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Abfindung

Unter einer Abfindung versteht man eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer. Sie gilt als sozialverträgliche Entschädigung bei Verlust des Arbeitsplatzes.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine Abfindung vom Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer gezahlt wird, sollte dieser seinen Arbeitsplatz verlieren. Einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Abfindung gibt es jedoch nur unter bestimmten Umständen. Dementsprechend können Arbeitnehmer nicht automatisch von einer Abfindung ausgehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer rechtmäßig gekündigt hat oder auch, wenn der Arbeitnehmer selbst die Arbeitsstelle aufgeben möchte.

Eine bedeutsame Ausnahme legt der Gesetzgeber in § 1a Kündigungsschutzgesetz fest. Demnach haben Arbeitnehmer einen Abfindungsanspruch, sofern Kündigungsschutz besteht und ihnen aus betrieblichen Gründen gekündigt wurde. Die Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage muss ebenfalls verstrichen sein, um Ansprüche auf Abfindungsgelder durchsetzen zu können. Entsprechende Hinweise zur Begründung müssen sich in der Kündigungserklärung wiederfinden. Bei der Errechnung der Abfindungssumme kommt die Faustformel 50% des Monatsgehalts [Brutto] multipliziert mit den Beschäftigungsjahren in der Firma zum Einsatz. Ab 6 Monaten Beschäftigung wird auf volle Jahre aufgerundet. § 1a KSchG kann nicht angewendet werden, wenn der Arbeitnehmer weniger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt war, kein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen wurde oder der Betrieb weniger als fünf Vollzeitmitarbeiter beschäftigt. Auch eine rechtmäßig fristlose Kündigung aus wichtigen Gründen sowie die verhaltens- oder personenbedingte Kündigung schließen etwaige Abfindungsansprüche aus.

Abfindungen kommen allerdings auch außerhalb gesetzlicher Ansprüche zum Einsatz. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer ohne nähere Begründung nicht weiter beschäftigten will. Hat der Arbeitnehmer solch eine Abfindung einvernehmlich angenommen, ist es nicht mehr möglich, Kündigungsschutzklage einzureichen oder eine höhere Summe auszuhandeln. Auch sollten bei der Annahme einer Abfindung weitere mögliche Auswirkungen berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. Auswirkungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder auch auf die Abfindung anfallende Steuern. Im Zweifel empfiehlt sich das Konsultieren eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

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