es durch das lokale Speichern nicht möglich wäre. Spezielle Anwendungen wie Buchhaltungs-Lösungen bieten sich insbesondere für Unternehmer an. Zweischneidig sind die Meinungen jedoch, wenn es darum geht, ob persönliche Daten überhaupt den jeweiligen Cloud-Computing Anbietern anvertraut werden sollten. Zwar gibt es sowohl öffentliche als auch private Clouds, auf den Servern Dritter befinden sich die Daten jedoch in jedem Falle. Der Unterschied begründet sich hier lediglich in der Einsehbarkeit: Öffentliche Clouds stehen allen Nutzern zur Verfügung, Private z.B. den Mitarbeitern eines Unternehmens. Eine letztendliche Sicherheit über den Verbleib der Daten kann dadurch aber nicht gewährleistet werden.

Durch die Nutzung der Cloud können zahlreiche Prozesse optimiert und kostengünstig gelöst werden. Es müssen weder eigene Server noch entsprechender Speicherplatz bereitgehalten werden, eigene Ressourcen werden dadurch geschont. Zudem müssen keine einzelnen Softwarelösungen erworben werden und auch deren Installation und die Durchführung nachfolgender Updates entfällt, wodurch innerbetriebliche Wartungskosten vermieden werden können. Neben zahlreichen kostenlosen Anwendungen wird vor allem bei Businesslösungen per Monatsbeitrag für die Nutzung der Cloud bezahlt. Der Nutzer kann dadurch auch kurzfristig und zeitlich begrenzt die Services flexibel in Anspruch nehmen, die er auch tatsächlich benötigt.

C-Level

C-Level ist die abkürzende Sammelbezeichnung für Führungskräfte aus der Reihe der Chief Officers.

Die höchste Führungsebene eines Unternehmens wird mit C-Level bezeichnet, das C steht hierbei immer für Chief. Gemeint sind die Chief Officers, welche im Deutschen den Geschäftsführern entsprechen. Das Chief-Level ist jedoch nicht mit der reinen Bezeichnung „Chief“, ohne den Zusatz „Officer“, zu verwechseln. Diese Positionsbezeichnung entspräche der eines Abteilungsleiters und zählt somit nicht zu der ersten Ebene der Führungskräfte eines Unternehmens. Das C-Level wird teilweise auch als C.O oder CxO-System bezeichnet, da zwischen beiden Begriffen das jeweilige Aufgabenfeld eingefügt wird.

Die Liste der Chief Officers ist lang. An der Spitze des Unternehmens steht der Chief-Executive-Officer, kurz CEO. Während es im US-amerikanischen Rechtsgebiet nur einen CEO gibt, kann es in Deutschland mehrere Geschäftsführer geben. Zu den am weitesten verbreiteten C-Level Titeln zählen der Chief-Operation-Officer (COO), der Chief-Marketing-Officer (CMO), der Chief-Financial-Officer (CFO) sowie Chief-Technical-Officer (CTO) oder auch der Chief-Information-Officer (CIO). Je nach Unternehmensgröße, Branche und Strukturen können jedoch auch weniger bekannte Positionen besetzt werden. Erwähnt sei hier beispielsweise der Chief-Legal-Officer (CLO) oder auch der Chief-Risk-Officer (CRO).

Ursprünglich waren die Bezeichnungen des C-Levels ausschließlich im angelsächsischen Raum gängig bzw. sind es heute noch. Infolge steigender Globalisierung setzen sich die entsprechenden Positionsbeschreibungen sich jedoch auch hierzulande durch. Trotz ihres mangelnden Rechtscharakters dienen sie hier vor allem auch Imagezwecken und betonen die internationale Ausrichtung eines Unternehmens. Da sie jedoch weder im Handels-, noch im Gesellschaftsrecht rechtlich verankert sind, werden sie häufig als Zusatz zur Beschreibung einer Funktion im Unternehmen eingesetzt.

Chief-Information-Officer (CIO)

Der Chief-Information-Officer befindet sich in einer Management-Position, in der er für die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens zuständig ist.

Der Chief-Information-Officer, kurz CIO, ist in einem Unternehmen der oberste Manager im Bereich der Informationstechnologie, kurz IT. Bei Aktiengesellschaften spricht man auch vom IT-Vorstand. Die Bezeichnung CIO selbst existiert in Deutschland rein rechtlich gesehen nicht, wird aber im Geschäftsalltag dennoch häufig verwendet. Das Amt des „Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik“ wird auch offiziell mit „CIO Bund“ abgekürzt. Die Aufgabe des Staatssekretärs bzw. der Staatssekretärin, die dieses Amt bekleidet, liegt vor allem in der Analyse und Beratung, was den effektiven Einsatz von IT-Technologien zur Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Wirtschaft anbelangt.

Da es sich beim Chief-Information-Officer auch in der freien Wirtschaft um eine Position und kein eigenständiges Berufsbild handelt, können die genauen Tätigkeiten eines CIOs von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Grundsätzlich umfasst sein Aufgabenfeld die IT-Bereiche Planung, Auswahl der Strukturen und deren gezielte Umsetzung. Dabei programmiert der CIO beispielsweise neue Softwarelösungen nicht selbst, sondern delegiert deren Durchführung an die Programmierer des Betriebs weiter.

Die Arbeit des Chief-Information-Officers lässt sich in drei Aufgabenbereiche unterteilen. Zum einen ist er dafür verantwortlich, dass das Tagesgeschäft eines Unternehmens reibungslos funktionieren kann. Dafür überwacht er die Qualität und Verfügbarkeit der eingesetzten IT-Systeme. Bei dieser operativen Funktion spricht man auch vom „Run the Business“-Bereich. Ein zweiter Aspekt ist der „Change the Business“-Bereich. Ziel ist es, neue IT-Innovationen und deren Relevanz für das eigene Unternehmen zu erkennen und gegebenenfalls selbst einzuführen. Als dritter Aufgabenbereich gilt „Engineer the Business“, welcher sich mit der Geschäftseffizienz, der zugehörigen Analyse und der Beratung der Geschäftsführung in IT-Fragen befasst.

Call-Put-Konstruktion

Im Börsenwesen handelt es sich bei einer Call-Put-Konstruktion um einen abgestuften Exit.

Eine Call-Put-Konstruktion besteht, wie ihr Name bereits vermuten lässt, aus einer Call-Option und einer Put-Option. Dem Konstrukt zugrunde liegt dementsprechend das Prinzip verbriefter Optionsscheine, welche wiederum in unterschiedlichen Varianten existieren:

Optionsscheine mit Call-Option beinhalten das Recht, den entsprechenden Basiswert, zum Beispiel Aktien, zu einem späteren Zeitpunkt zu bestimmten Bedingungen zu erwerben. Dabei wird nach einem festen Bezugsverhältnis gegangen, Ausübungspreis und Optionsfrist werden ebenfalls vorab verbrieft. Steigen die Kurse des Basiswertes innerhalb dieser Frist, kann durch den Optionsschein trotzdem zum niedrigeren, verbrieften Ausübungspreis investiert werden. Investoren haben das Recht, von ihrer Call-Option Gebrauch zu machen. Gleichzeitig sind sie jedoch nicht verpflichtet, dies auch zu tun. Dementsprechend hat sich im deutschen Sprachraum auch die Bezeichnung „Kaufoption“ etabliert, die die Freiwilligkeit impliziert. Diese Kaufoption kann wiederum in den Long-Call sowie den Short-Call unterteilt werden. Unter einer Put-Option kann man sich nun das genaue Gegenteil vorstellen, nämlich um eine Verkaufsoption. Auch hier erhält der Investor das Recht, nicht aber die Pflicht zum Verkauf seiner Anteile an einem Unternehmen. Der jeweilige Kontrahent wird als Stillhalter bezeichnet. Er muss bis zum Ablauf der Optionsfrist die jeweilige Kaufsumme bereithalten, damit der Verkäufer seine Put-Option ausüben kann. Bei einem Call muss er dementsprechend den Basiswert zum jeweiligen Basispreis liefern.

Bei der Call-Put-Konstruktion handelt es sich nun genau genommen um einen abgestuften Exit, also den Ausstieg aus eines oder mehrerer Investoren aus dem Unternehmen. Hierzu wird bei der Call-Put-Konstruktion einem Anteilseigner die Übernahme weiterer Unternehmensanteile angeboten. Gleichzeitig wird den Altgesellschaftern eines Unternehmens eine Put-Option angeboten, um ihre Unternehmensanteile verkaufen zu können. Der endgültige Kauf- und Verkaufspreis ist jeweils performanceabhängig.

Diskontierung

Die Diskontierung – im englischen Sprachraum „discounting“ – wird auch als Abzinsung bezeichnet. Mittels der Diskontierung berechnet man den Wert einer in der Zukunft liegenden Zahlung zu einem Zeitpunkt vor der Zahlung. Es handelt sich somit um eine finanzmathematische Rechenoperation. Meist, aber nicht zwangsläufig, wird mittels der Diskontierung der Barwert eines Zahlungsstroms errechnet.

Eine ausstehende Zahlung hat einen umso niedrigeren Wert, desto weiter entfernter sie in der Zukunft liegt. Der Grund hierfür liegt in den Zinsen, die Empfänger des Zahlungsstroms bis zum Erhalt des Betrages entgehen.

Zur Diskontierung wird daher der Diskontierungsfaktor D benötigt. Teilweise wird er auch als Abzinsungsfaktor bezeichnet. Hierbei muss berücksichtigt werden, ob eine lineare oder eine exponentielle Verzinsung vorliegt und ob Letztere stetig ist oder nicht. Dessen ungeachtet ist D jedoch < 1.

Eine Sonderform stellt die doppelte Diskontierung dar. Hierbei wird neben dem Kalkulationszinssatz auch noch mit einem Risikozinssatz gerechnet.

Die der Diskontierung gegenüberstehende Rechenoperation ist die Askontierung bzw. Aufzinsung. Der so ermittelte Wert wird als Endwert bezeichnet. Als Aufzinsungsfaktor dient der Kehrwert des Diskontierungsfaktors.

Dealflow

Als Dealflow wird die Anzahl der Anfragen bezeichnet, die Private Equity Gesellschaften, Venture Capital Gesellschaften oder Business Angels in Bezug auf Investitionsvorhaben oder sonstige Geschäftsvorschläge Dritter erhalten. Ins Deutsche kann der Begriff simpel mit „Handelsfluss“ oder „Geschäftsfluss“ übersetzt werden. Es wird aber auch hierzulande üblicherweise die Bezeichnung Dealflow verwendet.

Der Dealflow kann als gut betrachtet werden, wenn dadurch ausreichend Einnahmen erzielt werden bzw. Eigenkapital geschaffen werden kann. Die Anzahl an Anfragen, die ein Unternehmen jährlich erhält, hängt vor allem von seiner Bekanntheit und seinem Ansehen als Investor ab. Die erfolgreichsten Venture Capital Gesellschaften erreichen dementsprechend monatlich Hunderte solcher Anfragen.

Matchmaking-Plattformen wie AngelList oder Venturate in Deutschland können den Dealflow erhöhen bzw. qualitativ verbessern. Sie dienen dazu, Start-ups und Investoren zusammenzuführen. Sie Suche nach dem passenden Gegenstück kann dadurch – auf beiden Seiten – erleichtert werden.

Debitor

Ein Debitor ist ein Kunde, gegenüber dem der Kreditor noch offene Forderungen hat.

Der Begriff Debitor kommt aus dem Lateinischen „debere“ und bedeutet übersetzt so viel wie „schulden“. Der Debitor ist dementsprechend ein Schuldner. Hierbei kann es sich sowohl um natürliche oder juristische Personen des öffentlichen Rechts als auch um Unternehmen handeln, welche Leistungen in Anspruch genommen haben und zu deren Bezahlung sie verpflichtet sind. Das Pendant zum Debitor ist somit der Kreditor, der eine Leistung erbracht und dafür Anspruch auf Zahlung hat. Eine offene Forderung allein bedeutet jedoch noch nicht, dass eine Zahlung auch bereits fällig geworden ist und sich der Debitor somit im Verzug befindet. Umgangssprachlich wird jeder Kunde eines Unternehmens als Debitor bezeichnet.

Der Debitor kann dem Kreditor sowohl Waren als auch Geld schulden. In der Buchführung ist jemand Debitor, der bspw. eine Lieferung mit Zahlung per Rechnung erhalten hat, den Rechnungsbetrag jedoch noch nicht überwiesen hat. Auch ist er im Falle eines Ratenkaufs oder der Aufnahme eines Bankkredits so lange Debitor, bis er seine Schuld vollständig beglichen hat. Im Gegenzug kann aber auch das Unternehmen, welches eine Bestellung aufgenommen hat, Debitor sein. Dieser Fall tritt dann ein, wenn die Zahlung des Kunden bereits eingegangen ist, das Unternehmen allerdings noch nicht seine Leistung geliefert hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um materielle Güter oder um eine Dienstleistung handelt.

Die Debitorenbuchhaltung befasst sich schließlich mit der Erfassung und Überwachung offener Forderungen, ist somit eine Untereinheit des Forderungsmanagements. Die Debitorenbuchhaltung überprüft die Bonität des Debitors und überwacht die Fälligkeiten ausstehender Zahlungen. Bis zum Zahlungseingang tauchen diese aussehenden Zahlungen eines Debitors als Soll-Buchung auf.

Design-Thinking

Das Design-Thinking ist ein kreativer Prozess, welcher der effizienten Entdeckung neuer Ideen und der Problemlösung dient.

Die Design-Thinking Methode wurde in den 1990er Jahren von der US-amerikanischen Agentur „IDEO“ für Design und Innovationslösungen entwickelt. Die Grundidee ist, dass Konzepte und Problemlösungen erst dann optimal bearbeitet werden können, wenn Menschen verschiedener Herkunft und Berufsgruppen interdisziplinär daran beteiligt sind. Von Kreativen bis hin zu Wissenschaftlern und Ingenieuren arbeiten beim Design-Thinking von Beginn an verschiedene Menschen zusammen, die sonst nicht zusammen an einem Projekt beteiligt wären, sondern ihren Anteil einzeln beisteuern würden. Erst durch ihre direkte Zusammenarbeit entsteht ein umfassender Input, der auf das Ziel maßgeschneidert ist und neuen Ideen den nötigen Raum geben kann. Durch die am Prozess beteiligten Personen kann das Endresultat mehrere Prüfungen durchlaufen und muss dem Urteil aller Beteiligten standhalten, sodass am Ende ein möglichst widerspruchsloses Ergebnis stehen kann, mit dem neue Wege beschritten werden können, beispielsweise durch eine disruptive Innovation.

Die Bezeichnung Design-Thinking lehnt sich an die Arbeitsphasen von Designern an. Diese starten zunächst mit dem Verstehen und Beobachten in ein Projekt und beginnen dann erst mit der Ideenfindung. Später verfeinern sie ihre Konzepte und setzen diese dann um. Es folgt die Lernphase, aus der weitere Erkenntnisse geschöpft werden. Tendenziell setzt das Konzept des Design-Thinkings weniger auf die theoretische Auseinandersetzung mit der zu bewältigenden Aufgabe, sondern vermehrt auf praktisches Ausprobieren.

Sowohl im Designprozess als auch beim Design-Thinking spielt zudem die Orientierung am Nutzen eine entscheidende Rolle. Auch die Arbeitskultur und der Innovationsprozess leiten sich von der Arbeit von Designern ab. Deren typische Herangehensweise besteht wiederum aus verschiedensten Methoden, die jedoch durch den jeweiligen Spezialisten auf seinem Gebiet in Einzelarbeit durchgeführt werden.

Digital Native

Digital Natives sind mit digitalen Technologien aufgewachsen und dadurch bestens mit ihnen vertraut.

Im Englischen ist „Native“ eigentlich der Begriff für die Einheimischen eines Landes oder Kontinents. In etwas abgewandelter Form trifft das allerdings auch auf die Digital Natives zu, denn sie sind förmlich in digitalen Welten zu Hause. Gemeint sind die Generationen, die bereits in ihrer Kindheit und Jugend mit digitralen Technologien in Berührung kommen, quasi in sie hineingeboren werden. Smartphones, Laptops oder Tablet-PCs wurden ihnen förmlich in die Wiege gelegt. Der alltägliche Umgang mit ihnen ist für sie Routine und stellt keine große Herausforderung dar. Der Gebrauch des Internets ist für sie keine Innovation, sondern gehört einfach dazu. Als Synonym zu Digital Natives wird manchmal auch von „Born Digitals“ gesprochen.

Damit geht auch einher, dass für einen Digital Native die Trennlinie zwischen realer und digitaler Welt zunehmend verschwimmt. Bewerbungen werden immer weniger klassisch per Post versandt, sondern erfolgen via E-Mail oder eAssessment-Center. Gespräche finden nicht mehr persönlich statt, sondern werden zunehmend in Chats und Foren gehalten. Recherchiert wird nicht mehr in der Stadtbibliothek, sondern online mit Suchmaschinen wie Google. Sogar persönliche Gedanken können nun in Blogs geteilt werden, statt sie im Tagebuch zu verewigen. Kurzum, das Internet wird zum Lebensraum.

Dieser sichere Umgang mit gängigen Geräten und Anwendungen ist jedoch kein reiner Komfort mehr, sondern wird schon in der Schule und dem Berufsleben als Grundqualifkation vorausgesetzt. Die Digital Immigrants, das Pendant zu den Digital Natives, sind daher ebenfalls auf dem Weg, digitale Welten zu ergründen, um im privaten und beruflichen Alltag mithalten zu können.

Digital Immigrant

Digital Immigrants sind noch nicht mit modernen Technologien aufgewachsen und tasten sich daher erst im Erwachsenenalter an sie heran.

Der Begriff Digital Immigrants kann fast 1:1 ins Deutsche übersetzt werden. Die Rede ist von „digitalen Immigranten“, also Personen, die im übertragenen Sinne erst noch in digitale Welten einwandern müssen. Gemeint sind damit die Generationen, in deren Kindheit das Internet, Tablets und Computer, Smartphones und Co. entweder noch sehr rar verteilt oder noch gar nicht existent waren. Dementsprechend sind sie nicht damit aufgewachsen und haben den Gebrauch derartiger Technologien und Medien nicht automatisch erlernt.

Der Begriff Digital Immigrant impliziert dabei bereits, dass dieser Personenkreis das Bestreben hat, moderne Technologien zu durchdringen und deren Anwendung selbst zu beherrschen. Viele von ihnen sind zwar nicht damit groß geworden, haben inzwischen aber längst aufgeholt und stehen den Kenntnissen der nachfolgenden Generationen in nichts mehr nach. Die Beweggründe hierfür können unterschiedlicher Natur sein. Viele fürchten um den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder finden nach einer Phase der Erwerbslosigkeit nicht mehr in den Beruf zurück, ohne über gute Anwenderkenntnisse am Computer und im Internet zu verfügen. Zunehmend prägt sich aber auch in älteren Generationen die private Lust auf digitale Technologien aus. Zur Teilnahme am sozialen Leben gehört es inzwischen dazu, E-Mails auch im alltäglichen Gebrauch zu nutzen oder geplante Einkäufe samt Preisvergleich kurzerhand online tätigen zu können.

Das Gegenstück zum Digital Immigrant ist der Digital Native. Diese Generation ist bereits von Kindheit an mit modernen Technologien sozialisiert worden und beherrscht den Umgang mit ihnen dadurch bereits sehr gut.

Disagio

Der Begriff Disagio stammt aus dem Finanzwesen und meint den Abschlag von einem Nominalwert.

„Disagio“ kommt aus dem Italienischen und kann zu Deutsch mit „Unbehagen“ oder „Unbequemlichkeit“ übersetzt werden. Als Synonym zu Disagio wird auch vom „Damnum“, oder „Abgeld“ gesprochen, was schon eine genauere Vorstellung über das Disagio vermittelt. Gemeint ist damit nämlich ein Abschlag vom eigentlichen Wert, beispielsweise beim Wertpapierhandel oder im Rahmen eines Kreditgeschäfts. Das Pendant zum Disagio ist dementsprechend das Agio, also ein Aufschlag auf die entsprechende Summe. Sowohl Agio als auch Disagio sind in verschiedenen Bereichen des Finanzwesens anzutreffen.

Eine große Rolle spielt das Disagio im Wertpapierhandel. Das Disagio wird in Prozent angegeben und ist die Summe, die ein Wertpapier unter seinem eigentlichen Nennwert ausgegeben wird. Dadurch wird der Ertrag des Emittenten verringert, der Käufer hingegen zahlt weniger als den eigentlichen Nennwert und kann dadurch seine Rendite steigern. Einen Einblick in die rechtlichen Grundlagen gewähren § 5 des GmbH-Gesetzes sowie § 9 des Aktiengesetztes. Hiernach dürfen Anteile einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Aktien nicht mit einem Disagio belegt werden. Die Ausgabe über dem Nennbetrag ist jedoch möglich (Agio).

Darüber hinaus wird der Begriff Disagio auch im Kreditwesen verwendet. Gemeint ist damit die Differenz zwischen dem Nominalwert des aufgenommenen Bankkredits und dem tatsächlich ausgezahlten Betrag. Diese Differenz bzw. das Disagio fungiert dann als Zinsvorauszahlung. Für den Darlehensnehmer hat das zum Vorteil, dass er eine geringere Nominalverzinsung für seinen Kredit vereinbaren kann und somit seine monatliche Belastung durch die anfallenden Raten geringer halten kann.

Disruptive Innovation

Eine disruptive Innovation ist mit einem Erbeben vergleichbar, nur dass der Impact nicht sofort spürbar ist. Vielmehr verändern diese bahnbrechenden Neuerungen das Verhalten und die Gewohnheiten der Nutzer und damit auch den Markt  durch Wellenbewegungen.

So kann es sein, dass ein bahnbrechendes Patent seit Jahrzehnten beim Patentamt schlummert, weil dem Erfinder Zeit und Geld fehlten, seine Idee in die Praxis zu übertragen. Doch wenn sich nun jemand dieser Erfindung annimmt und sie als Anwendung, Gerät oder Dienstleistung auf den Markt bringt, ist die disruptive Innovation in vollem Gange. Der eingangs erwähnte Vergleich mit einem Erdbeben ist dahin gehend vielleicht nicht ganz passend. Vielmehr sind disruptive Innovationen eher Vulkanausbrüche, weil sie bestehende Strukturen zerstören und neue Landschaften auf dem Markt schaffen können.

Das funktioniert bisweilen auch dann, wenn die eigentliche disruptive Innovation vielleicht keinen wirklichen Vorteil gegenüber anderen Angeboten aufweist, sich dafür aber beispielsweise durch ein einmaliges Design, durch Einfachheit oder eine andere Soft Value Proposition hervorhebt. Gängige Beispiele für disruptive Innovationen sind ohne Zweifel Apple, Amazon oder auch Facebook  und Google und nicht zu vergessen, der oft zitierte Henry Ford. Sie alle basieren im Prinzip auf Ideen und Strukturen, die es auch davor schon gab. Doch ihre Umsetzung und ihre gewissen Extras machten sie zu disruptiven Innovationen.

Andererseits wird es mit zunehmender Sättigung des Marktes schwierig, solche bahnbrechenden Neuerungen zu etablieren. Eine, auf die viele hoffen, ist die Industrie 4.0. Hier bewältigen intelligente Werkstücke selbstständig und ohne Einwirken von Menschenhand ihren Weg durch die Fertigung, um sich im Endprodukt zu treffen – dank Machine-to-Machine-Kommunikation und ohne eine zentrale Steuerung.

Dropshipping

Dropshipping ist eine Variante des Handels, bei der der Verkäufer einer Ware nicht in physischen Kontakt mit ihr kommt.

Im deutschen Sprachraum wird statt Dropshipping auch vom Streckengeschäft oder dem Streckenhandel gesprochen. Gemeint ist mit allen drei Begriffen dasselbe: Ein Händler verkauft seine Ware an seine Kunden, jedoch ohne die Ware selbst zu lagern und zu versenden. Stattdessen befindet sich die Ware beim Großhändler oder Hersteller. Kommt das Geschäft zwischen Händler und seinem Kunden zustande, wird die Ware direkt vom Lagerort an den Käufer versendet.

Dropshipping kann sowohl durch reine Onlinehändler als auch durch Verkäufer mit lokalem Ladengeschäft praktiziert werden. Letztere verfügen zwar über Geschäftsflächen, besitzen aber bspw. nicht über die Lagerfläche, die sie für ihr Zusatzgeschäft im Versandhandel benötigen. Reine Onlinehändler hingegen können durch das Dropshipping nahezu komplett auf eigene Geschäftsräume und Lagerflächen verzichten. Je nach Größe des Unternehmens werden viele kleinere Onlineshops vom heimischen Schreibtisch aus betrieben. Durch diese Variante des Handels können in erster Linie Lagerkosten eingespart werden. Zudem kommt es nur zu den Transportkosten vom Lager zum Endverbraucher, der Transportumweg zum Händler entfällt völlig.

Nachteil am Dropshipping ist, dass der Händler selbst nicht die gekaufte und verkaufte Ware auf Mängel untersuchen kann. Sind Schäden vorhanden, erfährt er davon erst dann, wenn seine Kunden eine Lieferung reklamieren. Zudem kann er die Verfügbarkeiten nur durch Nachfrage beim Großhändler bzw. Hersteller erfragen. Auch die Transportverpackung und die Zeitdauer bis zum Versand hat er nicht in der Hand. Lange Lieferzeiten und schlechte Verpackungen fallen dennoch auf ihn zurück und lassen die Kundenzufriedenheit womöglich leiden, da er für den Kunden der verantwortliche Verkäufer ist.

Due-Diligence

Im Zuge der Due-Diligence wird ein bevorstehendes Kaufvorhaben auf Herz und Nieren geprüft.

Due-Diligence bedeutet wörtlich übersetzt, dass eine Prüfung mit höchster Sorgfalt durchgeführt wird. Das heißt, dass alle verfügbaren und relevanten Informationen eingeholt, analysiert und schließlich bewertet werden. Diese Risikoprüfung kommt vor allem bei geplanten Unternehmensübernahmen, Immobilienkäufen oder Börsengängen zum Einsatz. Dadurch können sowohl Stärken als auch Schwächen erkannt werden und Risiken abgeschätzt werden. Für den Käufer bedeutet dies ein höheres Maß an Transparenz. Somit dient die Due-Diligence vor allem der Wertfindung des entsprechenden Objekts.

In der Praxis wird die Due-Diligence-Prüfung durch Anwälte, Spezialisten, Techniker oder auch Wirtschaftsprüfer unterstützt. Welcher Zeitraum betrachtet wird, wird meist vor der Due-Diligence zwischen Verkäufer und potentiellem Käufer vereinbart. Ggf. kann eine Gebühr vereinbart werden, die im Falle eines Nichtzustandekommens des Geschäfts zu zahlen ist. Ein Ablauf der Prüfung per Checkliste wird seltener durchgeführt, stattdessen werden Analyseschwerpunkte bestimmt, die für das Verkaufsobjekt von besonderer Relevanz sind.

Die Ergebnisse der Due-Diligence-Prüfung werden schließlich im Due-Diligence-Report festgehalten. Er enthält folglich alle Ergebnisse, die daraus gewonnen wurden, und ist dementsprechend umfangreich. In der Regel wird er nach einzelnen Teilaspekten strukturiert, beispielsweise der Financial-Due-Diligence, der Technical-Due-Diligence oder der Corporate-Legal-Due-Diligence. Welche Ausmaße der Report annimmt, hängt natürlich insbesondere auch vom Umfang des geplanten Projekts ab. Der Due-Diligence-Report dient dadurch zum einen als internes Instrument. Anhand seiner Daten können Unklarheiten aufgedeckt, geklärt oder Vorgehensweisen abgestimmt werden. Darüber hinaus spielt der Due-Diligence-Report jedoch auch außerhalb des eigenen Teams seine Rolle. So kann er beispielsweise bei der Überzeugung von Investoren oder Kreditgebern von Relevanz sein.

Ursprünglich stammt die Bezeichnung Due-Diligence aus dem US-amerikanischen Anlegerschutzrecht. Der Abschlussprüfer haftet demnach für Verluste, die ein Käufer durch eine fehlerhafte Prüfung erleidet. Der Prüfer kann jedoch mittels der Due-Diligence Defense (Defense engl. für Verteidigung) den Haftungsfall abwehren. Hierzu muss er nachweisen können, dass die Prüfung mit der erforderlichen Sorgfalt, der Due Diligence, durchgeführt wurde.

Datenraum

Der Datenraum wird im Rahmen einer Due Diligence vom zu verkaufenden Unternehmen angelegt. In ihm können alle wichtigen Dokumente zusammengetragen werden, die das zu verkaufende Unternehmen potentiellen Käufern zur Verfügung stellen will. In der Regel handelt es sich um Großprojekte, die einen Datenraum erforderlich machen.

Das jeweilige Unternehmen muss stets abwägen, ob eine Preisgabe sensibler Unterlagen in seinem Interesse ist bzw. ob im Gegenzug alle für einen Verkauf nötigen Unterlagen vorhanden sind. Zu den Inhalten des Datenraums zählen unter anderem Jahresabschlüsse, Mitarbeiterübersichten oder auch Gesellschaftsverträge. Hinterlegte Dokumente dürfen nicht mehr aus dem Datenraum entfernt werden. Auch Fotokopien oder – grafien sind nicht gestattet. Nutzer und Anwesende bzw. Zugriffe auf den Datenraum werden dokumentiert.

Ein Datenraum kann prinzipiell sowohl elektronisch als auch physisch angelegt werden. In letzterem Falle werden meist neutrale Orte gewählt, statt den Datenraum im Unternehmen selbst anzulegen. Als möglicher Einrichtungsort des Datenraums kommen beispielsweise die Räumlichkeiten der vertretenden Anwaltskanzlei infrage.

Digitale Datenräume hingegen haben den Vorteil, dass sie jederzeit und auch über die Landesgrenzen hinweg zugänglich sind. Gegen unbefugten Zugriff kann der digitale Datenraum durch Verschlüsselung und Einrichtung eines Passworts weitestgehend, jedoch nicht absolut sicher, geschützt werden. Offline wie auch Online muss unbedingt auf die Strukturierung der hinterlegten Dokumente geachtet werden. Nicht zuletzt, weil eine fehlende Übersicht keinen professionellen Eindruck bei Kaufinteressenten hinterlässt.

Sonderfälle sind der rote Datenraum und der grüne Datenraum. Der grüne Datenraum kann in der Regel von allen Interessenten und ihren Beratern eingesehen werden. Auf den roten Datenraum hingegen erhält nur ein enger Personenkreis überhaupt Zugriff. Vor allem Wirtschaftsprüfer, Anwälten und Steuerberatern wird der Zugang gewährt, da diese Personenkreise schon von Berufswegen her zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet sind.

Drag-along

Unverkennbar stammt „to drag along“ aus dem Englischen. Ins Deutsche übersetzt bedeutet es so viel wie „etwa mitreißen“. Denn Drag-along Rechte bezeichnen in diesem Zusammenhang eine Mitveräußerungspflicht von Gesellschaftsanteilen. Bei diesen Rechten handelt es sich allerdings nicht etwa um gesetzliche Ansprüche. Stattdessen müssen Drag-along Rechte immer gesondert in den entsprechenden Verträgen vereinbart werden.

Hat ein Investor Interesse an Anteilen einer Gesellschaft, muss er sich womöglich auch mit anderen Gesellschaftern arrangieren. Allein diese Tatsache kann oftmals Grund genug sein, ein Investment lieber nicht zu tätigen. Verfügt der Mehrheitsgesellschafter allerdings über ein Drag-along Recht, kann dieser Fall umgangen werden. Der Mehrheitseigner kann in diesem Falle das Unternehmen als Ganzes veräußern. Die Minderheitseigner sind dann verpflichtet, ihre Anteile ebenfalls an den Investor abzutreten, wenn dieser es verlangt.

Über dieses Grundprinzip hinaus kann das Drag-along Recht allerdings vielseitig ausgestaltet werden. Vor allem, um die Minderheitsgesellschafter zumindest teilweise zu schützen, können beispielsweise Mindestpreise für den Verkauf der Anteile vereinbart werden. Auch die Kombination mit Call-Optionen ist denkbar. Dadurch haben Minderheitseigner die Option, selbst die zum Verkauf stehenden Anteile zu übernehmen.

Grundsätzlich bieten Drag-along Klauseln in Gesellschaftsverträgen somit allen Gesellschaftern die Möglichkeit, die Exit-Wege schon im Vorfeld abzustecken. Investoren, die sich ein Drag-along Recht einräumen lassen, halten sich somit die Möglichkeit des späteren Exits offen, ohne von den anderen Anteilseignern abhängig zu sein.

Daneben existiert auch das Tag-along Recht. Dabei handelt es sich um ein Mitveräußerungsrecht und somit das Gegenstück zum Drag-along. Verkaufen Mehrheitseigner ihre Anteile, so können Minderheitseigner mit Tag-along Rechten mitziehen und ebenfalls ihre Anteile veräußern. Es handelt sich aber ausdrücklich um ein Recht, nicht um eine Verpflichtung.

DCF-Methode

DFC-Methode ist die Abkürzung für Discounted Cashflow. Ins Deutsche übersetzt spräche man vom abgezinsten bzw. diskontierten Zahlungsstrom. Die Bezeichnung ist allerdings nicht üblich. Es handelt sich bei der DCF-Methode um ein Instrument zur Unternehmens- und Investitionsbewertung. Ursprünglich stammt die Methode aus dem anglo-amerikanischen Raum, hat sich inzwischen allerdings auch in Deutschland durchgesetzt.

Verständlich wird das Grundprinzip der DCF-Methode anhand eines simplen Beispiels. Ist der Kauf neuer Maschinen für ein Industrieunternehmen in Planung, werden zunächst die Anschaffungskosten den prognostizierten Erträgen – zum Beispiel durch einen höheren Output in der Produktion – gegenübergestellt. Diese Erträge fallen allerdings nicht gleichzeitig mit den Anschaffungskosten an, sondern summieren sich erst im Laufe der Jahre. Dadurch, dass sie dem Unternehmer jedoch nicht sofort zufließen, sind sie für ihn von geringerem Wert. Welcher das ist, kann er ermitteln, indem er den prognostizierten Cashflow abzinst. Der diskontierte Cashflow ist dann der Barwert der Investition.

In der Praxis können natürlich zahlreiche Faktoren mit einbezogen werden, beispielsweise anfallende Steuern. Entscheidend für eine hohe Aussagekraft der DCF-Methode sind vor allem eine realistische Prognose der Zahlungsströme sowie die Berücksichtigung relevanter und richtiger Diskontierungsfaktoren.

Der DCF-Wert kann sowohl direkt als auch indirekt ermittelt werden. Die direkte Ermittlung wird auch als Equity-Methode bzw. Netto-Methode bezeichnet. Hierzu zählt auch der Flow-to-Equity Ansatz, kurz FTE.

Dem gegenüber steht die indirekte Ermittlung, welche als Entity-Methode oder Brutto-Methode bezeichnet wird. Auch hier gibt es verschiedene Ansätze. Dazu zählen der Total Cash Flow (TCF), der Weighted Average Cost of Capital (WACC) und der Adjusted Present Value (APV).

Deal Breaker

Die Bezeichnung Deal Breaker stammt aus dem Englischen und setzt sich aus „deal“ für das Geschäft und „to break“ für „brechen“ zusammen. Gemeint sind Sachverhalte, die bei der Übernahme oder Fusion von Unternehmen zum Abbruch der Verhandlungen führen können. „Deal Breaker“ ist somit ein Begriff aus dem Bereich Mergers and Acquisitions, kurz M&A.

Ein Deal Breaker kann bereits aus der Sicht nur einer der beteiligten Verhandlungsparteien vorhanden sein. Der Deal Breaker muss nicht zwangsläufig und unmittelbar zur Beendigung der Verhandlungen führen. Prinzipiell ist auch eine Einigung im späteren Verlauf noch möglich. Sollte keine Einigung gefunden werden, führt der Deal Breaker allerdings zwangsläufig zum Scheitern des Geschäfts. Ein zu hoher Kaufpreis, der in der Spätphase von Verhandlungen zum Problem werden kann, wird jedoch in der Regel nicht mehr zu den Deal Breakern gezählt.

Unter anderem, um potentielle Deal Breaker ausfindig zu machen, werden Due Diligence Prüfungen durchgeführt. Dadurch sollen Deal Breaker möglichst in einer frühen Phase der Verhandlungen entdeckt werden. Das ermöglicht eine frühe Einigung, welche beispielsweise im Letter of Intent fixiert werden kann, ohne dass der Deal Breaker noch kurz vor Geschäftsabschluss zum Tragen kommt und vorausgegangene Mühen obsolet werden lässt. Eine Weiterverhandlung vor Klärung der Deal Breaker-Sachverhalte ist meist nicht zweckmäßig.

Denkbare Deal Breaker können der Umfang der Haftung durch den Verkäufer, Werbe- und Rücktrittsklauseln, Earn-out-Regeln oder auch fehlendes Vertrauen sein.

Sogenannte Asset Deals können einen Teil der möglichen Deal Breaker lösen. Dabei werden sämtliche Wirtschaftsgüter und Verbindungen einzeln übertragen, sodass der Käufer nicht automatisch das volle Risiko trägt, ohne noch die Möglichkeit abzulehnen zu haben.

Early-Adopter

Early-Adopters sind Personen, die neuste Technologien als Erste für sich entdecken und nutzen.

Wörtlich übersetzt ist ein Early-Adopter ein „früher Anwender“. Sie selbst sind zwar nicht die Innovatoren neuer Produkte oder Technologien, benutzen diese aber schon sehr früh. Dafür sind sie auch bereit, höhere Summen zu investieren, als ein Produkt zu späterer Zeit kosten würde. Oftmals greifen sie auch zu Importen, um etwas schon vor dem eigentlichen Release in ihrem Heimatland besitzen und nutzen zu können. Eventuell noch vorhandene Fehler schrecken einen Early-Adopter nicht ab. Erst nach den Early-Adopters beginnt die breite Masse, sich entsprechenden Trends und Neuerungen anzuschließen. Genau genommen entscheidet man hier wiederum in die frühe Mehrheit, die späte Mehrheit und die Nachzügler, welche als Late-Adopter bezeichnet werden.

Aufgrund ihrer Affinität zu neusten Produkten und ihrem oftmaligen Bestreben, ihre Vorreiterrolle beizubehalten, eignen sich Eary-Adopters besonders als Testpublikum und zum Einläuten einer disruptiven Innovation. Auch Technologien, die noch nicht bis ins kleinste Detail ausgereift sind, werden von ihnen erworben. Ihr Feedback wiederum gibt Produzenten und Händlern die nötige Rückmeldung über das Produkt und die Möglichkeit, darauf zu reagieren.

Darüber hinaus werden Early-Adopters als Markenbotschafter betrachtet. Ein Early-Adopter kann als sozial integriert und mobil, mitteilungsbedürftig und meinungsführend beschrieben werden. Einige Unternehmen statten sie daher schon vor der offiziellen Markteinführung ihres Produkts mit einem entsprechenden Exemplar aus, beide können dadurch vom Synergieeffekt profitieren. Denn der Early-Adopter kann nicht nur schon vor anderen das Produkt sein Eigen nennen, sondern wird dadurch auch bereits damit gesehen, berichtet darüber und lenkt so die Aufmerksamkeit darauf. Ob im privaten Umfeld oder über berufliches Networking fungieren sie dann als Marketinginstrument, wecken Interesse und steigern letztlich auch die Nachfrage.

Earn-Out

Unter Earn-Out versteht man eine Vertragsklausel, durch die ein erfolgsabhängiger Aufpreis vereinbart wird.

Earn-Outs kommen besonders dann zum Einsatz, wenn ein Unternehmen verkauft werden soll. In diesem Falle wird für die Übernahme zunächst ein fixer Basispreis gezahlt, der jedoch noch nicht den Gesamtpreis abdeckt. Stattdessen kommt zu späterer Zeit noch ein Zusatzkaufpreis hinzu, der sogenannte Earn-Out. Die Zeit, bis diese Summe fällig wird, nennt sich auch Earn-Out-Periode. Der jeweilige Zeitraum wird ebenfalls vertraglich vordefiniert und kann flexibel verhandelt werden. Aufgrund ihrer Komplexität werden Earn-Out-Klauseln in der Regel nicht vorschnell vereinbart, sondern erst nach eingehend juristischer Prüfung in den Unternehmenskaufvertrag aufgenommen.

Die Höhe dieses Zusatzpreises ist zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht festgelegt, denn hierbei handelt es sich um eine erfolgsabhängige Größe. Die Grundlage wiederum, auf der der Earn-Out später ermittelt wird, ist jedoch bereits im Vorfeld vereinbart worden. Als Messgrößen für die Höhe des Earn-Outs werden individuelle Ziele vereinbart. Je nachdem, inwieweit diese erreicht werden, kann der Earn-Out hoch oder niedrig ausfallen. Ziele können bestimmte Umsatz- oder Gewinngrößen, Cashflows oder EBIT-Werte bis hin zum Erreichen bzw. Halten bestimmter Kundenzahlen sein. Der dadurch ermittelte Earn-Out wird dann entweder jährlich oder als Einmalzahlung am Ende der Earn-Out-Periode beglichen.

Der Earn-Out kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn über die Zukunft eines Unternehmens Uneinigkeit zwischen Verkäufer und Käufer herrscht. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn es sich um ein noch junges Startup handelt oder die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen unsicher ist. Zuletzt war dies zur Zeit der Weltwirtschaftskrise um 2008 der Fall, die Unternehmenskäufe mittels einer Earn-Out-Klausel nahmen in dieser Zeit rapide zu. Der Earn-Out ist in diesen Fällen ein probates Mittel, um einen Deal zu beidseitiger Zufriedenheit und einem fairen Gesamtpreis dennoch schließen zu können.

Entrepreneurship

Als Entrepreneurship bezeichnet man die Gründung eines Unternehmens, jedoch nicht die reine Eröffnung eines Geschäftsbetriebs.

Entrepreneurship könnte ins Deutsche schlicht und ergreifend mit Unternehmertum oder besser noch als Unternehmergeist übersetzt werden. Eine Gleichsetzung hingegen wird dem Begriff des Entrepreneurships jedoch nicht gerecht.

Das Entrepreneurship befasst sich vornehmlich mit dem Gründungsprozess eines Unternehmens. Es basiert auf innovativen Geschäftsideen, wobei nicht eine Innovation selbst Kern des Entrepreneurships sein muss. Stattdessen kann auch die Art und Weise der Gründung die ausschlaggebende Differenzierung zwischen Entrepreneurship und der simplen Gründung eines Unternehmens darstellen. Nachhaltig geprägt wurde der Begriff Entrepreneurship von Joseph Alois Schumpeter, einem österreichischen Ökonomen. Er grenzte klar den Entrepreneur vom gewöhnlichen Geschäftsführer oder Manager ab. Letzteren betrachtet er mehr als obersten Verwalter eines Unternehmens. Das Entrepreneurship hingegen wird dominiert von innovativem Denken. Der Entrepreneur muss jedoch kein Innovator sein, vielmehr setzt er auch bereits Bestehendes innovativ um oder ordnet es durch sein analytisches Verständnis neu an, zerstört alte Strukturen und ersetzt sie durch bessere. Das Corporate Entrepreneurship verfolgt die Idee, diese Grundlagen nicht nur während der Gründungsphase, sondern auch darüber hinaus zur dynamischen Unternehmensführung beizubehalten.

Als Sonderform existiert unter anderem das Social Entrepreneurship. Auch hier stehen Pragmatik, Innovation und langfristiges Handeln im Vordergrund. Primäres Ziel des Social Entrepreneurships ist jedoch nicht der reine Profit, sondern die Realisierung sozialer Zwecke, die der sog. Social Entrepreneur bislang als nicht zufriedenstellend bewältigt betrachtet. Diese metaökonomischen Oberziele des Social Entrepreneurships können in vielfältigen Bereichen verfolgt werden, beispielsweise im Bereich Bildungs, Personal-, Arbeits- und Gesundheitswesen oder Umwelt und Kultur.

Earnings Before Interest and Taxes (EBIT)

Earnings Before Interest and Taxes, kurz EBIT, bezeichnet eine betriebliche Gewinnkennzahl und gibt Aufschluss über die Ertragskraft eines Unternehmens.

Die Bezeichnung „Earnings Before Interest and Taxes“ kann ins Deutsche mit „Gewinne vor Zinsen und Steuern“ übersetzt werden. Gebräuchlich ist die Abkürzung EBIT. Es handelt sich hierbei um eine Gewinnkennzahl in der Betriebswirtschaftslehre. Das EBIT ist Teil der Rechnungslegung nach IFRS, der International Financial Reporting Standards. Man spricht beim EBIT auch vom operativen Ergebnis, weshalb im Englischen teilweise von „Operating Income“ oder „Operating Profit“ gesprochen wird.

Zur Ermittlung des Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) wird der Jahresüberschuss herangezogen. Wie die Bezeichnung des EBITs bereits aussagt, sollen Zinsen und Steueraufwendungen unberücksichtigt bleiben, weshalb sie wieder hinzuaddiert werden. Steuer- und Zinserträge hingegen werden subtrahiert, um das EBIT zu ermitteln. Einmalige Erträge und Aufwendungen werden beim EBIT ebenfalls ignoriert. Der so errechnete EBIT-Wert ist wiederum Grundlage für die Ermittlung weiterer Kennzahlen, beispielsweise der Eigenkapitalrentabilität oder des Zinsdeckungsgrades. Als EBIT-Marge hingegen wird der Divisor aus EBIT und Umsatzerlösen bezeichnet.

Mit Hilfe des EBITs kann die Ertragskraft eines Unternehmens messbar gemacht werden, ohne die jeweilige Finanzierungsstruktur dabei berücksichtigen zu müssen. Auch der geltende Steuersatz ist belanglos, da das EBIT ohne Berücksichtigung der anfallenden Steuern ermittelt wird. Dadurch wird vor allem eine gute Vergleichbarkeit zwischen mehreren Unternehmen ermöglicht, die aussagekräftiger ist, als bspw. das Betrachten des Nettogewinns. Der Anteil des Fremdkapitals oder auch das Land des Geschäftssitzes bleiben davon unberührt. Aus diesem Grunde ist das EBIT eine international anerkannte und gebräuchliche Kennzahl.

Eigenkapital

Zum Eigenkapital zählen alle Mittel eines Unternehmens, welche der Finanzierung des Unternehmens dienen oder als Gewinn in ihm belassen werden.

