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Nebengewerbe

Als Nebengewerbe bezeichnet man Betriebe, die nicht die volle Arbeitskraft in Anspruch nehmen und daher neben einer Hauptbeschäftigung geführt werden.

Sobald eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen wird, die dauerhaft und auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Eine Ausnahme bilden die Angehörigen der freien Berufe sowie Selbstständige im land- und forstwirtschaftlichen Bereich. Sie melden sich lediglich beim zuständigen Finanzamt steuerlich an. Allerdings entfällt die kostspielige Gewerbesteuer für Betriebe mit niedrigem Umsatz, wie es bei den meisten Nebengewerben der Fall ist. Der Freibetrag liegt derzeit bei 24.500 € für Personengesellschaften und natürliche Personen (Stand: 2013).

Als Synonym zum Nebengewerbe wird teilweise auch vom Kleingewerbe gesprochen. Allerdings ist dies nicht ganz korrekt, denn auch hauptberuflich Gewerbetreibende können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, sofern sie einen geringen Umsatz erzielen. Ansonsten existieren keine weiteren Regelungen zur Definition eines Nebengewerbes. Dies spielt aus Sicht von Finanz- und Gewerbeamt ohnehin keine Rolle, denn hier zählt ausschließlich der erwirtschaftete Umsatz bzw. Gewinn.

Die Einstufung als Nebengewerbe ist jedoch vor allem für Bezieher staatlicher Gelder, etwa dem Arbeitslosengeld, relevant. Festgeschriebene Zuverdienstgrenzen dürfen nicht überschritten werden, sonst werden die Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb angerechnet. Darüber hinaus ist die Einstufung in Haupt- oder Nebengewerbe für die Krankenversicherung entscheidend. Nur, wenn ein Nebengewerbe vorliegt, ist die Versicherung als Angestellter, Student oder familienversicherter Ehepartner weiterhin möglich. Als Grenze gilt ein wöchentliches Arbeitspensum von rund 15 Stunden. Zudem kann das Gesamteinkommen anhand des letzten Steuerbescheids betrachtet werden, um die Plausibilität der Angaben zur investierten Arbeitszeit zu verifizieren.

Die Gründung eines Nebengewerbes ist häufig der erste vorsichtige Schritt einer Existenzgründung. Stellt sich der Erfolg ein, kann das Geschäft weiter ausgebaut werden. Bleibt er aus, haben Gründer immer noch die Möglichkeit, ihr Vorhaben einzustellen und in ihrem sicheren Beschäftigungsverhältnis zu bleiben.

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