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Fremdkapital

Fremdkapital ist ein Teil des Gesamtkapitals eines Unternehmens und das “Gegenstück” zum Eigenkapital. Bei der Bilanz bildet es die Summe der Passivaseite, indem man Verbindlichkeiten und auch Rückstellungen addiert.

In diesem Sinne beschreibt das Fremdkapital liquide Mittel, die einem Unternehmen seitens anderer Kapitalgeber zur Verfügung gestellt wurden – gegen in der Regel übliche Zahlung von Zinsen und bei entsprechender Tilgung.  Das setzt voraus, dass Fremdkapital immer zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt wird. Die Geber von Fremdkapital (Gläubiger) haben keinerlei Mitsprache- und gestaltungsrechte, was die Unternehmensführung- und leitung angeht.

Andererseits stehen ihre Forderungen im Falle einer Insolvenz und/oder Liquidation im Rang vor den Forderungen der Eigenkapitalgeber. Das bedeutet, dass die Ansprüche der Fremdkapital-Geber, sobald es zu einer Firmenpleite kommt, zuerst aus der Insolvenzmasse bedient werden müssen.

Fremdkapital: Sicherheiten 

Möchte man als Unternehmen oder Privatperson Fremdkapital aufnehmen, muss man den Kapitalgebern in der Regel Sicherheiten geben, beispielsweise in Form von Sachgütern (Immobilien, Inventar) oder aber auch von Patenten. Gerade in sehr von Innovationen getriebenen Branchen können Patente als Sicherheit für aufgenommenes Fremdkapital die Kreditwürdigkeit und damit auch die zu zahlenden Zinsen für das Fremdkapital zugunsten der Schuldner beeinflussen. So kann sich eine Bank eine Option auf das Patent der zu vermarktenden Idee eines Startup sichern und im Gegenzug auf Teile anderer Sicherheiten verzichten.

Für Startups heißt dies, dass sie weniger zusätzliche Sicherheiten aufbringen müssen, um genügend Fremdkapital zu erhalten. Für Banken sind Optionen auf Patente andererseits attraktiv, weil sie ihnen (im Falle einer Insolvenz) auch Zugang zu neuen Zielgruppen und Märkten ermöglichen würden.

Bei der Aufnahmen von Fremdkapital im Rahmen von Existenzgründerkrediten spielt die Höhe der Haftungsfreistellung eine entscheidende Rolle. Erhalten Gründer einen Gründerkredit der KfW, so profitieren Sie hier von Haftungsfreistellungen zwischen 80 und 100% der Gesamtkreditsumme. Dies erleichtert es den Kredit gebenden Banken wiederum, entsprechende Summen zu bewilligen.

Fremdkapital: Fristigkeiten

Mit Hinblick auf die Dauer, während der das Fremdkapital zur Verfügung gestellt wird, unterscheidet man zwischen

  • kurzfristigem Fremdkapital (klassischer Kontokorrent-Kredit, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistung/LuL), welches in der Regel innerhalb eines Jahres getilgt werden muss
  • mittelfristigem Fremdkapital, das in einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren fällig ist
  • langfristigem Fremdkapital (Anleihen, Rückstellungen für Pensionen), das zwischen 5 und 10 Jahren zurückgezahlt werden muss

 

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