Das Eigenkapital ist der Teil des Unternehmensvermögens, der nach Abzug sämtlicher Schulden und Verbindlichkeiten im Unternehmen verbleibt. Somit umfasst es zum einen das Vermögen, welches ein Gründer zu Beginn seiner unternehmerischen Tätigkeit investiert hat. Zum anderen zählen zum Eigenkapital sämtliche Gewinne, die das Unternehmen im Laufe seiner Tätigkeit erwirtschaftet hat. Vom Eigenkapital abzugrenzen ist demnach das Fremdkapital.

Die Eigenkapitalquote erfasst, wie hoch das Eigenkapital in Relation zum Gesamtkapital ist. Hierfür dividiert man Eigenkapital durch Gesamtkapital und multipliziert anschließend mit 100. Es ergibt sich die Eigenkapitalquote in Prozent. Welche Eigenkapitalquote ein Unternehmens haben sollte, ist nicht einheitlich geregelt und wird unterschiedlich eingeschätzt. Grundsätzlich sollte ein Unternehmen über eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent verfügen, möglichst natürlich weiter darüber. Die Höhe des Eigenkapitals bzw. der Eigenkapitalquote lässt Rückschlüsse auf die Stabilität eines Unternehmens zu, mögliche Verluste können mit einem höheren Eigenkapital leichter abgefangen werden. Daher dient ein möglichst hohes Eigenkapital auch maßgeblich der Vertrauensgewinnung durch Investoren und Kreditinstitute. Für den Unternehmer selbst bedeutet ein hohes Eigenkapital zudem Sicherheit und eine größere Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern.

Neben dem Eigenkapital eines Unternehmens kommt der Begriff allerdings auch in anderen Bereichen vor. So stellt beispielsweise Eigenkapital im Rahmen einer Immobilien- oder Automobilfinanzierung die finanziellen Mittel dar, die der künftige Eigentümer bereits selbst aufbringen kann. Je niedriger das Eigenkapital, desto gefährdeter ist die Finanzierungsbewilligung. Hinzu kommen meist eine längere Laufzeit und höhere Zinssätze.

Elevator-Pitch

Der Elevator-Pitch soll einen potentiellen Investor in kürzester Zeit von seiner Investition in ein Unternehmen überzeugen.

Die Bezeichnung Elevator-Pitch setzt sich aus den englischen Begriffen „Elevator“ für Aufzug und „Pitch“ für Verkaufsgespräch zusammen. Im übertragenen Sinne ist damit gemeint, dass eine Präsentation nicht ausschweifend gehalten wird, sondern sich förmlich so schnell, wie eine Fahrt mit dem Fahrstuhl abspielt – und das entspricht gerade einmal knapp 30 Sekunden. Der Begriff Elevator-Pitch hat jedoch einen realen Hintergrund: In den 1980er Jahren nutzen ambitionierte Vertriebler während einer Aufzugsfahrt die Gunst der Stunde, ihren Vorgesetzten von ihren Wünschen und Anregungen persönlich überzeugen zu können.

Der Elevator-Pitch setzt somit auf den ersten Eindruck, und dafür gibt es bekanntermaßen keine zweite Chance. Ein Elevator-Pitch muss somit eine besonders prägnante Selbstdarstellung sein und alles Wesentliche vermitteln können. Zu detaillierte Beschreibungen oder Fakten im Überfluss gehören nicht dazu. Ein ausgereifter Businessplan muss und kann in dieser kurzen Zeit nicht vorgetragen werden und ist somit ebenfalls nicht von Interesse. Ziel beim Elevator-Pitch ist es nämlich vielmehr, einen Investor davon zu überzeugen, sich überhaupt tiefer gehend mit einer Geschäftsidee und den Investitionsmöglichkeiten zu befassen. Die Möglichkeiten eines guten ersten Eindrucks zu nutzen ist hierbei oft effektiver, als direkt einen kompletten Businessplan vorzulegen. Dafür ist es an der Zeit, wenn der Elevator-Pitch soweit erfolgreich verlief und der Angesprochene erstes Interesse bekundet hat. Eine Entscheidung seitens des potentiellen Investors geht mit dem Elevator-Pitch natürlich noch nicht einher.

Um die Kurzpräsentation erfolgreich zu gestalten, sollten eine emotionale Ansprache und rhetorisches Geschick mit den wichtigsten Fakten zur Geschäftsidee kombiniert werden. Körpersprache, Stimmeinsatz und gekonnte Mimik und Gestik tragen einen weiteren Teil zur positiven Aufnahme des Angesprochenen bei.

Employer-Branding

Durch das Employer-Branding verschafft sich ein Unternehmen die Position des begehrten Arbeitgebers.

Der Begriff Employer-Branding stammt aus dem Englischen, ist inzwischen aber auch hierzulande gängig. Die wörtliche Übersetzung „Arbeitgebermarkenbildung“ hingegen ist kaum gebräuchlich, verschafft aber einen Einblick über dessen Grundlagen. Das Employer-Branding verfolgt das Ziel, ein Unternehmen zum beliebten Arbeitgeber für Angestellte und Bewerber zu machen. Hierdurch kann es sich gleichzeitig von der Konkurrenz abheben. Ergebnis des Employer-Brandings ist ein Employer-Brand – die Arbeitgebermarke. Man kann sich darunter die Art und Weise vorstellen, auf die ein Unternehmen von Innen und Außen als Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Die Vorteile, die sich einem Unternehmen durch erfolgreiches Employer-Branding bieten, sind vielfältig. Zum einen ziehen sie natürlich qualifizierte Fachkräfte an und helfem somit beim Recruiting. Aus den eingehenden Bewerbungen haben beliebte Arbeitgeber eine höhere Chance, offene Stellen gemäß des Tätigkeitsprofils besetzen zu können, als ihre als Arbeitgeber weniger begehrten Konkurrenten. Neben der eigentlichen Rekrutierung des Personals kann durch das Employer-Branding jedoch auch die Identifikation eines Arbeitnehmers mit dem Unternehmen gesteigert werden. Durch die emotionale Bindung ist er zu mehr Engagement und Leistung bereit und strebt ein langes Arbeitsverhältnis an. Weitere positive Folgen des Employer-Brandings reichen bis hin zu einem geringeren Krankenstand der Mitarbeiter oder der Vermeidung von Vertrauensbrüchen innerhalb des Unternehmens, beispielsweise durch Bürodiebstähle.

Das Prinzip des Employer-Brandings setzt sich seit Ende der 1990er Jahre durch. Seiner Zeit galt es als Reaktion auf den vorherrschenden Mangel an Fach- und Führungskräften. Tim Ambler und Simon Barrow verwendeten den Begriff erstmalig im Jahr 1996, als ihr Fachartikel „The Employer Brand“ im Magazin „Journal of Brand Management“ erschien. Zur Realisierung des Employer-Brandings wird in der Regel auf klassische Marketing-Konzepte gesetzt.

Ewige Rente

Mit dem Begriff ewige Rente ist nicht etwa die Altersrente gemeint, sondern die Rente in wirtschaftswissenschaftlicher Hinsicht. Denn hier bezeichnet „Rente“ ein Einkommen, welches ohne erbrachte Gegenleistung, beispielsweise Arbeitskraft, erzielt wird. Solche Renten entstehen beispielsweise durch angelegtes Kapital und dessen Verzinsung.

Mit der ewigen Rente ist dementsprechend gemeint, dass eine eingehende Zahlung anhaltend erfolgt. Das dafür ursprünglich eingesetzte Kapital wird dabei nicht aufgebraucht, bleibt also ewig erhalten. Die Laufzeit und somit auch der Zahlungsstrom (Cashflow) der Rente sind zeitlich unbegrenzt bzw. ebenfalls ewig. Die ewige Rente wird auch als Perpetuität bezeichnet. Sie kann sowohl nachschüssig als auch vorschüssig sein. Nachschüssige ewige Renten fallen am Ende einer Periode an, vorschüssige ewige Renten bereits zu deren Beginn

Zur Berechnung der ewigen Rente wird das Anfangskapital mit dem entsprechenden Kalkulationszinssatz multipliziert. Ewige Renten müssen allerdings nicht gleichbleibend hoch sein, sondern können auch einem Wachstum unterliegen. Der Endwert der ewigen Rente ist selbstverständlich immer unendlich. Es kann jedoch der Zeitwert nach Ablauf von x Jahren berechnet werden. Der Barwert der ewigen Rente kann ebenfalls mittels Abzinsung bzw. Diskontierung berechnet werden.

Die ewige Rente kommt auch bei der Bewertung von Unternehmen zum Tragen, setzt man voraus, dass diese ebenfalls eine unbegrenzte Lebensdauer haben. Dadurch kann anhand der erwarteten Jahresüberschüsse die ewige Rente als Kennzeichen für den Wert des Unternehmens berechnet werden.

EBIT-Marge

EBIT steht für „Earnings before interest and taxes“. Gemeint sind die Gewinne eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern. Es handelt sich somit um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, durch die auf die Ertragskraft eines Unternehmens geschlossen werden kann. Näheres dazu im entsprechenden Eintrag zum EBIT.

Der EBIT-Wert allein ist jedoch nicht mit der EBIT-Marge (im Englischen: EBIT margin) gleichzusetzen. Die EBIT-Marge setzt nämlich den EBIT in Relation zum Umsatz: EBIT dividiert durch den Umsatz multipliziert mit 100. Der so errechnete prozentuale Anteil des EBITs am Unternehmensumsatz gibt Aufschluss über die Profitabilität des Unternehmens im betrachteten Zeitraum. Sie steigt mit der Höhe der EBIT-Marge. Da nationale Steuerbestimmungen nicht betrachtet werden, kann mit der EBIT-Marge auch ein internationaler Vergleich mit anderen Unternehmen erfolgen. Die EBIT-Marge ähnelt  somit der Umsatzrendite, ist aber nicht mit ihr identisch.

Zur Ermittlung der sogenannten EBITDA-Marge wird der EBITDA berechnet. D steht hierbei für Depreciation (Abschreibungen von Sachanlagen) und A für Amortization (Abschreibungen immaterieller Vermögensgegenstände). Es werden also nicht nur – wie beim EBIT – Zinsen und Steuern außen vor gelassen. Ansonsten erfolgt die Berechnung der EBITDA-Marge wie bei der EBIT-Marge auch.

Der angestrebte Zielwert der EBIT-Marge schwankt im Bereich um die 10 bis 15 %. Dieser Wert ist allerdings stark branchenabhängig. Veränderungen der EBIT-Marge ergeben sich vor allem durch einen Anstieg oder einen Abfall der Umsatzerlöse sowie durch Änderungen im Kostenmanagement, beispielsweise durch Verringerung der Personalaufwendungen. Die aktuelle EBIT-Marge und angestrebte Werte sind unter anderem für Investoren und auch bei der Vergabe von Darlehen durch Banken von Interesse.

E-Commerce

Beim E-Commerce geht es generell um Handel, der über die virtuelle Theke getätigt wird. Die deutsche Übersetzung von Electronic Commerce, also elektronischer Handel, trifft dabei den Charakter des E-Commerce sehr genau, wenn auch weniger klangvoll als das englische Pendant.

E-Commerce beinhaltet im Prinzip alle Formen des Handels, bei denen Geschäfte über ein virtuelles Netzwerk, also vor allem über das Internet, getätigt werden. In Abgrenzung zum stationären Handel, bei dem grundlegend mindestens zwei Parteien physisch einen Verkehr von Waren betreiben (Der Kunde kauft in einem Laden und bezahlt an der Kasse), geht es beim E-Commerce elektronisch zu: Waren werden in Online-Shops gekauft, womöglich mit Online-Payment-Lösungen bezahlt, die Auftragsbestätigung erfolgt per Mail und auch die Auslieferung wird elektronisch in Gang gesetzt.

Aber auch Services wie das Online-Banking bzw. das Einkaufen von Dienstleistungen über das Internet gehören zum E-Commerce im weitesten Sinne. Wann immer also Dienstleistungen oder Produkte via Internet angeboten und gekauft werden, spricht man vom elektronischen Handel bzw. von E-Commerce.

Wachstum, Ausblicke, Risiken und Chancen des E-Commerce

Weltweit Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich sprechen für das große Potenzial des E-Commerce. Dass diese Entwicklung bald zum Erliegen kommt, ist unwahrscheinlich, steigen doch Interesse am E-Commerce und die Möglichkeiten des elektronischen Handels immer weiter und schneller. Andererseits sehen sich viele stationäre Händler in Existenznot, müssen sie doch bei höheren Kosten für beispielsweise Personal und Raummiete, mit den meist niedrigeren Preisen des E-Commerce konkurrieren. Hinzu kommt, dass sich einige Multichannel-Anbieter dem Phänomen des Kannibalismus ausgesetzt sehen, dass also deren Online-Shops die Existenzgrundlage der stationären Filialen zu entziehen drohen.

Weitere Risiken sehen Experten auch darin, dass Betrugsfälle bei Bestellungen und Bezahlungen zunehmen werden ebenso wie auch wenig seriöse Online-Shops immer wieder das Image des E-Commerce beschädigen. Und: Pessimisten sehen aufgrund der wachsenden Bedeutung des elektronischen Handels eine düstere Zukunft voll verlassener Einkaufsstraßen und leerstehender Verkaufsräume.

Fernab dieser Szenarien öffnen täglich neue Online-Shops bzw. Dienstleister ihre elektronischen Pforten. Für sie bedeutet E-Commerce vor allem eine neue Absatzchance. Diese jedoch muss mithilfe entsprechender  Werbemaßnahmen (Suchmaschinen-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Content Marketing, etc.) erst einmal geschaffen werden. Tatsächlich nämlich – und das ist Fluch und Segen des E-Commerce zugleich – ermöglicht der Handel über das Internet auch, dass nationale Grenzen problemlos und praktisch live übersprungen werden können. Das wiederum erhöht den Wettbewerbsdruck auf alle Teilnehmer des E-Commerce, erweitert das Angebot für Kunden, macht es gleichzeitig aber schwerer, Angebote miteinander zu vergleichen (Versandkosten, Zahlungswege, Währungen, Gebühren, etc.)

Stellschrauben des E-Commerce

Neben dem eigentlichen Angebot sind vor allem Online-Händler mit anderen, wichtigen Stellschrauben im E-Commerce konfrontiert. Dazu gehört die Frage, wie Retouren gehandelt werden (Stichworte: Widerrufsrecht und 40-Euro-Klausel) und welche Zahlungsmöglichkeiten den Kunden eingeräumt werden. Noch immer sind es nämlich diese beiden Parameter, die maßgeblich über Kauf oder Kaufabbruch entscheiden. Andererseits sind es Merkmale, die Online-Shop-Betreiber viel Arbeit kosten (Retouren– und Forderungsmanagement) und damit den eigentlichen Gewinn minimieren können.

Am Ende nämlich – und auch das ist eines der klassischen Merkmale des E-Commerce – entscheiden sich Kunden nicht nur für das günstigste Angebot, sondern eben auch für die besten Rahmenbedingungen. Und diesen gehören neben dem Preis eben auch kostenloser Versand bzw. Rücksendung und vielseitige Möglichkeiten, die bestellte Ware sicher zu bezahlen (Rechnung, Paypal, Kreditkarte) an.

Existenzgründerseminar

Ein Existenzgründerseminar soll angehende Gründer dabei unterstützen, ihre Geschäftsidee bzw. Geschäftsmodell auf Herz und Nieren zu prüfen und mit Experten Feinheiten des Businessplans zu besprechen bzw. darin befindliche Unklarheiten aufzuzeigen.

Existenzgründerseminare finden praktisch bundesweit und in regelmäßigen Abständen statt und werden sowohl von privaten Anbietern wie auch von den IHK-Akademien oder auch den Handwerkskammern angeboten. Die Kosten belaufen sich grob zwischen 30 und 100 Euro, wobei es auch kostenlose Angebote für Existenzgründerseminare gibt. Die Dauer ist in der Regel auf einen bis drei Tage  oder auch auf ein Wochenende beschränkt.

In einem Existenzgründerseminar sollten angehende Gründer alles über die Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung erfahren. Das betrifft beispielsweise Fördermittel und potentielle Förderer, wie auch grundlegende Dinge, also Aufbau und Inhalte eines Businessplans, Geschäftsmodells oder Gründungskonzepts oder auch, wie und warum man Markt- und Standortanalysen durchführen sollte und was es mit der Buchführung oder dem Marketing auf sich hat.

Erhält man einen  Gründungszuschuss seitens der Arbeitsagentur, kann diese auch die Kosten für ein Existenzgründerseminar übernehmen, wobei die Teilnahme dann jedoch verpflichtend ist.

Existenzgründerdarlehen

Jedem Business-Anfang wohnt ja bekanntlich ein Zauber inne – und meistens auch die Frage danach, woher das Geld für diesen Start ins Unternehmertum kommen soll. Existenzgründerdarlehen sind da eine der besten Möglichkeiten. Im Idealfall sind sie hinsichtlich der Konditionen und Tranchen perfekt auf die Bedürfnisse von Existenzgründern zugeschnitten.

Existenzgründerdarlehen sind rein “technisch” betrachtet kleinere bis mittlere Kredite, die beispielsweise von der kfw Mittelstandsbank vergeben werden. Das Besondere bei diesen Darlehen ist, dass der Sollzins sehr niedrig ist, in der Regel ein bis zwei tilgungsfreie Anlaufjahre beinhaltet sind und mitunter sogar eine Haftungsfreistellung für die Hausbank gewährleistet ist.

Andere Besonderheiten bei Existenzgründerdarlehen finden sich darin, dass  die zu vergebenden Kreditsummen sich zwischen 50.000 und 100.000 Euro bewegen. Zudem richten sie sich meistens an Unternehmen, die sich gerade in der Gründung befinden bzw. bei denen weniger als 2-3 Jahre seit der Gründung vergangen sind – eben an Existenzgründer.

Existenzgründerdarlehen werden zwar von der kfw Mittelstandsbank oder aber auch von regionalen Förderstellen vergeben, am Ende aber entscheidet die mit ihnen kooperierende Hausbank, ob das  Existenzgründerdarlehen tatsächlich vergeben wird oder eben nicht.  In diesem Sinne sind für Existenzgründer vor allem jene Existenzgründerdarlehen interessant, die einen Eigenkapital-Charakter aufweisen und bei denen eine Haftungsfreistellung für die Hausbank beinhaltet ist.

Existenzgründerdarlehen werden sowohl für Gründungen als Nebengewerbe wie auch als Haupterwerb vergeben. Deren Bewilligung setzt immer voraus, dass die potenziellen Darlehensnehmer einen konsistenten Businessplan vorlegen und/oder auch an entsprechenden Existenzgründerseminaren teilnehmen. Zudem müssen sie fachliche Qualifikationen erfüllen. Kurz gesagt: Auch die Vergabevon Existenzgründerdarlehen richtet sich letztlich nach den Erfolgschancen der Gründer und somit auch danach, welche Chancen die vergebenden Banken sehen, ihr Geld samt Zinsen zurückzubekommen.

Existenzgründung

Als Existenzgründung wird die Aufnahme einer selbstständigen beruflichen Tätigkeit zur Finanzierung des Lebensunterhalts bezeichnet.

Existenzgründer wollen auf eigenen Beinen stehen, ihre Geschäftsideen realisieren und Unabhängigkeit außerhalb eines festen Angestelltenverhältnisses genießen. Dabei ist es zunächst unmaßgeblich, in welcher Branche sie sich selbstständig machen wollen und ob dies durch eine Anmeldung beim Gewerbeamt oder eine Freiberuflichkeit geschieht. Bei der Gründung eines größeren Unternehmens spricht man eher von einer Unternehmensgründung, während die Existenzgründung oft durch Einzelunternehmer geschieht.

Die Grundlage der Existenzgründung ist vor allem die Gewerbefreiheit in Deutschland. Grundsätzlich darf sich jeder gewerblich betätigen, bzw. sich als Angehöriger eines freien Berufes auch ohne eine Gewerbeanmeldung, selbstständig machen. Einschränkungen unterliegen wiederum nur erlaubnispflichtige Tätigkeiten. So müssen beispielsweise Anwälte oder Handwerker entsprechende Qualifikationen vorweisen können, um selbstständig tätig werden zu dürfen. In diesen Fällen durch die Befähigung zum Richteramt nach erfolgreichem Studium bzw. eine bestandene Meisterprüfung.

Als erster Schritt der Existenzgründung wird oftmals zur Erstellung eines Businessplans geraten. Zum einen können Gründer sich dadurch selbst einen Überblick über ihr Vorhaben inklusive aller Risiken machen. Zum anderen aber ist ein ausgereifter Businessplan ein wichtiges Instrument, um Kreditgeber und Banken vom eigenen Vorhaben zu überzeugen. Denn neben der Geschäftsidee und der späteren Durchführung ist vor allem das Auftreiben von Eigenkapital eine der größeren Hürden, die Existenzgründer zu meistern haben.

Seit 2011 kann der sogenannte „Gründungszuschuss“ der Bundesagentur für Arbeit Gründern in der Startphase ihrer Selbstständigkeit finanziell behilflich sein. Es handelt sich bei dieser staatlichen Förderung jedoch um keinen Anspruch, sondern um eine Ermessensleistung, die an enge Regularien geknüpft ist. So müssen u.a. eine vorangegangene Arbeitslosigkeit von min. 150 Tagen, persönliche und fachliche Eignung sowie die Tragfähigkeit der Geschäftsidee nachgewiesen werden.

Exit

Der Exit bezeichnet den Ausstieg aus einer Beteiligungsanlage mit höchstmöglicher Rendite.

Der Begriff Exit stammt aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen „Ausgang“. Gemeint ist der Fall, in dem ein Anteilseigner eines Unternehmens seine Beteiligung aufgibt und in diesem Zuge veräußert. Alternativ wird, v.a. im englischsprachigen Raum, auch von einem Divestment gesprochen, dem Gegenteil vom Investment. Hierzulande werden teilweise auch die Begriffe Devestition oder Desvestition verwendet, geläufiger ist aber nach wie vor die Bezeichnung „Exit“. Dieser Exit erfolgt bestenfalls dann, wenn ein Unternehmen seinen Wert bereits steigern konnte.

Es stellt sich jedoch die Frage, aus welchem Grunde Investoren ihre Anteile an einem florierenden Unternehmen aufgeben. Hierzu gehören vor allem Investoren, die sich mit einem Venture-Capital am Unternehmen beteiligt haben. Sie haben oft von vornherein nicht die Absicht, ihr Kapital langfristig in ein Unternehmen zu investieren. Stattdessen nutzen sie die Startup-Phase, um das erste unternehmerische Wachstum bis zur Marktsättigung auszuschöpfen. Ist dies geschehen, können sie ihre Anteile gewinnbringend verkaufen. Renditen zwischen 15 bis 25 Prozent liegen im Rahmen des Angestrebten. Für diese hohe Gewinnmöglichkeit gehen Investoren allerdings auch das Risiko ein, dass ein junges Unternehmen sich nicht am Markt behaupten kann und es zu Verlusten kommt.

Häufig ist der Zeitpunkt des Ausstiegs bereits zu Beginn der Beteiligung fest vereinbart. Es werden hierfür schon im Vorfeld mögliche Exit-Strategien analysiert und bewertet. Man spricht hierbei von der Exit-Due-Diligence. Also einer sorgfältigen Prüfung, deren Fokus auf dem späteren Exit aus einer Investition liegt. Mögliche Exitkanäle sind das „Trade Sale“, der „Secondary Purchase“ oder „Buy Back“. In letzterem Falle kauft das Unternehmen selbst die Anteile zurück.

Fördermittel

Fördermittel sind in der Regel Hilfestellungen des Staates, die an Branchen oder auch an Startups und Existenzgründer als Subventionen vergeben werden. Dies kann, muss aber nicht ausschließlich in Form finanzieller Unterstützung geschehen. Prominente Beispiele für Fördermittel in Form von Subventionen ganzer Branchen bilden beispielsweise die garantierten Abnahmepreise für Solarstrom (Einspeisevergütung) und historisch betrachtet, die Gelder des “Marshall-Plans”, die auch Deutschland nach dem 2.Weltkrieg zuflossen, um die am Boden liegende Wirtschaft wieder zu stärken.

Als Verwalter dieses sta(a)ttlichen Sondervermögens von aktuell rund 12 Milliarden Euro zeichnet momentan die KfW-Bankengruppe verantwortlich. Sie finanziert damit vor allem Programme zur Förderung der Wirtschaft – und vergibt in diesem Rahmen eben auch zinsgünstige Gründerdarlehen an Startups und Existenzgründer.

Fördermittel für Startups und Existenzgründer

Gerade Startups und Existenzgründer sehen sich immer wieder größeren Hürden gegenüber, was das Beschaffen notwendigen Kapitals angeht. In diesem Sinne bieten sich ihnen zahlreiche Fördermittelprogramme seitens der KfW, der Agentur für Arbeit oder aber auch des Europäischen Sozialfonds (ESF) an. Diese beinhalten nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche Unterstützung in Form von Workshops, Coachings und Wissenstransfer.

Was diese Fördermittel miteinander teilen, ist, dass sie in der Regel sehr zinsgünstig sind, über tilgungsfreie Anlaufjahre verfügen und die KfW beispielsweise den Hausbanken  hohe Haftungsfreistellungen bietet, um diese noch stärker dazu zu motivieren, entsprechende Kredite an Gründer zu vergeben. und damit letztlich auch das Risiko eines Forderungsausfalls zu minimieren.

Fördermittel für Startups und Existenzgründer sind insofern zumindest eine Alternative oder auch Ergänzung zu anderen Kapitalgebern -und quellen (Venture Capitalists, Bootstrapping, etc.). Sie sind in der Regel hinsichtlich der Kreditsumme und Laufzeit gestaffelt und gedeckelt und laufen teilweise über das Hausbankprinzip, werden also seitens mancher Förderstellen nur vermittelt und nicht direkt vergeben. Das Beantragen der Fördermittel kann sich als sehr zeitintensiv darstellen. Umso wichtiger also, dass Gründer und Startups sich vorzeitig mit den jeweiligen Anforderungen und geforderten Nachweise innerhalb der unterschiedlichen Programme auseinandersetzen.

Freelancer

Als Freelancer werden in der Regel Spezialisten bezeichnet, die ein Unternehmen freiberuflich, projektbezogen und damit zeitlich begrenzt unterstützen. Meist stammen sie aus den Bereichen IT, Marketing und Medien und können von Unternehmen flexibel eingesetzt werden, beispielsweise um Auftragsspitzen oder zeitkritische Projekte mit externer Unterstützung fristgerecht umsetzen zu können.

Freelancer ist dahin gehend keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern bezieht sich vornehmlich auf die Tatsache, dass die Spezialisten – aus welchen Bereichen und Branchen sie auch immer stammen mögen – keine Angestellten des Unternehmens sind (d.h. keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben), in der Regel sogar für viele Unternehmen gleichzeitig Projekte bearbeiten und somit auch nicht den Schutz des Arbeitsrechts genießen (Kündigungsfristen, etc.).  Freelancer sind folglich auch kein fester Bestandteil der Unternehmensstruktur und an ihre Auftraggeber nicht direkt weisungsgebunden, weder in zeitlicher, örtlicher noch fachlicher Hinsicht.

Sie gestalten und steuern ihre Arbeit selbstständig und eben auch “auf eigene Rechnung”. Das  bedeutet, dass Freelancer ihrem Auftraggeber am Ende eines Projekts oder zu einem vorher vereinbarten Zeitraum, eine Rechnung stellen. Diese kann, muss aber nicht Mehrwertsteuer enthalten (Kleinunternehmertum). Die Basis für die Bezahlung bildet meist ein Tages- oder Stundensatz oder auch eine Vergütung für das gesamte Projekt. Auch bei der Gestaltung der Vergütungsmodelle sind Freelancer also tatsächlich frei. Entsprechend werden für die Zusammenarbeit dann Verträge aufgesetzt ( Honorar- oder Werksverträge).

Die Freiheit der Freelancer liegt andererseits aber auch darin, alle anfallenden Betriebskosten (also auch Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung) aus den erwirtschafteten Honoraren und Bezahlungen zu bestreiten. Für Unternehmen liegt der Nachteil mitunter darin, dass Freelancer zum Teil hohe Honorare erhalten, einige Zeit benötigen, um das Unternehmen und dessen Produkte und Services zu verstehen und natürlich auch darin, dass Freelancer eine weniger ausgeprägte Verbundenheit zu einem Auftraggeber empfinden, als dies Angestellte tun (sollten).

Arbeitet ein Freelancer ausschließlich für einen Auftraggeber, kann der Verdacht auf eine Scheinselbstständigkeit entstehen oder aber auch die Abgrenzung zu einem arbeitnehmerähnlichen Angestellten schwerfallen.

Financial-Due-Diligence

Eine Financial-Due-Diligence dient vor anstehenden Investitionen der sorgfältigen Prüfung der finanziellen Situation eines Objekts.

Unter einer Due-Diligence versteht man wörtlich eine „mit größter Sorgfalt“ durchgeführte Risiko- und Plausibilitätsprüfung. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn ein neues Investment bevorsteht, zum Beispiel in ein Unternehmen. Aber auch bei Immobilienkäufen oder bei einem geplanten Börsengang wird u.a. die Financial-Due-Diligence durchgeführt.

Um Verluste möglichst zu vermeiden und die Rentabilität eines Vorhabens einschätzen zu können, müssen potentielle Investoren Stärken und Schwächen eines Objekts erkennen sowie Risiken beurteilen können. Die Financial-Due-Diligence ist hierbei für die Analyse und Beurteilung der Finanzsituation verantwortlich. Sie kann als Teildisziplin der Due-Diligences verstanden werden und fokussiert sich auf alle wesentlichen Finanzdaten eines Unternehmens.

Aufgrund der Komplexität einer umfassenden Financial-Due-Diligence wird sie von ausgewählten Experten durchgeführt, vor allem Wirtschaftsprüfern oder Juristen. Der Umfang der Financial-Due-Diligence kann stark variieren und hängt maßgeblich von der geplanten Investition ab. Berücksichtigt werden zum einen die Unternehmenshistorie und der aktuelle Zustand in Hinblick auf Vermögen, Erträge, das Verhältnis von Fremd- und Eigenkapital oder auch das EBIT und der Cashflow. Zum anderen werden Prognosen zur voraussichtlichen Weiterentwicklung und dem Potential zur Skalierung getroffen. Differenzierung ist durch die Anwendung von Szenarioanalysen möglich, die dem Investor zukünftige Handlungsspielräume veranschaulichen.

Die Ergebnisse der Financial-Due-Diligence werden in den Due-Diligence-Report aufgenommen. Hier können sie nicht nur für sich betrachtet werden, sondern auch im Kontext mit anderen Due-Diligences, beispielsweise der Corporate-Legal-Due-Diligence oder der Technical-Due-Diligence. Zu berücksichtigen ist jedoch immer, dass die Financial-Due-Diligence zwar ein wichtiges und aussagekräftiges Dokument ist, jedoch auch auf den preisgegebenen Informationen basiert. Fehlende Transparenz im Rahmen der Financial-Due-Diligence kann die Aussagekraft mindern.

Finanzierungsrunde

Unter einer Finanzierungsrunde versteht man die Erhöhung von Kapitaleinlagen durch zusätzliche Investoren.

Sobald das vorhandene Kapital nicht mehr ausreicht, sind Unternehmer bestrebt, dies zu ändern. Dieser Fall tritt zum Beispiel dann ein, wenn eine Internationalisierung, neue Projekte oder die Expansion auf weitere Geschäftsfelder geplant ist. Hier gilt es nun, z.B. weitere Investoren als Kapitalgeber zu überzeugen, um die Kapitalerhöhung zu realisieren. Betroffen sind in der Regel junge Unternehmen, die noch von besonders starkem Wachstum geprägt sind. Dadurch sind sie auch noch nicht in der Lage, ihren steigenden Kapitalbedarf aus eigenem, vorhandenem Kapital zu decken. Im Laufe des Wachstums durchlaufen Unternehmen mehrere Finanzierungsrunden, um ihre Kapitaleinlagen aufzustocken. Diese werden als A-Runde bis hin zur E-Runde bezeichnet.

Die ersten Finanzierungsrunden durchlaufen junge Unternehmen in der sogenannten Early-Stage, der Früh- oder auch Gründungsphase. Sie startet mit der Seed-Phase. Seed stammt aus dem Englischen und bedeutet „Saat“, womit der erste Schritt in die Unternehmensgründung angedeutet wird. In dieser Zeit können Startups noch keinen Umsatz vorweisen, stecken mitten in der Time-to-Market Phase und verfügen ebenso über kein marktreifes Produkt. Eine Investition ist für die Kapitalgeber daher mit einem besonders hohen Risiko verbunden. Hier werden vorzugsweise Business-Angels angesprochen, Bankkredite sind für Gründer in dieser Phase oftmals nicht realisierbar. In der darauf folgenden Startup-Stage hingegen befindet sich das Unternehmen bereits im Aufbau, wodurch ein höherer Kapitalbedarf als in der Seed-Phase herrscht. Es folgt die First-Stage, also die Markteinführung des angebotenen Produkts bzw. einer Leistung.

Die zweite große Hauptphase der Finanzierungsrunden ist die Later-Stage, welche in mehrere Expansion-Stages unterteilt wird. Die Second-Stage dient der nationalen Expansion, in der folgenden Third-Stage wird die Internationalisierung in Angriff genommen. Als Bridge bzw. IPO wird die Phase eines bevorstehenden Börsengangs bezeichnet. Dementsprechend muss nicht jedes Unternehmen auch jede einzelne Phase durchlaufen.

Firesale

Von einem Firesale spricht man, wenn es zu einem panikartigen Verkauf, häufig mit Verlusten, kommt.

Firesale bezeichnete ursprünglich den Ausverkauf von Waren, die durch einen Brand stark beschädigt wurden. Da die Produkte nicht mehr unversehrt waren, wurden sie vom jeweiligen Verkäufer zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Anderenfalls hätte er keinerlei Profit mehr daraus ziehen können und einen noch größeren Verlust verbuchen müssen.

Ein ähnliches Grundprinzip ist auch heute noch gemeint, wenn vom Firesale die Rede ist. Produkte, die bereits produziert wurden, aber nicht die angestrebte Nachfrage erfüllen, werden in der Regel zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Produkt nicht vom Konsumenten angenommen wird oder bereits eine Marktsättigung eingetreten ist. Dies geschah beispielsweise im Jahre 2011, als der Hersteller Hewlett Packard die Produktion seines TouchPads „Pre 3“ einstellte und Restbestände per Firesale anbot – durch die günstigen Preise waren die Geräte innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

An der Börse spricht man von einem Firesale, wenn die gehandelten Wertpapiere zunehmend an Wert verlieren, sodass Investoren förmlich jegliche Hoffnung an baldige Genesung ihrer Investitionswerte verlieren. Ab diesem Punkt sind sie bestrebt, ihre Wertpapiere möglichst schnell zu verkaufen, um einen noch größeren Verlust abfangen zu können. Geschieht dies in nennenswertem Ausmaße, spricht man vom Firesale, zu Deutsch also einem Feuerverkauf. Auch Unternehmen können im Rahmen eines Firesales verkauft werden. Hier tritt der Fall ein, wenn seine Performance sich zunehmend verschlechtert und der baldige Verkauf der letzte Ausweg vor der drohenden Firmenpleite ist. Durch den Firesale werden daher meist sehr niedrige Verkaufspreise erzielt.

Käufer, die an einem Firesale beteiligt sind, profitieren somit durch einen besonders niedrigen Kaufpreis. Dieser sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie gleichzeitig ein hohes Risiko eingehen bzw. möglicherweise mangelhafte Produkte erwerben.

Five-Forces-Modell

Unter dem Five-Forces-Modell versteht man ein Instrument zur Analyse von Branchenstrukturen.

Das „Five-Forces-Modell“ kann ins Deutsche mit „Fünf-Kräfte-Modell“ übersetzt werden. Es geht zurück auf Michael Eugene Porter, einen Wirtschaftsprofessor an der Harvard Business School. Aus diesem Grund wird teilweise auch von „Porters Five Forces“ gesprochen. In Deutschland spricht man häufig auch von der Branchenstrukturanalyse. Porter geht davon aus, dass anhand der fünf Kräfte die Attraktivität der betrachteten Branche bestimmt werden kann. Dies ist zum Beispiel dann von Interesse, wenn ein Unternehmen in weitere Branchen zu expandieren plant.

Als fünf Kräfte gilt die Konkurrenz unter den Wettbewerbern, die Bedrohung durch neue Wettbewerber, die Gefahren ausgehend von Substituten sowie die Marktposition und Verhandlungsstärke von Zulieferern und Abnehmern. Voraussetzung ist stets das Gewinnstreben, an Non-Profit-Organisationen wendet sich das Five-Forces-Modell nicht. Wichtig am Five-Forces-Modell ist zudem, dass die fünf Kräfte nie an einem einzelnen Unternehmen analysiert werden, sondern stets die gesamte Branche betrachtet wird. Neben diesen fünf Kräften betrachtet Porter außerhalb des eigentlichen Modells auch die jeweilige Regierung als bedeutsame Kraft. Sie kann sowohl Abnehmer sein (z.B. Rüstungsindustrie) oder auch durch neue Gesetzgebungen die Branchenstrukturen verändern.

Die jeweilige Ausprägung der Kräfte und deren Relevanz für das Unternehmen gilt es zu analysieren und entsprechen der Ergebnisse in die eigene Strategieplanung einfließen zu lassen. Je stärker die Wettbewerbskräfte ausgeprägt sind, desto schwieriger wird es für ein Unternehmen der entsprechenden Branche, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen und eine gute Markpositionierung zu erreichen. Die Branche wird dadurch unattraktiv. Unternehmen sollten daher bestrebt sein, die für sie günstigste Branchenstruktur zu erkennen und ihre unternehmerische Strategie dahin gehend auszubauen. Die Bedrohung der fünf Kräfte kann dadurch eingeschränkt werden.

Franchising

Franchising ermöglicht es Gründern, von bereits etablierten Marken und Geschäftsmodellen zu profitieren.

Der Begriff „Franchising“ stammt aus dem Englischen und kann ins Deutsche mit „Lizenzvergabe“ übersetzt werden. Hierdurch kann ein Unternehmen anderen Unternehmern seine bewährte Geschäftsidee zur Verfügung stellen. Man spricht auch von Franchise-Gebern und Franchise-Nehmern. Das jeweilige Geschäftskonzept ist bereits gefunden, entwickelt und am Markt getestet worden. Der Franchise-Geber räumt dem Nehmer gegen eine vereinbarte Franchising-Gebühr das Recht ein, seine Produkte und Dienstleistungen anzubieten und dafür auch seine Corporate Identity zu übernehmen. Damit dies gelingt, sind auch Schulungen und Betreuungen Gegenstand der meisten Franchising-Konzepte.

Für den Franchise-Nehmer bedeutet dieses Konzept einige Vorteile. Er benötigt weder eine eigene Geschäftsidee, noch muss er ein eigenes Konzept entwickeln. Stattdessen erhält er durch das Franchising ein bereits erprobtes Konzept und kann dadurch auch sein Risiko, in der Praxis zu scheitern, minimieren. Zugleich profitiert er durch bereits erfolgreich durchgeführte Markenbildung. Der Gegenstand des Franchisings ist bereits etabliert und der Zielgruppe vertraut sowie positiv bekannt. Dadurch steigt auch oftmals seine Kreditwürdigkeit bei Banken, die er sich mit einer eigenen Geschäftsidee oftmals hart erarbeiten müsste. Die Kehrseite des Franchisings sind jedoch die Verpflichtungen und Einschränkungen, die der Franchise-Nehmer zu tragen hat. Bei diesem Konzept ist kaum Raum für die eigene Mitgestaltung am Konzept oder die spätere Entfaltung der eigenen Kreativität.

Franchising hat sich inzwischen auch in Deutschland etabliert und wird in diversen Branchen angewandt. Bekannte Franchise-Geber sind vor allem die Fast-Food-Ketten Mc Donald’s, Burger King und Subway, aber auch die Autovermietung Hertz zählt dazu.

Freemium

Freemium ist ein gängiges Geschäftsmodell, welches Gratisangebote mit Premiumservices kombiniert.

Bei Freemium handelt es sich um ein Kofferwort, welches sich aus den englischen Begriffen „Free“ und „Premium“ zusammensetzt. Gemeint ist somit ein Angebot, welches in zwei Varianten verfügbar ist: Einmal „free“, also gratis, und einmal gegen Bezahlung in einem höherwertigen Umfang. Die Bezeichnung geht auf den US-amerikanischen Venture-Capitalist Fred Wilson zurück, der das erste Mal im Jahre 2006 von „Freemium“ sprach.

Das Freemium Modell ist inzwischen weit verbreitet. Nutzern wird ein Basisdienst geboten, den sie komplett kostenlos und unverbindlich nutzen können. Es wird ihm jedoch bspw. Werbung angezeigt oder der Umfang ist auf einige wichtige Grundfunktionalitäten beschränkt. Der Nutzer kann das Angebot dadurch testen oder auch langfristig einen Nutzen daraus ziehen. Ist er jedoch überzeugt und möchte fortan einen höheren Komfort und Funktionsumfang beanspruchen, kann er zur kostenpflichtigen Premium-Variante wechseln. Diese verspricht ihm meist weitere Leistungen, einen höheren Service oder auch Werbefreiheit. Dem Nutzer wird so Zeit gelassen, sich von einem Service überzeugen zu können. Seine Bereitwilligkeit, nachfolgend in einen Premiumdienst zu investieren, kann dadurch gesteigert werden. Auch kann er während der Nutzung der Free-Services mittels Mundpropaganda zur Bekanntheitssteigerung beitragen und somit als Marketinginstrument fungieren.

Ein bekanntes Beispiel, welches auf Freemium basiert, ist die Software Skype. Nutzer können in der Free-Version Chatten sowie Gesprächs- und Videoübertragungen starten. Für weitere Funktionen wie eine eigene Online-Rufnummer oder Telefonate ins Fest- und Mobilfunknetz müssen sie jedoch in kostenpflichtige Premiumdienste investieren. Auch Social Media Networks wie XING setzen auf das Freemium-Modell. Sie bieten gleichermaßen Basis- als auch Premium-Mitgliedschaften an.

Fremdkapital

Fremdkapital ist ein Teil des Gesamtkapitals eines Unternehmens und das “Gegenstück” zum Eigenkapital. Bei der Bilanz bildet es die Summe der Passivaseite, indem man Verbindlichkeiten und auch Rückstellungen addiert.

In diesem Sinne beschreibt das Fremdkapital liquide Mittel, die einem Unternehmen seitens anderer Kapitalgeber zur Verfügung gestellt wurden – gegen in der Regel übliche Zahlung von Zinsen und bei entsprechender Tilgung.  Das setzt voraus, dass Fremdkapital immer zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt wird. Die Geber von Fremdkapital (Gläubiger) haben keinerlei Mitsprache- und gestaltungsrechte, was die Unternehmensführung- und leitung angeht.

Andererseits stehen ihre Forderungen im Falle einer Insolvenz und/oder Liquidation im Rang vor den Forderungen der Eigenkapitalgeber. Das bedeutet, dass die Ansprüche der Fremdkapital-Geber, sobald es zu einer Firmenpleite kommt, zuerst aus der Insolvenzmasse bedient werden müssen.

Fremdkapital: Sicherheiten 

Möchte man als Unternehmen oder Privatperson Fremdkapital aufnehmen, muss man den Kapitalgebern in der Regel Sicherheiten geben, beispielsweise in Form von Sachgütern (Immobilien, Inventar) oder aber auch von Patenten. Gerade in sehr von Innovationen getriebenen Branchen können Patente als Sicherheit für aufgenommenes Fremdkapital die Kreditwürdigkeit und damit auch die zu zahlenden Zinsen für das Fremdkapital zugunsten der Schuldner beeinflussen. So kann sich eine Bank eine Option auf das Patent der zu vermarktenden Idee eines Startup sichern und im Gegenzug auf Teile anderer Sicherheiten verzichten.

Für Startups heißt dies, dass sie weniger zusätzliche Sicherheiten aufbringen müssen, um genügend Fremdkapital zu erhalten. Für Banken sind Optionen auf Patente andererseits attraktiv, weil sie ihnen (im Falle einer Insolvenz) auch Zugang zu neuen Zielgruppen und Märkten ermöglichen würden.

Bei der Aufnahmen von Fremdkapital im Rahmen von Existenzgründerkrediten spielt die Höhe der Haftungsfreistellung eine entscheidende Rolle. Erhalten Gründer einen Gründerkredit der KfW, so profitieren Sie hier von Haftungsfreistellungen zwischen 80 und 100% der Gesamtkreditsumme. Dies erleichtert es den Kredit gebenden Banken wiederum, entsprechende Summen zu bewilligen.

Fremdkapital: Fristigkeiten

Mit Hinblick auf die Dauer, während der das Fremdkapital zur Verfügung gestellt wird, unterscheidet man zwischen

  • kurzfristigem Fremdkapital (klassischer Kontokorrent-Kredit, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung/LuL), welches in der Regel innerhalb eines Jahres getilgt werden muss
  • mittelfristigem Fremdkapital, das in einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren fällig ist
  • langfristigem Fremdkapital (Anleihen, Rückstellungen für Pensionen), das zwischen 5 und 10 Jahren zurückgezahlt werden muss

 

Freedom-to-operate Analyse

„Freedom to operate“ kann ins Deutsche mit der Freiheit, etwas auszuüben, übersetzt werden. Bei der Freedom-to-operate Analyse wird somit überprüft, ob der Entwicklung eines Produktes oder einer Dienstleistung möglicherweise die Schutzrechte Dritter entgegenstehen. Diese Recherche von Ausübungsfreiheiten wird teilweise auch als Product Clearing oder Patent Clearing bezeichnet.

Bei der Entwicklung sowie bei der Produktion neuer Produkte oder Dienstleistungen muss darauf geachtet werden, keine fremden Rechte zu verletzen. Dazu können Patente, Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster oder Marken zählen. Diese Rechte können sowohl einzelne Elemente als auch das Produkt als Ganzes betreffen. Verfügt bereits ein anderes Unternehmen oder eine Privatperson über etwaige Schutzrechte, kann das Produkt in seiner ursprünglich geplanten Ausgestaltung nicht auf den Markt gebracht werden. Anderenfalls drohen kostspielige Unterlassungsklagen bis hin zu Schadensersatzzahlungen.

Ein frühzeitiges Erkennen solcher Blockierungen verhindert dies bereits im Vorfeld. Stattdessen ermöglicht die Freedom-to-operate Analyse, beim Berühren fremder Schutzrechte rechtzeitig eingreifen zu können und das Produkt womöglich doch noch auf den Markt bringen zu können.

Stellt sich im Zuge der Freedom-to-operate Analyse heraus, dass die Ausübungsfreiheit eingeschränkt ist, bleiben drei Handlungsoptionen. Zunächst kann die Entwicklung natürlich komplett eingestellt und das Projekt gecanceled werden. Zum anderen können Wege gefunden werden, das Produkt oder die Dienstleistung so umzugestalten, dass sie die fremden Schutzrechte nicht mehr verletzen. Je nach Art des verletzten Rechts kann schon eine Änderung des Designs genügen. Kommen weder ein Entwicklungsstopp noch Umgehungslösungen infrage, besteht auch die Möglichkeit einer Einigung mit dem Inhaber der Schutzrechte. Eine Lizenzvergabe oder das Abtreten des Schutzrechts, wenn der Patentinhaber seine Schutzrechte nicht selbst gewerblich nutzen will, wären dann eine Möglichkeit, das eigene Projekt doch noch auf den Markt bringen zu können. Diese Variante ist allerdings mit weiterem Aufwand und vor allem Kosten verbunden, die es abzuwägen gilt.

Fungibilität

Der Begriff Fungibilität steht für „Austauschbarkeit“, „Ersetzbarkeit“. Er bezeichnet dadurch die Eigenschaften von Sachen oder Rechten, austauschbar und dadurch leicht handelbar zu sein. Es kann sich somit gleichermaßen um Güter wie auch Devisen und Wertpapiere handeln.

In Hinblick auf den Börsenmarkt ist Fungibilität Voraussetzung für den Handel von Wertpapieren und Devisen. Gleiche Aktien eines Unternehmens sind beispielsweise fungibel und können dadurch beliebig untereinander getauscht werden, ohne dass sich für den Anleger Vor- oder Nachteile in Hinblick auf die Wertigkeit der Aktien ergäben. Umgangssprachlich könnten fungible Anlagen daher auch als liquide verstanden werden.

Auch Geschäftsanteile können fungibel sein. Während die Anteile einer Aktiengesellschaft (AG) jedoch eine hohe Fungibilität aufweisen, sind Anteile an nicht emissionsfähigen Unternehmen wenig fungibel. So lassen sich etwa die Geschäftsanteile an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nicht oder nur vergleichsweise schwer wieder veräußern.

Waren müssen stets typisiert werden, um fungibel zu sein. Eine Einteilung kann zum Beispiel nach Gewicht, Anzahl oder Maß erfolgen. Sie sind nicht fungibel, wenn ihr Wert über den rein materiellen Wert hinausgeht. Dies ist zum Beispiel bei Kunstgegenständen oder historischen Stücken der Fall. Auch der Erwerb von speziellen Maschinen durch einen Investor entspricht keines fungiblen Gutes.

Bei Immobilien als Anlage wäre diese Fungibilität dementsprechend auch nicht oder nur in sehr begrenztem Ausmaß gegeben, denn Immobilien unterscheiden sich stark nach ihrer Beschaffenheit, dem Baujahr, ihrer Lage oder ihrer Ausstattung.

Game Changer

Gamer Changer tun einiges – sie knüpfen aber nicht auf altbekannte Erfolgsrezepte anderer an und hoffen, dadurch eigenen unternehmerischen Erfolg zu erleben. Stattdessen haben sie innovative eigene Ideen und Konzepte. Game Changer können sowohl visionäre Einzelpersonen als auch Unternehmen sein. Ein deutsches Äquivalent zum Begriff Game Changer gibt es nicht.

Die Ideen und Vorhaben eines Game Changers sind disruptiv – sie haben das Potential, einen ganzen Markt zu revolutionieren. Um was es sich dabei genau handelt, kann ganz unterschiedlich und branchenunabhängig sein. Infrage kommen gleichermaßen neue Technologien oder auch innovative Geschäftsmodelle, Produkte oder Dienstleistungen.

Die Chancen, sich hiermit nach Markteintritt und gegen die Konkurrenz zu behaupten, sind hoch. Je innovativer der Geschäftsgegenstand, desto wahrscheinlicher ist es sogar, dass es schlichtweg keine vergleichbare Konkurrenz gibt. Beispiele hierfür sind beispielsweise das erste Automobil oder die Einführung von Red Bull – vergleichbare Energy Drinks gab es bis zu diesem Zeitpunkt in Europa nicht.

Ebenso erfolgreich können Game Changer bei der Suche nach geeigneten Kapitalgebern sein. Voraussetzung für den letztendlichen Erfolg ist natürlich, dass nicht nur die Idee stimmig ist, sondern das Geschäft auch richtig aufgezogen wurde. Daher genügt die zündende Idee allein nicht, strategisches Vorgehen ist unerlässlich.

Daneben wird die Bezeichnung Game Changer allerdings auch im sozialen oder politischen Sinne verwendet, statt nur in unternehmerischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Allerdings sind auch hier stets Dinge gemeint, die das bisher da gewesene drastisch ändern und revolutionieren.

Gründungscoaching

Ein Gründungscoaching soll Startups und Existenzgründer vor, während und auch nach der Gründung des eigenen Unternehmens bzw. Aufnahme der Selbstständigkeit dabei unterstützen, ihre Produkte und Dienstleistungen besser am Markt positionieren, ihre Unternehmensstrategie noch genauer definieren und auch ihr Werteversprechen noch präziser formulieren zu können.

Vielen Startups und Existenzgründern fehlt es nicht an der spezifischen fachlichen Qualifikation. Doch das Wissen in Bereichen wie Marketing und Vertrieb, Versicherungen und Finanzen oder auch Rechtliches  ist mitunter noch nicht ausreichend ausgeprägt. Ein Gründungscoaching kann hier wertvolles Wissen vermitteln und in Form eines oder mehrerer Workshops oder Seminare wichtige Einblicke liefern in Fragen zur richtigen Finanzierung und Optimierung von Produktions -und geschäftsprozessen, zu einer noch effizienteren Marketing- und Vertriebsstrategie oder auch hinsichtlich der besten Ansprache von Investoren und dem Auffinden und Beantragen von (weiteren) Fördermitteln.

Die Kosten für ein Gründungscoaching werden dabei nicht selten durch Förderstellen wie die KfW, den ESF oder auch die Agentur für Arbeit in (fast) voller Höhe übernommen.  Die Dauer kann sich auf wenige Tage bis hin zu einigen Monaten erstrecken – je nach Bedarf, Unternehmensphase -und Umfang und natürlich Budget und Förderung.

Letztlich sind Inhalte, Umfang und Dauer von einem Gründungscoaching nicht beschränkt und auch abhängig vom Startup und Existenzgründer selbst. Schließlich lassen sich während eines Gründungscoachings Businesspläne erstellen und verfeinern, Anträge auf Fördermittel stellen aber eben auch Soft Skills stärken. Am Ende ist das Gründungscoaching natürlich keine Garantie für unternehmerischen Erfolg, sehr wohl jedoch ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Existenzgründung und Early-Stage-Phase.

 

Gesellschafterdarlehen

Gesellschafter eines Unternehmens leisten Einlagen und stellen ihrer Gesellschaft somit Eigenkapital zur Verfügung. Bei einem Gesellschafterdarlehen hingegen vergibt einer der Gesellschafter des Unternehmens ein Darlehen an dasselbige. Es handelt sich dadurch um ein eigenkapitalersetzendes Darlehen. Im Englischen spricht man auch von „Shareholder Loans“.

Bei Gesellschafterdarlehen handelt es sich um Mezzanine Kapital. Das bedeutet, dass es sowohl Eigenschaften von Fremd- als auch von Eigenkapital aufweist. Sollte es zur Insolvenz kommen, sind die Rückzahlungsansprüche des Darlehensgebers nachrangig. Ihr Eigenkapitalersatzcharakter ändert daran nichts.

Eine Besonderheit ergibt sich bei Personengesellschaften. Hier können vollhaftende Gesellschafter und Personengesellschaft grundsätzlich keine Forderungen und Schulden gegen bzw. beieinander haben. Gesellschafterdarlehen gelten daher als Einlage. Auszahlungen an den Gesellschafter werden steuerlich als Auszahlung von Gewinnen gesehen und nicht als Zinszahlung anerkannt. Die Grundlage hierfür findet sich in § 15 EStG. Aus handelsrechtlicher Sicht ist dies jedoch möglich, sodass die Zinszahlungen dementsprechend auch in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) verbucht werden können. Dieses Problem kann jedoch mit einer Sonderbilanz gelöst werden.

Gesellschaftsdarlehen eines Gesellschafters an eine Kapitalgesellschaft hingegen werden auch im Steuerrecht anerkannt. Auf Seiten der Kapitalgesellschaft sind die Zinszahlungen Betriebsausgaben, auf Seiten des Gesellschafters Zinseinnahmen.

Vorsicht sollte allerdings bei der Höhe der vereinbarten Zinsausschüttung geboten sein. Liegt sie auffällig über dem marktüblichen Schnitt, kann sie seitens des Finanzamts als eine verdeckte Gewinnausschüttung eingestuft werden. In diesem Falle kann der überhöhte Aufwand wie die Auszahlung von Gewinnen bzw. wie als Erhalt eines Gewinnanteils behandelt werden.

Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Kann-Leistung für angehende Unternehmensgründer seitens der Agentur für Arbeit. Diese Leistung soll vor allem dazu dienen, Beiträge zur Kranken- oder auch (privaten) Rentenversicherung teilweise oder vollständig zu decken.

Anspruch auf den Gründungszuschuss hat in dem Sinne niemand, da es eine Ermessensleistung darstellt und kein Rechtsanspruch darauf besteht. Doch gute Voraussetzungen für das Gewähren dieser Unterstützung zur Unternehmensgründung erfüllt man dann, wenn man arbeitssuchend ist und der Anspruch auf Arbeitslosengeld I noch mindestens 150 Tage währt. Sofern dies zutrifft und die Agentur für Arbeit dem Antrag zustimmt, erhält man für maximal weitere 6 Monate das zuletzt bezogene Arbeitslosengeld und einen Zuschuss von monatlich 300 Euro.

Zudem beinhaltet der Gründungszuschuss, dass man noch weitere 9 Monate je 300 Euro erhalten kann, auch dann, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld I und damit auch dessen Zahlung bereits ausgelaufen sind. Dafür aber müssen  eine  “intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten” im Umfeld der eigenen Gründung nachgewiesen werden.

 

Gründungskosten

Gründungskosten umfassen im Prinzip alle Aufwendungen, die entstehen, um das eigene Business an den Start und zum Laufen zu bringen. Je nach Geschäftsmodell können die Kosten für die Gründung gering oder eben auch sehr hoch ausfallen und unterschiedliche Faktoren beinhalten.

Was aber bei den meisten Gründungskosten enthalten ist, sind Honorare für Berater, Anwälte und Notare, wie auch die administrativen Kosten (also beispielsweise jene für die Gewerbeanmeldung). Hinzu kommen Ausgaben, welche die Ausstattung der Büroräume oder aber auch die Anschaffung der Ware betrifft. Um die Gründungskosten in diesen Bereichen niedrig zu halten, können Startups beispielsweise auf Leasing oder den Kauf auf Kommission setzen.

Hinsichtlich der Kosten für Berater lässt sich zudem Geld sparen, wenn – soweit möglich – kostenlose Beratungstermine bei Inkubatoren oder bei gemeinnützigen Einrichtungen, in Existenzgründerseminaren oder auch  bei Workshops der IHK bzw. Handwerkskammern genutzt werden.  Auch wenn diese Veranstaltungen nicht alle und prinzipiell kostenlos sind, können sich Gründer hier wertvolles Wissen aneignen, das sie dann später nicht mehr so teuer einkaufen müssen.

Gründungskosten können vorweggenommene Betriebsausgaben sein

Gründungskosten zahlen sich in jedem Fall aus – auch mit Hinblick darauf, dass sie unter bestimmten Umständen als vorweggenommene Betriebsausgaben steuermindernd eingesetzt werden können. Kosten, die bei der Gründung für die Anschaffung von Ware und Ausstattung, aber auch für Beratungen aufgewendet wurden, können – sofern sie direkt, erkennbar und mit keiner großen zeitlichen Verzögerung mit der Gründung des eigenen Unternehmens in Verbindung stehen – zu geringeren Steuerzahlungen führen.

Kurz gesagt: Wenn Gründer Geld aufwenden, um mit ihrem Unternehmen welches zu verdienen, können sie diese Gründungskosten steuermindernd einsetzen. Zudem haben sie als umsatzsteuerpflichtige  Unternehmern die Möglichkeit, den Vorsteuerabzug  nutzen zu können.

 

 

Gebrauchsmusterschutz

Durch den Gebrauchsmusterschutz können technische Erfindungen vor der Nachahmung Dritter geschützt werden.

Wenn eine innovative Erfindung geschützt werden soll, denken viele zunächst an das Patent. Tatsächlich gibt es jedoch noch weitere Möglichkeiten, sein geistiges Eigentum zu schützen. Hierzu zählt auch der Gebrauchsmusterschutz, wofür in erster Linie technische Erfindungen infrage kommen. Arbeits- und Messverfahren sowie Herstellungswege sind jedoch nicht schützbar, chemische Stoffe sowie Arznei- und Nahrungsmittel hingegen schon. Gebrauchsmuster müssen sowohl neu sein, als auch ein Mindestmaß an erfinderischer Leistung aufweisen. Auch ist es Voraussetzung, dass die zugrunde liegende Technik sich für die gewerbliche Anwendung eignet. Insgesamt sind die Anforderungen an ein Gebrauchsmuster jedoch niedriger als beim Patent, weshalb es auch „kleiner Bruder des Patents“ genannt wird. Der Gebrauchsmusterschutz verlangt zwar Innovation, es kann sich dabei jedoch z.B. auch um eine Erweiterung aktueller technischer Standards handeln, ohne dass diese in toto neu erfunden werden müssten.

Für die Eintragung eines Gebrauchsmusterschutzes ist das Deutsche Marken- und Patentamt, kurz DMPA, zuständig. Als Abkürzung für das Gebrauchsmuster wird vom „DBGM“ gesprochen, was für Deutsches-Bundes-Gebrauchsmuster steht. Gemeint ist jedoch dasselbe, wie bei der Bezeichnung Gebrauchsmuster bzw. Gebrauchsmusterschutz. Bei der Anmeldung eines Gebrauchsmusterschutzes prüft das Marken- und Patentamt – anders als bei der Patentanmeldung – jedoch vorwiegend formell, eine sachliche Prüfung der Voraussetzungen erfolgt nur teilweise. Dadurch ist der Gebrauchsmusterschutz auch schneller und preiswerter möglich, als die Anmeldung eines Patents.

Der eingetragene Gebrauchsmusterschutz bleibt 10 Jahre erhalten und kann danach um weitere 10 Jahre verlängert werden. In dieser Zeit entscheidet der jeweilige Inhaber des Gebrauchsmusterrechts, ob und wie er seine Erfindung kommerzialisiert oder ob er Dritten die Erlaubnis zur Nutzung erteilt. Sollten sich die angegebenen Voraussetzungen jedoch im Nachhinein als falsch oder nicht hinreichend herausstellen, ist es nicht möglich, dennoch aus dem Gebrauchsmusterschutz eigene Rechte geltend zu machen.

Genussrechtskapital

Das Genussrechtskapital ist ein Begriff auf dem Schuldrecht.

Genussrechte existieren derzeit in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz. In der Schweiz spricht man auch vom Partizipationskapital. Das Genussrechtskapital ist Kapital, welches durch die Vergabe von Genussrechten erzielt wird. Da es eine Stellung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital einnimmt, wird die Vergabe von Genussrechten auch als Mezzanine-Finanzierung bezeichnet. Mezzanine stammt hierbei aus dem Italienischen und bedeutet „halb“. Werden Genussrechte verbrieft, spricht man auch von Genussscheinen. Sie können, müssen aber nicht an der Börse gehandelt werden.

Genussrechte werden von einem emittierenden Unternehmen ausgegeben, man spricht vom Genussrechtsemittenten. Er sichert dem Inhaber der Genussrechte dadurch diverse Vermögensrechte zu. Dazu zählen vor allem Anteile am Reingewinn eines Unternehmens, welche dann meist jährlich ausgeschüttet werden. Ein Mitbestimmungsrecht an der Unternehmensführung oder Stimmrechte hat der Genussrechtsinhaber dadurch jedoch nicht. Als Gegenleistung verpflichtet sich dieser Inhaber des Genussrechts dazu, dem Emittenten Genussrechtskapital zur Verfügung zu stellen. Genaue Vereinbarungen werden im zugehörigen Genussrechtsvertrag festgehalten. In ihm wird auch die Laufzeit vereinbart. Üblich ist ein vorab festgelegter Beendigungszeitpunkt oder die Einräumung eines Kündigungsrechts nach einer Mindestlaufzeit.

Genussrechte sind somit ein Kapitalüberlassungsverhältnis und stellen für Genussrechtsinhaber eine Anlageform dar. Steuerrechtlich zählen sie für ihn zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Durch Genussrechte können hohe Renditen erreicht werden, allerdings ist auch das Risiko für den Inhaber eines Genussrechts nicht gering. Vor allem, wenn es zu einer Insolvenz des entsprechenden Unternehmens kommen sollte, wird ein Inhaber von Genussrechten erst als einer der letzten Gläubiger befriedigt. Das Risiko leer auszugehen ist entsprechend sehr hoch. Aus Sicht des Emittenten wird das Genussrechtskapital in der Regel als Fremdkapital bilanziert. Unter Umständen kann jedoch auch ein Ausweis als Eigenkapital erfolgen.

Geschäftsführer

Der Geschäftsführer ist als Organ und Funktion für die Führung und Vertretung eines Unternehmens verantwortlich.

Der Geschäftsführer kommt bei GmbHs sowie Personengesellschaften zum Einsatz. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung allerdings auch für weitere Positionen mit Führungsverantwortung verwendet. Mit dem Geschäftsführer ist einerseits eine hohe Position und somit ein Tätigkeitsspektrum gemeint, andererseits bildet der Geschäftsführer ein eigenes Organ des Unternehmens. Nach außen vertritt der Geschäftsführer das Unternehmen, im internen Bereich ist er für dessen Leitung verantwortlich. Er trägt dafür Sorge, dass die Unternehmensziele erreicht werden, überwacht entsprechende Prozesse und greift ggf. ein.

Grundsätzlich kann ein Unternehmen einen oder mehrere Geschäftsführer haben. Geschäftsführer müssen immer auch im Handelsregister mit eingetragen werden. Da der Geschäftsführer als gesetzlicher Vertreter fungiert, muss er auch im Geschäftsverkehr, bspw. im Impressum, als Verantwortlicher genannt werden. Geschäftsführer werden durch einen Anstellungsvertrag eingestellt. Dessen Laufzeit ist frei, 5-Jahres-Verträge mit Option auf Verlängerung jedoch üblich. Ein Geschäftsführer kann jedoch vorzeitig abberufen werden, was im Falle einer GmbH gem. § 38 GmbHG jederzeit möglich ist, sofern die Satzung die Abberufung nicht auf wichtige Gründe beschränkt hat. Dazu könnten z.B. grobe Pflichtverletzungen zählen.

Häufig wird der deutsche Geschäftsführer auch als CEO bezeichnet. Der CEO ist der Chief-Executive-Officer eines Unternehmens und somit in ähnlicher Position wie der Geschäftsführer. Genau genommen handelt es sich zwar weder um Synonyme, noch um eine rechtlich relevante Bezeichnung, im Zuge zunehmender Internationalisierung von Unternehmen ist diese Zusatzbezeichnung inzwischen aber üblich geworden. Während es jedoch hierzulande mehrere Geschäftsführer geben kann, gibt es immer nur einen CEO pro Unternehmen.

Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr beschreibt den Zeitraum, in dem eine unternehmerische Tätigkeit ausgeübt wird und in den jeweiligen Jahresabschluss einfließt.

Das Geschäftsjahr ist ein bestimmter Zeitraum, für den regelmäßig abschließende Bilanzen oder auch Inventuren aufgestellt werden. Bei Kleingewerbetreibenden, z.B. durch einen selbstständig ausgeübten Nebenjob, sowie Angehörigen der freien Berufe genügt als Gewinnermittlungsmethode eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kurz EÜR. Das Geschäftsjahr kann zudem mit einer Eröffnungsbilanz begonnen werden. In Hinblick auf den Staatshaushalt wird auch vom Fiskaljahr gesprochen.

Das Geschäftsjahr erstreckt sich in der Regel über 12 Monate. Als Rumpfwirtschaftsjahr bezeichnet man im Steuerrecht einen Zeitraum, der diese 12 Monate unterschreitet. Es kann zum Beispiel dann dazu kommen, wenn ein Unternehmen inmitten des laufenden Kalenderjahres veräußert, neu gegründet oder auch aufgelöst wird. Eine Verlängerung des Geschäftsjahrs auf mehr als 12 Monate ist hingegen nicht möglich. Im Steuerrecht wird der Zeitraum, für den ein Jahresabschluss aufgestellt wird, auch als Wirtschaftsjahr bezeichnet. Dem zugrunde liegt § 4a EStG.

Das Geschäftsjahr ist allerdings nicht zwangsläufig auch ein Kalenderjahr. In diesen Fällen spricht man von einem „vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahr“. Dieses kann beispielsweise dann gewählt werden, wenn das Unternehmensgeschäft saisonbedingten Besonderheiten unterliegt, wie es vor allem in der Land- und Fortwirtschaft der Fall ist. Gem. § 8c EstDV kann beispielsweise bei Weinanbau zwischen dem 01. September und dem 31. August der Beginn eines vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres bestimmt werden. Gewerbetreibende mit Eintrag im Handelsregister können jedoch nur in Einvernehmen mit ihrem zuständigen Finanzamt ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr wählen, anderenfalls ist die Umstellung steuerrechtlich unwirksam.

Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts ist eine Personengesellschaft, die sich dementsprechend aus mehreren Personen zusammensetzt.

Gängiger als die volle Bezeichnung „Gesellschaft des bürgerlichen Rechts“ ist die Abkürzung GbR. Gemeint ist eine Personengesellschaft, die aus der Vereinigung von mindestens zwei Gesellschaftern besteht, weitere sind möglich. Bei diesen Gesellschaftern darf es sich sowohl um juristische als auch um natürliche Personen handeln. Die Grundlagen der Rechtsform GbR sind im Bürgerlichen Gesetzbuch in den §§ 705 bis 740 geregelt. Aus diesem Grunde spricht man seltener auch von der „BGB-Gesellschaft“.

Im Gesellschaftsvertrag verpflichten sie sich gegenseitig, den Zweck ihres Zusammenschlusses gemeinsam zu erfüllen. Im Geschäftsverkehr treten sie daher als eine Einheit und nicht als Einzelkämpfer auf. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn mehrere freiberufliche Rechtsanwälte sich zu einer GbR zusammenschließen und ihre Mandate als Kanzlei erhalten. Allerdings ist bei dem Zusammenschluss Vorsicht geboten: Handelt es sich eher um eine Bürogemeinschaft, z.B. weil jeder auf eigene Rechnung arbeitet, kann dies zum Vorwurf der Scheingesellschaft führen.

§ 722 BGB regelt, dass allen Gesellschaftern ein gleich großer Anteil am Gewinn der gemeinsamen GbR zusteht. Ihre individuellen Beiträge spielen hierfür keine Rolle. Allerdings besteht die Möglichkeit, dies zu umgehen, indem im Gesellschaftsvertrag explizit anderes bestimmt wird. So könnte er bspw. besagen, dass Gewinn und Verlust nach Kapitalanteilen aufgeteilt werden.

Im Gegensatz zur GmbH haften die Gesellschafter einer GbR gesamtschuldnerisch. Durch diese Solidarhaftung kann ein Gesellschafter bspw. für Fehler des anderen haften. Für offene Forderungen und Verbindlichkeiten müssen die Gesellschafter u.U. auch mit ihrem Privatvermögen aufkommen.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine deutsche Rechtsform und zählt zu den Kapitalgesellschaften.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung existiert bereits seit dem Jahre 1982 und ist inzwischen eine der am häufigsten anzutreffenden Rechtsformen deutscher Unternehmen. Die gängige Abkürzung für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung lautet GmbH. Die Errichtung einer GmbH ist grundsätzlich durch eine oder auch mehrere Personen möglich. Der zugrunde liegende Gesellschaftsvertrag bedarf der notariellen Beglaubigung, ehe die Anmeldung erfolgen kann. Die dann gegründete Firma muss stets die Bezeichnung „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ tragen, eine Abkürzung mit GmbH ist möglich und auch die üblichste Variante.

Alle weiteren Grundlagen sind im gleichnamigen GmbH-Gesetz festgehalten. Demnach muss immer mindestens ein Geschäftsführer eingesetzt werden, mehrere sind möglich. Übernimmt diese Position einer der Gesellschafter, spricht man von einem Gesellschafter-Geschäftsführer. Außerdem bedarf es zur Aufnahme eines Geschäftsbetriebs unter dieser Rechtsform eines Mindeststammkapitals von 25.000 Euro. Es ist möglich, das Stammkapital durch Sacheinlagen zu realisieren. Ihren Namen verdankt die GmbH schließlich der Tatsache, dass sie nur mit der Höhe ihres tatsächlich eingelegten Stammkapitals haftet. Für Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens bleibt das Privatvermögen der Gesellschafter eines Unternehmens stets unberührt.

Eine Variante der GmbH ist die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, kurz UG (haftungsbeschränkt). Sie entstand im Jahre 2008 durch das „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“. Maßgeblicher Unterschied zur GmbH ist, dass das notwendige Stammkapital nur einen symbolischen Euro betragen muss. Man nennt diese Variante daher auch „Mini-GmbH“. Sie ist vor allem für kleinere Startups und einzelne Existenzgründer von Vorteil, da diese häufig nicht über ausreichend Kapital zur Gründung einer GmbH verfügen.

Gewerbeamt

Das Gewerbeamt ist für die An-, Ab- und Ummeldung eines Gewerbebetriebes zuständig.

Wer sich selbstständig machen will, kommt um das Gewerbeamt nicht herum. Eine Ausnahme stellen lediglich die Angehörigen eines freien Berufes oder in der Land- und Forstwirtschaft Tätige dar, denn sie fallen nicht unter die Gewerbeordnung. Alle anderen müssen ihren Geschäftsbetrieb beim Gewerbeamt anmelden. Ob dieser hauptberuflich oder als Nebengewerbe geführt werden soll, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, dass eine auf Dauer angelegte und nach außen sichtbare Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Die richtige Anlaufstelle ist stets das Gewerbeamt, welches für den künftigen Geschäftssitz eines Unternehmens zuständig ist. Nach der Prüfung der erhobenen Informationen wird der sog. Gewerbeschein ausgestellt. Der Betrieb kann dann rechtmäßig geführt werden. Zu den erhobenen Informationen zählt u.a. der Gegenstand des Geschäftsbetriebs, die gewählte Rechtsform sowie natürlich der oder die Geschäftsführer. Da in Deutschland Gewerbefreiheit herrscht, ist die Anmeldung eines Gewerbes grundsätzlich jedem gestattet, Ausnahmen bestätigen die Regel. In einigen Tätigkeitsfeldern bedarf es weiterer Genehmigungen und Nachweise. Bei dieser Unterscheidung wird auch erlaubnisfreien- bzw. erlaubnispflichtigen Gewerben gesprochen. Erforderlich werden kann je nach Branche ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, eine Fachkundeprüfung, ein Meistertitel oder eine bestimmte Ausbildung, z.B. für rechtsberatende oder buchhalterische Tätigkeiten. Mit der letztendlichen Anmeldung eines Gewerbes verbunden ist die Eintragung in das jeweilige Gewerberegister sowie die Meldung an das zuständige Finanzamt.

Neben der Anmeldung eines neuen Gewerbes ist das Gewerbeamt auch für Ab- und Ummeldungen zuständig. Diese werden immer dann fällig, wenn ein Geschäftsbetrieb aufgegeben wird, sich der Geschäftssitz ändert oder sich sonstige Änderungen ergeben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sich das Leistungsspektrum eines Unternehmens wesentlich verändert bzw. erweitert wird.

GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Sonderform der Kommanditgesellschaft.

GmbH & Co. KG steht für „Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Compagnie Kommanditgesellschaft“. Bei der Rechtsform GmbH & Co. KG handelt es sich somit um eine Kommanditgesellschaft (KG), welche wiederum eine Personengesellschaft darstellt. Der Zusammenschluss besteht aus mindestens zwei natürlichen oder juristischen Personen.

Die Besonderheit der GmbH & Co. KG ist jedoch die Position des Komplementärs. Er ist der Gesellschafter, der persönlich und unbegrenzt haftet. Im Falle der GmbH & Co. KG handelt es sich hierbei nicht um eine natürliche Person, sondern um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Man spricht daher auch von der „Komplementär-GmbH“. Gem. § 164 HGB besitzt die GmbH als Komplementär die volle und alleinige Befugnis zur Geschäftsführung. Sofern nicht anders vereinbart, ist der Geschäftsführer der KG auch Geschäftsführer von der jeweiligen GmbH. Der Kommanditist – auch Teilhafter genannt – hingegen ist bei der GmbH & Co. KG von der Geschäftsführung ausgeschlossen, kann jedoch in Sonderfällen Einspruch erheben.

Der Hauptaspekt dieses Konstrukts ist es, die Haftung des Komplementärs einzudämmen. Die anderenfalls unbeschränkte Haftung des Komplementärs kann dadurch umgangen werden, dass die GmbH nur mit ihren Stammeinlagen haftet. Die Kommanditisten haften ebenfalls, allerdings lediglich in Höhe ihrer Einlagen. Zudem kann eine GmbH & Co. KG relativ flexibel ihr Eigenkapital erhöhen, indem sich ihr weitere Kommanditisten anschließen und Kommanditeinlagen leisten. Es müssen jedoch sowohl GmbH als auch KG Jahresabschlüsse erstellen, was einen höheren Buchführungsaufwand bedeutet. Darüber hinaus ist die Kreditwürdigkeit durch die Rechtsform GmbH & Co. KG eingeschränkt, sodass Banken vor der Kreditvergabe häufig private Sicherungen verlangen.

Geschäftsidee

Die richtige Geschäftsidee zu haben ist natürlich nur ein Teil einer möglichen Erfolgsgeschichte – und zwar die Einleitung, das erste Kapitel sozusagen. Gerade dieses ist ja bekanntlich bei allen Erzählungen eine der wichtigsten Komponenten, um über eine gehaltvolle Story zu einem Happy End zu kommen.

Insofern spielt die Geschäftsidee auch im Bereich der Unternehmensgründung eine essentielle Rolle, ist Motor und Grundlage für die spätere unternehmerische Tätigkeit. Damit aus einer anfangs meist sehr abstrakten Geschäftsidee irgendwann der Grundstein für Ihr Startup werden kann, muss sie reifen können und mehrere “Simulationen” bestehen. Doch, wie reift eine Geschäftsidee und wie sehen solche Simulationen überhaupt aus? Zu Beginn der eigentlichen Geschäftsidee steht meistens eine kleine Flamme, ein Funke und Geistesblitz. Nun gilt es sicherzustellen, dass dieser Funke sich zu einer Flamme entwickeln kann – am besten durch eingehende Recherche: Welche ähnlichen Geschäftsmodelle existieren bereits? Wie und wo funktionieren sie? Welche Kunden sprechen sie an?

Einschlägige Branchentreffs und auch die passende Lektüre (Magazine, on- wie offline, Studien und Marktforschung, etc.) können helfen, einen Überblick über den mit der Geschäftsidee angepeilten Markt und sein mittel- und unmittelbares Umfeld zu erhalten. Simulationen schließlich lassen sich sehr gut im Freundes- und Bekanntenkreis durchführen: Was würde Ihr Netzwerk davon halten, wenn es über eine App verfügen könnte, die alle Coworking Spaces in Deutschland und möglicherweise auch im angrenzenden europäischen Ausland aufführt und in Echtzeit zeigt, ob und wann (wieder) Plätze vorhanden sind?

Ein kurzer Fragebogen könnte helfen, dies herauszufinden und auch herauszufinden, welche Feinheiten dieser Geschäftsidee noch fehlen. Würden Ihre Freunde und Bekannte dafür bezahlen und wenn ja, wie viel? Was würden sie noch von dieser App erwarten und wie könnten mögliche (und für den Echtzeit-Service notwendige) Kooperationen bzw. Kooperationsmodelle mit den Coworking Spaces in Deutschland aussehen? Am Ende – und das ist idealtypische Entwicklung einer Geschäftsidee – entwickelt sich die anfängliche Eingebung in ein solides Geschäftsmodell.

Go-to-Market-Strategie

Wie man als Startup auf dem Markt besteht, hängt stark damit zusammen, wie man die eigene Go-to-Market-Strategie konzipiert und konsequent umsetzt. Denn der Eintritt in den Markt stellt wichtige Weichen, was die Auswahl und Verbindungen zu Kunden und Partnern angeht.

Wie präsentiere ich mich wem und wann? Welches ist die beste Zeit und Methode, das eigene Produkt bzw. die Dienstleistung meiner Zielgruppe (also potentiellen Kunden wie aber auch möglichen Geldgebern) so zu präsentieren, dass es ein Erfolg wird? Die Go-to-Market-Strategie muss in diesem Sinne nicht nur effiziente Vertriebskanäle, PR- und Werbemaßnahmen sowie Marketing- und Monetarisierungsideen enthalten, sondern auch aufführen, worin die Value Proposition besteht. Welchen Mehrwert verspreche ich meinen Kunden und Partnern und in welchem Maße differenziert sich mein Angebot von bereits bestehenden?

Nur, wenn dies in der Go-to-Market-Strategie berücksichtigt wird, können alle Anspruchsgruppen ihre Vorteile bei Erwerb des Produkts oder bei der Finanzierung des Startup sehen – und nicht erst dann, wenn es bereits am Markt ist. Dann nämlich könnten Go-to-Market-Strategiebausteine wie beispielsweise das Pricing, Kooperationsmodelle und Vertriebskanäle, bereits nicht mehr greifen. Insofern ist die Go-to-Market-Strategie nicht nur ein persönlicher Fahrplan, sondern auch ein Feintuning, was die Gesamtstrategie angeht.

Hands-off

Hands-off Investoren stellen Eigenkapital zur Verfügung, greifen dann aber bis zum Exit nicht darüber hinaus in das Unternehmen ein. Somit verfolgen sie in Hinblick auf ihre Beteiligungsunternehmen einen passiven Betreuungsansatz. Diese passive Variante der Venture Capital Beteiligung wird mitunter auch als Hands-off-Management bezeichnet.

Hands-off Investoren greifen nicht in das operative Geschäft ihrer Beteilungsgesellschaft ein. Die Steuerung des Unternehmens überlassen Hands-off Investoren stattdessen vollständig dem Geschäftsführer bzw. den Geschäftsführern.

Als reine Kapitalgeber ohne jegliche weitere Aktivität verstehen sich Hands-off Investoren dennoch nicht zwangsläufig. Einige Hands-off Investoren unterstützen ihre Beteiligungsunternehmen trotz ihrer Grundausrichtung dennoch in einigen Teilbereichen des strategischen Managements, sofern dies gewünscht ist.

Nicht betroffen vom passiven Betreuungsansatz der Hands-off Investoren ist zudem das Mitwirken in Aufsichtsrat oder auch dem Beirat eines Unternehmens. Auf diesem Wege können Hands-off Investoren oder ihre Vertreter passiv am Unternehmen mitwirken, indem sie Kontroll- und Informationsaktivitäten ausüben.
Die Intention, nicht aktiv ins Unternehmen eingreifen zu wollen, kann vielschichtig sein. Zum einen entfällt die viele Zeit, die Hands-on Investoren mitunter investieren, was vor allem für Privatanleger oft nicht möglich ist.

Dem Hands-off Ansatz gegenüber stehen Hands-on Investoren. Sie bringen sich aktiv in das Unternehmen mit ein, sowohl im strategischen als auch im operativen Geschäft.

Hands-on

Hands-on bezeichnet die aktive, praktische und direkte Teilnahme an etwas. Dabei wird die Bezeichnung in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Meist ist damit das Verhalten eines Investors in Hinblick auf sein Beteiligungsunternehmen gemeint.

Venture Capitalists mit Hands-on Mentalität bringen sich im Unternehmen aktiv ein. Sie fungieren nicht nur als Geldgeber, sondern auch als Betreuer und Berater. Sie sind an strategischen Entscheidungen beteiligt und verfolgen die Entwicklungen des Unternehmens zeitnah mit. Darüber hinaus können sie auch im operativen Geschäft tatkräftig mithelfen. Sie schaffen dadurch also Added Value.

Die jeweiligen Unternehmen profitieren dabei nicht nur durch das Kapital des Investors, sondern auch von dessen Erfahrungsschatz und Know-how. Der Hands-on Investor hingegen hat einen höheren Einfluss auf der Unternehmen und dessen Entscheidungen, die sich letztlich auch auf seine Rendite auswirken. Häufig findet ein derartiges Hands-on Management bei der Investition in Inkubatoren und durch Business Angels ausgeübt.

Dem gegenüber steht die Hands-off Mentalität. Hierbei bleibt der Investor passiv und greift nicht in das Unternehmen ein. Eine Betreuung über das Bereitstellen von Kapital hinaus findet nicht statt. Ein mögliches Mitwirken im Aufsichtsrat o.Ä. schließt das allerdings nicht aus.

Auch in Stellenanzeigen findet man häufig die Hands-on Mentalität als gewünschte Eigenschaft der Bewerber. Im Personalwesen versteht man darunter Mitarbeiter, die eigenständig und verantwortungsbewusst arbeiten. Wo es nötig ist, greifen sie ein, ohne explizit dazu aufgefordert zu werden. Vor allem Führungskräfte, die „Hands-on“ arbeiten, geben nicht nur Anweisungen an ihre Mitarbeiter, sondern packen kurzerhand selbst mit an, wo es erforderlich ist. Da das grundsätzlich auch als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden kann, lautet die Forderung umso häufiger „besonders ausgeprägte Hands-on Mentalität“ oder Ähnliches.

High Yield Bonds

Bonds sind verzinsliche Wertpapiere, wozu auch die Anleihen zählen. „High Yield“ bedeutet „hohe Rendite“. Andere Bezeichnungen für High Yield Bonds sind „Junk Bonds“, also „Müll-Anleihen“ bzw. „Schrott-Anleihen“. Neben diesen umgangssprachlichen Übersetzungen sind aber auch im Deutschen die Begriffe High Yield Bonds und High Yield Anleihen gebräuchlich, teilweise auch „Hochzinsanleihen“. Diese Bezeichnungen geben schon einen ersten Ausblick, was mit dem Begriff letztlich gemeint ist.

Unter High Yield Bonds versteht man Wertpapiere mit schlechter Kreditqualität. Die Emittenten haben nur eine geringe Bonität, sind beispielsweise bereits hoch verschuldet und haben eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit. Auch eine schwache Währung im jeweiligen Land kann zu High Yield Bonds führen.

Ratingagenturen bewerten diese High Yield Bonds daher  meist mit BB+ oder noch schlechter. Das Risiko eines solchen Investments ist damit weitaus höher, als es bei Bonds mit höherem Rating der Fall wäre. Allerdings können durch High Yield Bonds auch höhere Renditen erreicht werden. Im besten Falle können sich High Yield Bonds für den Investor im Nachhinein und entgegen aller Risiken also als wahre Goldgrube herausstellen. Dafür muss allerdings das hohe Risiko in Kauf genommen werden, das eingesetzte Kapital nur anteilig oder gar nicht mehr zurück zu erhalten.

Man unterscheidet geborene Junk Bonds von „Fallen Angels“. Geborene Junk Bonds hatten seit ihrer Emission stets ein schlechtes Rating. Fallen Angels wurden in der Vergangenheit bereits höher eingestuft, wurden dann allerdings innerhalb der Laufzeit abgewertet.

Insbesondere in den U.S.A. werden High Yield Bonds häufig im Rahmen von Leveraged Buy-Outs emittiert. Daneben können auch Staaten Junk Bonds emittieren.

Handelsregister

Das deutsche Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in welchem entsprechende Unternehmen und relevante Tatsachen eingetragen werden.

Hauptaufgabe des Handelsregisters ist es, im Rechtsverkehr für Transparenz zu sorgen. Daher enthält es verschiedene wirtschaftliche und rechtliche Tatsachen gemeldeter Firmen. Dazu zählen Firmenname und -sitz, Rechtsform, Inhaber bzw. Name des persönlich haftenden Gesellschafters oder auch die Höhe des Stammkapitals, sofern vorhanden. Reine Prognosen oder Pläne sind demnach nicht Bestandteil der im Handelsregister hinterlegten Daten und Dokumente. Die Handelsregister werden in Deutschland von den Amtsgerichten geführt, welche für den jeweiligen Geschäftssitz zuständig sind. In der Schweiz hingegen sind für diese Aufgabe die Handelsregisterämter zuständig. In Österreich spricht man vom Firmenbuch.

In das Handelsregister eingetragen werden Handelsunternehmen und Einzelkaufleute.
Das Handelsregister ist in zwei Abteilungen A und B unterteilt, kurz HRA und HRB. Abteilung A umfasst alle Personengesellschaften sowie Einzelunternehmer. Auch Vereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führen, müssen im Handelsregister eingetragen werden. Abteilung B ist für die Kapitalgesellschaften zuständig. Ausgenommen von der verpflichtenden Eintragung im Handelsregister sind Kleingewerbetreibende und Freiberufler.

Da es sich beim Handelsregister um ein öffentliches Verzeichnis handelt, kann es jeder einsehen. Ein begründetes Interesse, beispielsweise durch einen Gläubiger, muss hierfür nicht nachgewiesen werden. Im Jahre 2007 wurde das Handelsregister auf die komplett elektronische Führung umgestellt. Nach § 8 HGB dürfen andere Datensammlungen nicht mit der Bezeichnung „Handelsregister“ in Verkehr gebracht werden. Sowohl Eintragungen als auch Einsichten erfolgen daher ebenfalls auf elektronischem Wege. Auf dem gemeinsamen Registerportal der Länder werden entsprechende Daten direkt online zugänglich gemacht. Der Abdruck der Dokumente ist jedoch kostenpflichtig.

Hashtag

Ein Hashtag bezeichnet im Onlinebereich eine Schlagwortzuordnung, die vor allem in Sozialen Netzwerken und Medien Einzug gehalten hat.

Der Begriff Hashtag setzt sich aus den englischen Wörtern „Hash“ und „Tag“ zusammen. Hash meint in diesem Zusammenhang das Raute-Zeichen (#), während ein Tag wie gewohnt eine thematische Schlagwortzuordnung ist. Ein Hashtag ist somit eine Kombination aus der vorangestellten Raute und einer ohne Leerzeichen angefügten Zeichenkette. Bei der angefügten Zeichenkette kann es sich um ein Wort, eine Wortkette, Zahlen oder Einzelbuchstaben in beliebiger Kombination handeln. Starre Regeln gibt es nicht. Tabu sind lediglich Leerzeichen und – je nach Plattform – verschiedenen Sonderzeichen, um den Hashtag nicht ungewollt zu unterbrechen.

Erstmalig kam der Begriff in Zusammenhang mit dem Microblogging-Dienst Twitter auf. Inzwischen unterstützen auch andere Services wie Instagram, Pinterest, Tumblr oder LinkedIn Hashtags. Social Media Network Vorreiter Facebook hingegen hielt sich lange zurück, hat aber im Sommer 2013 mit der Einführung der Hashtags nachgezogen.
Die Hashtags werden direkt in die entsprechende Nachricht eingefügt, meist nachgestellt. Dadurch gilt dann die komplette Nachricht als getaggt. Besonders häufig vorkommende Hashtags werden bei Twitter als „Trending-Topics“ gelistet und geben Aufschluss über Themen, die unter den Nutzern besonders populär sind.

Sinn und Zweck der Hashtags ist es, einen Beitrag mit den entsprechenden Schlagworten zu versehen. Dadurch kann er thematisch dem entsprechenden Kontext zugeordnet und besser aufgefunden werden. Wird also in einem unterstützenden Medium eine Nachricht mit dem Hashtag #startups bestückt, so werden alle Nachrichten, die denselben Hashtag enthalten, gesammelt und können bei der Suche nach dem entsprechenden Hashtag gefunden werden. Beim Klick auf solch einen Hashtag werden weitere Nachrichten angezeigt, die mit diesem Hashtag veröffentlicht wurden.

Human-Resource (HR)

Als Human-Resource werden die Ressourcen eines Unternehmens bezeichnet, die in Zusammenhang mit den Fähigkeiten, Leistungen und der Motivation seiner Mitarbeiter stehen.

Die Human-Resources, kurz HR, können im Deutschen auch als Humankapital bezeichnet werden. Als Human-Resource wird das immaterielle und nicht-monetäre Kapital beschrieben, welches ein Mitarbeiter dem Unternehmen beschafft. Dazu zählen sein fachliches Wissen und Know-how, praktische Kompetenzen, Motivation und alle sonstigen Leistungen, die er oder sie in das Unternehmen einbringt und dadurch zu seinem Erfolg beiträgt. Weiterhin werden auch die Begriffe Humanvermögen oder Humanpotential als Synoynm verwendet, wenngleich keine absolute Deckungsgleichheit vorliegt. So impliziert Resource in der Regel den Abbau einer begrenzten Menge, während Vermögen die dauerhafte Wertigkeit betont.

Für die Human-Resources verantwortlich ist das Human-Resources-Management, kurz HRM. Hierzulande spricht man auch vom Personalmanagement. Hier wird alles geplant und koordiniert, was mit der Beschäftigung von Mitarbeitern zusammenhängt. Dazu zählt u.a. die Rekrutierung, der Erhalt und die weitere Entwicklung der Qualifikationen von Mitarbeitern, die Personalführung sowie auch die Personalkommunikation. Ferner arbeitet das Human-Resource-Management eng mit dem Betriebsrat zusammen, sofern dieser vorhanden ist.

Die Bezeichnung Human-Resource wird jedoch nach wie vor kontrovers diskutiert und wurde 2004 bereits zum Unwort des Jahres gewählt. Kritiker bemerken, dass durch diese Begrifflichkeit der Mensch zum reinen Arbeitsmaterial herabgewürdigt würde. Wieder andere vertreten die Ansicht, dass die Bezeichnung nicht automatisch zur rein ökonomischen Ressource degradiert, wie der Begriff es vermuten ließe. Vielmehr würde es den Wert der einzelnen Mitarbeiter für ein Unternehmen betonen und dadurch die Bedeutung der Mitarbeiter sogar positiv hervorheben. Auch soziale Aspekte würden in puncto Human-Resources und dem zugehörigen Human-Resources-Management durchaus berücksichtigt.

Internal Rate of Return

IRR ist die Abkürzung für „Internal Rate of Return“. Im Deutschen spricht man vom „internen Zinsfuß“. Alternativ sind hier auch die Bezeichnungen „Interne-Zinssatz-Methode“ bzw. deren Abkürzung IZS-Methode gebräuchlich. Der IRR dient der Bewertung und dem Vergleich von Investitionen bzw. Kapitalanlagen.

Mittels der Internal Rate of Return kann die Rendite eines Investments berechnet werden. Die Internal Rate of Return bezeichnet hierbei die Verzinsung, die durch das gebundene Kapital einer Investition erzielt wird. Bei der Ermittlung der Internal Rate of Return bzw. des internen Zinsfuß’ wird daher der Diskontierungszinssatz gesucht, bei dem der Kapitalwert einer Investition gleich Null ist. Er kann sowohl rechnerisch als auch graphisch ermittelt werden.

Als Formel zur Berechnung gilt  IRR = i1 – C01 * (  (i2 – i1) : (C02 – C01) ). Hierbei stehen C01 und Co2 für positiven und negativen Kapitalwert sowie i1 und i2 für die jeweils zu schätzenden Zinswerte. Es gibt jedoch verschiedene Methoden zur Ermittlung des internen Zinsfuß’.

Bei dieser finanzmathematischen Berechnung handelt es sich somit um eine dynamische Investitionsrechnung. Die Internal Rate of Return ist nicht zum Vergleich mehrerer Investitionen geeignet, die sich in Dauer, Höhe oder Zeitpunkt unterscheiden. In vielen Fällen ist die Kapitalwertmethode einfacher und aussagekräftiger im Ergebnis.

Inkubator

Unter einem Inkubator versteht man eine Einrichtung, die junge Unternehmen während der Gründungsphase unterstützt.

In der Medizin bezeichnet der Begriff Inkubator eine Versorgungseinrichtung, in der u.a. Frühgeborene gepflegt werden können, während man sie in der Biologie auch Brutkästen nennt. Wird in der Startup-Szene von Inkubatoren gesprochen, ist ein ähnliches Prinzip gemeint: Professionelle Inkubatoren bieten Starthilfe und Unterstützung, um frisch gegründete Unternehmen oder solche kurz vor der Gründung stehen, ins Geschäftsleben zu verhelfen. Sie richten sich somit an Gründer in der Frühphase ihres Vorhabens. Eine Geschäftsidee und der nötige Wille sind in dieser Phase schon vorhanden, an der konkreten Umsetzung hapert es jedoch noch.

Die Hilfestellungen, die ein Inkubator bieten kann, sind vielfältig. Vor allem treiben sie die Unternehmensgründung durch ihre beratende Tätigkeit und entsprechendes Know-how an. Darüber hinaus verfügen sie über ein gut ausgebautes Netzwerk, welches den Gründern behilflich sein kann, um am Markt Fuß zu fassen. Aber auch personelle Unterstützung im Zuge des Recruitings, benötigte Räumlichkeiten und IT-Lösungen können durch einen Inkubator zur Verfügung gestellt werden. Während Business-Angels und Venture-Capitalists häufig erst während der späteren Gründung einsteigen, beteiligen sich Inkubatoren in der Regel schon in der Seed-Phase an der Unternehmensgründung.

Inkubatoren existieren in zahlreichen Ausprägungen. Sie unterscheiden sich beispielsweise durch die Branchen und Geschäftsmodelle, in die sie investieren, ihre Leistungen während der ersten Finanzierungsrunde sowie den Umfang ihres sonstigen Engagements. Hochschulinkubatoren richten sich speziell an Gründer, die sich noch während ihres Hochschulstudiums selbstständig machen wollen. Hier ist es meist Voraussetzung, dass die formale Gründung des Unternehmens noch nicht stattgefunden hat und das Unternehmen somit noch in der Frühphase steckt.

Insolvenzquote

Die Insolvenzquote bezeichnet den Anteil an einer Forderung, die einem einzelnen Gläubiger noch zusteht.

Werden Unternehmen oder Privatpersonen zahlungsunfähig und begeben sich in die Regel- bzw. Verbraucherinsolvenz, steht bereits eine Reihe an Gläubigern Schlange. Den Begriff der Insolvenzmasse definiert der Gesetzgeber in § 35 InsO. Die Insolvenzmasse bezeichnet demnach das Vermögen, welches dem insolventen Schuldner zu Beginn des Verfahrens gehört. Hinzu kommt jenes Vermögen, welches er während der Zeit der Insolvenz noch zusätzlich erlangt. Vor dem Inkrafttreten der Insolvenzverordnung aus dem Jahre 1999 sprach man in Deutschland auch von der Konkursmasse. Dieser Begriff ist heute allerdings nur noch in der Schweiz gebräuchlich.

Die Insolvenzmasse dient der Befriedigung der Gläubiger, die noch offene Forderungen gegen ihren Schuldner haben. Da ihre Forderungen jedoch nicht alle gleich hoch sind und es vor- und nachrangige Forderungen gibt, kommt die Insolvenzquote zum Einsatz. Sie wird in Prozent festgelegt und bezeichnet den Anteil einer Gesamtforderung, die durch die Insolvenzmasse gedeckt wird und einem Gläubiger zusteht.

Der entsprechende Prozentsatz der Insolvenzquote wird vom Insolvenzverwalter ermittelt. Er hängt vor allem von der Höhe der vorhandenen Insolvenzmasse und der Höhe der Forderungen anderer Gläubiger ab. Betrüge die Insolvenzquote 33%, so würde der entsprechende Gläubiger immerhin noch ein Drittel seiner Gesamtforderung durch die Insolvenzmasse ausgezahlt bekommen. Dementsprechend gibt die Insolvenzquote auch Aufschluss darüber, wie viel ein Gläubiger nun verliert. In obigem Beispiel also einen Anteil von rund 66% seiner Gesamtforderung. In der Praxis ist die durchschnittliche Insolvenzquote allerdings oft weitaus niedriger angesiedelt. Ihren Anteil an der Insolvenzmasse erhalten die Gläubiger nach Abschluss des Insolvenzverfahrens durch den Insolvenzverwalter.

IPR-Due-Diligence

Unter einer IPR-Due-Diligence versteht man die Prüfung eines Investmentobjekts in Hinblick auf Rechte wie Copyrights und Patente.

Eine Due-Diligence bezeichnet die sorgfältige Analyse und Bewertung relevanter Daten eines Objekts. Anstoß zur Durchführung der Due-Diligence-Prüfung gibt häufig eine geplante Unternehmensbeteiligung oder dessen Verkauf. Due-Diligence-Prüfungen bestehen in aller Regel aus Teildisziplinen, die sich auf unterschiedliche, teils miteinander verknüpfte Aspekte eines Investmentobjekts konzentrieren. Das können beispielsweise die Finanzstruktur, seine IT-Einrichtungen oder auch die Wettbewerbssituation sein. Auf diese Art und Weise kann ein umfassendes Stärke-Schwäche-Profil aufgestellt werden, welches Aufschluss über Risiken und Chancen gibt.

Eine weitere Teildisziplin ist nun die IPR-Due-Diligence. IPR steht für „Intellectual Property“, was zu Deutsch so viel wie „geistiges Eigentum“ bedeutet. Zum Intellectual Property zählen somit unter anderem Copyrights bzw. Urheberrechte, Patente, Geschmacks- und Gebrauchsmuster sowie Marken. Die Bedeutung dieser immateriellen Werte erstreckt sich über zahlreiche Bereiche und rechtfertigt allein dadurch die sorgfältige IPR-Due-Diligence. Dies ist vor allem in Branchen der Fall, die stark wissenslastig sind und von neuen Technologien und Erfindungen leben. Die IPR-Due-Diligence prüft u.a., welches geistige Eigentum vorhanden ist und ob es bereits rechtlich abgesichert wurde. In diesem Zuge sind natürlich auch die Wertigkeit und das Potential dieser Eigentümer von Interesse. Auch ist von Interesse, welche Rechte Dritter durch die Aktivitäten eines Unternehmens berührt werden oder es in Zukunft Gefahr laufen zu tun.

Das Intellectual Property eines Unternehmens kann zudem auch zu dessen Finanzierung bzw. Kapitalerhöhung verwendet werden, bspw. durch die Vergabe von Lizenzen an Dritte oder die Durchsetzung bestehender Schadensersatzansprüche. Fehlen jedoch entsprechende Rechte, ist die Stellung eines Unternehmens gefährdet. Laufen bereits erste Rechtstreitigkeiten aufgrund eigener Verstöße gegen die Rechte Dritter, lässt dies ebenfalls einen Rückschluss auf die Risiken einer Investition zu.

Job Sharing

Geteilte Arbeit ist ganze Arbeit, das ist zumindest die Idee hinter dem Job Sharing. Hier nämlich wird eine Vollzeitstelle bzw. ein entsprechender Arbeitsplatz mit den jeweiligen Aufgaben von mindestens zwei Teilzeitkräften ausgefüllt.

Tatsächlich kann Job Sharing aber auch bedeuten, dass mehr als zwei Teilzeitkräfte die anfallenden Aufgaben des Vollzeit-Arbeitsplatzes gemeinsam und abwechselnd erfüllen – ob nun mit festem oder wechselndem Turnus. Am Ende zählt sowohl für den Arbeitgeber wie auch für die Job Sharer, dass alle mit dem Arbeitsplatz zusammenhängenden Aufgaben so erfüllt werden, als würde eine Vollzeitkraft sie ausführen.

Ob sich die Teilzeitbeschäftigten den Arbeitsplatz und die Aufgaben nun nach Stunden, Tagen oder Wochen aufteilen, muss für das Unternehmen unerheblich bleiben, liegt doch die Verantwortung aller Teilzeitarbeiter dem Unternehmen gegenüber darin, gemeinsam für Gelingen und Misslingen verantwortlich zu sein.

Die Vorteile des Job Sharing liegen insofern darin, dass ein Vollzeitarbeitsplatz mit mehreren (sozialversicherungspflichtigen) Teilzeitkräften besetzt wird und dies beispielsweise denen auf Flexibilität angewiesenen Müttern und Vätern schulpflichtiger Kinder entgegenkommt. Auch Beschäftige in Altersteilzeit können vom Job Sharing profitieren genauso wie Young Professionals, die neben dem Job ein berufsbegleitendes Bachelor- oder Masterstudium absolvieren.

Für Arbeitgeber kann sich Job Sharing auch lohnen, ist damit doch eine ständige Besetzung des Arbeitsplatzes gewährleistet (und damit auch in Urlaubszeiten und bei durch Krankheit bedingten Ausfällen). Dadurch kann eine höhere Produktivität erreicht werden, die zudem noch dadurch gesteigert wird, dass das unterschiedliche Fachwissen von mindestens zwei Teilzeitkräften einen Zuwachs an Wissen für das Unternehmen bedeutet.

Kapitalbedarfsplanung

Bei der Kapitalbedarfsplanung geht es darum, den für beispielsweise die Existenzgründung oder Unternehmenserweiterung notwendigen Kapitalbedarf lang- und kurzfristig zu ermitteln. Zudem sollte ein entsprechender Plan zeigen, wann welches Kapital wofür gebraucht wird.  So hilft die Kapitalbedarfsplanung auch dabei festzustellen, wann welche Finanzierungslücken entstehen und wie viel Fremd- oder Eigenkapital nötig ist, um diese Lücken zu schließen.

Die Kapitalbedarfsplanung fließt zudem in den Businessplan ein. So können potentielle Investoren und Kreditgeber schnell erkennen, welcher Bedarf an Kapital wann und für welche Bereiche (Anlagevermögen, Umlaufvermögen) voraussichtlich anfallen wird. Zudem sollte die Kapitalbedarfsplanung auch die unterschiedlichen Unternehmensphasen und deren spezifischen Merkmale berücksichtigen: So existieren beispielsweise in Early-Stage-Phasen von Startups noch keine marktreifen Produkte, die man verkaufen und mit denen man Geld verdienen könnte. Andererseits sind wahrscheinlich aber auch die Kosten für Personal, Büro und Maschinen noch überschaubar.

Geht das Startup dann aber in eine reifere Unternehmensphase über, indem das Produkt nun am Markt ist und verkauft wird und das Startup selbst expandiert, wächst auch der Bedarf an Personal, Raum, Marketing und Maschinen. Damit steigt schließlich auch der Bedarf an Kapital. Diese Besonderheiten sollten vor allem bei einer mittel- bis langfristigen Kapitalbedarfsplanung berücksichtigt werden.

KfW Startgeld

Der Gründerkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, auch  KfW-Startgeld genannt, soll angehende Gründer oder vor kurzer Zeit gegründete Unternehmen dabei unterstützen, erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten. Der Kreditrahmen wie auch die Konditionen sind dabei so eng wie möglich an die Bedürfnisse von Startups angepasst bzw. können auch Unternehmensnachfolger von den Vorteilen des KfW Startgelds profitieren.

Im Detail können Existenzgründer wie auch Freiberufler, Unternehmensnachfolger und Unternehmen, bei denen die Existenzgründung maximal drei Jahre zurückliegt,  mit dem KfW Startgeld einen  Gesamtfremdfinanzierungsbedarf von maximal 100.000 Euro decken, wovon höchstens  30.000 Euro für Betriebsmittel abgerufen werden können. Das Abrufen der Gesamtkreditsumme geht übrigens auch in bis zu zwei Tranchen, wobei dann jedoch eine  Bereitstellungsprovision von 0,25 % pro Monat anfällt.

Das KfW Startgeld beantragen können neben den oben erwähnten Personengruppen auch jene, die sich  als Geschäftsführer an einem Unternehmen beteiligen möchten. Zudem kann dieses günstige Darlehen sowohl für eine Existenzgründung im Nebengewerbe wie auch als Haupterwerb vergeben werden.  Wofür auch immer man das KfW Startgeld benötigt, die Konditionen sind prinzipiell für alle gleich. So beträgt die Laufzeit 5 oder 10 Jahre, wobei das erste oder auch die ersten beiden Jahre tilgungsfreie Anlaufjahre sind. Außerplanmäßige Tilgungen sind beim KfW Startgeld natürlich auch möglich. Leider fällt dabei jedoch die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung an.

Die Haftungsfreistellung über 80 Prozent der Kreditsumme kommt Gründern insofern entgegen, als dass praktisch nur für 20% der Kreditsumme Sicherheiten bei der Hausbank vorgewiesen werden müssen. Hausbank ist indes ein gutes Stichwort beim KfW Startgeld. Denn hier gilt das Hausbankprinzip, was bedeutet, dass die  KfW den Kredit an eine “normale” Bank vermittelt  und diese ihn dem Startup zuteilt.

Anders gesagt, können Gründer zu ihrer Hausbank gehen und sich einen KfW-Gründerkredit vermitteln lassen. Der bei erfolgreicher Zuteilung festgelegte Zinssatz gilt verbindlich für die gesamte Laufzeit des Kredits, ist in jedem Fall vergünstigt (zur Zeit bei unter 3% Effektivzins), kann aber je nach Bonität der Gründer unterschiedlich ausfallen.

Kommanditgesellschaft (KG)

Bei der Kommanditgesellschaft handelt es sich um eine Rechtsform für Unternehmen.

Die Kommanditgesellschaft, üblicherweise mit KG abgekürzt, zählt in Deutschland zu den Personengesellschaften. Die Grundlagen der Kommanditgesellschaft finden sich in den §§ 161 bis 171 des Handelsgesetzbuches. Die Vorschriften gleichen zu weiten Teilen denen der OHG.

Für eine Kommanditgesellschaft schließen sich demnach mindestens zwei Personen zusammen, die gemeinsam einen Handelsbetrieb führen wollen. Hierbei kann es sich sowohl um natürliche als auch um juristische Personen handeln. Die KG selbst ist jedoch keine juristische Person. Im Innenverhältnis beginnt der Betrieb einer KG mit dem Abschluss des Gesellschaftervertrages, Dritten gegenüber mit der Aufnahme der Geschäfte, auch wenn formal noch kein Gewerbebetrieb aufgenommen wurde. Die Anmeldung beim Gewerbeamt muss natürlich dennoch durchgeführt werden.

Eine Besonderheit an der Kommanditgesellschaft ist, dass zwei Arten von Gesellschaftern eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um den Komplementär sowie den Kommanditisten. Der Komplementär wird auch Vollhafter genannt, denn er ist der persönlich haftende Gesellschafter einer KG. Dadurch haftet er, zum Beispiel im Falle offener Forderungen, nicht nur mit der Höhe seiner Einlagen, sondern auch mit seinem Privatvermögen in unbeschränkter Höhe. Diese Rolle wird teilweise mit der Gründung einer GmbH & Co. KG umgangen, denn in diesem Falle ist der Komplementär eine GmbH, welche nicht mit dem Privatvermögen der Gesellschafter haftet. Dieses Konstrukt wäre u.a. auch mit der UG (haftungsbeschränkt) möglich, wodurch sich das Eigenkapital des Vollhafters auf nur einen Euro belaufen könnte.

Der Kommanditist hingegen ist lediglich ein Teilhafter, d.h. er haftet nur bis zur Höhe seiner Kommanditeinlage. Der Kommanditist ist als Geschäftsführer grundsätzlich ausgeschlossen und ist auch nicht als Vertreter vorgesehen. Er hat jedoch ein Kontrollrecht und Anspruch auf die Durchsicht der Jahresabschlüsse. Auch kann er dem Komplementär widersprechen, sofern dessen Handlungen über den für den jeweiligen Geschäftsbetrieb üblichen Rahmen hinausgehen.

Kundenzufriedenheit

Die Kundenzufriedenheit bezeichnet die Wahrnehmung des Kunden, die er hinsichtlich der Gesamtleistung eines Unternehmens und seines Angebots hat.

Die Kundenzufriedenheit ist für Unternehmer eine bedeutsame wirtschaftliche Messgröße. Sie gibt Aufschluss darüber, ob ein Kunde mit einer Leistung bzw. einem Produkt zufrieden ist oder ob es Kritikpunkte gibt. Dadurch dient sie auch als Indikator, der Rückschlüsse auf Service, Qualität und Kundenbindungsmaßnahmen eines Unternehmens zulässt.

Den Rahmen für die Beurteilung der Kundenzufriedenheit bildet in der Regel das sogenannte Confirmation-Disconfirmation-Modell, auch als C-D-Paradigma bekannt. Es werden hierbei die subjektiv empfundene Ist-Leistung und die Soll-Leistung, die der Kunde erwartet hat, als Vergleichsstandard gegenübergestellt. Stimmen beide überein, kann von einer hohen Kundenzufriedenheit, der Konfirmation, ausgegangen werden. Ähnliches gilt, wenn ein Kunde die Ist-Leistung für gut befindet und sie sogar seine Erwartungen an das Produkt übertrifft. Man spricht in diesem Falle von einer positiven Diskonfirmation. Als Methodik zur Ermittlung der Kundenzufriedenheit dienen Meinungsforschungen bzw. Kundenzufriedenheitsanalysen in mündlicher oder schriftlicher Form.

Die Folgen der Kundenzufriedenheit sind weit gefächert. Zunächst minimieren zufriedene Kunden die Rückläuferquoten und Reklamationen. Künftig werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zum entsprechenden Produkt greifen und sind dafür auch bereit, Preiserhöhungen in Kauf zu nehmen. Zudem kann ihre Cross-Buying Bereitschaft gesteigert werden, sodass sie auch andere Produkte eines Unternehmens bevorzugen. Eine hohe Kundenzufriedenheit steigert zudem ihre Bereitschaft, Produkte oder Leistungen anderen weiterzuempfehlen, z.B. via Mundpropaganda (Word-of-mouth, Empfehlungsmarketing).

Anhand der Erkenntnisse über die Kundenzufriedenheit und mögliche Mängel kann der Unternehmer seine künftige Strategie sukzessive verbessern. Infrage kommen eine Erweiterung der Zielgruppe, Änderungen des Marketing-Mixes sowie Umstrukturierungen des Qualitäts- und Beschwerdemanagements.

Kapitalerhöhung

Eine Kapitalerhöhung kann durch diverse Finanzierungsmaßnahmen realisiert werden und steigert das Eigenkapital eines Unternehmens.

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich bei der Kapitalerhöhung um eine Aufstockung des vorhandenen Eigenkapitals, weshalb sie zu den Finanzierungsmaßnahmen eines Unternehmens zählt. Variabel sind hingegen die Gründe und Wege, dieses Vorhaben zu bewerkstelligen. Auch die gewählte Rechtsform spielt hierbei eine Rolle. Durch ein höheres Eigenkapital und einen verhältnismäßig niedrigen Anteil an Fremdkapital gilt ein Unternehmen beispielsweise als stabiler und genießt dadurch eine höhere Vertrauenswürdigkeit gegenüber Kreditgebern und Investoren. Eine Kapitalerhöhung kann auch dann notwendig werden, wenn ein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt werden soll. Sie gilt als eine der kostenintensivsten Rechtsformen überhaupt, da allein ihr Grundkaptal mindestens 50.000 EUR betragen muss.

Zwecks Kapitalerhöhung können Personengesellschaften die Selbstfinanzierung in Erwägung ziehen. Hierfür wird das Eigenkapital aus dem Reingewinn des Unternehmens zurückbehalten. Zudem können natürlich auch neue Gesellschafter mit in das Unternehmen einsteigen oder die bestehenden Gesellschafter erhöhen ihre Einlagen. Für die Kapitalerhöhung ist der Kapitalbedarf entscheidend. Da sich die Anteilsverhältnisse dadurch ändern können, müssen zudem alle Gesellschafter zustimmen, soweit keine anderslautenden Vereinbarungen existieren.

Bei Aktiengesellschaften bieten sich wiederum andere Möglichkeiten der Kapitalerhöhung, man unterscheidet die effektive von der nominellen Kapitalerhöhung. Bei der nominellen Kapitalerhöhung werden sogenannte Gratisaktien emittiert. Hierdurch entsteht kein Kapitalzufluss, stattdessen werden offene Gewinn- und Kapitalrücklagen in Grundkapital umgewandelt. Es handelt sich somit um eine Innenfinanzierung. Bei der effektiven Kapitalerhöhung kann die Eigenkapitalerhöhung durch das Emittieren neuer Aktien an Alt- oder Neuaktionäre erfolgen.

Das Pendant zur Kapitalerhöhung ist die Kapitalherabsetzung.

Kommanditist

Der Kommanditist ist einer der Gesellschafter der Kommanditgesellschaft (KG).

Eine Kommanditgesellschaft (KG) besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, dem Komplementär und dem Kommanditisten. Im Gegensatz zum Komplementär einer KG sind Kommanditisten jedoch keine Kaufleute. Und während es sich beim Komplementär um den Vollhafter handelt, ist ein Kommanditist lediglich ein Teilhafter. Der Kommanditist haftet somit nur beschränkt für die Verbindlichkeiten der KG, nämlich bis zur Höhe seiner Kommanditeinlage. Diese wird daher auch als Haftsumme bezeichnet und ist im Handelsregister vermerkt. Ausnahme: Der Geschäftsbetrieb einer KG kann bereits vor der Eintragung im Handelsregister geführt werden. In diesem Zeitraum haftet der Kommanditist ebenso wie der Komplementär unbeschränkt mit seinem privaten Vermögen.

Die Rechte des Kommanditisten sind jedoch im Vergleich zum Komplementär sehr begrenzt. Ein Kommanditist darf gem. §§ 164 und 170 HGB weder Geschäftsführer sein, noch ist er zur Vertretung ermächtigt. Er hat auch nicht die Befugnis, dem persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär) zu widersprechen. Dies ist nur möglich, wenn die Handlungen des Komplementärs über den üblichen Geschäftsbetrieb der KG hinausgehen. Weitere Kontrolle kann er durch sein Recht, die Jahresabschlüsse einzusehen und anhand von Geschäftspapieren und Handelsbüchern zu prüfen, ausüben. Zudem kann dem Kommanditisten die Prokura erteilt werden.

Eine KG kann grundsätzlich immer mehrere Kommanditisten haben. Daher dienen sie häufig auch als Mittel zur Erhöhung des Eigenkapitals einer KG. Jeder Kommanditist steht in der Verpflichtung, eine Einlage zu leisten. Diese Kommanditeinlage wird auch im Handelsregister eingetragen. Ihr Anteil in Relation zum Gesamtvermögen der KG ist der Kapitalanteil des Kommanditisten. An seinem Kapitalanteil bemisst sich auch sein Anteil an Gewinnen und Verlusten, sofern keine anderslautenden Vereinbarungen getroffen wurden.

Komplementär

Der Komplementär ist der Gesellschafter einer KG, der als Vollhafter fungiert.

Eine Kommanditgesellschaft, kurz KG, besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, die gemeinsam einen Geschäftsbetrieb aufnehmen. Man spricht vom Kommanditisten und dem Komplementär. Letzterer wird auch als Vollhafter bezeichnet, da er der privat haftende Gesellschafter der KG ist. Dadurch haftet er für die Verbindlichkeiten der KG auch mit seinem privaten Vermögen, statt nur mit seinen Kapitaleinlagen. Bei Komplementären handelt es sich um Kaufleute, die KG ist zur Eintragung in das zuständige Handelsregister verpflichtet.

Die gesamtschuldnerische Haftung des Komplementärs gegenüber den Gläubigern der KG kann im Außenverhältnis nicht aufgehoben werden. Anderslautende Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag sind gem. § 128 HGB stets unwirksam. Es kann jedoch das Innenverhältnis zwischen Komplementär und Kommanditist, dem Teilhafter, näher spezifiziert werden. Der Komplementär haftet solidarisch für alle Verbindlichkeiten der KG, auch wenn seine Kapitaleinlagen geringer ausfallen sollten, als die der/des Kommanditisten.

Scheidet ein Komplementär aus der Kommanditgesellschaft aus, so dauert seine Haftung noch weitere fünf Jahre an. Allerdings gilt dies nur für Verbindlichkeiten, die noch während seiner Zeit als Komplementär entstanden sind. Der Komplementär einer KG ist zudem zur Geschäftsführung und der alleinigen Vertretung berechtigt, während der Kommanditist davon ausgeschlossen ist.

Beim Komplementär kann es sich um eine natürliche oder eine juristische Person handeln. Daher kann an seine Stelle auch eine GmbH treten, was die Haftung nur mit der Stammeinlage der GmbH zur Folge hat und die Vollhaftung somit einschränkt. In diesem Falle spricht man auch von einer Komplementär-GmbH, die formal korrekte Bezeichnung der Rechtsform lautet GmbH & Co. KG. Wird der Komplementär eine GmbH, so ist ihr Geschäftsführer zugleich auch der Geschäftsführer der KG.

Kreditor

Ein Kreditor geht mit materiellen oder immateriellen Gütern in Vorleistung und erhält dafür vom Debitor die vereinbarte Gegenleistung.

Der Begriff Kreditor stammt aus dem Lateinischen „credere“ für „glauben“ bzw. „anvertrauen“. Ein Kreditor kann sowohl eine natürliche als auch eine juristische Person sein. Der Kreditor bringt seinen Kunden, auch Debitoren genannt, insofern Vertrauen entgegen, als dass er eine Leistung erbringt, die dafür vereinbarte Gegenleistung jedoch nicht im selben Zuge erhält. Dabei kann es sich zum Beispiel um klassische Bankkredite handeln, die erst über die vereinbarte Laufzeit zurückgezahlt werden müssen, ehe sie endfällig werden. Aber auch im Rahmen von Dienstleistungen oder dem Verkauf materieller Güter kommt es dazu: Der Debitor hat eine Leistung in Anspruch genommen oder ein Produkt abgenommen, zu dessen Bezahlung an den Kreditor er verpflichtet ist.

Der Kreditor ist also jemand, der eine Forderung gegen einen anderen besitzt. Aus dessen Sicht wird er häufig auch Gläubiger genannt. Die dem gegenüberstehenden Schuldner bzw. Debitoren führen ihre Kreditoren in der sog. Kreditorenbuchhaltung. Dieser Teilbereich der Finanzbuchhaltung ist vorwiegend für die Verwaltung eingehender Kreditorenrechnungen zuständig. Dazu zählen u.a. die Erfassung, Prüfung, Zahlungsveranlassung sowie die Stammsatzpflege. Durch die Überwachung offener Forderungen können teils hohe Mahnkosten vermieden werden.

Kreditoren selbst tragen in der Regel ein nicht unerhebliches Kreditorenrisiko. Geht ein Kreditor mit seiner Lieferung in Vorleistung, besteht immer die Gefahr, dass es zu Zahlungsverzögerungen oder gar zur Insolvenz seines Schuldners kommt. Um dieses Risiko so weit wie möglich abzufangen, erfolgen Lieferungen beweglicher Sachen häufig gegen Eigentumsvorbehalt. Bleibt die Zahlung aus, kann der Kreditor vom Vertrag zurücktreten und die Sache zurückfordern. Zudem kann der Kreditor Limits setzen, bis zu denen er bereit ist, gegen offene Rechnung in Vorleistung zu gehen.

Kundenrückgewinnung

Sollen bereits verlorene Kunden wieder von den Leistungen eines Unternehmens überzeugt werden, kommt die Kundenrückgewinnung zum Einsatz.

Der Kundenstamm eines Unternehmens kann in drei Kategorien unterteilt werden: Stammkunden, zu akquirierende Neukunden und vorerst verlorene Kunden. Das Ziel, Letztere wieder von sich zu überzeugen, hat sich die Kundenrückgewinnung zur Aufgabe gemacht. Wenn Kunden nicht mehr überzeugt von einer Leistung sind oder einen attraktiveren Anbieter gefunden haben, gehen sie einem Unternehmen verloren. Weitere Umsätze durch diesen Kunden bleiben aus. Ebenso verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Unternehmen anderen weiterempfiehlt.

Nach der Identifizierung abgewanderter oder inaktiver Kunden sollte zunächst ermittelt werden, welche Gründe den ehemaligen Kunden dazu bewogen haben, einem Händler oder Dienstleister den Rücken zu kehren. Hierfür kommen direkte Kundenbefragungen oder auch die Rückverfolgung der Kundenhistorie in Betracht. Möglicherweise gab es Probleme mit der Kundenzufriedenheit, Lieferungen bzw. Leistungen mussten reklamiert werden, der Preis schien dem Kunden zu hoch oder der Service war mangelhaft. Aus den jeweiligen Ursachen ergeben sich dann die Maßnahmen, die die Kunden dazu bewegen könnten, wieder zurückzukommen. Wie diese konkret ausfallen können, hängt maßgeblich von Branche, Unternehmen, Produkt und natürlich dem Abwanderungsgrund ab.

Viele Unternehmen streben auf lange Sicht zurecht eine enge Kundenbindung an und stürzen sich auf die Neukunden-Akquise. Die Kundenrückgewinnung hingegen scheint vielen aussichtslos zu sein, sodass entsprechende Maßnahmen zu kurz kommen. Tatsächlich sind es oft jedoch vergleichsweise simple Weichen, die umgestellt werden müssen, um die Kundenrückgewinnung erfolgreich verlaufen zu lassen. Der Nutzen ist dann oftmals höher, als wenn alle Energie in die Neukunden-Akquise gesteckt wird. Zudem sind häufig auch die Kosten für die Kundenrückgewinnung niedriger.

Konsortium

Bei einem Konsortium handelt es sich um den Zusammenschluss mehrerer Investoren bzw. Unternehmen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen „consortium“ und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Gütergemeinschaft“, „Teilhaberschaft“. Im Finanzwesen wird der Begriff Konsortium häufig mit dem Syndikat gleichgesetzt.

Ziel ist es, sich gemeinsam an einem Unternehmen zu beteiligen oder andere Geschäfte abzuwickeln. Im Börsenbereich kann mit der Bezeichnung Konsortium auch ein Zusammenschluss von Emittenten sein. In jedem Falle bleiben die Beteiligten sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich selbstständig. Als Mitglied des Konsortiums werden die beteiligten Investoren als Konsorten bezeichnet. Grundlage des Zusammenschlusses ist der Konsortialvertrag. In der Regel ist der Zusammenschluss eines Konsortiums nur von vorübergehender Dauer. Daher werden Konsortien auch Gelegenheitsgesellschaften genannt. Die Dauer einer befristeten Vereinigung muss allerdings nicht im Vorfeld fixiert werden.

Die Grundlagen zur Bildung eines Konsortiums finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Demnach handelt es sich bei einem Konsortium um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Der sogenannte Konsortialführer übernimmt die Koordination innerhalb des Konsortiums sowie die Geschäftsabwicklungen mit Geschäftspartnern des Konsortiums. Es können auch mehrere Konsortialführer bestellt werden. Der Organisation nach unterschiedet man zudem das Außen- vom Innenkonsortium.

Am häufigsten handelt es sich bei einem Konsortium um das sogenannte Bankenkonsortium. Ein Konsortialkredit bezeichnet in diesem Zusammenhang einen einheitlichen Kredit, der jedoch von mindestens zwei Kreditinstituten gemeinsam vergeben wird.

Darüber hinaus werden Konsortien unter anderem dann gebildet, wenn ein Unternehmen alleine nicht mehr eine hohe Auftragslage bewältigen kann. Zudem ist das Konsortium ein Instrument der Riskiostreuung. Auch Synergie-Effekte und Wettbewerbsvorteile können durch ein Konsortium genutzt werden.

Liquidation Preference

Die Liquidation Preference kann ins Deutsche einfach mit „Liquidations-Präferenz“ übersetzt werden. Gemeint ist, dass der Erlös nach der Beendigung einer Gesellschaft entsprechend einer vorab getroffenen Vereinbarung verteilt wird. Trotz des Wortlauts der Vereinbarung kann sie aber nicht nur für den Fall einer Liquidation, sondern auch für die Verteilung von Exit-Erlösen vereinbart werden. Der Einfachheit halber wird die Liquidation Preference im Folgenden allerdings hinsichtlich der Liquidation erläutert.

Konkret wird dem Begünstigten der Regel im Falle der Liquidation  zunächst sein Anteil des Verkaufserlöses ausgezahlt. Dieser kann als absoluter Betrag oder als Rendite auf das zuvor eingesetzte Kapital festgelegt werden. Für den Investor bedeutet das eine höhere Gewinnsicherheit als eine ausschließlich quotale Verteilung. Dies ist vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass er bei  VC-Gesellschaften häufig das größte finanzielle Risiko trägt, nachvollziehbar. Erst danach wird der Restbetrag an alle anderen Anspruchsberechtigten verteilt.

Sollte der Erlös der Liquidation unter dem vereinbarten Betrag liegen bedeutet das folglich auch, dass die übrigen Gesellschafter keinen Anteil vom Verkaufserlös erhalten. Dasselbe gilt in dem Fall, dass der Anspruch des durch die Liquidation Preference Begünstigten exakt dem Verkaufserlös entspricht. Für alle nicht Begünstigten bedeutet die Liquidation Preference somit einen Nachteil.

Die konkrete Ausformulierung der Liquidation Preference Klausel kann variabel gestaltet werden. Man unterscheidet „Participating Preferences“ von „Non-Participating Preferences“. Nur bei der Participating Preference wird der Investor auch auf der zweiten Stufe, also bei der Ausschüttung des Resterlöses, noch berücksichtigt. Ansonsten bleibt es bei seiner Ausschüttung auf erster Stufe, was allerdings seltener vereinbart wird.

Lean-Management

Als Lean-Management bezeichnet man einen theoretischen Ansatz zur Prozessoptimierung.

Das Lean-Management kann im Deutschen auch als „schlankes Management“ bezeichnet werden. Der Begriff bezeichnet alle Verfahrensweisen, Methodiken und auch Denkweisen, die zur Verschlankung der Unternehmensprozesse beitragen.

Die Bezeichnung Lean-Management geht auf den US-amerikanischen Ökonomen James P. Womack zurück. Bereits im Jahre 1981 verwendete er in seinem Buch „Die zweite Revolution der Automobilindustrie“ erstmals den Begriff „Lean-Production“, welcher daraufhin schnell um die Welt ging. Die Kernaussagen zielen auf die Vermeidung von Verschwendungen ab. Stattdessen gilt es, interne Schwankungen und solche seitens der Kunden und Lieferanten effektiv zu minimieren. Um die Lean-Production zu realisieren, kommt das Lean-Management ins Spiel. Inzwischen wird das Lean-Prinzip branchen- und produktübergreifend eingesetzt. Traditionelle, unflexible Strukturen in Denken und Prozessstrukturierung sind daher die größten Hindernisse, die dem effektiven Lean-Management im Wege stehen. Aber auch eine zu schnelle Einführung des Lean-Management Prinzips wird in der Fachliteratur als Barriere zu Bedenken gegeben.

Das Lean-Management zielt auf klar definierte Prozesse ab. Überflüssige Prozesse müssen demnach beseitigt bzw. minimiert werden, alle anderen sollen möglichst reibungslos ineinandergreifen können. Durch die Verschlankung der Prozesse kann ein Unternehmen nicht nur effizienter, sondern auch flexibler agieren. Das Lean-Management betrachtet hierfür das Gesamtsystem, statt nur einzelne Prozesse innerhalb des Unternehmens. Spezielle Analysemethoden, wie z.B. die Wertstromanalyse, sollen auch komplexe Prozesse transparent machen und dadurch bei der Befreiung von Unwirtschaftlichkeiten behilflich sein. Lean-Management setzt zudem verstärkt auf die Visualisierung der Prozessstrukturen, um den Mitarbeitern die Umsetzung der Methode zu erleichtern. Sie werden schon frühzeitig in das Lean-Management-Konzept involviert, um ein Gespür für Verschwendungen zu bekommen und für mögliche Fehler sensibilisiert zu werden.

Lean-Startup

Lean-Startup beschreibt eine Theorie, nach welcher eine Geschäftsgründung so schlank wie nur irgend möglich gehalten wird.

Die Bezeichnung Lean-Startup stammt aus dem Englischen und kann mit „schlanke Neugründung“ übersetzt werden. Dabei lässt sich bereits erahnen, welche Theorie hinter dem Lean-Startup steckt. Es beschreibt die Grundidee, dass auch mit vergleichsweise wenig Startkapital und Vorlaufszeit ein erfolgreiches Unternehmen gegründet werden kann. Große Anschubfinanzierungen sowie kostenintensive Produkteinführungen sollen möglichst umgangen werden.

Gemäß der Lean-Startup Theorie sind dementsprechend auch lange Planungsphasen nicht vorgesehen, stattdessen soll sich der Erfolg nach einer kurzen Time-to-Market Phase durch Learning-by-doing einstellen. Entwicklungszyklen werden kurz gehalten und der Markteintritt nicht lange hinausgezögert. Produkte oder Dienstleistungen stehen dem Konsumenten dadurch schon frühzeitig zur Verfügung. Schon ein kleiner Mehrwert genüge, um diesen Schritt lohnend zu machen. Das dadurch erhaltende Kundenfeedback der Early-Adopter kann noch in der Startphase wieder in die weitere Entwicklung einfließen. Es kann zum Beispiel auf nicht vorhersehbare Hindernisse flexibel reagiert werden, Fehler können schnell korrigiert werden. Ähnlich sieht es beim Lean-Startup mit vermeintlichen Kleinigkeiten wie der eigenen Website aus. Statt dem Interessenten lange Zeit Baustellenseiten zu präsentieren, ehe die Website gelauncht wird, können kleinere Startups gleich zu Beginn über Social Networks und Blogs Präsenz zeigen.

Das Konzept des Lean-Startups geht auf Eric Ries zurück, einen US-amerikanischen Unternehmer und Autor. Er beschrieb es erstmals im Jahre 2008 und bezog sich seiner Zeit noch auf Hightech-Unternehmen. Die Lean-Startup Theorie weitete sich allerdings zügig auch über kleinere Unternehmen nahezu jeder Branche aus. Die Basis der Unternehmensgründung nach dem Lean-Prinzip bildet das Lean-Management-Konzept. Dieses ist jedoch nicht speziell auf Neugründungen ausgerichtet, ganz im Gegensatz zur Lean-Startup-Theorie.

Letter-of-Intent

Der Letter-of-Intent beinhaltet eine Willensbekundung, Verhandlungen und einen nachfolgenden Geschäftsabschluss durchzuführen.

Ein Letter-of-Intent, kurz LiO, kann im Deutschen als Absichtserklärung bezeichnet werden. Seltener wird auch von der Grundsatzvereinbarung gesprochen. Die wörtliche Übersetzung hingegen ist nicht gebräuchlich. Der Letter-of-Intent kommt häufig vor oder auch noch während laufender Verhandlungen zum Einsatz. Durch ihn können die Verhandlungspartner schriftlich ihr ernsthaftes Interesse an einem Vertragsabschluss bekunden und ihr gemeinsames Grundverständnis fixieren. Dabei kann es sich beispielsweise um eine größere Projektidee bis hin zur Unternehmensübernahme handeln. Der Letter-of-Intent ist jedoch keinesfalls mit einem Vorvertrag gleichzusetzen, der bereits die Verpflichtung zum Abschluss eines Hauptvertrages beinhaltet.

Der Letter-of-Intent ist somit nicht mit einer Verpflichtung verbunden, das Geschäft auch tatsächlich abschließen zu müssen. Der Abbruch der Verhandlungen kann in der Regel ohne Angabe von Gründen und jederzeit erfolgen. Schadensersatzforderungen der anderen Partei, sollte man sich nicht einig werden, sind daher nicht möglich. Um dies zu gewährleisten, muss auch bei den Formulierungen im Letter-of-Intent darauf geachtet werden, dass diese keine rechtsverbindlichen Vereinbarungen implizieren. Auch sollten sie im Streitfall nicht durch die Gerichte als solche ausgelegt werden können. Mögliche Inhalte eines LiOs können bisherige Zwischenergebnisse, die konkrete Darstellung des Vorhabens oder auch die Finanzierungspolitik eines Unternehmens sein. Gesetzliche Vorgaben bezüglich der Inhalte eines Letters-of-Intent existieren nicht.

Man unterschieden weiche und harte Letters-of-Intent. Von einem weichen Letter-of-Intent spricht man bei einer unverbindlichen Absichtserklärung. Der weiche Letter-of-Intent muss zudem nicht zwangsläufig Zug um Zug aufgesetzt werden, auch einseitige Absichtserklärungen sind möglich. Ein harter Letter-of-Intent liegt vor, sobald sich darin bereits konkrete rechtsverbindliche Vereinbarungen befinden.

Leveraged Buy-out (LBO)

Der Leveraged Buy-out ist eine spezielle Form der Unternehmensübernahme.

Ein Buy-out bezeichnet eine Unternehmensübernahme. Hierbei können jedoch unterschiedliche Formen unterschieden werden, der Leveraged Buy-Out ist eine davon. Kennzeichnend für den Leveraged Buy-Out, kurz LBO, ist, dass es sich hierbei um eine fremdfinanzierte Übernahme handelt. Geschieht dies durch das Management eines Unternehmens, handelt es sich um ein Management Buy-Out. Besteht der Käuferkreis aus Angestellten des Unternehmens, spricht man vom selteneren Employee Buy-Out. Es ist jedoch natürlich auch möglich, dass externe Investoren den Leveraged Buy-Out tätigen. Es würde sich in diesem Falle um ein Management Buy-In handeln.

Seinen Namen verdankt das LBO dem sogenannten Leverage-Effekt. Dieser bezeichnet eine Hebelwirkung, durch die auch im finanzwirtschaftlichen Bereich schon kleine Änderungen zu großen Resultaten führen können. Im Falle des Leveraged Buy-Outs kann durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität enorm gesteigert werden. Voraussetzung ist hierbei, dass die Gesamtkapitalrentabilität über den Fremdkapitalzinsen liegt. Diese müssen auch bei schlechter Geschäftslage getilgt werden können.

Konkret wird die Übernahme beim Leveraged Buy-Out durch die Aufnahme von Bankkrediten in erforderlicher Höhe realisiert. Auch Anleihen können emittiert werden, um das nötige Kapital zu beschaffen. In der Regel übersteigt die Höhe des genutzten Fremdkapitals die des Eigenkapitals erheblich. Durch den vergleichsweise geringen Anteil an Eigenkapital zählt das Leveraged Buy-Out auch zu den risikobehafteten Unternehmensübernahmen. Die Schuldentilgungsfähigkeit des zu übernehmenden Unternehmens ist einer der wichtigsten Prognosefaktoren für den LBO. Aufgenommene Kredite können später durch den Verkauf einzelner Unternehmensanteile zurückgezahlt werden. Der Erlös daraus muss selbstverständlich die ursprünglichen Kosten des Leveraged Buy-Outs decken.

Limited (Ltd.)

Bei der Limited handelt es sich um eine britische Rechtsform für Unternehmen.

Die Rechtsform Limited Company, häufig einfach Limited genannt, wird üblicherweise mit Ltd. abgekürzt. Gemäß dem britischen Gesellschaftsrechts handelt es sich hierbei um eine Kapitalgesellschaft. Sie kann am ehesten mit der deutschen Aktiengesellschaft oder der GmbH verglichen werden, ist aber in Deutschland nicht als Rechtsform wählbar. Es ist jedoch durch die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU denkbar, eine britische Limited mit einer Zweigniederlassung in Deutschland zu betreiben. Daher kam es bisher immer wieder dazu, dass deutsche Unternehmer eine britische Limited Company gründeten, denn sie bietet einige angenehme Vorteile.

Zur Gründung einer Limited muss die Eintragung ins Companies House erfolgen, dem britischen Handelsregister. Durch die Ausstellung des „Certificate of Incorporation“ erlangt die Limited dann ihre Rechtsfähigkeit. Die Gründung erfolgt meist sehr schnell und innerhalb weniger Tage. Zahlreiche Dienstleister bieten gegen Entgelt die Übernahme der Abwicklung an und sichern sogar eine Blitzgründung innerhalb von nur 24 Stunden zu. Die Untergrenze für das benötigte Nominalkapital einer Limited Company liegt bei gerade einmal einem Pfund. Vor allem aufgrund des niedrigen Nominalkapitals wählten zahlreiche deutsche Unternehmer den Umweg über Großbritannien, um günstig eine eigene Firma gründen zu können und von Deutschland aus zu führen bzw. hier eine Zweigniederlassung zu eröffnen. Das geringe Nominalkapital sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit der Gründung einer Limited auch einige Pflichten verbunden sind. Zudem gilt das britische Recht mit all seinen Fallstricken.

Mit der Einführung der deutschen UG (haftungsbeschränkt) im Jahre 2008 hat der Trend jedoch nachgelassen, denn diese Rechtsform kann ebenfalls mit nur einem Euro Stammkapital gewählt werden. Der Umweg über die britische Limited entfällt dadurch.

Lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung handelt es sich um eine Form der steuerrechtlichen Absetzung bestimmter Betriebsausgaben.

Zahlreiche Vermögenswerte eines Unternehmens unterliegen einer stetigen Wertminderung, vor allem technische Anlagen und Maschinen sind davon betroffen. Neben der üblichen Wertminderung durch Abnutzung und Verschleiß können auch außerplanmäßige Zwischenfälle zu einer Wertminderung führen, beispielsweise ein Defekt oder Unfall. Darüber hinaus können auch Marktschwankungen oder Ineffizienz den Wert eines betrieblichen Vermögenswertes verringern. Für die Abschreibung kommen sowohl materielle als auch immaterielle Güter infrage. Entscheidend ist, dass sie nicht zum Umlaufvermögen des Unternehmens zählen, sondern dauerhaft im Betrieb verbleiben und dort genutzt werden. Man spricht von abnutzbaren Wirtschaftsgütern.

Betriebsausgaben beeinflussen den Gewinn eines Unternehmens und mindern die zu versteuernde Summe. Geringe Wirtschaftsgüter (unter 1.000 Euro netto) werden in der Regel einmalig und sofort abgesetzt. Darüber hinaus wird jedoch die Wertminderung über die Nutzungsdauer verteilt betrachtet und entsprechend steuerrechtlich geltend gemacht. Welche Nutzungsdauer dafür herangezogen wird, hängt von der Art der Anschaffung ab.

Die Art und Weise, auf die die Abschreibung durchgeführt wird, kann variieren. Man unterscheidet v.a. die lineare und die degressive Abschreibung. Bei der degressiven Abschreibung werden die Raten, die abgeschrieben werden, über die Laufzeit verteilt immer geringer. Sie entspricht daher auch am ehesten der tatsächlichen Wertminderung, da z.B. ein Neuwagen in den ersten Jahren noch einen höheren Wertverlust hat, als wenn er bereits jahrelang genutzt wurde.

Bei der linearen Abschreibung hingegen wird in jedem Geschäftsjahr innerhalb der Nutzungsdauer dieselbe Summe abgeschrieben. Der Abschreibungsausgangsbetrag errechnet sich aus den Anschaffungskosten abzüglich des späteren Restwerts. Nach der Division durch die Nutzungsdauer ergibt sich der jährliche Abschreibungsbetrag. Wird beispielsweise ein geschäftlicher PKW für 20.000 Euro angeschafft, der über 5 Jahre abgeschrieben wird, werden jährlich 4.000 Euro als Betriebsausgaben vom zu versteuernden Gewinn abgezogen.

Listing

Das Listing bezeichnet die Zulassung eines Unternehmens zum Wertpapierhandel an der Börse.

Der Begriff Listing stammt aus dem Englischen und kann mit „Auflistung“ übersetzt werden. Der Begriff wird vor allem in Hinblick auf den Börsengang eines Unternehmens verwendet. Wenn eine Aktiengesellschaft (AG) den Börsengang plant, müssen mehrere Schritte verfolgt werden. Einer davon ist das Listing, als Synonyme werden auch die Begriffe Börsennotiz oder Börsennotierung verwendet. In der Schweiz hingegen spricht man von der Kotierung.

Gemeint ist damit, dass eine Aktie erstmals emittiert und an einer oder mehreren Börsen gehandelt wird. Ohne das offizielle Listing ist der öffentliche und freie Handel mit Aktien an der Börse nicht gestattet. Grundvoraussetzung ist die Antragsstellung des Emittenten, zum Börsenhandel zugelassen zu werden. Erforderlich wird im Vorfeld unter anderem die Veröffentlichung eines Prospekts oder natürlich die Festlegung des Emissionspreises. Das Listing ist der letzte Schritt des Börsengangs. Die Order-Bücher wurden geschlossen, der Emissionspreis steht nun fest, die Aktien werden zugeteilt und schließlich auch in das Handelsregister eingetragen. Als Zweitlisting bezeichnet man den Börsengang in einem anderen Land, als das in dem die erste Börsennotierung erfolgte. Vor allem zu Zeiten geringerer Investorenmobilität war das Zweitlisting ein probates, wenn auch kostspieliges Mittel, um einen größeren Radius potentieller Investoren zu erreichen.

Das Gegenteil des Listings ist das Delisting. Damit ist der dauerhafte Abgang eines Unternehmens von der Börse gemeint, bis dahin gelistete Aktien werden dann nicht mehr öffentlich gehandelt. Das Delisting ist jedoch keineswegs die simple Einstellung des Handels, sondern verlangt auch diverse verwaltungsrechtliche Schritte.

Long Tail

Die Long Tail Theorie besagt, dass vor allem im Onlinebereich Nischenprodukte besonders große Chancen haben.

Die Long Tail Theorie wurde von Malcolm Gladwell entwickelt, einem Unternehmensberater und Journalisten. Christian Anderson, Chefredakteur des US-amerikanischen Wired Magazines, machte die Theorie schließlich einer breiten Masse bekannt. Sie besagt, dass Anbieter auch durch die Fokussierung auf mehrere Nischenprodukte einen beachtlichen Gewinn erwirtschaften können. Es ist demnach nicht zwingend notwendig, sich auf einen einzigen Beststeller zu konzentrieren oder diesen anzustreben.

Die Bezeichnung Long Tail bedeutet zu Deutsch „langer Schwanz“, was auf die Darstellung der Theorie im Koordinatensystem anspielt. Die y-Achse stellt die Anzahl der Verkäufe bzw. den Gewinn dar, die x-Achse die jeweiligen Produkte. Die Kurve ist im Bereich des Bestellers natürlich sehr hoch und erzielt hohe Verkaufszahlen. Zu den Nischenprodukten hin nimmt sie dann zunehmend ab und wirkt dadurch wie ein „Long Tail“ in die Länge gezogen. Trotz ihres flachen Verlaufs summieren sich die einzelnen Umsätze der Nischenprodukte jedoch, sodass sie letztlich einen ähnlichen oder sogar höheren Gewinn ausmachen können, als wenn ein Unternehmen nur ein einziges, dafür aber sehr erfolgreiches Produkt anbietet. Eine statische Grenze, ab der der Verkauf weniger Massenprodukte aufhört und man von Nischenprodukten spricht, gibt es in dieser grafischen Darstellung nicht.

Das Prinzip kommt heute vor allem im Onlinebereich zum Einsatz. Hier hat heutzutage nahezu jeder die Möglichkeit, seine Produkte mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand anzubieten oder seine Dienstleistung vorzustellen. Veranschaulicht wurde die Long Tail Theorie von Chris Anderson beispielhaft anhand des Online-Musikservices Rhapsody. Weniger gefragte Titel werden zwar für sich betrachtet seltener heruntergeladen als Chartstürmer, der Umsatz summiert sich aber durch die Anzahl der angebotenen Nischenprodukte bzw. Independent Songs. Auf dem traditionellen Markt hingegen würden sich viele Nischenprodukte als nicht lohnend erweisen, ein regionales Ladengeschäft mit Laufkundschaft könnte dadurch kaum überleben.

Minimum Viable Product (MVP)

Unter Minimum Viable Product (MVP) versteht  man ein auf seine grundlegenden Eigenschaften beschränktes Produkts. Vor allem im Bereich früher Unternehmensphasen stellt es eine wichtige Stellgröße dar, anhand derer  dann ein späteres marktfähiges Produkt, eine Software oder ein Service  Schritt für Schritt entwickelt werden können.

Sind die Eckdaten für das Minimum Viable Product (MVP) definiert und auf Basis dieser Bestimmungen ein entsprechendes MVP entwickelt, kann es potentiellen Investoren (in der Regel Business Angels) und Geschäftspartnern vorgestellt werden, damit diese sich einen stichhaltigen Eindruck dessen machen können, wie das Kernstück des Startups aussieht, sich anfühlt und wie es in späteren Entwicklungsphasen funktionieren soll.

Minimum Viable Product (MVP): Beste Basis für spätere Perfektion

Beim Minimum Viable Product (MVP) geht es also um ein Produkt, dass über grundlegende Funktionen verfügt und die Basis für spätere Feinarbeiten bildet. Als “Probestück” kann es Investoren, Geschäftspartnern und auch Kunden als Beta-Version und Prototyp vorgestellt werden, um anhand des Feedbacks weiteres Feintuning vornehmen zu können. Das Entwickeln eines Minimum Viable Product (MVP) bedeutet zudem, dass durch die Ausstattung des Produkts mit den wirklich minimalen Anforderungen auch Risiken vermieden werden.

So kostet die Entwicklung eines Prototyps natürlich weniger Ressourcen als die einer vollwertigen Ausführung. Zudem kann es natürlich auch passieren, dass sich bei fertig entwickelten Produkten bestimmte Funktionen als nicht markttauglich herausstellen. Dieses Risiko ist bei einem Minimum Viable Product (MVP) in diesem Sinne nicht gegeben bzw. sehr viel geringer.

Minimum Viable Product (MVP) als Verkaufsargument

Wenn Entwickler, Bastler, Tüftler und Visionäre eine Idee und wirklich NUR diese haben, gestaltet sich die Suche nach Investoren schwierig. Denn so gut eine Idee auch sein mag: Ohne das Physische und Fassbare werden Business Angels oder gar Venture Capitalists eher Abstand davon nehmen sich an einem Startup zu beteiligen. In diesem Sinne ist das Minimum Viable Product (MVP) eben auch eine starke Verkaufshilfe.

Sie unterstützt Investoren dabei, sich ein relativ konkretes Bild dessen machen zu können, wie das Produkt funktioniert, welche Kundenbedürfnisse es künftig befriedigen soll und welche am Markt orientierten Erweiterungen in welchem Maße möglich sind.

 

Mikrokredit

Ein Mikrokredit ist  eine unkomplizierte Form der Kreditaufnahme -und vergabe im Bereich von 1.000 bis ca. 20.000 Euro. Dabei richten sich die Angebot vor allem an Freiberufler, Selbstständige, kleinere Gewerbetreibende und Unternehmen.

Ein Mikrokredit ist damit ein ergänzendes Tool der Mittelstandsfinanzierung und soll den schnellen Zugang zu “kleinem” Kapital auch und gerade jenen Unternehmern erleichtern und ermöglichen, die ansonsten Schwierigkeiten hätten, beispielsweise Auftragszwischenfinanzierungen sicherzustellen. Der Mikrokredit dient dabei aber genauso der Existenzgründung und dabei auch als Ergänzung zu anderen Finanzierungsformen.

Der Mikrokreditfonds Deutschland der Bundesregierung bildet dabei die Basis für jeden Mikrokredit. Er verfügt über  ein Volumen von 100 Millionen Euro. Diese Mittel stammen aus Geldern des ESF und Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Die GLS Gemeinschaftsbank eG zeichnet verantwortlich für die Verwaltung und Vergabe der Kredite. Allerdings erhält man einen Mikrokredit nicht direkt von der GLS, sondern von akkreditierten Mikrofinanzinstituten.

Die bürokratischen Hürden sind dabei recht überschaubar und teilweise werden Mikrokredite auch ohne Sicherheiten vergeben, oft jedoch in Stufen, d.h. beginnend mit beispielsweise 1.000 oder 2.000 im ersten und zweiten Jahr und bei erfolgreicher Tilgung kann der Kreditrahmen dann erhöht werden.

Bis Ende 2011 wurden Angaben des Mikrokreditfonds Deutschland zufolge 4.600 Mikrokredite seitens  50 akkreditierten Mikrofinanzinstituten (MFI) vergeben.

Mezzanine Kapital

Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen, wo „mezzanino“ in der Architektur „Zwischengeschoss“ bedeutet. Mezzanine Kapital bezeichnet analog dazu Finanzierungsformen, die sich zwischen Fremdkapital und Eigenkapital bewegen, d.h. Eigenschaften beider Kapitalformen aufweisen. Man spricht auch von Hybridkapital, seltener von Nachrang-Kapital.

Diese Besonderheit des Mezzanine Kapitals erstreckt sich sowohl über die rechtliche als auch die wirtschaftliche Ausgestaltung der gleichnamigen Mezzanine-Finanzierungen. Klassischerweise wird das Kapital wirtschaftlich als Eigenkapital behandelt, die Investoren haben allerdings keinerlei Ansprüche, die mit denen der „echten“ Gesellschafter vergleichbar wären. Die Vergütung des Kapitalgebers erfolgt über eine vorab vereinbarte Verzinsung. Er erhält keine Beteiligung am Unternehmen. Seine Rendite ist nicht von der Wertsteigerung des Unternehmens abhängig. Dieser Umstand ist wiederum eine typische Eigenschaft von Fremdkapital.

Eine weitere Eigenschaft, die Mezzanine Kapital mit Eigenkapital gemeinsam hat, ist die Nachrangigkeit. Sollte das Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, werden Mezzanine-Kapitalgeber erst nach den meisten anderen Gläubigern bedient. Banken erkennen Mezzanine Kapital als Eigenkapital an. Die Aufnahme von Krediten zur Fremdfinanzierung wird dadurch erleichtert.

Die Mezzanine-Finanzierung kann beispielsweise Form einer typischen oder atypischen stillen Beteiligung oder Genussscheinen erfolgen. Von der Ausgestaltungsform hängt zudem ab, ob das Mezzanine Kapital bilanziell als Eigen- oder Fremdkapital behandelt wird.

Klassischerweise wurde Mezzanine Kapital vor allem im Rahmen von Management Buy-outs eingesetzt. Inzwischen greifen aber auch immer mehr mittelständische Unternehmen darauf zurück. Auch Akquisitionsstrategien und Wachstumskapitalfinanzierungen werden zunehmend mit Mezzanine Kapital finanziert.

Milestones

Milestones sind wörtlich übersetzt Meilensteine. Sie kennzeichnen grundsätzlich Ereignisse von besonderer Relevanz. Mit dieser Bedeutung wird der Begriff Milestones auch in der Unternehmensentwicklung und dem Projektmanagement verwendet. Umgangssprachlich werden vor allen zurückliegende Ereignisse als Milestones bezeichnet. Allerdings kann ein Milestone auch ein angestrebtes Ziel bzw. eine Zwischenetappe meinen.

In der Unternehmenshistorie bezeichnen Milestones wichtige Highlights der Vergangenheit. Dazu können beispielsweise die Firmengründung, Führungswechsel, neue Produkt-Launches oder Fusionen zählen. In der Unternehmensentwicklung hingegen markieren Milestones Tatbestände, die erreicht werden sollen und müssen. Milestones müssen daher immer messbar sein.

Vor allem für junge Unternehmen, die Startups, ist die Definition von Milestones von Bedeutung. Durch sie können Unternehmensziele konkretisiert und pro-aktiv an deren Umsetzung gearbeitet werden.

Milestones-Vereinbarungen werden auch im Rahmen von VC-Finanzierungen getroffen. Das Gesamtinvestment wird nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern in Raten, die an die Einhaltung der jeweiligen Milestones geknüpft sind. Investoren können dadurch ihr Risiko reduzieren.

Im Projektmanagement können Milestones sowohl den Abschluss einer Projektphase als auch den Beginn einer solchen Phase markieren, d.h. Phasenfreigabe oder Phasenabschluss. Aber auch innerhalb eines Projekts können  durchaus Milestones definiert werden. Anhand vorab festgelegter Prüfkriterien können sie messbar gemacht werden. Dadurch ist beispielsweise ein geordneter Übergang einzelner Phasen in die nächste möglich. Zwischenziele können erkannt und Fehlentwicklungen entgegengewirkt werden. Zur Überwachung des Fortschritts wird die Meilensteintrendanalyse, kurz MTA, eingesetzt.

Marketing

Marketing ist ein Unternehmensbereich, dessen Funktion darin liegt, die jeweiligen Produkte oder Dienstleistungen an den Konsumenten zu bringen.

Im Deutschen sprach man lange Zeit von der Absatzwirtschaft, inzwischen hat sich der Begriff Marketing auch hierzulande etabliert. Die Orientierung am Markt bzw. an den Bedürfnissen potentieller Kunden erfordert ein hohes Maß an Flexibilität. Marketingstrategien sind keine feste Größe, sondern müssen Veränderungen am Markt erkennen und darauf reagieren können. Neben der gewinnorientierten Funktion des Marketings existiert auch das Non-Profit-Marketing, beispielsweise zur Steigerung des Engagements bei ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Marketing eine Etappe des gesamten unternehmerischen Prozesses. Dieser beginnt vereinfacht gesagt mit dem Einkauf, wird durch die Produktion fortgesetzt und mündet mit dem eigentlichen Verkauf des Produkts bzw. dem Angebot einer Dienstleistung. Für den erfolgreichen Vertrieb kommt dabei das Marketing zum Einsatz, welches als längerer Prozess und Kombination verschiedener Marketinginstrumente verstanden werden kann. Hierzu zählt beispielsweise die Kunden-, Markt- und Wettbewerbsanalyse. Es müssen Ziele definiert und Mittel festgelegt werden, mit denen diese erreicht werden sollen. Die ausgewählte Marketingstrategie wird in der Regel mittels der Instrumente des sog. Marketing-Mixes umgesetzt. Hierzu zählen die „4 P“, die für „Product“, „Price“, „Place“ und „Promotion“ stehen. Zu Deutsch versteht man darunter Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik und Kommunikationspolitik.

Die Produktpolitik betrachtet das angebotene Produkt selbst. Hierbei können Funktionen bzw. Leistung, Innovationsfaktor, Qualität bis hin zu Design und Verpackung betrachtet werden. Die Preispolitik beschäftigt sich schließlich damit, das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis für das Produkt ausfindig zu machen und umsetzen zu können. Die Distributionspolitik ist für die Vertriebswege und die damit verbundenen Unternehmensprozesse verantwortlich. Als Kommunikationspolitik wird oftmals das verstanden, was beim Konsumenten als Werbung wahrgenommen wird. Hierzu zählen Informationen zum Produkt und die Beeinflussung der Kaufentscheidung des Konsumenten.

Monetarisierung

Die Monetarisierung ist ein Prozess, durch den Produkte oder Leistungen zu Geldwerten gemacht werden sollen.

„Moneten“ sind umgangssprachlich als Geld (-münzen) bekannt. Und das ist es auch schon, was hinter dem Begriff der Monetarisierung steckt, denn etwas soll zu Geld gemacht werden. Dabei kann es sich sowohl um ein Produkt als auch um eine Leistung handeln, woraus fortan ein finanzieller Nutzen gezogen werden soll. Um Produkte oder Leistungen monetarisieren zu können, muss zunächst ihr Wert bestimmt werden, um daraus wiederum den Verkaufspreis festlegen zu können. Vor allem bei immateriellen Gütern kann dieser Prozess kompliziert sein. Durch die Individualität eines jeden Angebots ist es jedoch meist nicht möglich, nach „Schema F“ vorzugehen.

Eine weit verbreitete Methode im Onlinebereich ist beispielsweise die Monetarisierung mittels Werbung. Nutzer einer Website oder auch Software-as-a-Service Diensten können diese nutzen, ohne dafür zu bezahlen, bekommen allerdings Werbeeinblendungen angezeigt. Der Werbende zahlt dem Werbeträger hierfür eine individuell vereinbarte, selten pauschale, Vergütung. Soll ein Produkt verkauft werden, käme diese Methode natürlich nicht in Betracht. Bei einem Immobilienvermögen käme zur Monetarisierung beispielsweise die Vermietung der Immobilie in Betracht.

Darüber hinaus spricht man auch von der Monetarisierung von Staatsschulden. Dies ist dann der Fall, wenn die jeweils zuständige Zentralbank Schulden quasi aufkauft und dafür die entsprechende Geldsumme herausgibt. Ein Procedere, das jedoch unter scharfer Kritik steht. Denn durch eine anhaltende Monetarisierung kann der Staatsbankrott verschleiert bzw. verschleppt werden. Gleichzeitig kann die gesteigerte Geldmenge bis hin zur Hyperinflation führen sowie das Geld und Sparvermögen der Bürger entwerten. Aus diesem Grunde ist die Monetarisierung von Staatsschulden in vielen Ländern gänzlich verboten oder nur unter strenger Kontrolle gestattet.

Mund-zu-Mund-Propaganda, Mundpropaganda

Mundpropaganda bezeichnet das meist mündliche Austauschen von Meinungen zwischen den Konsumenten eines Produkts.

Mund-zu-Mund-Propaganda und Mundpropaganda werden als Synonyme verwendet und bezeichnen dasselbe. Wird Mundpropaganda betrieben, so sprechen mehrere Personen über ein Thema miteinander. Dies kann kritisch oder auch lobend erfolgen. Gegenstand der Mundpropaganda sind häufig Marken und Produkte, besondere Leistungen und Innovationen aller Branchen, aber auch Schlagzeilen und Gerüchte, die in den Medien kursieren. Von Flüsterpropaganda spricht man, wenn besonders heikle Themen vorsichtig, aber nicht zwangsläufig minder exzessiv, verbreitet werden.

Mundpropaganda erfolgt in aller Regel als wertende Meinungsäußerung und hat nicht den Anspruch, einen rein objektiven Informationscharakter zu besitzen. Dadurch, dass die Mundpropaganda sich leicht fortsetzt, erreicht sie einen großen Radius und kann so auch als meinungsbildendes Marketinginstrument fungieren. Dieses Prinzip macht sich auch das Word-of-mouth-Marketing zunutze. Durch spezielle Aktionen lässt sich die Mundpropaganda steuern, beispielsweise bei der Freundschaftswerbung. Hier profitiert nur, wer einen anderen Konsumenten von Produkt oder Dienstleistung überzeugt. Generell geht die Mundpropaganda allerdings von neutralen Konsumenten aus. Das virale Marketing hingegen ist die schnelle und gezielt initiierte Verbreitung gewünschter Botschaften.

Mundpropaganda hat zudem die Eigenschaft, Vertrauen zu erwecken. Während gewerblichen Werbebotschaften häufig misstraut wird, werden Berichterstattungen von Freunden, Bekannten oder Kollegen tendenziell offener und positiver aufgenommen. Schlechte Erfahrungen der Konsumenten mit einem Produkt oder einer Dienstleistung können durch die Mundpropaganda allerdings auch negativ auf ein Unternehmen zurückfallen und sich herumsprechen. Sowohl in positiver als auch negativer Ausprägung hat sich die Meinungsäußerung inzwischen auch im Onlinebereich etabliert. Auf speziellen Verbraucherportalen berichten Konsumenten von ihren Erfahrungen mit Firmen und deren Leistungen, empfehlen sie oder raten vom Kauf ab. Man spricht hierbei von der digitalen Mundpropaganda.

MwSt

Die MwSt wird in Deutschland auf erbrachte Leistungen und den Verkauf von Waren erhoben.

MwSt ist die gängige Abkürzung für die Mehrwertsteuer. Sie wird häufig auch als Umsatzsteuer, kurz USt, bezeichnet. Tatsächlich sind mit Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer oder auch der Vorsteuer die selben Summen gemeint. Genau genommen muss hier jedoch differenziert werden. Rein rechtlich betrachtet gibt es den Begriff der Mehrwertsteuer nämlich nicht, der Gesetzgeber kennt nur die Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer wird immer prozentual angeben und auf den Nettobetrag aufgeschlagen. Ihre Grundlage ist das Umsatzsteuergesetz, kurz USt. Auf Leistungen und Waren wird aktuell der Normalsteuersatz von 19% erhoben. Eine ermäßigte Umsatzsteuer von nur 7% betrifft derzeit unter anderem Lebensmittel und Bücher. Welcher Steuersatz angewendet wird, muss jeweils auf der Rechnung aufgeschlüsselt werden. Der Verkäufer erhebt die Steuer somit auf den Mehrwert, den er letztlich geschaffen hat und anbietet.

Der Nettobetrag zuzüglich der Umsatzsteuer ergibt dann der Bruttobetrag, den der Konsument zu zahlen hat. Die Umsatzsteuer wird jedoch an die Finanzbehörden abgeführt und nicht dauerhaft durch den Verkäufer einbehalten. Die Umsatzsteuer zählt somit zu den indirekten Steuern. Eine Ausnahme gilt bei der Inanspruchnahme der sog. Kleinunternehmerregel gem. § 19 USt. Wer einen geringen Umsatz erzielt, muss keine Umsatzsteuer ausweisen, unabhängig davon, ob es sich um einen Freiberufler oder Gewerbetreibenden handelt.

Obwohl das Umsatzsteuergesetz keine Mehrwertsteuer kennt, wird die Bezeichnung inzwischen jedoch auch bei den Finanzämtern als gängiges Synonym akzeptiert. Es muss auch nicht der Vorsteuerabzug gefürchtet werden, bloß weil eine Rechnung die Bezeichnung Mehrwertsteuer statt Umsatzsteuer enthält.

Nachrangigkeit

Der Begriff „Nachrangige Verbindlichkeiten“ stammt aus der Bilanzbuchhaltung. Gemeint sind Verbindlichkeiten eines Unternehmens gegenüber dessen Gläubiger, die erst nach allen anderen, nicht-nachrangigen Verbindlichkeiten bedient werden müssen. Dies ist vor allem im Falle einer Liquidation oder Insolvenz des Kapitalnehmers von Relevanz.

Nachrangige Verbindlichkeiten weisen sowohl Eigenschaften von Fremdkapital als auch von Eigenkapital auf. Es zählt dadurch zum Mezzanine Kapital. Es kann sich dabei beispielsweise um Anleihen, Genussscheine oder Darlehen handeln. Kapitalgeber können sowohl VC-Gesellschaften als auch Banken sein.

Nachrangige Darlehen – auch Nachrangdarlehen genannt – sind aus der Sicht des aufnehmenden Unternehmens Fremdkapital. Die Nachrangigkeit muss in den Darlehensverträgen explizit vereinbart werden. Häufig wird ein Risikozuschlag verlangt, da der Kapitalgeber durch die Nachrangigkeit ein höheres Risiko eingeht, im Falle der Insolvenz oder Liquidation leer auszugehen. Denn die Rückzahlung solch eines Nachrangdarlehens erfolgt erst dann, wenn alle anderen Gläubiger, die selbst nicht nachrangig sind, vollständig ausbezahlt wurden.

Gleichzeitig hat ein nachrangiges Darlehen jedoch eigenkapitalähnlichen Charakter. Da derartige Darlehen hinter andere Verbindlichkeiten zurücktreten, können sie auch bei der Bewilligung weiterer Kredite behilflich sein. Neben Banken erkennen auch Rating-Agenturen nachrangige Darlehen zum Teil oder gar komplett als Eigenkapital an, was zu einem höheren Rating des Emittenten führen kann.

Bei der Bilanzierung zählt nachrangiges Kapital zu den Passiva.

Non-Disclosure-Agreement

Ein „Non-Disclosure Agreement“ bezeichnet die Verpflichtung, über vertrauliche Informationen absolutes Stillschweigen zu wahren.

Der Begriff „Non-Disclosure-Agreement“ könnte wörtlich mit „Nicht-Bekanntmachungs-Vereinbarung“ übersetzt werden. Im deutschen Sprachraum wird gängigerweise von einem Geheimhaltungsvertrag oder einer Vertraulichkeitsvereinbarung gesprochen. Im angelsächsischen Sprachraum wird das Non-Disclosure-Agreement meist mit NDA abgekürzt. Seltener wird als Synonym auch vom CDA, dem Confident-Disclosure-Agreement, gesprochen.

Non-Disclosure-Agreements können sich über Informationen, Unterlagen und Geschäftszahlen erstrecken, die durch eine Zusammenarbeit, ein persönliches Gespräch oder eine Präsentation ausgetauscht werden. Daher werden sie in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt. Dazu zählen vor allem Unternehmensgründungen, bei denen angehende Gründer in Kontakt mit potentiellen Investoren treten. Um ihre Idee und das zugehörige Geschäftskonzept vorzustellen, müssen sie eine Vielzahl vertraulicher Informationen preisgeben. Durch eine Geheimhaltungsvereinbarung können sie verhindern, dass ihre Ideen und Konzepte in Folge missbräuchlich in die Hände Dritter geraten.

Im Non-Disclosure-Agreement werden zunächst die Vertragsparteien aufgeführt. Dann werden Art und Umfang der geheim zu haltenden Informationen benannt und auch solche, die nicht Teil der vertraulichen Informationen sind, z.B. weil sie der Öffentlichkeit bereits bekannt sind oder es in absehbarer Zeit werden. In der Regel werden auch Strafzahlungen festgelegt, die im Falle eines Verstoßes geltend gemacht werden können. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass eine Unverhältnismäßigkeit das Vertrauensverhältnis ungewollt belasten kann. Zudem können überzogene Sanktionen oftmals nicht rechtlich durchgesetzt werden.

Von den Inhalten der Non-Disclosure-Agreements abzugrenzen sind Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, welche gesetzlich verankert sind und für deren Einhaltung es keiner gesonderten Geheimhaltungsvereinbarung bedarf. Hierzu zählt beispielsweise das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient oder auch die Arbeit eines Wirtschaftsprüfers, der tiefe Einblicke in die vertraulichen Unterlagen seiner Mandanten erhält. Ein Verstoß kann gem. § 203 und 204 StGB strafrechtlich geahndet werden.

Nebengewerbe

Als Nebengewerbe bezeichnet man Betriebe, die nicht die volle Arbeitskraft in Anspruch nehmen und daher neben einer Hauptbeschäftigung geführt werden.

Sobald eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen wird, die dauerhaft und auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Eine Ausnahme bilden die Angehörigen der freien Berufe sowie Selbstständige im land- und forstwirtschaftlichen Bereich. Sie melden sich lediglich beim zuständigen Finanzamt steuerlich an. Allerdings entfällt die kostspielige Gewerbesteuer für Betriebe mit niedrigem Umsatz, wie es bei den meisten Nebengewerben der Fall ist. Der Freibetrag liegt derzeit bei 24.500 € für Personengesellschaften und natürliche Personen (Stand: 2013).

Als Synonym zum Nebengewerbe wird teilweise auch vom Kleingewerbe gesprochen. Allerdings ist dies nicht ganz korrekt, denn auch hauptberuflich Gewerbetreibende können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, sofern sie einen geringen Umsatz erzielen. Ansonsten existieren keine weiteren Regelungen zur Definition eines Nebengewerbes. Dies spielt aus Sicht von Finanz- und Gewerbeamt ohnehin keine Rolle, denn hier zählt ausschließlich der erwirtschaftete Umsatz bzw. Gewinn.

Die Einstufung als Nebengewerbe ist jedoch vor allem für Bezieher staatlicher Gelder, etwa dem Arbeitslosengeld, relevant. Festgeschriebene Zuverdienstgrenzen dürfen nicht überschritten werden, sonst werden die Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb angerechnet. Darüber hinaus ist die Einstufung in Haupt- oder Nebengewerbe für die Krankenversicherung entscheidend. Nur, wenn ein Nebengewerbe vorliegt, ist die Versicherung als Angestellter, Student oder familienversicherter Ehepartner weiterhin möglich. Als Grenze gilt ein wöchentliches Arbeitspensum von rund 15 Stunden. Zudem kann das Gesamteinkommen anhand des letzten Steuerbescheids betrachtet werden, um die Plausibilität der Angaben zur investierten Arbeitszeit zu verifizieren.

Die Gründung eines Nebengewerbes ist häufig der erste vorsichtige Schritt einer Existenzgründung. Stellt sich der Erfolg ein, kann das Geschäft weiter ausgebaut werden. Bleibt er aus, haben Gründer immer noch die Möglichkeit, ihr Vorhaben einzustellen und in ihrem sicheren Beschäftigungsverhältnis zu bleiben.

Nebenjob

Ein Nebenjob wird zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung ausgeübt, um einen Zusatzverdienst zu erwirtschaften zu können.

Wenn das Haupteinkommen finanziell nicht mehr genügt, greifen immer mehr Arbeitnehmer zum Nebenjob. Die Möglichkeit dazu bietet sich nahezu jedem, es sei denn, in seinem Nebenjob stünde er plötzlich im Wettbewerb mit seinem Hauptarbeitgeber oder würde ihm womöglich geschäftliche Konkurrenz machen. Auch vertrauliche Informationen dürfen selbstverständlich nicht in den Nebenjob weitergetragen werden. Ist dies nicht der Fall und vertraglich nichts anderes vereinbart worden, bedarf es nicht der Zustimmung des Arbeitgebers. Allerdings ist es arbeitsrechtlich nicht gestattet, während des Erholungsurlaubes einen Nebenjob bei einem anderen Arbeitgeber aufzunehmen. Eine Zuwiderhandlung könnte eine Abmahnung oder gar die Kündigung zur Folge haben.

Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Haupt- oder Nebenjob handelt. Die zu zahlende Steuer errechnet sich immer aus dem Gesamteinkommen, welches ein Bürger pro Jahr erzielt. Welcher Anteil hierfür aus welchem Anstellungsverhältnis stammt, ist unerheblich.

In anderen Bereichen hingegen spielt der Umfang einer ausgeübten Tätigkeit eine entscheidende Rolle. Dies ist zum Beispiel bei gesetzlich Krankenversicherten der Fall, die eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen. Läge eine hauptberufliche Tätigkeit vor, würde der dadurch resultierende Versichertenstatus die kostspielige Versicherung als Selbstständiger bedeuten. Macht die Tätigkeit jedoch nur einen zeitlich und finanziell unwesentlichen Anteil in Relation zur Hauptbeschäftigung aus, bleibt es bei der Versicherung als Angestellter, Student oder Familienversicherter. Je nach Umstand kann es daher von gehobenem Interesse sein, den Nebenjob auch als solchen zu deklarieren. Vor allem die investierte Arbeitszeit und das resultierende Entgelt dienen zur Einstufung. Beide müssen Arbeitszeit und Einkommen des Haupterwerbs unterschreiten.

Netto

Netto bezeichnet einen Betrag, der bereits um sämtliche Abzüge, Abgaben und Steuern bereinigt wurde.

Der Begriff „Netto“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „rein“. Im übertragenen Sinne wurde ein Nettobetrag also um etwas bereinigt. In der Praxis handelt es sich dabei meist um anfallende Steuerzahlungen und sonstige Abgaben. Der Bruttobetrag abzüglich aller Abgaben und Steuern ergibt folglich den Nettobetrag. Die Differenz zwischen Brutto und Netto wird als Tara bezeichnet.

In der Praxis kommt der Begriff Netto in vielen Bereichen vor, bezeichnet aber immer dasselbe Grundprinzip. Wer in den Supermarkt einkaufen geht, findet auf der Rechnung den Nettobetrag zuzüglich der anfallenden Umsatzsteuer wieder. Zusammen ergibt sich der Bruttobetrag, also die Summe, die letztlich gezahlt werden muss. Selbiges gilt auch beim Erhalt von Rechnungen nach Bestellungen oder Inanspruchnahme einer Dienstleistung.

Materielle Güter enthalten ebenfalls häufig einen Brutto- und Nettovermerk. In der Bruttoangabe ist auch das Gewicht der Umverpackung enthalten. Die Nettoangabe hingegen bezieht sich ausschließlich auf den eigentlichen Inhalt.

Der Nettolohn ist die Summe, die einem Arbeitnehmer nach Abzug aller Steuern und Abgaben zur Verfügung steht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu den Abgaben zählen vor allem Sozialversicherungsbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, welche jedoch anteilig durch den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung getragen werden. Die entsprechende Summe errechnet sich stets aus dem Bruttolohn, dieser wird dem Arbeitgeber somit nicht komplett ausgezahlt. Darüber hinaus können, müssen aber nicht zwangsläufig, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag anfallen. Wie viel Netto vom Brutto bleibt, ist somit individuell und von den jeweiligen Lebensumständen abhängig. Vor allem die Steuerklasse und der Familienstand spielen hier mit hinein.

Networking

Als Networking bezeichnet man Aufbau, Pflege und Nutzung eines Geflechts verschiedener Personen und Gruppen.

Networks sind zu Deutsch Netzwerke, weshalb beide Begriffe als Synonyme verwendet werden können. Das Networking bezeichnet den Aufbau und die Pflege eines Netzwerks bestehend aus möglichst vielen Personen. Networker bzw. Netzwerker sind dementsprechend die Individuen, die Teil eines Networks sind und dieses pflegen. Die Networker können entweder ähnliche Interessen und Qualifikationen haben oder auch ganz verschiedene Backgrounds mitbringen, wodurch sie das Beziehungsgeflecht ergänzen und abrunden. In jedem Falle wird gemeinsame Unterstützung – ob aktiv oder passiv – angestrebt. Dafür muss nicht jeder mit jedem im täglichen Kontakt sein oder sich nahe stehen.

Networking betreibt heutzutage jeder, ob bewusst oder unbewusst, ob mit bestimmten Absichten oder als nützliche Nebenerscheinung. Vor allem im Onlinebereich hat sich das Networking zu einem festen Bestandteil der Beziehungspflege entwickelt. Social Media Networks dienen heutzutage gleichermaßen dem privaten Austausch und zunehmend auch der Pflege von beruflichen Kontakten. Dabei zielt das Networking nicht darauf ab, sich ausschließlich mit nahestehenden Personen zu verknüpfen. Auch Kontakte anderer und „Freundesfreunde“ sind Teil des eigenen, verzweigten Netzwerks.

Die Vorteile, die aus dem Networking gezogen werden können, sind vielseitig. Berufliche Kontakte ermöglichen Empfehlungen für Aufträge und offene Stellen, man spricht hierbei auch von „Vitamin B“ für Beziehungen, die sonst nicht ohne Weiteres zustande gekommen wären. Auch ein gemeinsamer Austausch und Inspirationsfindung sind Bestandteil des Networkings. Die Beweggründe der einzelnen Networker können ebenfalls variieren. Altruistische Motive und wirtschaftliche Absichten sind nicht immer klar zu trennen. Direkte Gegenleistungen in Form von Bezahlung werden für Tipps, Empfehlungen, Mundpropaganda und Co. jedoch nicht erwartet.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die offene Handelsgesellschaft ist eine deutsche Rechtsform bestehend aus mindestens zwei Vollhaftern.

Offene Handelsgesellschaften zählen zu den Personengesellschaften. Mindestens zwei Gesellschafter schließen sich hierbei zusammen, um ein gemeinsames Handelsgewerbe zu gründen und zu betreiben. Es kann sich dabei sowohl um natürliche als auch um juristische Personen handeln. Zusätzlich zum Abschluss eines Gesellschaftsvertrags ist die Eintragung im Gewerbe- und Handelsregister notwendig.

Die Besonderheit an der OHG ist, dass es sich bei allen Gesellschaftern um Vollhafter handelt. Alle Vollhafter der OHG haften somit in unbegrenzter Höhe für die Verbindlichkeiten des Unternehmens – und das auch mit ihrem Privatvermögen. Durch ihre unmittelbare Haftung kann ein Gläubiger jeden einzelnen Gesellschafter direkt zur Begleichung seiner Forderungen auffordern. Das gilt auch, wenn er mit einem anderen Gesellschafter das Geschäft abgeschlossen hat. Kommanditisten, wie es sie bei der KG als Teilhafter gibt, existieren in der OHG nicht. Bei der OHG sind jedoch auch wie bei der KG alle Vollhafter für die Geschäftsführung zuständig, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Ebenfalls mit der KG gemeinsam hat die OHG die Eigenschaft, dass die Gesellschafter auch fünf Jahre nach ihrem Ausstieg aus dem Unternehmen noch für offene Forderungen haften (Abgangsbezogenheit). Dies gilt allerdings nur für jene Forderungen, die noch während ihrer Zeit als Gesellschafter entstanden sind. Steigt ein neuer Gesellschafter in die OHG ein, wird er sofort zum Vollhafter aller bestehenden Verbindlichkeiten und Forderungen (Rückbezogenheit). Ob diese vor seiner Zeit als Gesellschafter entstanden spielt, keine Rolle.

Für die Gründung einer OHG bedarf es keines vorgeschriebenen Mindestkapitals. Jeder Gesellschafter kann seine Einlagen in beliebiger Höhe einbringen. Hierzu sind sowohl Sach- als auch Geldwerte zulässig. Wie bei nahezu allen anderen Rechtsformen auch, muss diese im Geschäftsverkehr stets klar erkennbar geführt werden. Dazu wird die gängige Abkürzung OHG hinter den Firmennamen angehangen.

Offshoring

Als Offshoring bezeichnet man die Auslagerung von Arbeiten ins Ausland.

Der Begriff Offshoring kann ins Deutsche mit „Auslandsauslagerung“ übersetzt werden. Das Prinzip dahinter ist dadurch schon erfasst: Ein Unternehmen lässt anfallende Arbeiten nicht von seinen Angestellten im Inland erledigen, sondern verteilt sie im Ausland. Nicht zu verwechseln ist das Offshoring mit dem Outsourcing. Hier werden zwar auch Arbeiten ausgelagert, dies kann aber auch im Inland geschehen.

Der wohl häufigste Grund für das Auslagern von Arbeiten ins Ausland ist die Kostenersparnis. Werden in Deutschland feste Arbeitskräfte angestellt, haben Arbeitgeber zahlreiche Pflichten, hohe Löhne und Lohnnebenkosten zu tragen. Offshoring wird daher meist in Ländern betrieben, in denen Löhne und Lohnnebenkosten weitaus geringer ausfallen als im Heimatland. Durch das Offshoring kann daher letztlich ein höherer Gewinn erzielt werden. Dieser kann, muss sich aber nicht zwangsläufig in den Preisen widerspiegeln, zu dem Produkte und Dienstleistungen dem Konsumenten angeboten werden. Die Qualität der ausgelagerten Arbeit kann, muss aber ebenfalls nicht darunter leiden. So werden zum Beispiel IT-Dienstleistungen bevorzugt nach Indien ausgelagert, da die dortigen Fachkräfte ebenfalls hoch qualifiziert und technisch versiert sind. Aber auch handwerkliche Prozesse wie das Nähen von Kleidung erfolgen heute in hohem Maße per Offshoring im Ausland. Eigene Produktionsstätten im Inland sind in dieser Branche selten geworden.

Nichtsdestotrotz birgt das Offshoring auch einige Risiken. Durch Sprachbarrieren, die geografische Entfernung und Zeitverschiebungen kann es zu Kommunikationsproblemen kommen, reibungslose Abläufe können ins Stocken geraten und ein flexibles Eingreifen ist nur schwer möglich. Inländische Arbeitsplätze können verloren gehen. Zudem gerät Offshoring mitunter in die Kritik, weil ausländische Arbeitskräfte unter schlechten Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden.

Owned-Media

Owned-Media bezeichnet Medienkanäle, die einem Unternehmen gehören oder frei zur Verfügung stehen, um sie für seine Zwecke zu nutzen.

Bei den verschiedenen Medientypen, die sich inzwischen vor allem im Onlinebereich entwickelt haben, unterscheidet man zwischen Owned-Media, Earned-Media und Paid-Media. Die Begriffe tauchten das erste Mal in der Mediaplanung von Nokia sowie in einer Studie von Forrester Research auf.

Paid-Media bezeichnet alle Werbemaßnahmen, für die ein Unternehmen zahlt. Das kann im Onlinebereich, aber auch in TV, Radio und Print sein. Das jeweilige Unternehmen steuert zwar die Beauftragung an den Verantwortlichen des Mediums und die Inhalte der Werbemittel, nicht jedoch deren Veröffentlichung und Verbreitung, denn dafür zahlt es ebenfalls. Earned-Media werden durch die Konsumenten und Kunden eines Unternehmens erstellt und verbreitet, ohne dass dieses es in Auftrag gegeben hätte. Beispielsweise durch Meinungsäusserungen oder Bewertugen in Social Media. Ein Unternehmen hat sie sich dementsprechend erarbeitet und verdient (engl. to earn = verdienen), indem er Kunden überzeugt hat. Sie gelten daher als besonders organisch und werden viral verbreitet.

Owned-Media hingegen meint alle Medienkanäle, die einem Unternehmen selbst gehören oder die es frei kontrollieren kann. Dazu zählen vor allem seine eigene Homepage und ggf. sein Blog, aber auch seine Social Media Profile bei Facebook, Twitter und Co. In letzterem Falle ist für die Zuordnung als Owned-Media entscheidend, dass das Unternehmen die alleinige Kontrolle darüber hat. Dass die Accounts auf entsprechenden Plattformen letztlich von einem anderen Unternehmen ermöglicht werden, spielt hierfür keine Rolle, denn der weitestgehenden Gestaltungsfreiheit der Werbeinhalte tut das keinen Abbruch. Im Printbereich kann es sich bei Owned-Media beispielsweise um Kundenzeitschriften oder Flyer handeln.

Der Vorteil der Owned-Media liegt somit in der freien Zugänglichkeit. Unternehmen, die ihre Inhalte über entsprechende Medienkanäle verbreiten, behalten die volle Kontrolle, haben stets einen Überblick über die Ressourcen und das Konsumenten-Feedback und können ihre Strategien flexibel anpassen. Zudem spielt der Kostenfaktor eine Rolle, denn im Owned-Media Bereich fallen nicht für jede Aktion Kosten für die Werbefläche an.

Overhead

Als Overhead bezeichnet man die Gemeinkosten eines Unternehmens, in der IT hingegen sind es die Verwaltungsdaten.

Der Begriff Overhead setzt sich aus den englischen Begriffen „over“ für über und „head“ für Kopf zusammen – über Kopf. Der Begriff kommt im übertragenen Sinne vor allem in der Betriebswirtschaftslehre, aber auch in der IT zum Einsatz. Im Allgemeinen wird damit ein Mehraufwand bezeichnet, der zu etwas hinzukommt. Er kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass er nicht immer zwingend notwendig ist und nicht direkt etwas mit dem eigentlichen Produkt bzw. der Leistung zu tun hat.

Im Wirtschaftsbereich spricht man auch von Overhead Costs. Der englische Begriff wird inzwischen auch hierzulande gebraucht. Besser bekannt ist er allerdings unter der deutschen Bezeichnung „Gemeinschaftskosten“. Diese können weder ausschließlich der Herstellung eines Produkts noch der Erbringung einer bestimmten Dienstleistung explizit zugeordnet werden. Stattdessen werden sie benötigt, um das Geschäft am Laufen halten zu können. Hierzu zählen beispielsweise administrative Tätigkeiten und dafür benötigte Materialien sowie allgemeine Ressourcen wie Gebäudekosten, Energiekosten und Mitarbeiter oder Maschinen, die nicht einem bestimmten Produkt zugeordnet werden können. Dem gegenüber stehen die Einzelkosten, die einem Bezugsobjekt zugeordnet werden können. Die Gesamtkosten errechnen sich somit aus den Overhead Costs bzw. Gemeinkosten zuzüglich der Einzelkosten.

Darüber hinaus findet der Begriff Overhead in der IT Verwendung. Hier sind damit Verwaltungsdaten gemeint, die nicht zu den eigentlichen Nutzdaten zählen. Stattdessen handelt es sich um Zusatzinformationen, welche zur Speicherung oder Übermittlung benötigt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um Kontrolldaten handeln, mit der der Anwender während seiner eigentlichen Arbeit nicht in Berührung kommt.

Portfoliounternehmen

Unter Portfoliounternehmen versteht man Unternehmen und hierbei nicht selten Startups, die zum “Investitionsbündel” von Venture Capital- oder Corporate Venture Gesellschaften oder auch Venture Capital Fonds gehören. So investiert ein VC-Fonds oder auch eine Corporate Venture / Venture Capital Gesellschaft in mehrere Unternehmen/Startups und fügt diese ihrem Portfolio zu, d.h. die Unternehmen “gehören” dann zur Venture-Capital-Familie, auch weil etwas sehr Wertvolles und Gemeinsames (Venture Capital, Knowhow, etc.) in ihnen allen steckt.

Portfoliounternehmen dienen Venture Capitalists jedoch nicht nur als Investments, sondern auch als Referenzobjekte- und projekte. Nicht umsonst stellen Venture Capital Gesellschaften- und Fonds ihre (erfolgreichen) Portfoliounternehmen gerne auf ihren Websites vor. Zudem dient die Vorstellung der Portfoliounternehmen nicht zuletzt auch dafür, einen ersten Überblick über die Investmentstrategie- und ausrichtung der Venture Capitalists zu geben, d.h. welche Branchen, Regionen, etc. werden bei Investments bevorzugt?

Portfolio

Der Begriff Portfolio leitet sich aus dem Lateinischen ab. Hier bedeutet „portare“ „tragen“, während „folium“ das „Blatt“ ist. Daher wird als Synonym teilweise auch vom Portefeuille gesprochen. Grundsätzlich ist damit eine Sammlung verschiedener Objekte gemeint, die allerdings alle zum selben Typ zählen. Dementsprechend wird der Begriff auch in vielen unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt.

In Kreativberufen ist das Portfolio eine möglichst repräsentative Zusammenstellung bisheriger Arbeiten. Im Vertrieb bzw. Marketing hingegen ist das Portfolio das Angebot eines Unternehmens, welches sich über Produkte und Dienstleistungen erstrecken kann. In der Finanzwelt meint das Portfolio die Gesamtheit all derer Unternehmen, an denen ein Investor aktuell beteiligt ist, der Portfoliounternehmen. Durch diese Risikostreuung kann das Risiko gegenüber einer Investition in nur eine Organisation minimiert werden.

Die Portfolio-Analyse ist folglich eine Methode zur Planung der Zusammenstellung des Portfolios. Als Analysekriterium kann unter anderem der Erwartungswert berücksichtigt werden. Dieser Portfolio-Ansatz stammt vom Ökonomen H. Markowitz und wurde bereits in den 1950er Jahren entwickelt. Seither wurde sie vielfach modifiziert und zählt heute zu den wichtigsten Instrumenten im strategischen Management.

Ebenfalls von Markowitz stammt die Portfolio-Theorie bzw. Portfolio Selection. Sie befasst sich unter anderem mit der Frage, wie viele und auch welche Wertpapiere für den Investor ein ideales Portfolio hinsichtlich des angestrebten Cashflows bedeuten. Die Portfolio Selection wurde 1990 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Das Portfoliomangement verfolgt dementsprechend das Ziel, ein Portfolio zusammenzustellen und zu verwalten. Man unterscheidet hierbei das Top-Down-Prinzip vom Bottom-Up-Prinzip. Bei Top-Down-Prinzip wird von oben nach unten vorgegangen, indem Ziele festgelegt und daraufhin entsprechende Strategien entworfen werden. Beim Bottom-Down-Prinzip verhält es sich genau andersherum. Hier erfolgt die Konkretisierung des Vorhabens von unten nach oben.

Peer-Group

Die Bezeichnung Peer-Group setzt sich aus den englischsprachigen Begriffen „Peer“ für „Ebenbürtige“ und „group“, also die Gruppe, zusammen. Gemeint sind somit Vergleichsgruppen, die in den jeweils festgelegten Kriterien relativ gleich und dadurch miteinander vergleichbar sind. Teilweise wird auch einfach von „Peers“ gesprochen.

Der Begriff wird zum einen im Bereich der Ausbildung und Jugendpädagogik verwendet. Zum anderen können aber auch Unternehmen zu einer Peer-Group zählen. Sie ähneln sich dann stark in Branche, Tätigkeitsfeld und Größe. Prinzipiell sind aber auch weitere Merkmale denkbar.

Sinn und Zweck dieser Peer-Groups ist es, ein Unternehmen bewerten zu können. Hierfür wird es nicht isoliert betrachtet, sondern mit den übrigen Mitgliedern der Peer-Group – der Konkurrenz – verglichen. Dabei können unter anderem die Entwicklung der gesamten Branche sowie die individuellen Fähigkeiten des zu untersuchenden Unternehmens erkannt werden.

Diese Peer-Group-Methode kann zum Beispiel im Vorfeld einer erstmaligen Emission durchlaufen werden, um den Wert des Unternehmens ermitteln zu können. Peer-Groups sind hierbei allerdings nur ein Baustein der Wertermittelung und nicht isoliert maßgebend.

Public-Relations (PR)

Der Begriff Public Relations umfasst die Gestaltung und Nutzung aller öffentlichen Kommunikationswege eines Unternehmens.

Public Relations, kurz PR, würden wörtlich übersetzt als „öffentliche Beziehungen“ bezeichnet werden. Im Deutschen wird daher oft der Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ als Synonym verwendet. Häufig wird allerdings auch genauer hingesehen, um zwischen Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit zu differenzieren. In diesem Zuge wird vor allem hervorgehoben, dass bei der PR der Fokus auf den Bindungen zwischen dem eigenen Unternehmen und der Öffentlichkeit liegt. Die Öffentlichkeitsarbeit hingegen umfasse nicht nur Bereiche, bei denen die Beziehung zwischen Sender und Empfänger einer Botschaft eine Rolle spielt, sondern ziele generell auf die öffentliche Kommunikation und Verbreitung von Informationen ab. Beide werden jedoch im Endeffekt dem Marketing untergeordnet und in der Praxis ähnlich gehandhabt, da sich auch die verwendeten Instrumente in vielen Punkten überschneiden. Hierzu zählt beispielsweise die Verwendung von Social Media Plattformen als Kommunikationsmedium.

Unter den Begriff Public Relations wird somit die Planung, Durchführung und Koordination der öffentlichen Kommunikation zusammengefasst. Ihr Ziel ist es, die Bindungen mit den Konsumenten oder anderen Organisationen zu pflegen und weiter auszubauen und den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Dadurch kann beispielsweise die angesprochene Zielgruppe erreicht oder ein weiterer Personenkreis hinzugewonnen werden. Auch das Markenimage der Produkte oder Leistungen eines Unternehmens kann durch gezielte PR-Arbeit gestärkt werden. Durch Public Relations kann zudem Transparenz geschaffen werden, wodurch eine vertrauensvolle Bindung von Kunden, Interessenten und Partnern erst ermöglicht wird.

Eines ist die PR jedoch nicht, nämlich die reine Pressearbeit. Sie zählt zwar auch hierzu, ist aber nur ein Bruchteil der PR-Aufgabenfelder.

Pull-Marketing

Beim Pull-Marketing wird der Endverbraucher direkt umworben, um letztlich Nachfrage der Großhändler beim Produzenten zu steigern.

Die Bezeichnung Pull-Marketing lässt bereits im Groben erahnen, welches Prinzip hierbei verfolgt wird, denn „to pull“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „ziehen“. Beim Pull-Marketing gilt es also, etwas anzuziehen, genau genommen die Aufmerksamkeit der Konsumenten und somit potentieller Kunden. Das Pendant zum Pull-Marketing ist das Push-Marketing. Hierbei wird der Endverbraucher nicht direkt angesprochen. Stattdessen wird angestrebt, das zu verkaufende Produkt entlang des Vertriebsweges voranzustoßen. Dies geschieht aus Herstellersicht in erster Linie dadurch, dass der Großhandel zur Produktabnahme bewegt wird, welcher sich dann wiederum an Einzelhandel und Endverbraucher wendet.

Beim Pull-Marketing richtet der Hersteller all seine Marketingaktivitäten direkt an den Endverbraucher. Sind diese von Erfolg gekrönt, will der Verbraucher genau dieses Produkt und von genau diesem Hersteller erwerben. Sein somit gewecktes Bedürfnis bekundet er folglich auch im Einzelhandel. Der Einzelhandel wiederum wendet sich an den Großhandel, welcher dann schließlich beim Hersteller bestellt. Je stärker der Hersteller auf diesem Wege seinen Bekanntheitsgrad steigern und das Produktimage ausbauen konnte, desto stärker wird auch die Nachfrage seitens der Abnehmer entlang des Vertriebsweges ausfallen. Groß- und Einzelhandel sind dann nämlich dazu gezwungen, dem Wunsch des Kunden nachzukommen und das entsprechende Produkt beim Hersteller zu beschaffen, um es in ihrem Sortiment anbieten zu können.

Welche Strategie effizienter ist, hängt vor allem mit der Art des Produkts und dem Hersteller zusammen. Push- und Pull-Marketing schließen sich jedoch nicht gegenseitig aus. Häufig werden auch beide Methoden miteinander kombiniert, man spricht dann von der Push-Pull-Strategie.

Push-Marketing

Beim Push-Marketing wird nicht der Endverbraucher angesprochen, sondern der vertreibende Großhandel.

Beim Push-Marketing soll, allein wenn man nach der Formulierung „to push“ geht, etwas „gedrückt“ werden. Konkret sind damit die Produkte gemeint, die ein Hersteller produziert und folglich an den Kunden bringen will. Hierfür spricht er aber nicht direkt die Konsumenten an, sondern wählt einen vermeintlichen Umweg, indem er sich an die Großhändler wendet. Die Stoßrichtung entlang des Vertriebsweges verläuft beim Push-Marketing somit entlang einer eindeutigen Richtung: Der Hersteller muss den Großhändler überzeugen, der Großhändler hingegen ist bemüht, den Einzelhändler für sich zu gewinnen. Am Ende des Vertriebswegs steht der Konsument, der die jeweiligen Produkte aus dem Einzelhandel bezieht.

Da der Konsument noch keine Nachfrage geäußert hat, sehnt er sich auch nicht nach dem jeweiligen Produkt, weiß in der Regel nicht einmal von dessen Existenz. Dementsprechend muss dieses in die Verkaufsregale befördert werden, um die Aufmerksamkeit des potentiellen Kundens zu gewinnen und dessen Bedürfnis, das Produkt zu kaufen, zu wecken. Hierfür wird beim Push-Marketing zunächst der Großhändler überzeugt, die Produkte abzunehmen. Um das zu erreichen, kommen diverse verkaufsfördernde Maßnahmen in Betracht, häufig sind auch hohe Rabatte im Spiel. Ist der Großhändler erst einmal überzeugt, setzt bei ihm der sogenannte „Lagerdruck“ ein: Er wird entsprechende weitere Maßnahmen ergreifen, um die Produkte an den Einzelhandel und somit letztlich auch an den Endverbraucher weiterzuverkaufen.

Das Pendant zum Push-Marketing ist das Pull-Marketing. Wie die Begrifflichkeiten bereits vermuten lassen, wird hier entgegengesetzt gehandelt, nämlich nicht gestoßen, sondern gezogen. Genau genommen sind es beim Pull-Marketing folglich die Endverbraucher, die es anzuziehen gilt. Hierfür richtet ein Unternehmen seine Bemühungen direkt an den potentiellen Kunden. Diese bekunden dann ihr Interesse beim Einzelhandel, welcher den Großhandel anspricht. Dieser wiederum nimmt folglich die benötigte Menge proaktiv vom Hersteller ab.

 

Put-Option

Als Put-Option bezeichnet man das Recht, nicht jedoch die Pflicht, eigene Anteile unter bestimmten Voraussetzungen verkaufen zu können.

Auf die Bezeichnung Put-Option stößt man vor allem in Zusammenhang mit dem Börsenmarkt. Ins Deutsche übersetzt wird hiermit eine Verkaufsoption bezeichnet. Inhaber solch einer Verkaufsoption haben das Recht, ihre Basiswerte innerhalb einer bestimmten Frist oder alternativ zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Bei diesen Basiswerten kann es sich beispielsweise um Aktien oder andere Wertpapiere handeln. Insbesondere ist auch der Preis, zu welchem diese verkauft werden können, bereits im Vorfeld beim Einräumen des Verkaufsrechts vereinbart worden. Man spricht hierbei vom Ausübungspreis. Wie der Begriff vermuten lässt, beinhaltet die Put-Option somit zwar ein Recht, nicht jedoch die Verpflichtung, davon auch tatsächlich Gebrauch zu machen. Das Gegenstück zur Put-Option bildet die Pull-Option.

Der Kurs einer Put-Option steigt in der Regel an, wenn der Kurs des Basiswertes fällt. Steigt der Kurs des Basiswertes jedoch, so sinkt der Kurs der Put-Option ab. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wenn bspw. eine Aktie an Wert gewinnt, so ist es unwahrscheinlich, dass Investoren ihr Verkaufsrecht ausüben wollen. Droht der Wert der Aktie hingegen zu fallen, so sind Verkaufsrechte mit sicherem Ausübungspreis beliebter denn je.

Von Put-Optionen ist allerdings nicht nur an der Börse die Rede, auch bei Unternehmensübernahmen kommen sie zum Einsatz. Besitzt ein Investor eine Put-Option, so hat er das Recht, seine Unternehmensanteile zu verkaufen. Damit er seine Verkaufsoption garantiert ausüben kann, muss der Stillhalter die entsprechende Summe bereithalten, um das Geschäft zu ermöglichen. Auch kommt hierbei ebenso die Call-Option zum Einsatz. In diesem Falle handelt es sich um das Recht, weitere Unternehmensanteile kaufen zu können. Dafür müssen natürlich wiederum die entsprechenden Unternehmensanteile verfügbar sein. Als Call-Put-Konstruktion wird eine Form des abgestuften Exits bezeichnet.

Pitch Deck

Der Pitch Deck kristallisiert sich vor allem in den USA als das erste Instrument eines Startups zur Ansprache von Investoren (Business-Angel, Venture Capital) heraus. Der Pitch Deck wird in den USA derzeit höher gewichtet als der Businessplan. (In Deutschland ist der Pitch Deck noch ziemlich unbekannt; dies dürfte sich aber bald ändern.)

Der Pitch Deck ist eine Kurzpräsentation der Geschäftsidee oder des Business-Modells des Startup-Unternehmens. Meist wird es mittels Präsentations-Tools wie »Microsoft PowerPoint« oder »Apple Keynote« gestaltet, aber es gibt auch bereits Kreativ-Tools wie z.B. »Haiku Deck« für Tablet-PCs wie Apple iPad. In den USA hat es sich eingespielt, dass ein guter Pitch Deck selten mehr als 15 Seiten umfasst. Die meisten liegen im Bereich zehn bis 15 Seiten. In den USA gibt es die 10/20/30-Faustregel: 10 Slides, 20 Minuten, und kein Font auf den Slides kleiner als 30 Punkt.

Der Pitch Deck hat sich deshalb so schnell in den USA manifestiert, weil etablierte Investoren und Business-Angels pro Jahr 1.000 bis 1.500 Businesspläne auf den Tisch bekommen. Doch schlussendlich wird oft nur in bis zu fünf Startups investiert. Das bedeutet für den Startup, dass der potenzielle Investor üblicherweise wenig Zeit für das Einarbeiten in die Geschäftsidee und die üblicherweise umfangreicheren Businesspläne aufbringen kann.

Ein kurzer und knackig aufbereiteter Pitch Deck ist hier den potenziellen Investoren deshalb viel lieber. Zu den Grundregeln gehört, dass der Pitch Deck die Story der Geschäftsidee erzählen muss. Außerdem muss die Skalierbarkeit der Geschäftsidee des Startups klar ersichtlich sein.

Der Pitch Deck sollte grafisch professionell und aussagekräftig gestaltet sein. Auch wenn er mit PowerPoint gestaltet wurde, gelten extrem textlastige und mit Bullet-Points übersäte Slides als verpönt. Auch animierte Grafiken oder gar integrierte Videosequenzen gelten als nicht oportun. Der Pitch Deck sollte inhaltlich – am Besten nur mit Schlagworten – alles so schnell und kompakt und leicht verständlich wie möglich vermitteln.

Trotz Pitch Deck – den klassischen Businessplan braucht ein junger Unternehmensgründer nach wie vor noch. Der Businessplan ist aber sozusagen die zweite Stufe der Investorenansprache. Wer den Businessplan vorlegen darf, hat somit mit dem Pitch Deck schon sehr viel gewonnen. Im Businessplan geht es nun darum, die Geschäftsidee ausführlicher und mit Zahlenreihen untermauert darzustellen. In den USA sind aber viele Fälle bekannt, wo gar kein Businessplan mehr vorgelegt werden musste – der Pitch Deck alleine überzeugte die Investoren zu Investments sogar in Millionenhöhe.

Pivot

Durch Fehler lernen und die falschen Entscheidungen aus der Vergangenheit dazu nutzen, sich neu auszurichten. Das meint Pivot.

Tatsächlich geht es hierbei nicht um Unentschlossenheit, sondern darum, das Scheitern von Teilen einer Geschäftsidee als Chance für eine nachhaltige Entwicklung in eine andere Richtung zu be- und ergreifen. Pivot bedeutet also nicht Sprunghaftigkeit, sondern Flexibilität und Agilität. Einige Bestandteile der Startup-Strategie- und Idee funktionieren aus bestimmten Gründen nicht. Bevor nun der Kopf komplett in den Sand gesteckt und die Unternehmung fallengelassen wird, sollte Ursachenforschung betrieben und aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse ein Neuausrichtung angegangen werden – mit Pivot.

Denn bei Erfolg sagen alle: Chapeau! Hut ab davor, dass Sie inmitten einer Unternehmenskultur, die in Deutschland das Scheitern als Scham sieht, es als Chance begriffen haben. Doch, wie haben Sie es geschafft? Indem Sie das Ohr nah am Kunden und Markt haben, Feedback analysieren und sofort umsetzen und dadurch womöglich erkennen, dass bestimmte Features Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung einfach nicht ankommen, andere aber womöglich schon.

Pre-Money / Pre-Money-Bewertung

Was die eigene Idee potentiellen Investoren wert ist, wird man im besten Fall dann erfahren, wenn eine Pre-Money-Bewertung durchgeführt wird. Diese nämlich dient der Wertermittlung eines Startup – und zwar bevor ein Investor (Venture Capitalist) mit entsprechendem Geld in egal welcher Unternehmensphase einsteigt.

Die Pre-Money-Bewertung dient damit sowohl dem Startup wie auch dem Investor als eine Art Berechnungsgrundlage, um stichhaltig sagen und nachvollziehen zu können, wie viele Unternehmensanteile dem Investor anstehen, wenn er eine bestimmte Summe in das Unternehmen investiert.

Ergibt die Pre-Money-Bewertung beispielsweise, dass das Startup ohne das Eigenkapital des künftigen Investors 1 Million Euro wert ist und der Investor beteiligt sich nun an dem Startup mit 500.000 Euro, ergäbe die daraus resultierende Post-Money-Bewertung einen Unternehmenswert von 1,5 Millionen Euro und der Investor bekäme seiner Einlage von 500.000 Euro zufolge ein Drittel der Unternehmensanteile.  Die Pre-Money-Bewertung schafft insofern und gemeinsam mit der Post-Money-Bewertung Klarheit über die Verteilung der Unternehmensanteile bei Investitionen bestimmter Summen – und somit Transparenz für Gründer und Investoren.

Patent

Das Patent dient dem Schutz von Erfindungen vor der Nutzung und Nachahmung Dritter.

Der Inhaber eines Patents verfügt über weitgreifende Rechte über innovative Erfindungen, die er selbst erschaffen hat. Er kann seine patentierte Erfindung z.B. herstellen und verkaufen, um daraus einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen zu können. Hierzu kann er sein Patent jedoch auch an Dritte verkaufen oder ihnen eine Lizenz zur Nutzung erteilen. Der Patentinhaber hat dementsprechend auch das Recht, anderen die Nutzung zu untersagen und eine Zuwiderhandlung rechtlich zu unterbinden.

Der Begriff Patent stammt aus dem Lateinischen „patens“ für „offen“ und „unversperrt“. Denn neben allen Rechten ist die Inhaberschaft eines Patents auch mit Pflichten verbunden. Denn der Patentinhaber stimmt zu, dass seine Erfindung veröffentlicht wird. Sie kann somit anderen Erfindern als Maßstab und Inspiration dienen, wenngleich sie nicht in ihren wesentlichen Zügen kopiert werden darf.

Die Anforderungen, die eine Erfindung vor der rechtmäßigen Anmeldung eines Patents erfüllen muss, regelt das Patentgesetz. Im Groben muss die Erfindung neu sein, darf keine Rechte Dritter verletzen und muss gewerblich anwendbar sein. Zudem muss es sich um eine technische Erfindung handeln.

Zuständig für die Anmeldung eines Patents ist das Deutsche Patent- und Markenamt, kurz DPMA. Nach der formalen Anmeldung des Patents folgt ein Prüfungsverfahren, ehe die entscheidende Patenterteilung erfolgt. Sobald diese Erteilung erfolgt ist, ist das Patent 20 Jahre lang gültig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Verlängerung in Betracht kommen. Als unkompliziertere, schnellere und vor allem günstigere Alternative zum Patent findet der sog. Gebrauchsmusterschutz Verwendung, welcher auch als „kleiner Bruder“ des Patents bezeichnet wird. Für Designs, die nicht patentfähig sind, kann ein Geschmacksmuster angemeldet werden.

Peer-to-Peer-Darlehen

Ein Peer-to-Peer-Darlehen ist ein Kredit zwischen zwei Privatpersonen ohne die Inanspruchnahme einer Bank.

„Peer“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet eine Privatperson. Das Peer-to-Peer Konstrukt beschreibt dementsprechend ein Darlehen, welches eine Privatperson der anderen vergibt. Als Synonym werden auch die Bezeichnungen Peer-to-Peer-Lending oder Person-to-Person-Lending verwendet (aus dem Englischen, to lend = leihen).

Privatpersonen, die einen Kredit benötigen, haben oftmals keine Möglichkeit, diesen von ihrer Bank zu erhalten. Entsprechende Anträge werden genauestens auf Bonität und vorhandene Sicherheiten überprüft und ggf. rigoros abgelehnt. Als Alternative zum klassischen Bankkredit wird dann meist zu Privatkrediten gegriffen. Angesprochen wurden bisher Familie, Freunde und Bekannte, inzwischen hat sich noch eine weitere Möglichkeit aufgetan. Das Internetzeitalter macht möglich, dass ein Peer-to-Peer-Darlehen heutzutage bei weitem nicht mehr über Bekannte realisiert werden muss oder per Zeitungsannonce gesucht wird. Online existieren inzwischen etliche Plattformen, die darauf spezialisiert sind, Kreditnehmer und -geber zusammenzuführen.

Die Vorteile der privaten Kreditnahme aus Sicht des Kreditnehmers liegen auf der Hand. Er kann eine große Gruppe potentieller Geldgeber erreichen und diese von sich überzeugen. Auf seine Hausbank ist er dadurch nicht mehr angewiesen. Die jeweiligen Konditionen sind ebenfalls frei verhandelbar. Aus Sicht des Kreditgebers winken im Vergleich zu anderen Anlageformen hohe Renditen. In der Regel verteilen private Anleger ihre Darlehen auf verschiedene Schuldner. Dadurch können sie im Falle eines Falles ihren Verlust minimieren, sollten ein oder mehrere Schuldner zahlungsunfähig werden und die in Anspruch genommene Summe nicht mehr tilgen können.

Peer-to-Peerdarlehen ähneln somit dem Crowdinvesting oder Crowdfunding. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass Letztere vor allem Startups finanziell unterstützen. Peer-to-Peer-Darlehen hingegen sind ausschließlich von privat für privat.

 

Performance-Marketing

Durch Performance-Marketing soll der Erfolg sämtlicher Marketing-Strategien messbar und das Vorgehen stetig optimierbar sein.

Der Begriff Performance bedeutet ins Deutsche übersetzt „Leistung“. Das Performance-Marketing legt also besonderen Wert auf die erbrachten Leistungen und deren Erfolg. Vor allem aber soll dieser nicht nur prognostiziert werden, sondern messbar sein. Die besten Voraussetzungen hierfür finden sich im Onlinebereich. Hier wird beispielsweise die Suchmaschinenoptimierung, Bannerwerbung, E-Mail-Marketing oder auch das Affiliate-Marketing eingesetzt.

Das Performance-Marketing zielt sowohl auf die Akquise neuer Kunden als auch auf die Bindung von Bestandskunden ab. Hierfür erfolgt die Ansprache beider Gruppen so gezielt und individuell wie möglich, um ein Höchstmaß an Interaktion hervorrufen zu können. Außerdem soll das Performance-Marketing jederzeit flexibel sein. Durch seine Optimierbarkeit können auch bereits angestoßene Marketing-Kampagnen während ihrer Laufzeit noch angepasst werden.

Neben allen Handlungen selbst ist ein wichtiges Merkmal des Performance-Marketings seine Messbarkeit. Sie soll ohne langen Vorlauf und vor allem vollständig erfolgen können. So kann beispielsweise die Reaktion der Zielgruppe auf eine Marketingaktion anhand der daraus resultierenden Feedbacks in Form von steigenden Registrierungen erfasst werden. Zudem zeichnet sich das Performance-Marketing durch seine Modularität aus. Je nach Ziel können die einzelnen Module genutzt oder außen vor gelassen werden, wodurch ein Höchstmaß an Individualität des Marketings erzielt werden kann. Das Unternehmen muss außerdem nicht in Komponenten investieren, die für ihn womöglich gar nicht relevant sind.

Der erreichte Erfolg wird schließlich an speziellen Kennzahlen festgehalten und beurteilt. Hierzu können je nach Marketingmaßnahme der Traffic, die Klickzahlen, eindeutig zuordenbare Geschäftsabschlüsse oder auch die Conversion-Rate betrachtet werden. Durch die exakt ermittelbaren Kennzahlen können auch erfolgsabhängige Vergütungsmodelle für Werbemittel, beispielsweise Cost-per-Click oder Cost-per-Order, eingesetzt werden.

Post-Money / Post-Money-Bewertung

Analog zur Pre-Money-Bewertung dient die Post-Money-Bewertung dazu, Klarheit über den Wert eines Startup zu schaffen, nachdem ein Investor in einer Finanzierungsrunde Kapital eingebracht hat.

Dazu werden im Prinzip das Resultat der Pre-Money-Bewertung (das Startup ist ohne die Geldmittel des Investors 1 Million Euro wert) und das Investment des Venture Capitalist (500.000 Euro) addiert. Als Ergebnis erhält man die Post-Money-Bewertung. Die kann übrigens auch bestens als Grundlage für spätere Finanzierungsrunden dienen. So würde dann aus einer Post-Money-Bewertung, die nach einer ersten Finanzierungsrunde getätigt wird, eine Pre-Money-Bewertung für die nächsten Investoren und Investitionsrunde.

Performance-PR

Als Performance-PR bezeichnet man PR-Maßnahmen, die nicht pauschal, sondern erfolgsabhängig vergütet werden.

Wenn ein Unternehmen in seine Public Relations, kurz PR, investiert, dann will es daraus über kurz oder lang natürlich einen Vorteil ziehen. PR-Kampagnen, die im Sande verlaufen, haben für das Unternehmen keinerlei Wert. Kontraproduktiv ausfallen kann die PR sogar, wenn sie mangelhaft konzipiert ist, von der Öffentlichkeit anders als gewünscht aufgenommen wird und ein schlechtes Licht auf das Unternehmen wirft. Es gilt also auch in diesem Bereich, eine möglichst hohe Sicherheit über den zu erwartenden Mehrwert der PR-Aktionen zu haben. An dieser Stelle kommt die Performance-PR ins Spiel, welche sich am Performance-Marketing orientiert.

Im Zentrum der Idee der Performance-PR steht eine leistungsgerechte Vergütung. Externe PR-Dienstleister wollen an den Erfolgen, die sie einem Unternehmen ermöglich, teilhaben. Gleichzeitig ist dieses Modell für sie Motivationsmittel. Denn je effektiver sie die PR-Arbeiten, mit denen sie beauftragt wurden, umsetzen, desto höher fällt auch ihr eigener Gewinn aus. PR-Dienstleister spüren die Erfolge ihrer Arbeit somit unmittelbar und nicht erst auf lange Sicht, wie es beispielsweise der Fall wäre, würde überdurchschnittlich gute Arbeit ‘nur’ mit Folgeaufträgen und Weiterempfehlungen honoriert.

Besonders für Gründer und Unternehmen mit schmalem Budget rentiert sich die Performance-PR. Denn hierbei investieren sie nicht in intransparente Leistungen, sondern nur in tatsächlichen Mehrwert. Wie dieser ermittelt wird, ist nicht einheitlich geregelt. Daher muss immer vorab definiert werden, welche Ziele es zu erreichen gilt und welche Boni der PR-Dienstleister dafür erhält.

Neben dem Vergütungsmodell der Performance-PR kann mit dem Begriff allerdings auch die Mentalität des PR-Dienstleisters gemeint sein. Seine Philosophie ist es in diesem Falle, alle Aktionen speziell auf das jeweilige Unternehmen und seine Ziele maßzuschneidern und Erfolge honorarunabhängig anzustreben.

 

Personnel-Due-Diligence

Die Personnel-Due-Diligence ist eine Prüfung, deren Augenmerk auf der Managementsituation eines Unternehmens liegt.

Bei einer Due-Diligence handelt es sich im Allgemeinen um eine Risikoprüfung. Sie kommt insbesondere vor geplanten Kapitalinvestitionen, Immobilienkäufen oder Unternehmensübernahmen zum Einsatz. Sinn und Zweck einer Due-Diligence-Prüfung ist es, ein möglichst umfassendes Stärke-Schwäche-Profil des Investitionsobjekts aufstellen zu können. Investoren können dadurch sowohl Chancen als auch Risiken ihres Vorhabens überblicken und entsprechend handeln. Damit alle jeweilig relevanten Aspekte erfasst werden können, unterteilt sich eine Due-Diligence-Prüfung in weitere Teildisziplinen. Eine davon ist die Personnel-Due-Diligence. Teilweise wird sie auch Human-Resource-Due-Diligence genannt.

Wie ihre Bezeichnung bereits andeutet, beschäftigt sich die Personnel-Due-Diligence mit den Mitarbeitern eines Unternehmens. Genau genommen wird hier vor allem das Management eines Unternehmens genauer unter die Lupe genommen. Dabei werden Strukturen, Zuständigkeiten, Verträge und vor allem Erfahrungen und Referenzen berücksichtigt.

Besonders für einen Wagniskapitalgeber, der bei seiner Investition ohnehin ein hohes Risiko eingeht, ist die Personnel-Due-Diligence Prüfung von hoher Bedeutung. Denn vor allem die Qualität des Managements lässt Schlussfolgerungen zu, in welche Richtung das Unternehmen künftig gelenkt wird und welche Chancen es dabei hat. Denn der damit einhergehende Erfolg oder Misserfolg wirkt sich letztlich auch auf die Rendite des Investors aus.

Die Erkenntnisse der Personnel-Due-Diligence werden mit den Ergebnissen aller weiteren Prüfungen im Due-Diligence-Report zusammengefasst. Da eine Due-Diligence hohe Qualität und hierfür Sorgfalt in der Durchführung verlangt, wird sie in der Regel nicht unternehmensintern durchgeführt, sondern unter Zuhilfenahme externer Fachleute. Dadurch kann gleichzeitig auch die Objektivität der Prüfung gewährleistet werden.

Point of Sale (PoS)

Als Point of Sale bezeichnet man einen Verkaufsort als Schnittstelle zwischen Anbieter und Käufer.

Der Point of Sale, abgekürzt auch als PoS bekannt, kann ins Deutsche ganz simpel mit „Verkaufspunkt“ übersetzt werden. Genau genommen spräche man im Deutschen von der Verkaufsstelle, also dem Ort, an dem ein Produkt oder eine Leistung dem Konsumenten angeboten wird. Bei der Bezeichnung kommt es allerdings ganz auf die Sichtweise an: Für den Verkäufer ist der PoS seine Verkaufsstelle, für den Käufer hingegen handelt es sich hierbei um einen PoP, nämlich den Point of Purchase. Purchase stammt hierbei ebenfalls aus dem Englischen und wird mit „Einkauf“ übersetzt.

Wo der Point of Sale liegt, ist ganz unterschiedlich. Es kann sich dabei sowohl um den kleinen Laden um die Ecke als auch um die nächste Supermarktfiliale oder um einen Onlineshop handeln. Letztere haben im Zeitalter des Internets natürlich rasant zugenommen. Aber auch im Laden vor Ort halten neue Technologien Einzug. Hier hat sich inzwischen der Electronic Point of Sale (EPOS) durchgesetzt. Das verkaufte Produkt bzw. der darauf befindliche Barcode wird an der Kasse gescannt, der damit verknüpfte Posten dem Kassenbon hinzugefügt und gleichzeitig aus dem Inventar gestrichen.

Mit der Einrichtung des Point of Sale ist es allerdings noch nicht getan, um die Aufmerksamkeit potentieller Kunden darauf zu lenken und ihn folglich auch zum Kauf zu animieren. Daher ist der Point of Sale heutzutage auch eng verknüpft mit Marketingaktivitäten und gestalterischen Feinheiten. Denn dass das Auge mitisst, gilt auch beim Point of Sale – sei es online oder vor Ort. Unübersichtlich gestaltete Läden oder Websites, auf denen sich der Kunde nicht zurechtfindet, sind hierbei nur die Spitze des Eisbergs.

Private Equity

Hinter dem Begriff Private Equity verbirgt sich Eigenkapital, das durch Beteiligungen außerhalb der Börse realisiert wird.

Private Equity ist im deutschen Sprachgebrauch auch als außerbörsliches Eigenkapital bekannt. Damit wird schon recht deutlich, wie sich das Prinzip hinter dem Private Equity in der Praxis darstellt. Unternehmen mit Private Equity finanzieren sich nicht etwa durch den öffentlichen Börsenhandel emittierter Wertpapiere, sondern realisieren ihren Kapitalbedarf mit Hilfe von institutionellen oder privaten Anlegern.

Handelt es sich hierbei um ein Startup, so spricht man dabei auch vom Venture-Capital, was zu Deutsch so viel wie Wagnis- oder Risikokapital bedeutet. Denn zu diesem Zeitpunkt ist oftmals noch nicht klar, ob das Startup sich dauerhaft am Markt positionieren können wird. Auch im Falle eines Misslingens muss das Beteiligungskapital nicht zurückgezahlt werden, weshalb es sich hier stark von der klassischen Fremdkapitalfinanzierung in Form von Bankkrediten unterscheidet. Private-Equity-Investoren müssen sie jedoch nicht zwangsweise an Startups beteiligen, sondern tun dies auch bei bereits etablierten Unternehmen.

Die jeweiligen Kapitalgeber erhalten im Gegenzug für das bereitgestellte Kapital Unternehmensanteile. Ihre letztendliche Rendite hängt somit vom Erfolg und dem daraus resultierenden Gewinn des Investitionsobjektes ab. Wann und unter welchen Bedingungen sie den Exit aus ihrer Beteiligung anstreben, ist in der Regel schon vorab vereinbart. Eine Beteiligung über drei bis fünf Jahren entspricht dem durchschnittlichen Zeitraum. Unternehmen, die auf diese Art und Weise als Kapitalgeber fungieren, werden als Private-Equity-Gesellschaften, kurz PEG, bezeichnet. Um ihr Risiko so weit wie möglich zu mindern, erwerben sie meist Mehrheitsanteile oder aber qualifizierte Minderheitsanteile mit umfassenden Mitspracherechten. Das Private Equity kann natürlich auch von privaten Anlegern beigesteuert werden. Die Kapitalgeber selbst müssen ihre Finanzspritze jedoch nicht aus ihrem eigenen Vermögen beziehen, sondern können dafür wiederum auf Bankkredite oder weiteres Fremdkapital zurückgreifen.

Progressive Abschreibung

Bei der progressiven Abschreibung nehmen die jährlichen Abschreibungen über die Nutzungsdauer verteilt zu.

Wenn ein Unternehmen Ausgaben hat, so erfasst es diese auch stets in seiner Buchhaltung, denn sie mindern unter anderem den zu versteuernden Gewinn. Einige Anschaffungskosten werden jedoch nicht einmalig und in voller Höhe abgeschrieben. Stattdessen wird berücksichtigt, über welchen Zeitraum sie voraussichtlich genutzt werden und mit welchem Wertverlust über diesen Zeitraum verteilt zu rechnen ist. Zu solch einem Wertverlust kommt es beispielsweise durch den natürlichen Verschleiß während des Gebrauchs oder auch durch technischen Fortschritt, durch den z.B. alte Maschinen zunehmend an Wert verlieren.

Man unterscheidet nun verschiedene Varianten der Abschreibung. Hierzu zählt zunächst die außerplanmäßige Abschreibung, welche unerwartete Wertverluste erfasst. Dazu kann es zum Beispiel kommen, wenn Maschinen durch einen Unfall Schaden genommen haben und nicht mehr vollumfänglich einsatzbereit sind. Dem gegenüber stehen die planmäßigen Abschreibungen. Hier sind verschiedene Varianten möglich, wie die Abschreibungen über die Nutzungsdauer verteilt werden können.

Bei der linearen Abschreibung wird in jedem Nutzungsjahr dieselbe Summe abgeschrieben. Bei der degressiven Abschreibung hingegen sinken die jährlichen Abschreibungen über die Nutzungsdauer verteilt ab. Genau andersherum sieht es nun bei der progressiven Abschreibung aus. Hier werden von Jahr zu Jahr höhere Wertverluste abgeschrieben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird dies damit begründet, dass gegen Ende der Nutzungsdauer ein höherer realer Wertverlust vorliege, als noch in den ersten Nutzungsjahren. Hierzu können beispielsweise Bergwerke oder sonstige Anlagen zählen, die während ihrer Nutzungsdauer immer ausgereifter, technisch komplexer und somit kostenintensiver werden. Im Steuerrecht ist die progressive Abschreibung allerdings unzulässig. In der Praxis ist die progressive Abschreibung daher in den meisten Fällen bedeutungslos.

Prototyping

Prototyping bezeichnet die Herstellung eines Testobjekts, um die Tauglichkeit eines Produkts überprüfen zu können.

Von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt ist es oft ein langer Weg. Um diese Time-to-Market Zeitspanne möglichst effizient zu gestalten, wird häufig zum Prototyping gegriffen. Gemeint ist damit die Produktion einer Testversionen, einem sogenannten Prototyp. Diese Prototypen dienen der Visualisierung und Überprüfung der wesentlichen Funktionen des aktuellen Konzepts einer Produktidee. Durch den Prototyp können Fehler, Schwachstellen und Verbesserungspotential erkannt und noch vor der Markteinführung umgesetzt werden. Je nach Entwicklungsphase kann das Prototyping noch sehr grob ausfallen oder aber schon sehr dem Endprodukt nahekommen.

Zur Herstellung eines Prototypen bieten sich inzwischen zahlreiche Verfahren an. So ist beispielsweise das Rapid-Prototyping mittels 3D-CAD-Daten recht schnell möglich, das Throwaway-Prototyping jedoch primär durch seine Einfachheit gekennzeichnet. Denn diese Prototypen dienen lediglich der Veranschaulichung und können, wie der Name bereits vermuten lässt, danach weggeworfen werden. Auch die Materialien, die zum Prototyping verwendet werden, hängen stark von der gewählten Methode ab. Von vergleichsweise präzisen Modellen aus Kunststoff, Metall oder Beton bis hin zu simplen Testobjekten aus Papier und Knetmasse liegt einiges im Rahmen des Möglichen.

Für sich betrachtet ist das Prototyping somit ein zeitlicher Mehraufwand. Auch Kosten, beispielsweise für entsprechende Maschinen oder Materialien, fallen je nach gewähltem Prototyping-Verfahren an. Auf den gesamten Entwicklungsprozess betrachtet kann das Prototyping jedoch auch jede Menge Zeit und Geld einsparen. Dies gilt gleichermaßen für materielle Güter als auch für Softwareanwendungen. Hier kann zum Beispiel mittels einer Testversion geprüft werden, an welcher Stelle eine Anwendung noch nicht hinreichend ausgereift und umgesetzt wurde. Durch das frühzeitige Erkennen und Lösen etwaiger Probleme ziehen sich diese nicht unerkannt weiter durch die gesamte Entwicklungsphase.

Rapid-Prototyping

Rapid-Prototyping dient der schnellen und möglichst einfachen Anfertigung von Prototypen aus CAD-Daten.

Rapid-Prototyping kann wörtlich mit „schneller Modellbau“ übersetzt werden, allerdings ist die englische Bezeichnung in der Praxis weitaus gebräuchlicher. Es handelt sich dabei um einen Oberbegriff, der sämtliche Fertigungsverfahren zur schnellen Anfertigung eines Modells bzw. Prototyps zusammenfasst. Als Vorlage dienen die entsprechenden Konstruktionsdaten in Form von digitalen CAD-Daten. CAD steht hierbei für Computer-Aided-Design.

Sinn und Zweck des Rapid-Prototypings ist es, Werkstücke möglichst ohne Umwege anfertigen zu können. Dadurch können Unternehmen noch während der Planungsphase eines Produkts Praxistest durchführen. Fehler, Schwachstellen und Verbesserungspotential können so noch vor dem Start der Serienproduktion erkannt bzw. ausgeschöpft werden. Das Rapid-Prototyping ist somit eine Unterform des Prototypings, zeichnet sich allerdings durch einige Feinheiten davon ab.

Die Besonderheit am Rapid-Prototyping liegt, wie der Begriff bereits ausdrückt, an seiner Schnelligkeit und Einfachheit. Es werden keine einzelnen Werkstücke in mühevoller und tage- oder wochenlanger Handarbeit mehr gefertigt. Stattdessen werden digitale 3D-Modelle am PC erstellt und anschließend umgesetzt. Hierfür stehen wiederum verschiedene Varianten des Rapid Prototypings zur Verfügung. Eine Unterform ist beispielsweise das 3D-Printing. Auch hier sind zunächst entsprechende 3D-Daten erforderlich. Anschließend kann mittels eines speziellen 3D-Druckers aus diesen Informationen und dem zugehörigen Werkstoff dann das gewünschte Werkstück hergestellt werden.

Weitere Herstellungsverfahren, die zum Rapid-Prototyping zählen, sind unter anderem das Contour Crafting mittels eines vollautomatischen Roboters, das Elektronenstrahl- oder Laserschmelzen sowie die Stereolithografie. Welches Verfahren gewählt wird, hängt vor allem von den technischen Voraussetzungen und dem gewünschten Werkstoff ab. Diverse Kunststoffarten, Metalle, Keramik oder Beton kommen hierfür infrage.

Rechtsform

Die Rechtsform eines Unternehmens definiert seine Organisation und seine gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Im Zuge der Gründung eines Unternehmens steht jeder Gründer vor der Frage, welche Rechtsform sein Unternehmen annehmen soll. Dies gilt nicht nur für große Firmen, sondern ist schon bei Eröffnung eines Nebengewerbes von Belang. Grundsätzlich gilt die freie Rechtsformwahl. Daraus folgen jedoch zahlreiche Feinheiten und Pflichten, weshalb die Wahl wohl durchdacht sein sollte. Die Rechtsform entscheidet unter anderem über das benötigte Grundkapital, regelt Geschäftsführung und die Haftung gegenüber Dritten oder legt die erforderliche Art und Weise des Jahresabschlusses fest.

Zum einen existieren die sogenannten Personengesellschaften. Hierunter sind vor allem die GbR, die KG und die OHG am weitesten verbreitet. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sich mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter zusammenschließen, um gemeinsam ein Handelsgewerbe zu betreiben. Die Personengesellschaften selbst sind jedoch keine juristische Person. Kapitalgesellschaften hingegen sind per Definition juristische Personen des privaten Rechts. Hierzu zählen die Aktiengesellschaft, die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt), eingetragene Genossenschaften sowie Kommanditgesellschaften auf Aktien. Juristische Personen des öffentlichen Rechts können unter anderem staatliche Hochschulen, Sozialversicherungsträger oder Zweckverbände sein.

Bei Einzelunternehmen handelt es sich um natürliche Personen, welche als Kaufleute ein Gewerbe betreiben. Ist-Kaufleute müssen sich ins Handelsregister eintragen, Kann-Kaufleute hingegen haben die freie Wahl darüber. Formkaufleute hingegen zählen wiederum allein durch ihre gewählte Rechtsform zu den Kaufleuten.

In allen Fällen muss die Rechtsform jedoch im Geschäftsverkehr klar erkennbar sein. Irreführungen sind nicht gestattet, gängige Abkürzungen hingegen schon. So darf eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung als GmbH bezeichnet werden und die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) mit UG abgekürzt werden. Nicht erlaubt wäre hier die Bezeichnung als (Mini-)GmbH, wenngleich dies umgangssprachlich üblich ist.

Recruiting

Recruiting bezeichnet alle Unternehmensprozesse, die mit der Personalbeschaffung zusammenhängen.

Ursprünglich wurde die Bezeichnung Recruiting, bzw. im Deutschen die Rekrutierung, ausschließlich beim Militär verwendet, wenn es darum ging, Soldaten einzuziehen. Inzwischen hat sich die Bezeichnung allerdings auch auf weitere Bereiche der Personalbeschaffung in der Wirtschaft ausgeweitet. Sie findet heute in nahezu allen Branchen und Unternehmen Verwendung, in denen Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Personalbeschaffung zählt somit zum Human-Resource-Management.

Das Recruiting kann sowohl intern als auch extern erfolgen. In letzterem Fall unterscheidet man die passive und die aktive Personalbeschaffung. Passiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eingegangene Initiativbewerbungen gesichtet werden, während bei der aktiven Personalbeschaffung gezielt für die Besetzung einer Stelle auf potentielle Bewerber zugegangen wird, v.a. durch Annoncen oder Personalvermittler. Beim internen Recruiting wird den bisherigen Mitarbeitern die Chance gegeben, aufzusteigen oder sich auf eine andere Stelle im Unternehmen zu bewerben.

Recruiting-Tage sind spezielle Events bzw. Karrieremessen, auf denen sich alles um die Themen Jobsuche, Bewerbungen und Einstieg dreht. Unternehmen können sich in Vorträgen vorstellen, mit Interessenten über Einstiegsmöglichkeiten sprechen oder auch Bewerbungsunterlagen-Checks anbieten.

Inzwischen hat auch das sogenannte e-Recruiting zugenommen, also die Personalbeschaffung mittels Internet. Vor allem größere Unternehmen bieten heute entsprechende Bewerbungsportale auf ihren Websites an. Zudem werden spezielle Jobbörsen und Social Media Kanäle zur Ausschreibung offener Stellen genutzt. Diese Form des Rekrutings ist vor allem durch die günstigen Kosten und das schnellere Verfahren vorteilhaft. Auch der Aufwand hierfür ist vergleichsweise gering, die Selektionsmöglichkeiten hingegen höher. Hierfür können beispielsweise eAssessment-Center eingesetzt werden, um Bewerber und ihre Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle genauer unter die Lupe zu nehmen.

Return-on-Investment (ROI)

Der ROI ist eine bedeutsame Messgröße, die Aufschluss über die Ertragslage eines Investments gibt.

Der Return-on-Investment, kurz ROI, gibt an, welche Rendite aus einer unternehmerischen Tätigkeit gezogen wird. Wörtlich könnte der Return-on-Investment als Rendite-aus-Investitionen bezeichnet werden. Im Deutschen wird der ROI daher auch als Kapitalrendite bezeichnet. Zum Return-on-Investment können weitere Unterkennzahlen gezählt werden. Dazu gehört beispielsweise der Return-on-Equity (ROE, für die Eigenkapitalrentabilität) und der Return-on-Assets (ROA, für die Gesamtkapitalrentabilität) Die Grundlage des ROIs bildet das sogenannte Du-Pont-Schema. Dieses Kennzahlensystem geht auf den US-amerikanischen Chemiekonzern „E. I. du Pont de Nemours and Company“ zurück.

Die Berechnung des Return-on-Investment Wertes erfolgt durch die Umsatzrendite multipliziert mit dem Kapitalumschlag (ROI = Umsatzrendite x Kapitalumschlag). Die Umsatzrendite wiederum wird durch Division von Gewinn durch Nettoumsatz gewonnen, der Kapitalumschlag hingegen ist der Quotient aus Nettoumsatz dividiert durch das Gesamtkapital. Durch Herauskürzen des Nettoumsatzes erhält man für den ROI so die Formel Gewinn geteilt durch Gesamtkapital. Zur Ermittlung des Return-on-Investments wird somit das eingesetzte Kapital in Relation zum daraus gezogenen Gewinn gesetzt. Dieser wird den buchhalterischen Daten der jeweils betrachteten Periode entnommen.

Die Bezugsgröße zur Berechnung des ROIs ist somit das gesamte Kapital, welches an das jeweilige Investitionsobjekt gebunden ist. Die Rentabilität einzelner Investments, zum Beispiel einer Sachanlage, wird nicht berücksichtigt. Der ROI dient außerdem nicht verlässlich als reiner Prognosewert, sondern gibt erst nach einer Investition für den betrachteten Zeitraum rückwirkend Auskunft. Der ermittelte ROI hat allerdings insofern auch Prognosewirkung, dass er bei der Entscheidung hilft, ob weiter investiert werden soll oder ein Ausstieg aus dem jeweiligen Investment sinnvoller wäre. Zudem schafft er die Grundlage für Vergleiche zwischen den jeweils analysierten Geschäftsbereichen bzw. Investments und lässt weitere ROI-Vorhersagen zu.

In letzter Zeit taucht der Begriff ROI auch in Zusammenhang mit der Wirkung von Marketing-, Werbe- und Social-Media-Maßnahmen auf. Gemeint ist hierbei allerdings lediglich umgangssprachlich das Ergebnis der Maßnahmen.

Roadmap

Eine Roadmap weist die Richtung bevorstehender Pläne oder Strategien aus und sorgt dadurch für mehr Übersichtlichkeit und Planbarkeit.

Der Begriff Roadmap stammt aus dem Englischen und kann ins Deutsche mit „Straßenkarte“ übersetzt werden. Im übertragenen Sinne ist damit eine Orientierung für zukünftige Vorhaben gemeint. Roadmaps können sich prinzipiell auf alle unternehmerischen Belange ziehen, finden aber vor allem im Projektmanagement Verwendung. Als Synonyme werden daher auch die Bezeichnungen „Projektplan“ und „Strategie“ verwendet. Roadmaps ziehen sich außerdem durch nahezu alle Branchen.

Roadmaps werden vor allem für größere Projekte eingesetzt. Die Vorbereitungsdauer beträgt hierfür häufig ein Jahr oder weitaus mehr. Die Roadmap fasst zusammen, wie das jeweilige Ziel vom aktuellen Startpunkt aus erreicht werden soll. Durch kleinere Aufgabenpakete kann das gesamte Projekt besser überblickt werden, wodurch auch Zuständigkeiten gezielter verteilt werden können.

In der Produktentwicklung werden durch die Roadmap die Entwicklungszyklen festgehalten, die voraussichtlich durchlaufen werden. Teilweise erwarten Abnehmer einer Produktion auch die Offenlegung der Roadmap, um bereits im Vorfeld über die Weiterentwicklung im Bilde zu sein. Dies trifft z.B. bei der Halbleitertechnik zu. Ähnliches gilt für den Softwarebereich. Ob, und wenn ja welche Weiterentwicklungen geplant sind, ist auch hier von gehobenem Interesse.

Darüber hinaus dienen Roadmaps der Abschätzung hoher Risiken sowie der Vermeidung von Fehlentscheidungen, unerwarteter Probleme und sogenannten Lock-In Situationen. Darunter versteht man Entscheidungen, die sich als fehlerhaft erweisen, jedoch auch nicht mehr abgewendet werden können, ohne durch die dadurch entstehenden Extrakosten unwirtschaftlich zu werden. Es kann sich dabei beispielsweise um Verträge handeln, die bindend sind und bei Zuwiderhandlungen mit einer hohen Vertragsstrafe belegt sind.

Auch im Marketing kommen Roadmaps zum Einsatz. Sie sollen den Kunden einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen geben und ihn so Planungssicherheit geben.

Roadshow

Bei der Roadshow handelt es sich um eine Reihe von Präsentationen, um vor allem Investoren von der Rentabilität einer Unternehmensbeteiligung zu überzeugen.

Die Roadshow ist eine Form des Marketings, zählt aber allein durch ihre Mobilität zu den nicht für alle Unternehmen alltäglichen Werbemaßnahmen. Denn wie der Begriff bereits vermuten lässt, ist das Unternehmen bzw. sein zuständiges Team quasi „on the road“ und reist von Stadt zu Stadt. Dies kann sowohl national als auch international betrieben werden. Auf den einzelnen Etappen wird dann das Unternehmen samt seiner angebotenen Produkte oder Leistungen während einer Präsentation vorgestellt. Im Anschluss ist der persönliche Kontakt möglich.

Roadshows können dementsprechend in nahezu jeder Branche erfolgen. Häufig wird der Begriff jedoch für Maßnahmen zu anstehenden Unternehmensfinanzierungen verwendet. Nämlich immer dann, wenn der Börsengang eines Unternehmens bevorsteht. Auch hierzu reist ein Management-Team des Unternehmens von Stadt zu Stadt, präsentiert wichtige Eckdaten und kann auf individuelle Interessenlagen eingehen. Bei globaler Ausrichtung können auch internationale Roadshows abgehalten werden, welche über mehrere Kontinente verteilt stattfinden. Potentielle Investoren haben live vor Ort weitaus bessere Gelegenheit, ein mögliches Investitionsobjekt unter die Lupe zu nehmen, als es auf die Ferne möglich wäre. Allein der persönliche Eindruck der Managementqualität und die Gesprächsmöglichkeiten tragen dazu bei. Die Streuverluste sind gering, denn die Gäste einer derartigen Roadshow besuchen diese in aller Regel bereits mit grundsätzlich vorhandenem Investitionsinteresse.

Darüber hinaus können Roadshows auch vor anderen Vorhaben genutzt werden, um Investoren zu überzeugen, beispielsweise bei einer geplanten Geschäftsfelderweiterung bzw. Skalierung. Die Bezeichnung Roadshow wird mitunter jedoch auch für Events verwendet, die lediglich auf die Akquise von Neukunden abzielen und zu diesem Zwecke in mehreren Städten abgehalten werden.

 

Regionale Förderung bei Startups

Im Rahmen einer Gründung ist eine regionale Förderung denkbar. Sollte das Produkt oder die Dienstleistung stark mit der Region, einer Metropole oder einer Firma verbunden sein, so können Starthilfen im Zuge einer regionalen Förderung freigegeben werden. Die Geldgeber sind hier häufig Public-Private-Partnership-Gesellschaften, die von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gesellschaftern betrieben werden. Beispiele sind ausreichend vorhanden:

  • Länder
  • Kommunen
  • Städte
  • Unternehmen
  • IHK
  • Kreishandwerkskammern

Regionale Förderung – Vorteile bei der Unternehmensgründung

Der finanzielle Aspekt ist bei der regionalen Förderung nur Bereich, der bedacht werden sollte. Die strukturelle Verbundenheit bringt dem Gründer auch eine fachliche Unterstützung ein. Diese kann von einem Unternehmen, der IHK oder weiteren Lobby-Gruppen beigesteuert werden. So können Workshops durchgeführt, Räume günstig belegt oder ein Netzwerk errichtet werden. Häufig helfen die Lobbygruppen im strukturellen Bereich aus, um das Startup für Geldgeber interessant zu machen.

Viele Gründer unterschätzen den Wissenszuwachs bei der regionalen Förderung. Planungen müssen dadurch häufig neu überdacht werden, Strukturen werden ausgebaut, Ideen erweitert und die eigentliche Innovation nimmt konkretere Züge an. Auch der finanzielle Bedarf kann besser eingeschätzt werden. Der oder die Gründer, welche meist nur in geringer Anzahl vorhanden sind, erlangen die Kompetenzen von einem ganzen Team.

Regionale Förderung – Nachteile bei der Gründung aus Ausweitung des Startups

Die regionale Förderung verbindet, wie der Name schon sagt, das Gründungsunternehmen mit der Region. Die Ausrichtung ist damit zunächst lokal oder regional beschränkt. Steht ein Projekt unter dem Namen einer anderen Firma, so kann dies die nationale oder internationale Ausweitung erschweren.

Die Ortsansässigkeit bei der regionalen Förderung bringt oftmals auch die Verbundenheit mit einer bestimmten Branche mit sich. Dies kann ein Vorteil sein, wenn sich das Startup in diesem Bereich spezialisieren möchte. Ist dies nicht der Fall muss diese Verbundenheit nachteilig angesehen werden. Um sich auf die regionale Förderung verlassen zu können, muss der Antragssteller zudem viel Bürokratie über sich ergehen lassen.

Social Startups

Social Startups sind junge Sozialunternehmen. Sie richten ihre unternehmerischen Tätigkeiten auf  vorwiegend gesellschaftliche Themen und Probleme aus. Dazu gehören die Bereiche Bildung, Umweltschutz, Bekämpfung der Armut, Integration und Inklusion, Menschenrechte oder auch soziale Missstände. Social Startups können junge Unternehmen aus der IT- und Internetbranche sein ebenso wie Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene oder innovative Dienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

Für die Finanzierung von Social Startups zeichnen mehr und mehr spezialisierte Social Venture Fonds verantwortlich. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Finanzierungslücke der Social Startups oder auch Social Entrepreneurs bzw. Sozialunternehmen, die durch Spenden nicht gedeckt werden kann, durch entsprechende Investments zu schließen. Attraktiv werden Social Startups für Investoren natürlich dann, wenn sie wachstums- und renditeorientiert wirtschaften, profitorientierte Produkte bzw. Dienstleistungen entwickeln und anbieten und dabei (dennoch) auf den Wandel hin zu einer gerechteren, saubereren und sichereren Welt setzen – und das am besten aus eigener finanzieller Kraft und bei größtmöglicher Unabhängigkeit von Spenden.

Kurz gesagt: Sozial und wirtschaftlich gehen bei Social Startups problemlos und selbstverständlich zusammen. Ihre Messlatte: Der Social Impact, d.h. die Messbarkeit und Nachweisbarkeit  der Wirkungen und Leistungen des vom Social Startup versprochenen Mehrwerts bzw. Businessmodells. Bekannte Beispiele für Social Startups sind „Deutschland rundet auf“, oder auch “studienaktie.org“.

SWOT-Analyse

SWOT-Analysen werden im Rahmen des Marketings und der strategischen Ausrichtung eines Unternehmens durchgeführt. Das Akronym SWOT setzt sich aus den Begriffen Strength, Weakness, Opportunities und Threats zusammen. Ins Deutsche lassen sich die Begriffe in Stärke, Schwäche, Chancen und Risiken übersetzen. Gemeint sind die Stärken und Schwächen auf Seite des Unternehmens sowie die marktseitigen Chancen und Risiken, die dem gegenüberstehen. Das Prinzip der SWOT-Analyse wurde bereits in den 1960er Jahren an der Harvard Business School entwickelt.

Bei der Durchführung der SWOT-Analyse wird mit der Analyse der externen Unternehmenswelt begonnen, man spricht auch von der Umweltanalyse. Hierbei werden die Chancen und Gefahren analysiert. Sie sind exogen und hängen sowohl vom Markt als auch von politisch-rechtlichen, sozialen und technologischen Faktoren ab.

Im Anschluss folgt die interne Analyse, welche auch als Unternehmensanalyse oder Inweltanalyse bezeichnet wird. Denn Stärken und Schwächen gehen vom Unternehmen selbst aus. Die Stärken und Schwächen eines Unternehmens und seines Angebots können vor allem durch den Vergleich mit den stärksten Konkurrenten am Markt oder durch den Vergleich mit dem Marktdurchschnitt ermittelt werden. Hierfür können je nach Relevanz verschiedene Kriterien festgelegt werden, beispielsweise der Preis.

Das Ergebnis der SWOT-Analyse wird in einer Ergebnismatrix dargestellt bzw. zusammengefasst. Die SWOT-Matrix selbst beschreibt allerdings lediglich einen Zustand und ist keine Strategie. Aus ihr lassen sich jedoch zukünftige strategische Zielsetzungen ableiten. Vereinfacht gesagt werden die ermittelten Schwächen dann bestmöglich abgebaut, während die Stärken weiter ausgebaut werden. Ähnlich sieht es bei der Umsetzung der Chancen und Risiken, d.h. den Ergebnissen der Umweltanalyse aus. Ermittelte Chancen werden forciert, während Risiken nach Möglichkeit minimiert werden.

Entscheidend für die Effektivität der SWOT-Analyse sind neben der Durchführung selbst jedoch noch weitere Faktoren. So sollte u.a. bereits im Vorfeld ein Soll-Zustand definiert sowie in- und externe Zustände tunlichst nicht vermischt werden.

Stakeholder

Der Begriff Stakeholder stammt aus dem Englischen und kann ins Deutsche simpel mit „Interessenvertreter“, „Interessengruppe“ oder „Anspruchsberechtigter“ übersetzt werden. Eine deutsche Bezeichnung, die den Stakeholder vollumfänglich erfasst, existiert allerdings nicht.

Ursprünglich wurde der Stakeholder als jemand definiert, ohne dessen Unterstützung eine Organisation nicht existieren könnte. Später wurde die Definition auch auf Personen (-gruppen) ausgeweitet, die die Erfolge der Organisation beeinflussen oder von ihr beeinflusst werden.

Stakeholder können somit unternehmensinterne wie auch externe Personen sein, die aktuell oder in Zukunft entweder direkt oder indirekt von den unternehmerischen Tätigkeiten betroffen sind. Beim Stakeholder-Ansatz werden daher nicht nur die Interessen der Anteilseigner (Shareholder) und Eigentümer berücksichtigt, sondern auch die der Stakeholder, die einen wesentlichen Anteil zum Unternehmen beitragen.

Interne Anspruchsgruppen sind zum einen Eigentümer und Manager eines Unternehmens. Ihr Interesse besteht vor allem in der Erwirtschaftung von Gewinnen und der Umsetzung eigener Ideen und Visionen. Aber auch die Mitarbeiter zählen zu den internen Stakeholders. Ihr Interesse begründet sich vor allem in einem festen Einkommen, einem sicheren Arbeitsverhältnis, Anerkennung, Selbsverwirklichung und Sicherheit.

Zu den externen Anspruchsgruppen zählen Fremdkapitalgeber, Konkurrenten, Kunden, Lieferanten und der Staat. Mögliche Interessen sind hier ein hochwertiges Angebot (Kunden), eine sichere Abnahme mit verlässlicher Zahlung (Lieferanten), die Zahlung von Steuern und Schaffung von Arbeitsplätzen (Staat), Vermögenszuwachs (Fremdkapitalgeber) und Fairness sowie mögliche Kooperationen seitens der Konkurrenz. Im weiteren Sinne werden also auch Personen oder Personengruppen als Stakeholder bezeichnet, die keinen unmittelbaren Einsatz geleistet haben, aber dennoch am Verlauf der unternehmerischen Aktivitäten interessiert sind.

Saldo

Der Saldo bezeichnet den Kontostand nach Aufrechnung von Haben und Soll.

Der Begriff Saldo stammt aus dem Italienischen und bedeutet übersetzt „fest“ bzw. „festmachen“. Gemeint ist damit, dass die Differenz zwischen Soll und Haben ermittelt wird. Das Soll bezeichnet in der Buchführung die linke Kontoseite, das Haben die rechte. Durch Aufrechnung beider Seiten ergibt sich der aktuelle Kontostand. Der so ermittelte Saldo ist schließlich auch der Wert, der für die Bilanzierung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung verwendet wird.

Jedem Bankkunden begegnet der Saldo beim Abrufen seiner aktuellen Kontoauszüge. Übersteigt das Soll hierbei das Haben, so spricht man von einem Sollsaldo. Das Konto ist in diesem Falle nicht ausgeglichen, sein Inhaber ist – wenn auch möglicherweise nur temporär – in den Miesen. In diesem Falle entsteht eine sogenannte Darlehensverbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut. Übersteigt hingegen das Haben das Soll, so spricht mal vom Habensaldo. Das jeweilige Konto ist dann ausgeglichen und es besteht noch ein Guthaben, welches der Bank zur Verwahrung anvertraut wurde. Genau genommen handelt es sich hierbei allerdings um einen Tagessaldo, der primär Informationsgehalt hat. Er beinhaltet noch keine Saldoanerkenntnis, denn fehlerhafte Buchungen könnten noch beanstandet werden.

Der Buchungssaldo hingegen beinhaltet bereits alle Kontoumsätze, auch wenn sie noch nicht wertgestellt wurden. Kontoinhabern darf mit Beschluss des Bundesgerichtshofs auf ihren Kontoauszügen jedoch nur der valutarische Saldo angezeigt werden, also der aktuelle Wert, über den der Kontoinhaber bereits verfügen kann. Der Buchungssaldo ist nicht zulässig, da er dem Bankkunden noch nicht zur freien Verfügung steht und oftmals für Verwirrung sorgen könnte.

Seed-Finanzierung

14-0428Die Seed-Finanzierung findet in der frühen Gründungsphase eines Startups statt.

„Seed“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet im Deutschen die Aussaat, also die Grundlage, um eine Pflanze wachsen zu lassen. Im übertragenen Sinne ist das auch gemeint, wenn man von der Seed-Finanzierung für Startups spricht. Denn sie brauchen während dieser Phase unter anderemStartkapital, um ihre Geschäftsidee umsetzen und folglich wachsen lassen zu können. Die Seed-Stage ist die Phase, in der meist nur die Geschäftsidee für ein Produkt oder eine Dienstleistung gefunden ist. Ein marktreifes Produkt, mit dem bereits Umsätze erzielt werden können, ist folglich noch nicht vorhanden. Deshalb spricht man hierbei wiederum von der Time-to-Market Phase. Die Seed-Finanzierung zählt somit zu den Early-Stages der Unternehmensfinanzierung.

Zur Auswahl unter den Finanzierungsmöglichkeiten stehen natürlich zum einen eigene finanzielle Vermögensmittel. Sie sind jedoch in aller Regel nicht in ausreichender Höhe vorhanden. Auch die Bewilligung eines Bankkredits ist für Gründer in der Frühphase nur in den seltenen Fällen erhältlich, da sie zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Umsätze nachweisen können. Um dennoch das benötigte Startkapital – auch wenn es in der Seed-Stage noch nicht allzu hoch ist – erhalten zu können, kommen bei der Seed-Finanzierung Investoren zum Einsatz. Vor allem Business Angels und Wagniskapitalgeber (VCs) sind bereit, bereits in dieser Phase das Risiko von Verlusten in Kauf zu nehmen. Dabei kann es sich gleichermaßen um Unternehmen als auch um erfahrene Privatinvestoren handeln.

Durch das hohe Risiko, welches Investoren bei der Seed-Finanzierung tragen, können sie im Gegenzug auch mit einer hohen Rendite rechnen, sollte die Gründung gelingen. Neben den finanziellen Mitteln ist zur Zeit der Seed-Finanzierung aber auch das nötige Know-how von großer Bedeutung. Deshalb bringen Investoren auch oft ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit in das Vorhaben ein – schließlich profitieren sie letztlich auch vom Erfolg.

Six Sigma

Die Six Sigma Methodik lässt sich als Element des Qualitätsmanagements sowie als statistisches Qualitätsziel definieren.

Mittels der Six Sigma Methode sollen Geschäftsprozesse systematisch verbessert werden können. Hierfür wird beim Six Sigma insbesondere auf den DMAIC-Zyklus gesetzt, was für Define, Mesure, Analyse, Improve und Control steht. Diese fünf Phasen können ins Deutsche mit definieren, messen, analysieren, verbessern und fortlaufender Kontrolle übersetzt werden, womit der Kernverlauf des DMAIC-Zyklus bereits vorstellbar wird. Die Six Sigma Methodik ist aber nicht dafür vorgesehen, von jedem Mitarbeiter anwendbar zu sein. Stattdessen werden hierfür Fachkräfte eingesetzt, deren Hierarchien vom sogenannten „Green-Belt“ über den „Black-Belt“ bis hin zum „Master-Belt“ reichen. Six Sigma strebt zudem nur unter der Voraussetzung nach Qualitäts- und Prozessverbesserung, dass damit auch eine Wertsteigerung für Kunden und Unternehmen einhergeht. Da Zeit und Kostenaufwand während des DMAIC-Prozesses sehr hoch sind, ist ein Wertschöpfungszuwachs im unteren fünfstelligen Bereich selten lohnend.

Zudem wird Six Sigma als statistisches Qualitätsziel betrachtet. Die Bezeichnung Sigma beschreibt in diesem Zusammenhang die Abweichung von der Gaußschen Normalverteilung. In Hinblick auf dieses Qualitätsziel gilt das sogenannte Sigma-Niveau oder Sigma-Level als wichtige Kennzahl. Sie wird anhand der auftretenden Fehlerquoten der Prozesse ermittelt. Nimmt das Sigma-Niveau den Wert sechs an, so handelt es sich um eine Null-Fehler-Produktion. Je besser der Sigma-Wert, desto höher wird folglich auch der Gewinn eines Unternehmens ausfallen. Schätzungen zufolge dürfte aber wenige Unternehmen ein derartiges Sigma-Niveau von sechs erreichen, sondern die Mehrheit darunter rangieren.

Bereits in den 1970er Jahren ließen sich erste Six Sigma Vorläufer im japanischen Schiffsbau beobachten. 1987 wurde Six Sigma erstmalig von Motorola in den USA eingesetzt. Endgültige Popularität erlange Six Sigma schließlich durch Jack Welch, welcher rund 20 Jahre CEO der General Electric Company, kurz GE, war. 1996 führte er die Six Sigma Methode bei General Electrics ein und konnte damit beachtliche Erfolge erzielen. Inzwischen wird Six Sigma von zahlreichen weiteren Großkonzernen angewandt.

 

Skalieren

Als Skalieren wird eine Größenveränderung bezeichnet, sei es von Unternehmen, Systemleistungen oder Grafiken.

Der Begriff Skalieren kann in vielerlei Hinsicht verwendet werden. Grundsätzlich wird damit beschrieben, dass etwas seine Größe verändert, dadurch manuell angepasst werden kann oder es automatisch wird. Dementsprechend weitläufig sind natürlich auch die Bereiche, in denen man vom Skalieren sprechen kann.

Zum einen können Unternehmen skalieren. Genau genommen ist dies sogar in den allermeisten Fällen der Sinn der Sache, denn wer will schon auf der Stelle treten? Deshalb wird der Begriff Skalierung in der Betriebswirtschaft verwendet, um das Expansionspotential eines Geschäftsmodells zu erfassen. So kann das Unternehmen beispielsweise skalieren, indem es seine Produktlinie ausweitet oder neue Dienstleistungen in sein Leistungsspektrum aufnimmt, Franchising-Lizenzen vergibt oder den internationalen Markt durchdringt. Ist das Geschäftsmodell hingegen nicht skalierbar, sind derartige Schritte schwer bis überhaupt nicht denkbar, wodurch sich dem Unternehmen einige Chancen verschließen.

Es wird allerdings nicht nur in Hinblick auf ein Unternehmenswachstum, sondern auch im IT-Bereich die Bezeichnung Skalierung verwendet. Zum einen wird der Begriff beim Gebrauch von Bildbearbeitungsprogrammen genutzt, wenn die Bildgröße einer Grafik verringert oder erhöht wird. Bei sonstiger Software ist häufig gemeint, dass sie auf Erweiterungen der verwendeten Hardware mit einer gesteigerten Performanceleistung reagiert. So kann Potential ausgeschöpft werden, von dessen Existenz der Anwender bei der Arbeit mit niedrigerer Hardware-Ausstattung überhaupt nichts gespürt hat. Inwieweit ein System skalierbar ist, wird durch den sogenannten Skalierungsfaktor, auch SpeedUp genannt, angegeben. Skalierbarkeit kann zum Beispiel vorliegen, wenn eine zweite CPU eingesetzt wird, wodurch alle genutzten Programme mehr Leistung erbringen können und zum effektiveren Arbeiten beitragen. Zudem sind vor allem Software-as-a-Service Lösungen skalierbar, da einzelne Komponenten ergänzt oder entfernt werden können.

Social Media

Der Oberbegriff Social Media bezeichnet sämtliche digitalen Plattformen, auf denen mediale Inhalte getauscht und verbreitet werden können.

Der englische Begriff Social Media ist inzwischen auch in Deutschland in aller Munde. Gemeint sind dabei die vielen sozialen Netzwerke und Plattformen, allen voran Größen wie Facebook, Twitter oder im Businessbereich Xing und LinkedIn. Social Media bzw. soziale Medien umfassen somit alle Netzwerke, die es Nutzern ermöglichen, im Onlinebereich miteinander zu kommunizieren, Gemeinschaften zu bilden und Inhalte zu publizieren: Networking. Hierbei können zwei Kategorien beobachtet werden. Zum einen die Social Media Kanäle, deren Fokus auf der Kommunikation zwischen ihren Mitgliedern liegt. Daneben existieren Social Media Plattformen, deren primäres Ziel auf der Generierung von Inhalten liegt, dem sogenannten User-generated-content. Dies ist zum Beispiel auf den Plattformen von Wikipedia oder Flickr der Fall.

Die Bedeutung des Social-Media-Bereichs hat sich inzwischen in alle Richtungen ausgeweitet. Mittlerweile nutzen sie sowohl Privatpersonen zur Pflege ihres Freundeskreises als auch Unternehmen als Marketingplattform. Unternehmen, die Social-Media-Kanäle zu Werbezwecken verwenden, profitieren hierbei in vielerlei Hinsicht. Zum einen ist die entsprechende Zielgruppe hier bereits aktiv und ist mit der Usability der Plattform vertraut. Diese können die Mehrheit der Social Media Kanäle kostenlos nutzen, aber dennoch einen großen Streuradius an potentiellen Kunden erreichen. Daher ist auch für junge Startups mit schmalem Budget die Nutzung von Social Media eine gute Gelegenheit zur Bekanntheitssteigerung. Von bereits etablierten Unternehmen wird die Social-Media-Präsenz sogar regelrecht erwartet.

Durch diverse Funktionen, beispielsweise das „Liken“ oder „Teilen“, eignen sich Social Media Plattformen auch besonders für das virale Markting. Hierdurch wirken entsprechende Kampagnen beim Konsumenten auch nicht per se als reine Werbemaßnahmen, sondern die Empfehlungen von Freunden und Bekannten lassen diese glaubwürdiger erscheinen.

Software-as-a-Service (SaaS)

Software-as-a-Service bietet dem Kunden die Möglichkeit, eine Software Online und gegen Entgelt benutzen zu können.

Software-as-a-Service wird häufig einfach kurz mit SaaS bezeichnet. Gemeint ist damit, dass eine Software nicht etwa als Produkt, beispielsweise traditionell auf CD gebrannt, verkauft wird, sondern als Onlineservice angeboten wird. Der Kunde muss die benötigten Softwareanwendungen nicht mehr kaufen und firmenintern auf seinen Arbeitsgeräten installieren, sondern greift auf extern gelagerte Lösungen zu. Software-as-a-Service zählt somit zu den Möglichkeiten, die sich Nutzern durch das Cloud Computing bieten. Die Kritikpunkte des Software-as-a-Services stimmen daher auch mit jenen des Cloud Computings überein: Abhängigkeit vom Anbieter und der Stabilität der eigenen Internetanbindung sowie gefürchtete Datenunsicherheiten.

Die Vorteile von Software-as-a-Service sind jedoch nicht zu übersehen und beginnen bereits bei der einfachen Handhabung. Es werden lediglich ein Zugangsgerät, seien es PC oder Tablet, sowie ein funktionierender Internetanschluss benötigt. Die Investition in eigene (Speicher-)kapazitäten entfällt dadurch vollkommen. Auch muss der Nutzer sich nicht um Installation und Updating der Software kümmern, sondern kann sich voll und ganz auf die Nutzung des Services und seine Arbeit konzentrieren. Ein weiterer Pluspunkt des SaaS-Konzepts ist seine Flexibilität. Die meisten Anbieter ermöglichen kurze Kündigungsfristen, sollte die Leistung nicht mehr benötigt werden, oder im Gegenzug die Möglichkeit, weitere Dienste hinzuzubuchen. SaaS-Lösungen sind somit besonders skalierbar. Die Kosten können dadurch minimal gehalten werden und sich dem aktuellen Bedarf anpassen. Vor allem Startups greifen daher häufig auf Software-as-a-Service Lösungen zurück, statt sich eine eigene IT-Infrastruktur aufzubauen.

Typische Beispiele für Software-as-a-Service sind diverse Buchhaltungslösungen oder Content-Management-Systeme. Als größtes SaaS-Unternehmen gilt derzeit Salesforce.com, welches allein 2012 einen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete.

Startup

Als Startup bezeichnet man ein junges Unternehmen in der Frühphase seiner unternehmerischen Tätigkeit.

Die Bezeichnung Startup stammt unverkennbar aus dem Englischen, ihre Benutzung ist aber inzwischen auch hierzulande gang und gäbe. Gemeint ist damit stets eine Neugründung bzw. ein Jungunternehmen, welches sich noch im Anfangsstadium seines Unternehmenslebens befindet. Der Gründungszeitpunkt allein reicht allerdings nicht aus, um das klassische Startup von jeder beliebigen Geschäftseröffnung abzugrenzen. Startups kennzeichnen sich vor allem durch die möglichst innovative Grundidee ihrer Firmengründung und dem damit verbundenen Wachstumspotential. Die Bezeichnung Startup lässt sich somit zwischen der Existenzgründung eines Einzelnen und der um einige Stufen größeren Unternehmensgründung einordnen.

Neben der eigentlichen Geschäftsidee ist für die Gründung eines erfolgreichen Startups auch die Entwicklung eines möglichst skalierbaren Geschäftsmodells und natürlich die Finanzierung essentiell. Vor allem Letzteres gestaltet sich für Startups oft problematisch: Den Gründern fehlt es an privatem Vermögen in ausreichender Höhe. Auch Banken bewilligen ihnen allerdings häufig keinen Bankkredit, denn vor allem in der Frühphase des Startups wird noch kein Umsatz erwirtschaftet und die Kreditwürdigkeit fällt entsprechend schwach aus. Daher sind an der Finanzierung von Startups häufig Business-Angels und VCs (Wagniskapitalgeber) beteiligt. Durch ihre finanzielle und teilweise auch tatkräftige Unterstützung kann das Startup seinen Bedarf an Startkapital, Know-how und Erfahrung decken.

Trotz der Schwierigkeiten, mit denen viele Gründer konfrontiert werden, nimmt die Zahl der Startups stetig zu. Die Beweggründe sind mannigfaltig: Von der Flucht aus der Arbeitslosigkeit, dem Wunsch nach Unabhängigkeit vom Chef oder dem Willen, eigene Ideen und Innovationen zum Wohle aller auf den Markt bringen zu können, kann nahezu jede Intention beobachtet werden.

Stealth-Mode

Als Stealth-Mode bezeichnet man das Arbeiten an neuen Geschäftsideen unter Ausschluss jeder Öffentlichkeit.

Der Begriff Stealth-Mode könnte ins Deutsche mit „Heimlichkeits-Modus“ übersetzt werden. Allerdings spricht man auch hierzulande inzwischen vom Stealth-Mode oder alternativ vom Stealth-Modus. Gemeint ist damit, dass ein Unternehmen an einem Projekt arbeitet, welches streng vertraulich ist und keinesfalls für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Das ändert sich natürlich noch – jedoch nicht, bevor die Marktreife erarbeitet wurde.

Die Intention des Stealth-Modes ist somit einfach erfasst: Eine Geschäftsidee will gut vorbereitet sein, ehe sie auf dem Markt erscheint. Gelangen in dieser Phase, auch als Time-to-Market Zeitspanne bekannt, bereits Informationen nach außen, kann es leicht passieren, dass ein anderer Unternehmer die Idee kurzerhand für seine eigenen Zwecke kopiert. Um das zu vermeiden, werden nicht nur keine offiziellen Mitteilungen an die Öffentlichkeit herausgeben, sondern auch die Mitarbeiter sind zur absoluten Verschwiegenheit angehalten. Berichte im Freundes- oder Bekanntenkreis über die aktuellen Entwicklungen sind demnach tabu. Aus sozialen Aspekten ist das nicht unbedingt eine Belastung, sondern kann vielmehr zum Zusammengehörigkeitsgefühl der Projektmitarbeiter beitragen. Auch im Gespräch mit Investoren werden zu diesem Zwecke meist Vertraulichkeitsvereinbarungen schriftlich fixiert.

Die Notwendigkeit, im Stealth-Mode zu arbeiten, steigt hierbei mit der Höhe der Innovation. Je außergewöhnlicher, desto höher ist auch die Gefahr der Nachahmung. Kontraproduktiv wird der Stealth-Mode allerdings, wenn er unverhältnismäßig lang aufrechterhalten wird oder die Idee dahinter ohnehin einen geringen Innovationsgrad aufweist. Auch sollte der Stealth-Mode nicht dazu verleiten, die eigene Geschäfts- oder Produktidee zu überschätzen und den Bezug zur Realität und möglicher Konkurrenz zu verlieren. Zudem wird das Recruiting weiterer Mitarbeiter erschwert, der Erhalt externer Feedbacks entfällt im Stealth-Mode ebenfalls.

Steuerbilanz

Die Steuerbilanz wird unter Berücksichtigung der geltenden steuerlichen Vorschriften erstellt und gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

Wer unternehmerisch tätig ist, ist auch zum Erstellen eines Jahresabschlusses verpflichtet. Vor allem Freiberufler können ihren Gewinn mittels einer simplen Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Sie sind demnach nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet und müssen folglich auch keine Bilanzen aufstellen, können dies jedoch jederzeit freiwillig tun. Für alle Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuches hingegen herrscht die Bilanzierungspflicht. Kleinunternehmer können davon befreit werden, wenn ihr Jahresumsatz weniger als 500.000 Euro beträgt oder der Gewinn 50.000 Euro nicht übersteigt.

Der Begriff „Bilanz“ stammt aus dem Italienischen „bilancia“ und bezeichnet eine (Doppel-) Waage. Damit ist auch schon veranschaulicht, was bei der Aufstellung der Bilanz geschieht: Vereinfacht gesprochen werden Vermögen und Schulden gegenübergestellt. Man spricht hierfür auch von Aktiva und Passiva. Aktiva setzen sich aus Anlage- und Umlaufvermögen zusammen, während sich hinter dem Begriff Passiva die Mittelherkunft verbirgt. Dazu zählen beispielsweise Verbindlichkeiten, die Nutzung von Fremdkapital oder auch Rückstellungen.

Die Erstellung der Steuerbilanz dient der objektiven Beurteilung, wie leistungsfähig ein Unternehmen ist. Daraus resultieren schließlich auch die Steuerzahlungen, die es zu tätigen hat. Die Steuerbilanz als Vermögensübersicht leitet sich aus der Handelsbilanz ab, welche separat aufgestellt wird. Beide sind jedoch nicht miteinander gleichzusetzen, denn einzelne Positionen können unterschiedlich bewertet werden.

Unter Umständen kann auch eine sogenannte Einheitsbilanz aufgestellt werden. Hierdurch entfällt die Aufstellung getrennter Steuer- und Handelsbilanzen, denn die Einheitsbilanz erfüllt in einem alle Anforderungen. Sie wird aber in der Regel nur von kleineren Unternehmen durchgeführt, die keinen Publizitätspflichten unterliegen. Mit dem Inkrafttreten des Bilanzierungsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) von 2009 wurden die Möglichkeiten zur Einheitsbilanzierung zudem stark eingeschränkt.

 

Steueroase

Unter einer Steueroase versteht man Länder, in denen die Besteuerung weitaus geringer ausfällt, als im eigenen Land.

Der Begriff Steueroase lässt bereits vermuten, worauf mit dieser Bezeichnung angespielt wird: In einer Steueroase herrschen nahezu paradiesische Zustände, zumindest in Hinblick auf die steuerrechtliche Behandlung von Einkommen und Vermögen. In diesen Staaten werden keine oder nur vergleichsweise geringe Steuern darauf erhoben. In Anbetracht der hierzulande geltenden Steuersätze ist die Versuchung vor allem für Großverdiener hoch, das eigene Geld außer Landes zu schaffen. Privatpersonen können hierfür beispielsweise ihren Hauptwohnsitz von einem Hochsteuerland in ein Niedrigsteuerland verlegen und so der hohen Versteuerung entgehen. Unternehmen hingegen nutzen die Möglichkeit, Tochterfirmen in einer Steueroase gründen und ihre Geschäfte über diese abzuwickeln.

Bedeutsam ist jedoch nicht nur, wie hoch die aktuellen Steuersätze in der Steueroase sind, sondern auch wie stabil sie in wirtschaftlicher und politischer Sicht ist und wie es um die Rechtssicherheit bestellt ist. Denn bestehen hier Unsicherheiten, ist auch die Vermögensanlage in diesen Ländern riskant. Die mit Steueroasen verbundenen Risiken wurden jüngst durch die Bankenkrise in Zypern im Jahre 2013 veranschaulicht.

Das Ausweichen auf eine Steueroase ist in vielerlei Hinsicht umstritten und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Von Steuerhinterziehung ist spätestens dann die Rede, wenn Unternehmen oder Privatpersonen sich zu diesem Zwecke lediglich eine Briefkastenadresse im Ausland beschaffen, um ihre Steuerpflicht im Inland zu umgehen. Vor allem werden dem Gemeinwesen durch die Nutzung von Steueroasen steuerliche Einnahmen in Millionenhöhe genommen. Staatliche Initiativen wie beispielsweise die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, identifizieren bereits seit 1998 Steueroasen, deren System einem fairen Steuerwettbewerb im Wege steht.

Sweat-for-Equity

Ohne Fleiß kein Preis – so könnte das Grundprinzip hinter dem Begriff Sweat-for-Equity bezeichnet werden.

Hinter der Bezeichnung Sweat-for-Equity, oder kurz Sweat Equity, verbirgt sich im Grunde das Startkapital, welches jedes Unternehmen benötigt. Sweat allerdings bedeutet ins Deutsche übersetzt „Schweiß“ bzw. „schwitzen“. Gemeint ist also, dass Unternehmer gehörig ins Schwitzen kommen, um sich das benötigte Eigenkapital zu beschaffen.

Konkret findet die Bezeichnung in der Startup-Branche Gebrauch. Während dieser Zeit fällt es den Gründern besonders schwer, an das benötigte Startkapital zu gelangen: Banken bewilligen ihnen keinen Kreditantrag und das eigene Vermögen genügt in der Regel auch nicht. Um den Bedarf an Eigenkapital dennoch decken zu können, setzt der Gründer selbst seine gesammelte Arbeitskraft und viel Zeit ein. Und das auch, wenn er dafür lange und vor allem unentgeltlich arbeitet. Diese Form der Selbstfinanzierung ohne jegliches Eigenkapital wird vor allem von kleinen Unternehmern und freischaffenden Künstlern betrieben, die mangelndes Kapital tatsächlich durch persönlichen Einsatz kompensieren können. Wird ein hohes Startkapital benötigt, beispielsweise um Anschaffungskosten für teure Maschinen zahlen zu können, ist es mit dem Sweat-for-Equity jedoch nicht mehr getan. Diese Methode kann allerdings immer ergänzend eingesetzt werden, um möglichst viele Kosten selbst decken zu können. Auch, wenn zusätzlich Finanzspritzen von außen erforderlich werden.

Nicht zu verwechseln ist die Bezeichnung Sweat Equity mit dem auf den ersten Blick fast identischen Begriff Sweet Equity. Hiermit ist ein ähnliches Prinzip, jedoch nicht dasselbe gemeint. Beim Sweet Equity werden Mitarbeiter und auch das Management für ihr Engagement und Leistungen im Unternehmen belohnt. Sweet Equity bietet ihnen nämlich die Möglichkeit, bei Erreichen vorab vereinbarter Ziele ein Recht auf den vergünstigten Erwerb von Unternehmensanteilen zu besitzen. Zudem können dem Management eines Unternehmens Bonuszahlungen in Aussicht gestellt werden, um ihm einen zusätzlichen Anreiz für besondere Leistungen zu verschaffen.

Trade Sale

Mit dem Begriff Trade Sale bezeichnet man den Verkauf von Unternehmensanteilen. Es handelt sich somit um eine Variante des Exits. Die jeweilige Beteiligung wird dabei meist an einen ein anderes Unternehmen verkauft. Es kommt meist aus derselben Branche, ist aber wesentlich größer.

Beim Trade Sale handelt es sich beim Käufer der Unternehmensanteile um einen strategischen Investor. Er erwirbt entweder Mehrheitsanteile oder kauft das Unternehmen vollständig auf. Der Zusatznutzen, den sich der Investor vom Trade Sale verspricht, kann unterschiedlicher Natur sein.

Zum einen kann der Käufer durch den Kauf eines Unternehmens seinen Markt in geographischer Hinsicht erweitern. Die Reichweite kann so bundesweit oder sogar um die internationale Ebene vergrößert werden. Aber auch der Zugang zu neuen Technologien kann durch den Trade Sale ermöglicht werden. Sie werden dann nicht umständlich selbst entwickelt, sondern kurzerhand durch den Ankauf des Portfolio-Unternehmens beschafft. Seltener dient der Trade Sale dem Investor dazu, Zugriff zu talentierten Teams oder Einzelpersonen zu haben. Darüber hinaus kann durch den Trade Sale ebenfalls eine vertikale oder horizontale Expansion ermöglicht werden.

Vor allem Gründer träumen oft davon, ihr Unternehmen nicht auf lange Sicht selbst zu führen, sondern früher oder später gewinnbringend per Trade Sale veräußern zu können. Das führt sogar so weit, dass einige Start-up-Gründer schon frühzeitig ihr Unternehmen dahin gehend strukturieren, es für den angestrebten Investor attraktiv zu gestalten. Problematisch kann das allerdings werden, wenn die neuen Eigentümer und das bisherige Management des Unternehmens sich uneinig sind. Daher ist der Trade Sale häufig mit einem vollständigen Ausstieg der Gründer des Portfolio-Unternehmens verbunden.

Tag-along

Die Bezeichnung Tag-along umfasst fix vereinbarte Rechte, die einem Investor unabhängig von seiner Anteilshöhe zugestanden werden können.

Der Begriff Tag-along stammt unverkennbar aus dem Englischen, genau genommen spricht man hier von den Tag-along rights. „To tag along“ bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „etwas mitmachen“. Gemeint ist ein Mitveräußerungsrecht, welches Investoren in einer Beteiligung ausüben können. Und zwar immer dann, wenn einer oder mehrere Gesellschafter ihren Exit planen. Das Gegenstück zum Tag-along ist das Drag-along Recht. Hierbei handelt es sich zwar auch um Rechte in Hinblick auf einen Exit, jedoch ist der Sachverhalt umgekehrt. Denn mit dem Drag-along Recht einher geht die Verpflichtung der Gesellschafter, auf Verlangen eines Investors ihre Anteile zu verkaufen. Beide Rechte können somit dabei behilflich sein, eine ‘Zwangsehe’ zwischen den Anteilseignern zu umgehen.

Zurück zum Tag-along. Verkaufen hierbei die Mehrheitseigner ihre Anteile, so hat der Inhaber des Tag-along Rechts die Möglichkeit, mitzuziehen und ebenfalls seine Anteile aufzugeben. In diesem Zuge kann er für seine zu verkaufenden Anteile dieselben Konditionen verlangen, wie die anderen aussteigenden Anteilseigner auch. Es spielt keine Rolle, um welche Größenverhältnisse es sich bei den jeweiligen Exits handelt, weshalb die Tag-along Rechte auch als Gleichstellungsmaßnahme für Kleininvestoren betrachtet werden. Diesen wird durch ihr Tag-along Right erst ermöglicht, gegenüber Großinvestoren nicht benachteiligt zu werden. Tag-along Rechte zu besitzen bedeutet dementsprechend aber nicht, auch von ihnen Gebrauch machen zu müssen.

Tag-along Rechte sind somit keine gesetzlichen Ansprüche, sondern werden individuell vereinbart und in die jeweiligen Verträge aufgenommen. Je nach Konstellation können sich unterschiedliche Szenarien ergeben. Kommt es zum Beispiel zu dem Fall, dass der Käufer nicht alle Anteile aufkaufen will, werden die Anteile von Verkäufer und Mitverkäufer entsprechend aufgeteilt.

Teambuilding

Als Teambuilding bezeichnet man die Zusammenstellung eines Teams, um erfolgreich die anfallenden Aufgaben eines Unternehmens bewältigen zu können.

Wie die Bezeichnung Teambuilding schon erahnen lässt, geht es hierbei darum, ein Team aufzustellen, womit die Mitarbeiter eines Unternehmens gemeint sind. Diese können wiederum Teams bestimmter Kompetenzbereiche bilden. Das Teambuilding ist jedoch noch lange nicht mit der reinen Zusammenstellung der einzelnen Mitarbeiter abgeschlossen. Denn schließlich steht und fällt der Erfolg eines Unternehmens auch mit der Qualität und dem Engagement seiner Mitarbeiter, weshalb ein gut funktionierendes Team sorgfältig ausgewählt und gepflegt werden will.

Beim Teambuilding stellen natürlich zunächst die Qualifikationen und die Erfahrung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Homogenität hingegen wirkt höchstens auf den ersten Blick harmonisch, verursacht allerdings häufig problematische Lücken. Stattdessen sollten möglichst viele Erfahrungen, Qualifikationen und Branchenkenntnisse abgedeckt werden. So können alle Teammitglieder voneinander profitieren und sich gegenseitig ergänzen. Aber auch soziale Aspekte sollten nicht unberücksichtigt bleiben, denn in einem disharmonischen Team ohne Vertrauensbasis arbeitet es sich nicht gut.

Erfolgt das Teambuilding in der frühen Phase einer Unternehmensgründung mithilfe eines Inkubators, wird das Team oft direkt durch den Inkubator selbst zusammengestellt. Er kann hierfür auf sein in aller Regel sehr gut ausgebautes Netzwerk zurückgreifen. Hiervon können vor allen unerfahrene Gründer profitieren, die noch über wenig Know-how und Personalressourcen verfügen.

Teambuilding muss allerdings nicht zwangsläufig in jungen Unternehmen und von Grund auf stattfinden. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Teamentwicklung verstanden werden, die auch in bereits bestehenden Teams erfolgen kann. Hierbei umfasst das Teambuilding das Recruiting weiterer Kompetenzträger oder Coachings zum effektiveren Zusammenarbeiten.

Technical-Due-Diligence

Bei der Technical-Due-Diligence handelt es sich um die Analyse und Bewertung der technischen Gegebenheiten und Aussichten eines Unternehmens.

Eine Due-Diligence ist immer eine eingehende Prüfung mit „gebotener Sorgfalt“, wie es wörtlich übersetzt hieße. Vor allem vor Unternehmensübernahmen sollen dadurch die relevanten Daten und Fakten analysiert und beurteilt werden. Dadurch können sowohl Chancen als auch Risiken einer geplanten Investition schon im Vorfeld möglichst transparent gemacht werden. Due-Diligence-Prüfungen können sich auf verschiedene Teilbereiche fokussieren, beispielsweise die finanzielle oder rechtliche Situation eines Unternehmens im Rahmen der Financial-Due-Diligence bzw. der Corporate-Legal-Due-Diligence. Die Technical-Due-Diligence hingegen beleuchtet die technischen Aspekte eines Investitionsobjekts genauer. Vor allem in der Immobilienbranche wird der Technical-Due-Diligence eine große Bedeutung zuteil.

Welche Punkte bei der Technical-Due-Diligence konrekt Beachtung bekommen, hängt maßgeblich vom jeweiligen Investitionsobjekt ab. Grundsätzlich fallen in diesen Bereich der Due-Diligences vor allem technische Anlagen und ihr aktueller Zustand. Daraus lässt sich auf kommende Kosten für die Instandhaltung oder Instandsetzung schließen. Auch bevorstehende Kosten für eine möglicherweise erforderliche Kompletterneuerung technischer Anlagen werden in der Technical-Due-Diligence erfasst. Zudem ist das Modernisierungspotential von Interesse, beispielsweise um Betriebskosten einsparen zu können oder um Subventionen für den Umweltschutz zu erhalten. Um die Qualität der Technical-Due-Diligence zu gewährleisten, können auch hier externe Fachleute zurate gezogen werden, unter anderem Elektrotechniker oder Anlagenprüfer.

Das Ergebnis der Technical-Due-Diligence ist somit die Erfassung und Analyse möglichst aller relevanten technologischen Aspekte eines Investmentobjekts. Der Investor kann zusammen mit weiteren Due-Diligence-Prüfungen, die im Due-Diligence-Report zusammengeführt werden, einen Einblick in die Stärken und Schwächen eines geplanten Investments gewinnen. Mögliche Risiken können erkannt und einkalkuliert werden – oder aber den Investor dazu bewegen, von der Investition abzusehen.

Term-Sheet

Als Term-Sheet bezeichnet man ein Dokument, in dem die beteiligten Verhandlungsparteien die Eckdaten ihres geplanten Geschäfts festhalten.

Der Begriff Term-Sheet stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum und kann ins Deutsche mit „Eckpunktepapier“ bezeichnet werden. Gemeint ist die schriftliche Fixierung gemeinsam verhandelter Kernpunkte zwischen den Partnern, die inmitten von geschäftlichen Verhandlungen stecken. Daher werden Term-Sheets von allen Beteiligten unterzeichnet und dadurch akzeptiert. Term-Sheets finden vor allem auf dem Finanzmarkt, bei Unternehmensübernahmen und Venture-Capital-Finanzierungen Gebrauch. Da ein Term-Sheet meist im Zuge von langwierigen und komplexen Verhandlungen zum Einsatz kommt, zirkuliert es und kann bei Bedarf aktualisiert werden. Der endgültige Vertrag hingegen muss vor der Unterzeichnung auch als solcher gekennzeichnet sein.

Da jedoch lediglich die Bezeichnung „Term-Sheet“ aus dem angloamerikanischen Rechtskreis ins Deutsche übernommen wurde, impliziert die Bezeichnung hierzulande keinen gesetzlich definierten Verbindlichkeitsgrad. Da das Term-Sheet bzw. Teile davon sowohl bereits bindend als auch nicht-bindend sein können, sollte die Verbindlichkeit ebenfalls fixiert werden. Von einer gänzlichen Unverbindlichkeit ist jedoch allein durch die in der Regel enthaltenen Verschwiegenheitserklärungen nicht auszugehen.

Das Term-Sheet stimmt somit in vielen Punkten mit Sinn und Zweck des Letters-of-intent (LoI) überein, ist ihm jedoch nicht komplett gleichzusetzen. Das Term-Sheet bewegt sich zwischen dem weichen Letter-of-Intent, einer unverbindlichen Absichtserklärung, und dem Vorvertrag, welcher bereits zum Abschluss des Hauptvertrags verpflichtet. Vor allem im englischsprachigen Raum wird zudem anhand der äußeren Form zwischen Term-Sheet und Letter-of-intent differenziert. Der Letter-of-intent ist, wie seine Bezeichnung bereits vermuten lässt, in Briefform formuliert. Der Term-Sheet hingegen ist zu weiten Teilen stichpunktartig gehalten.

Throwaway-Prototyping

Beim Throwaway-Prototyping können veranschaulichende Modelle eines Produkts schnell – wenn auch weniger sauber – entworfen werden.

Eine Produktidee ist erst dann gewinnbringend, wenn sie auch in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann. Von der Idee zur Markteinführung muss daher einiges bedacht werden, um diese Hürde zu meistern. Doch Papier ist bekanntlich geduldig, häufig benötigt es ein Anschauungsexemplar, um Fehler und Schwachstellen aufspüren zu können. Zudem kann dadurch teamintern visuell diskutiert werden. An dieser Stelle kommt das Prototyping ins Spiel. Es handelt sich dabei um nicht anderes, als die einfache, schnelle und günstige Herstellung eines Testobjekts.

Prototypen können in verschiedenen Abstraktionsstufen hergestellt werden, die teilweise schon an das verkaufsfertige Endprodukt herankommen. Beim Throwaway-Prototyping ist jedoch eher das Gegenteil der Fall. Es ist von vornherein klar, dass es sich nur um ein grobes Modell handelt, welches nach dem Gebrauch entsorgt werden kann. Daher stammt auch seine Bezeichnung, denn „to throw away“ bedeutet „wegwerfen“. So kann beispielsweise bei der Programmierung eines Nutzer-Interfaces zu Schere und Papier gegriffen werden, um die bisherigen Überlegungen einfach zu visualisieren.

Gerne wird beim Throwaway-Prototyping die „Quick and Dirty“-Methode angewandt. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, geht es hierbei schnell und mitunter nicht besonders sauber zu. Das Resultat ist kein besonders ansehnlicher Prototyp, veranschaulicht allerdings die gewünschten Kernfunktionen des Konzepts. Da diese Methode wie das gesamte Throwaway-Prototyping in einer Frühphase der Produktentwicklung betrieben wird, können hier alle greifbaren Materialien wie Papier, Knetmasse oder etwa Legosteine verwendet werden. Was zählt ist, dass ein veranschaulichender Effekt erzeugt wird. Da der Prototyp darüber hinaus nicht weiter verwendet werden soll, werden an ihn noch keine weiteren Ansprüche gestellt.

Für sich betrachtet ist das Throwaway-Prototyping somit ein Mehraufwand. Den gesamten Entwicklungsprozess betrachtend kann jedoch sogar Zeit eingespart werden, denn Fehlentwicklungen und das Konzeptionieren nicht umsetzbarer Ideen können schon im Vorfeld umgangen werden.

Time-to-Market (TTM)

Der Begriff Time-to-Market bezeichnet die Zeitspanne zwischen Geschäftsidee und Markteinführung.

Von der ersten Geschäftsidee bis hin zum marktfähigen Produkt ist es oft ein langer Weg. Hierfür verwendet man im Englischen die Bezeichnung Time-to-Market, kurz TTM oder T2M. Die Bezeichnung hat sich auch hierzulande etabliert, alternativ kann auch von der „Vorlaufzeit“ oder „Produkteinführungszeit“ die Rede sein.

In dieser Zeit entstehen zwar bereits Kosten, es wird jedoch gleichzeitig noch kein Umsatz generiert. Auch, ob die Konsumenten das geplante Produkt oder eine Dienstleistung wie gewünscht annehmen werden, ist während dieser Zeit noch nicht mit abschließender Gewissheit prognostizierbar. Daher ist auch das Kapital, welches Investoren während der Start-Phase eines Unternehmens investieren, besonders risikobehaftet. Es ergibt jedoch auch keinen Sinn, Produkte oder Dienstleistungen schon vorzeitig zu veröffentlichen, um die Time-to-Market Spanne abzukürzen, wenn der Konsument dann entweder nicht anspringt oder in Folge nur schlechte Erfahrungen mit seiner Kaufentscheidung für ein unausgereiftes Produkt verbindet.

Eine vergleichsweise kurze Time-to-Market Zeitspanne ergibt sich bei Produkten mit kurzen Produktlebenszyklen. Der jeweilige Produzent kann dadurch seinen Wettbewerbsvorteil nutzen, da er als Erster am Markt vertreten ist und damit vor allem die Early Adopter anzieht und hohe Verkaufspreise erzielen kann. Um diesen Effekt ausnutzen zu können, sind spezialisierte Entwicklungsabteilungen dafür zuständig, die Time-to-Market Zeitspanne möglichst kurz zu halten. Ein gut durchdachter Projektplan, reibungslos ablaufende Prozesse und klare Zuständigkeiten der Mitarbeiter sind hierfür Grundvoraussetzung. Ist der Time-to-Market Zeitraum dennoch unverhältnismäßig lang, sind womöglich die Konkurrenten schneller. Durch zunehmende Marktsättigung kann das eigene Produkt dann nur noch zu einem geringeren Preis angeboten werden.

Total-Quality-Management (TQM)

Das Total-Quality-Management ist eine Form der Unternehmensführung, die auf langfristige und umfassende Qualitätssicherung abzielt.

Das Total-Quality-Management, kurz TQM, geht zurück auf den US-Amerikaner William Edwars Deming. Da er sich jedoch in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs mit der Qualitätssicherung zu befassen begann, fand sein Konzept in den USA zunächst kaum Anklang. Hier galt es seiner Zeit eher, mit wenig Kapazitäten ein hohes Produktionsvolumen zu erreichen. In Japan hingegen wurden Demings Grundideen umso mehr zu der Unternehmensphilosophie schlechthin. Seit 1950 bis in die heutige Zeit hinein wird dort regelmäßig der Deming-Preis als Auszeichnung für besondere Leistungen im Bereich des Qualitätsmanagements verliehen.

In Europa setzte sich die Philosophie des Total-Quality-Managements ebenfalls durch, wenn auch reichlich später. So wurde beispielsweise im Jahre 1988 die „European Foundation for Quality Management“ gegründet. 14 Gründungsmitglieder waren daran beteiligt, unter anderem Bosch, Nestlé, Philips und Volkswagen. Doch auch kleinere Unternehmen haben sich das TQM-Prinzip inzwischen auf die Fahnen geschrieben, da es sowohl branchen- als auch größenunabhängig ist.

Die Philosophie des Total-Quality-Managements lässt sich anhand mehrerer Prinzipien umreißen. Zunächst wird Qualität nicht als anzustrebendes Endresultat betrachtet, sondern als fortwährender Prozess, der nicht endet. Die Qualität erstreckt sich über zahlreiche Dimensionen und wird nicht nur anhand eines Kriteriums, beispielsweise einem langlebigen Produkt, festgemacht. Die Qualität orientiert sich zudem stets am Kunden und wird unter anderem durch die Mitarbeiter aller Unternehmensbereiche gesichert. Neben der eigentlichen Qualität von Produkten und Dienstleistungen bezieht sich das Total-Quality-Management zudem auch auf die laufenden Unternehmensprozesse. Hierbei gilt letztlich: Qualität verlangt Handlung und Arbeit, da sie sich nicht von selbst einstellt. In der Praxis ist die Umsetzung jedoch alles andere als einfach, da häufig das Streben nach einem möglichst hohen Gewinn mit gleichzeitigem Qualitätsverlust einhergeht.

Track Record

Der Track Record gibt Aufschluss darüber, wie erfolgreich eine oder mehrere Investitionen in der Vergangenheit verlaufen sind.

Der Track Record steht im Englischen für eine „Erfolgs- bzw. Erfahrugsgeschichte“. Im Kapitalbereich bezeichnet ein Track Record eine individuell ausfallende Liste, welche die getätigten Investitionen erfasst. Es geht daraus allerdings nicht nur die Art der Investitionsobjekte hervor, sondern auch, wie erfolgreich die Investitionen verlaufen sind. Die Ermittlung des Track Records gilt hierbei nicht nur als Merkmal für den eigenen Überblick, sondern vor allem auch als wichtige Referenz. Je länger besagte Referenzliste des Track Records auffällt, mit desto mehr Erfahrungen kann der Investor brillieren. Ist der Track Record dann auch noch überwiegend von Erfolgen gekennzeichnet, spricht das weiter für seine Entscheidungen als Investor.

Von Track Record Listen spricht man allerdings nicht nur aus Investorensicht, auch Gründer können darüber verfügen. In diesem Falle gibt der Track Record an, welche Unternehmensgründungen ein Unternehmer bereits getätigt hat. Natürlich geht daraus auch hervor, wie erfolgreich diese verliefen. Einige sehr erfolgreiche Gründungen verhelfen dem Unternehmer natürlich zu einem positiveren Image, als habe er etliche Firmen gegründet, welche aber allesamt nicht am Markt überstehen konnten.

Als Aushängeschild gibt der Track Record somit in allen erdenklichen Konstellationen darüber Auskunft, wie erfolgreich jemand bisher in seiner Tätigkeit war. Das Vertrauen potentieller Geschäftspartner ist dadurch natürlich weitaus höher, als wisse man noch nichts über seinen Verhandlungspartner. Gründer schätzen beispielsweise einen Wagniskapitalgeber mit vorzeigbarem Track Record sehr, während Investoren ihr Kapital bevorzugt in Startups investieren, deren Gründer bereits ihren Unternehmergeist unter Beweis gestellt haben. Nichtsdestotrotz ist auch der Track Record natürlich nur eines von vielen Indizien, die für oder gegen eine Geschäftsanbahnung sprechen können.

 

Up-Selling

Das Up-Selling beschreibt die Bestrebung eines Unternehmens bzw. dessen Vertriebs- und Marketingabteilung, Bestandskunden oder auch Interessierten ein höherwertigeres und vor allem teureres Produkt oder Service zu verkaufen, als jenes, wonach sie eigentlich fragen und suchen bzw. welches sie bereits besitzen.

Beispielsweise möchte der Kunde eines Telefonanbieters seinen bestehenden Vertrag verlängern. Der Vertrieb des Anbieters wird im Zuge des Up-Selling nun versuchen, dem Kunden einen anderen Vertrag zu verkaufen, der mehr Optionen bietet, aber andererseits auch höhere Gebühren beinhaltet.  Die Chance, dass sich der Kunde für den teureren Vertrag entscheidet, kann dabei ebenso groß sein wie das Risiko, dass der Kunde  am Ende  den bestehenden Vertrag kündigt und keinen neuen abschließt.

Anders als das Cross-Selling, bei dem praktisch gut miteinander kompatible Produkte oder Dienstleistungen von einem Unternehmen verkauft werden (Kunde bucht eine Reise und bekommt dazu eine passende Gepäckversicherung angeboten), zielt das Up-Selling also gezielt darauf ab, Kunden in ein höheres Segment zu “locken” bzw. höherwertigere als die eigentlich beabsichtigten Produktversionen zu verkaufen, was nicht unbedingt nur für das Unternehmen von Vorteil sein muss. So bieten diese höherwertigeren Produktversionen oder auch teurere Tarife immer auch ein Plus an Service.

UG (haftungsbeschränkt)

Die UG (haftungsbeschränkt) existiert seit 2008 und stellt eine existenzgründungsfreundliche Variante der klassischen GmbH dar.

Zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) muss ein Stammkapital von mindestens 25.000 € vorhanden sein. Vor allem Startups und kleine Unternehmen verfügen jedoch häufig weder über diese Summe, noch finden sich geeignete Investoren und Kreditgeber. Um diesen Gründern den Sprung in die Selbstständigkeit zu erleichtern, wurde die UG (haftungsbeschränkt) eingeführt. Sie unterscheidet sich vor allem dadurch von der GmbH, dass das Stammkapital hier nur eine eher symbolische Summe von mindestens einem Euro, jedoch maximal 24.999 €, betragen muss. Eine Sacheinlage ist in diesem Falle jedoch nicht möglich. Aus diesem Grunde wird teilweise auch von der 1-Euro-GmbH oder Mini-GmbH gesprochen. Beide Bezeichnungen sind allerdings lediglich umgangssprachliche Begriffe.

Die UG (haftungsbeschränkt) entstand Ende des Jahres 2008 im Zuge des MoMiG, dem „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“. Sie stellt somit keine eigene Rechtsform dar, sondern ist vielmehr eine Variante der klassischen GmbH. Die Grundlagen der UG (haftungsbeschränkt) finden sich daher auch in §5a des GmbH-Gesetzes wieder.

Genau genommen wird die UG (haftungsbeschränkt) als haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft bezeichnet, lediglich in Kurzform wird sie mit UG (haftungsbeschränkt) angegeben. Diese korrekte Bezeichnung ist im Geschäftsverkehr zwingend erforderlich. Die umgangssprachliche Bezeichnung als „Mini-GmbH“ oder das Weglassen des Zusatzes „haftungsbeschränkt“ ist nicht zulässig. Sollte das Stammkapital soweit erhöht werden, dass es die 25.000 € Grenze erreicht, ist es möglich, die UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH umzuwandeln. Die Firma kann dadurch weiterhin bestehen, die Bestimmungen des §5a GmbHG finden jedoch keine Anwendung mehr.

Unternehmertum

Als Unternehmertum bezeichnet man unternehmerisches Denken und folglich auch unternehmerisches Handeln.

Das Unternehmertum ist ein weit gefächerter Begriff, dessen Gesamtheit weder klar definiert ist, noch in der Kürze eindeutig zusammengefasst werden kann. Grundsätzlich lässt sich Unternehmertum jedoch als Zusammenspiel aus unternehmerischem Denken und unternehmerischem Handeln verstehen. Unternehmerisches Handeln wiederum basiert auf vier Faktoren, deren Gewichtung ebenfalls nicht klar definiert ist: Chancen entdecken, Innovationen umsetzen, Ressourcen erschließen und nutzen sowie Risiken abschätzen und bereit sein zu tragen. Der Unternehmer ist dadurch vor allem vom Manager abzugrenzen, welcher eher als ‘Lenker’ des Unternehmens betrachtet wird.

Auf persönlicher Ebene ist das Unternehmertum immer auch mit dem Unternehmergeist verknüpft. Er ist unerlässlich, um unternehmerisches Handeln auch in der Praxis walten lassen zu können. Mangelnder Unternehmergeist und Unternehmensgründung aus reiner finanzieller Not heraus zählen daher auch zu den häufigsten Ursachen, wegen derer Gründer zu Beginn ihrer Selbstständigkeit ins Straucheln geraten oder gänzlich scheitern. Trotz des Bestrebens des Unternehmers, etwas Altes stets durch Besseres zu ersetzen, wird er jedoch nicht zwangsläufig auch als Innovator gesehen. Der Unternehmer ist zwar nicht zuletzt durch seine Risikobereitschaft an der Erneuerung von Strukturen und Prozessen beteiligt, erfindet diese aber nicht von Grund auf neu.

Unternehmertum muss dabei zudem nicht zwangsläufig das Gewinnstreben als oberste Priorität vertreten. Das sogenannte soziale Unternehmertum hat es sich zur Aufgabe gemacht, soziale Missstände zu bessern und Lösungen zum Wohle der Gesellschaft zu finden. Hierbei handelt es sich häufig, aber nicht immer um Non-Profit-Unternehmen. Auch im ‘normalen’ Unternehmertum gewinnt die soziale Komponente an Gewicht.

Usability

Als Usability bezeichnet man die Gebrauchstauglichkeit, die der Anwender bei der Benutzung von Produkten oder Software erlebt.

Der Begriff Usability setzt sich aus „to use“ für benutzen und „ability“ für die Fähigkeit zusammen. In Kombination beschreibt die Usability also eine Fähigkeit, etwas nutzen zu können. Prägnanter trifft er der Begriff „Gebrauchstauglichkeit“. Teilweise wird auch von der Benutzerfreundlichkeit gesprochen, welche im englischen Sprachgebrauch auch als „user friendlyness“ weiter differenziert betrachtet wird. Im Deutschen werden die Begriffe Gebrauchstauglichkeit und Benutzerfreundlichkeit häufig als Synonyme genutzt, wenngleich dies nicht ganz korrekt ist. Im Groben und Ganzen bezeichnet die Usability, wie geeignet ein technisches Produkt ist, um von der jeweiligen Zielgruppe im definierten Nutzungskontext verwendet zu werden. Inwiefern dies erreicht wird, kann mittels eines Usability-Tests ermittelt werden.

Mit steigender Bedeutung des Internets hat vor allem der Anspruch an die Usability von Websites zugenommen. Fehlende Informationen – oder im Gegenzug eine Überreizung des kognitiven Systems durch Überladung der Seite – unübersichtliche Strukturen, Mailto-Links an unerwarteten Positionen oder horizontales Scrollen sind nur einige der Mängel, die Anwender tendenziell wenig erfreuen. Websites mit einer schlechten Usability werden dementsprechend schnell wieder verlassen und führen daher auch nicht zum Zustandekommen eines Geschäfts. Aber auch alle weiteren Softwareprodukte orientieren sich qualitativ stark an der Usability, die auch der Nutzer einfordert. Man spricht hierbei auch von der Software-Ergonomie. Demnach muss Software möglichst selbsterklärend und ihre Funktionalitäten dadurch schnell und effektiv verwendbar sein.

Dessen ungeachtet ist die Usability nicht nur im WWW von Interesse. Grundsätzlich kann sie sich auf nahezu alle Objekte beziehen, die von Menschen geschaffen wurden. Dabei kann es sich auch um materielle Produkte aller Art handeln, allen voran die Technik.

Venture-Capital (VC)

Venture-Capital ist eine Investmentform, die der Finanzierung risikobehafteter unternehmerischer Vorhaben dient.

Der Begriff Venture-Capital setzt sich aus den englischen Worten „Venture“ für Wagnis und „Capital“ für Kapital zusammen. Gemeint ist somit eine Investition, die ein erhöhtes Gefahrenpotential in sich birgt. Es besteht das Risiko, dass die Investition nicht die gewünschte Rendite abwirft oder das investierte Kapital womöglich komplett verloren geht. Im Deutschen werden hierfür auch die Begriffe Risikokapital und Wagniskapital als Synonyme verwendet.

Venture-Capital wird vor allem in junge Startups zu Beginn ihrer unternehmerischen Betätigung oder sogar noch vor der eigentlichen Gründung eines Unternehmens investiert. Die voraussichtliche Ertragslage des Unternehmens in der kommenden Zeit ist noch sehr ungewiss. Im Worst Case kann es sogar dazu kommen, dass das Venture-Capital Investment verloren geht, wenn ein Startup sich nicht am Markt behaupten kann. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Startups in Branchen gegründet werden, deren Lebenszyklus im Vorfeld noch unklar ist und keine aussagekräftigen Erfahrungswerte existieren. Zur bestmöglichen Minimierung des Risikos ist eine bedachte Auswahl entwicklungsfähiger Startups unerlässlich. Auch die Einräumung bestimmter Kontroll- und Mitspracherechte ist üblich.

Trotz oder gerade wegen dieses Risikos spielt das Venture-Capital eine große Rolle bei der Finanzierung eines Startups. Aus Sicht des Gründers verhilft es ihm vor allem zur Unabhängigkeit von Kreditinstituten. Insbesondere während der Seed– und Start-Phase bleibt Gründern die Möglichkeit, klassische Bankkredite zur Finanzierung aufzunehmen, häufig verwehrt. Ein ausreichendes privates Vermögen zur Startfinanzierung ist meist ebenfalls nicht vorhanden.

Venture-Capital ist somit eine außerbörsliche Unternehmensbeteiligung und Private Equity Variante. Die zugehörigen Investoren werden als Venture-Capitalists oder Wagniskapitalgeber bezeichnet. Im Falle eines Gelingens werden Investoren für ihre Risikobereitschaft mit einer überdurchschnittlich hohen Rendite belohnt. Ziel ist ein somit hoher Anteil an möglichst hohen Gewinnen des Unternehmens bzw. der gewinnbringende Exit durch Weiterverkauf der Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt.

Venture-Capitalist (VC)

Ein Venture-Capitalist, VC oder Wagniskapitalgeber ist ein risikofreudiger Investor, der zur Finanzierung eines jungen Unternehmens beiträgt.

Die Bezeichnung Venture-Capitalist leitet sich von dem englischen Begriff Venture-Capital für Risiko- bzw. Wagniskapital ab. Entsprechend wird im Deutschen vom Wagniskapitalgeber gesprochen. Gemeint ist damit ein Investor, der sich eine hohe Rendite erhofft und dafür bereit ist, auch ein hohes Risiko, Verluste zu erleiden, in Kauf nimmt. VCs können grundsätzlich in alles investieren, werden aber besonders häufig im Bereich der Startup-Szene angetroffen. Gründern eines Startups fehlt in der Regel sowohl eigenes privates Vermögen zur Finanzierung als auch die Möglichkeit, einen ausreichend hohen Bankkredit bewilligt zu bekommen. An dieser Stelle kommt das Venture Capital als außerbörsliche Beteiligungsform ins Spiel. Es zählt somit zu den Private-Equity-Investments.

Das Risiko für den VC besteht darin, dass er im Falle des Scheiterns eines Startups in der Regel keinen Anspruch auf Rückzahlung seiner Investition hat. Für den Unternehmensgründer ist dies natürlich zugleich einer der größten Vorteile. Daher kann das entsprechende Venture-Capital mehr als Entwicklungshilfe, denn als rückzuzahlender Kredit verstanden werden.

Nun stellt sich die Frage, aus welchem Grund ein Venture-Capitalist derartige Risiken eingeht, statt sich an weitaus sichereren Projekten und Unternehmen zu beteiligen. Der Hauptgrund dürfte natürlich in den meisten Fällen die Aussicht auf eine hohe Rendite sein. Denn wenn das Wagnis gelingt, fällt die Rendite verhältnismäßig hoch aus. Venture-Capitalists streben daher keine dauerhafte Beteiligung an, sondern planen den späteren Exit, um ihre Beteiligung dann gewinnbringend weiterverkaufen zu können. Zusätzlich zum reinen Gewinnstreben können natürlich auch Überzeugung sowie persönliches Interesse an einer innovativen Geschäftsidee hinzukommen. Zur Minimierung des Risikos verteilen VCs ihre Investitionen auf mehrere Objekte, statt alles auf eine Karte zu setzen.

Vertrieb

Der Vertrieb umfasst alle Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, angebotene Produkte an den Konsumenten zu bringen.

Der Vertrieb zählt zu den 4P-Elementen des Marketing-Mixes, genau genommen zum „Place“ für die Distributionspolitik. Inzwischen wird die Bezeichnung jedoch zunehmend durch den Begriff Vertriebspolitik abgelöst. Gemeint ist damit jede Maßnahme, die dazu dient, einem Endverbraucher das entsprechende Angebot zugänglich zu machen. Ob es sich dabei um ein Produkt oder um eine Dienstleistung handelt, ist unerheblich.

Welche Vertriebsstrategie ein Unternehmen wählt, kann sehr stark variieren. Entscheidend sind unter anderem die Art des Angebots, die Zielgruppe, die Wettbewerbssituation und das zur Verfügung stehende Budget. Entsprechende Zielgruppen- und Marktanalysen bilden die Grundlage für das jeweilige Vertriebskonzept. In diesem Zuge stellt sich beispielsweise die Frage, ob Produkte über eine Vertriebsstätte, dem sog. Point of Sale, zur Selbstabholung angeboten werden, oder ob sie dem Kunden geliefert werden, wie es im Onlinehandel üblich ist. Häufig wird ein Mix verschiedener Vertriebsformen gewählt.

Eine Sonderform stellt der sogenannte Direktvertrieb dar. Hier kommen keinerlei Zwischenhändler zum Einsatz, stattdessen werden Waren oder Dienstleistungen direkt vom Produzenten bzw. Anbieter an den Endverbraucher weitergegeben. Dadurch können sowohl Kosten eingespart werden als auch der direkte Kundenkontakt gepflegt werden. Dies ist vor allem bei Angeboten von Vorteil, die nicht selbsterklärend sind. Der Direktvertrieb findet in nahezu allen Branchen statt. Er wird jedoch selten ausschließlich betrieben, sondern dient vielmehr als ergänzender Vertriebskanal neben dem Angebot im Einzelhandel über unternehmensfremde Händler. Vor allem der Telefonverkauf und das e-Commerce zählen zum Direktvertrieb, Onlineshops bieten hierfür entsprechende Möglichkeiten. Auch Wochenmärkte, Haustürgeschäfte und Fabrikverkäufe werden als Direktvertrieb bezeichnet.

Virales-Marketing

Virales-Marketing bezeichnet Werbekampagnen, die sich rasend schnell über Social Media Kanäle verbreiten.

Virales-Marketing wird gelegentlich auch als Viralmarketing bezeichnet. Gemeint ist eine Form des Werbens, für die vor allem die schnellen Social Media Kanäle prädestiniert sind. Denn Viral-Marketing ist gekennzeichnet durch die besonders schnelle Weiterverbreitung von Werbebotschaften. „Viral“ stammt nämlich aus dem Englischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Virus“, womit auf die schnelle Verbreitung ähnlich eines biologischen Virus angespielt wird. Neben den am häufigsten genutzten Social Media Plattformen kommen auch E-Mails oder Mundpropaganda für das virale Marketing infrage. Viral-Marketing zählt generell zu den Marketinginstrumenten mit einer vorteilhaften Kosten-Nutzen-Relation.

Beim Viral-Marketing unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Formen, welche sich vor allem durch die Aktivität der weitergebenden Personen einer Werbebotschaft unterscheiden. Beim passiven Viral-Marketing geschieht dies häufig sogar, ohne dass der Verbreitende seine Rolle bewusst wahrnimmt, denn allein durch das Benutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung macht er andere darauf aufmerksam. Ein allgegenwärtiges Beispiel hierfür ist das passive Viral-Marketing von Freemail-Anbietern. Über diese Provider versendete E-Mails enthalten standardmäßig einen Werbehinweis auf besagtes Freemail-Angebot. Dieser Hinweis wird dem Empfänger der Mail am Ende des Textes automatisch angezeigt wird, ohne dass der Versender etwas dazu beitragen müsste.

Beim aktiven Viral-Marketing hingegen muss der Verbreiter bewusst tätig werden. Er kann beispielsweise dazu aufgefordert werden, Freunden und Verwandten vom zu bewerbenden Produkt zu erzählen. Hierfür muss der Werbende besondere Anreize schaffen, um den Verbreiter animieren zu können. Dafür kommen vor allem die emotionale Ansprache und die gezielte Hervorhebung seines Nutzens in Betracht. Das Weitertragen einer Werbebotschaft kann beispielsweise durch attraktive Sonderkonditionen für Freundschaftswerbungen vorangetrieben werden.

Virtuelle Währung

Virtuelle Währungen existieren nicht auf dem realen Geldmarkt, können aber beim entsprechenden Anbieter zur Bezahlung verwendet werden.

Das Prinzip der virtuellen Währung ist recht simpel. Die jeweilige virtuelle Währung kann entweder durch bestimmte Funktionen „verdient“ werden, oder wird aus einer anderen Währung, beispielsweise dem Euro, umgetauscht. Hierfür werden üblicherweise Bezahlarten wie PayPal, Bankeinzug oder die Kreditkartenzahlung angeboten. Sobald die Transaktion abgeschlossen wurde, steht dem Inhaber sein virtuelles Zahlungsmittel zur Verfügung. Der Oberbegriff für alle verfügbaren virtuellen Währungen ist somit die Bezeichnung virtuelles Geld.

Neben kleineren Portalen setzen auch große Unternehmen inzwischen auf virtuelle Währungen. So arbeitet das Social Network Facebook mit Credits, die zum Kauf von Premiumgütern verwendet werden können. Dazu zählen beispielsweise Apps oder Zubehör für die verfügbaren Browsergames. Auch Amazon hat im Jahre 2013 seine sogenannten Coins erstmalig in den USA eingeführt. 100 Coins entsprechen derzeit etwa einem US-Dollar. Hiermit kann der Besitzer der Coins im Appstore einkaufen und direkt mit dem virtuellen Zahlungsmittel bezahlen. Es ist jedoch nicht möglich, mit einer virtuellen Währung in einem beliebigen Geschäft oder Onlineshop Waren einzukaufen und zu zahlen. Der Währungsraum beschränkt sich stattdessen auf den Herausgeber der virtuellen Währung.

Für den Herausgeber der virtuellen Währung ergibt sich dadurch vor allem eine Zahlungssicherheit. Der Kunde kann erst einkaufen, wenn er bereits in die jeweils geltende virtuelle Währung investiert hat. Verbraucht er diese nicht auf, verfällt sie möglicherweise, der Gegenwert muss von Herausgeber allerdings nicht zurückgezahlt werden. Auch Zinsen werden für das Ansparen einer virtuellen Währung in aller Regel nicht gutgeschrieben. Für den Konsumenten liegt der Wert seines virtuellen Geldes vornehmlich in seiner bequemen Tauschfunktion.

Value Proposition

Versprechen soll man halten bzw. sollen Versprechen halten und besser noch binden – idealerweise Kunden an ein Produkt, eine Dienstleistung und/oder an ein Unternehmen. In diesem Sinne ist die Value Proposition, das Nutzen- oder Wertversprechen – wichtiger Bestandteil jeder Unternehmung und auch jedes Geschäftsmodells.

Denn die Value Proposition fasst im Groben und dennoch detailliert zusammen, was Kunden, Geschäftspartner und Investoren von einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung wie auch von einem Geschäftsmodell an Vorteilen und Mehrwert erwarten können. Zudem geht es bei der Value Proposition auch darum zu zeigen, inwieweit sich genau dieses Produkt oder Dienstleistung von anderen, bestehenden abhebt bzw. sich über diese hebt, was den Nutzen und Mehrwert für die jeweiligen Anspruchsgruppen oder auch Multiplikatoren angeht.

Die Value Proposition sollte deshalb immer ein zentrales Thema sein – sei es während der Entwicklung einer Geschäftsidee oder auch Geschäftsmodells, wie auch beim Erstellen eines Businessplans. Die Steigerung zur Value Proposition ist die Unique Value Proposition. Sollte es nämlich der Fall sein (und das ist in einem gesättigten Markt die Regel), dass es schier unmöglich ist, das eigene Produkt oder die Dienstleistung mit einem Werteversprechen aus dem Gros der anderen Value Proposition herauszuheben, müssen sozusagen andere Geschütze aufgefahren werden: Die Unique Value Proposition, die quasi als Differenzierungstool und Verstärker für die Value Proposition eingesetzt wird.

Werbemittel

Werbemittel sind die für den Transport von Werbebotschaften genutzten Kanäle und Vehikel. Dazu gehören neben klassischen Formen wie eben Plakaten und Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen vermehrt auch Online-Werbemittel, also beispielsweise  Banner oder Videos.

Der Umfang und die Art der eingesetzten Werbemittel ist immer auch abhängig davon, welches Medium genutzt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Hinzu kommt das zur Verfügung stehende Budget. Dessen Höhe entscheidet maßgeblich darüber, welche Werbemittel seitens der Unternehmen bzw. beauftragten Agenturen eingesetzt werden sollen, um entsprechende Zielgruppen zu erreichen.

Im Rahmen der Mediaplanung einer durchzuführenden Kampagne werden auch die jeweiligen Werbemittel ausgewählt und bestimmt: Radio- und Fernsehspots, Anzeigen in Print-Magazinen, Online-Werbemittel wie eben Banner oder auch Plakate im Bereich Out-of-Home-Media. Bei allen Werbemitteln jedoch lässt sich der Trend hin zu einer crossmedialen und Multichannel-Nutzung erkennen.

So bilden beispielsweise QR-Codes auf einem Print-Werbemittel oder Plakat die Brücke zum Online-Bereich. Diese Vernetzung unterschiedlicher Medien zu einem ganzheitlichen Media-Mix soll es auch erleichtern feststellen zu können, welche Werbemittel welche Wirkung bei welchem Etat erzeugen (Tracking).

Werbeträger

Werbeträger sind Werbemittel, die bei Werbekampagnen eingesetzt werden. Zu den beliebtesten Werbeträgern zählen Print- und Onlinemedien und natürlich auch  die traditionellen elektronischen Medien, also  Fernsehen und Hörfunk. Hinzu kommen andere Werbeträger wie beispielsweise Testimonials (also Prominente und/oder für die Identifikation mit der Zielgruppe geeignete Personen) und nicht zuletzt auch die Außenwerbung in Form von Plakaten, City Lights, etc.

Innerhalb der Werbeträger wird zwischen  “Nur-Werbeträgern”  und “Auch-Werbeträgern” unterschieden. Während beispielsweise Flyer, Litfaßsäulen und Schaufenster nur einen Zweck als Werbeträger ausfüllen, transportieren (Online)-Zeitungen und Magazine oder auch Fernsehen und Radio auch andere, nicht werbliche Inhalte.

Bei der Auswahl der Werbeträger für eine Kampagne und im Rahmen der Mediaplanung kann sowohl eine  Intermediaselektion wie auch eine Intramediaselektion stattfinden. Im ersten Fall wählt man zwischen verschiedenen Medien (Plakat, TV oder Online), während im zweiten Fall zwischen beispielsweise zwei unterschiedlichen Sendern, Radiostationen oder Online-Magazinen ausgewählt wird.

Für welche Werbeträger sich die Verantwortlichen letztlich entscheiden, ist auch stark abhängig davon, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, darüber die Zielgruppe tatsächlich zu erreichen bzw. zu einer Conversion zu bewegen. Anders gesagt, werden Werbeträger hinsichtlich ihrer Reichweite und des dafür notwendigen Budgets im definierten Zeitraum der Werbekampagne definiert und gewählt oder eben nicht gewählt.

White-Label

Produkte oder Dienstleistungen mit einem White-Label werden nicht ausschließlich unter dem Namen des Produzenten vertrieben.

Ein White-Label ist zu Deutsch ein weißes Etikett, seltener wird hierzulande auch vom Weißprodukt gesprochen. Im übertragenen Sinne ist damit gemeint, dass Produkte und Dienstleistungen nicht unter einem bestimmten Markennamen produziert und vertrieben werden. Konkret kann es sich dabei zum einen um Produkte bzw. Dienstleistungen handeln, die als NoName-Produkte angeboten werden. Zum anderen fasst der Begriff White-Label auch Produkte eines Herstellers zusammen, die unter verschiedenen, teils durchaus beliebten Markennamen im Handel vertrieben werden.

White-Label kommen vor allem im produzierenden Gewerbe zum Einsatz, seien es Elektronik, Kleidung oder Nahrungsmittel. White-Labeling wird vor allem von Herstellern betrieben, die entweder selbst keine eigene Marke aufbauen wollen, oder sich nicht von nur einem Vertriebsweg abhängig machen wollen. Durch das White-Label können sie ihre Produkte an verschiedene Abnehmer verkaufen, welche es dann mit ihrem eigenen Label versehen. Das White-Labeling kann jedoch auch zusätzlich zum Vertrieb unter eigenem Namen betrieben werden. In nahezu allen Fällen ist für den Konsumenten nicht ersichtlich, welcher Produzent letztlich hinter der gekauften Ware steckt und ob er womöglich zwei Markenprodukte gekauft hat, welche jedoch vom selben Hersteller stammen. Dementsprechend kann er prinzipiell auch günstige NoName-Produkte oder Hausmarken erwerben, die den Qualitätsstandards eines namhaften Herstellers entsprechen.

Inzwischen hat sich die Bezeichnung White-Label auch für ein Phänomen im Onlinebereich eingebürgert. Websitebetreiber, die über ihr Onlineangebot die Services eines Partnerdienstleisters oder -verkäufers anbieten, können dessen Leistungen so einbinden, dass sie sich in sein Webdesign einfügen. Der Besucher nimmt sie so nicht als fremd platziertes Element wahr, sondern zählt sie zum Angebot des Websitebetreibers selbst hinzu. Der eigentliche Anbieter erreicht so einen großen Streuradius an potentiellen Kunden. Derjenige, der den Service über seine Website vertreibt, kann seinen Besuchern einen Mehrwert anbieten und erhält in der Regel auch eine Provision.

Win-Win-Situation

In einer Win-Win-Situation können alle beteiligten Parteien eines Geschäfts einen Vorteil für sich erzielen.

Der englische Begriff „win“ bedeutet im Deutschen zwar Gewinn, von einer Gewinn-Gewinn-Situation ist hier allerdings nie die Rede. Stattdessen hat sich die Bezeichnung als Win-Win-Situation auch hierzulande etabliert, alternativ wird auch von der Doppelsieg-Strategie gesprochen. Gemeint sein kann damit sowohl ein erfolgreich abgeschlossenes Geschäft als auch ein reiner Informationsaustausch. Alle denkbaren Konstellationen einer Win-Win-Situation haben jedoch für die beteiligten Personen bzw. Unternehmen gemeinsam, dass sie daraus einen Nutzen gewinnen. Das Pendant zur Win-Win-Situation ist das Verlierer-Verlierer-Modell, denn hier scheitern beide Kontrahenten. Beim Verlierer-Gewinner-Modell hingegen setzt sich letztlich der Stärkere durch, ohne dass sich die gewünschte Win-Win-Situation einstellt.

Um das Erreichen der Win-Win-Situation nicht dem Zufall zu überlassen, kommt die Win-Win-Strategie zum Einsatz. Ihre Grundlage ist die Kenntnis und Auseinandersetzung mit den Interessen aller Beteiligten. Diese Interessen sollten jedoch nicht mit Meinungen und Forderungen gleichgesetzt werden, die lediglich aus den ursprünglichen Interessen resultieren. Es gilt nicht, sich gegenseitig zu übertrumpfen oder aus dem Rennen zu schlagen, sondern eine gemeinsame Lösung zu finden. Nutzwertanalysen oder die Betrachtung weiterer harter Fakten sind nicht ausgeschlossen, sollten aber die Empathie für die Sichtweise des Verhandlungspartners nicht einschränken.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Win-Win-Situation erzielen zu können, sinkt mit dem Machtgefälle zwischen den Beteiligten. Ist die Macht ungleichmäßig verteilt, wird der Stärkere verhältnismäßig wenig Interesse daran haben, Kompromisse einzugehen und die Zufriedenheit des Schwächeren anzustreben. Der Schwächere hingegen sieht sich demgegenüber oft eingeschüchtert und gibt sich mit wenig zufrieden, um die Kooperation nicht gänzlich in Gefahr zu bringen.

Word-of-Mouth-Marketing

Beim Word-of-Mouth-Marketing beeinflussen Unternehmen die betriebene Mundpropaganda zu eigenen Werbezwecken.

Unverkennbar stammt die Bezeichnung Word-of-Mouth-Marketing aus dem Englischen. Im Deutschen ist es auch als Mundpropaganda-Marketing bekannt, denn Word-of-Mouth bezeichnet nichts weiter als das, was wir hierzulande als Mundpropaganda kennen. Word-of-Mouth-Marketing wird allerdings nicht nur im Mündlichen betrieben, sondern zunehmend auch schriftlich im Onlinebereich, vor allem über Social Media Kanäle..

Die Vorteile der Mundpropaganda zu Werbezwecken können vielseitig sein. Es handelt sich beispielsweise um ein recht günstiges Werbemittel, welches gleichzeitig einen großen Radius potentieller Kunden erreicht. Vor allem aber macht sich das Word-of-Mouth-Marketing zunutze, dass Konsumenten zunehmend werbemüde werden. Laufen TV-Spots, stellt man um, gegen Werbebanner im Internet gibt es Ad-Blocker. Mundpropaganda jedoch kann nach wie vor jeden erreichen und wird auch weitaus bereitwilliger aufgenommen. Sie genießt in der Regel auch ein höheres Vertrauen, als professionelle und als solche erkennbare Werbekampagnen es erzielen könnten. Mundpropaganda selbst verläuft jedoch nicht immer so, wie ein Unternehmen es sich wünscht. Es können unter anderem negative Stimmen laut werden oder die Zielgruppe entspricht nicht der gewünschten. An dieser Stelle kommt daher das Word-of-Mouth-Marketing ins Spiel.

Klassische Werbekampagnen werden zunehmend durch solche des Word-of-Mouth-Marketings ergänzt, teilweise sogar ersetzt. Hierbei versuchen die entsprechenden Unternehmen die Informationen, die Konsumenten unentgeltlich über sie und ihr Produkt verbreiten zu lenken. Diese sollen natürlich ein möglichst positives Licht auf das Unternehmen werfen. Zudem wird angestrebt, eine möglichst relevante Zielgruppe zu erreichen. Word-of-Mouth-Marketing und Mundpropaganda sind jedoch keinesfalls gleichzusetzen. Denn während die Mundpropaganda zwischen den Konsumenten prinzipiell in alle Richtungen verlaufen kann, nimmt das Word-of-Mouth-Marketing hierauf gezielt Einfluss. Das Word-of-Mouth-Marketing teilt sich wiederum einzelne Techniken wie das virale Marketing oder das Buzz-Marketing auf.

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